Messe besuchen

Marketing und Kundengewinnung haben sich im Zuge der Digitalisierung immer mehr in die Sphäre des Internets verschoben. Besonders für moderne Startups stehen Maßnahmen zum digitalen Marketing häufig im Fokus. Doch traditionellere Möglichkeiten zum Erreichen von Kunden – nämlich direkt auf physischem Wege – sind nicht weniger effektiv und bilden zumindest eine notwendige Ergänzung für digitale Ansätze.

Diese physischen Methoden haben sich über lange Jahre bewährt und eignen sich für alle möglichen Branchen und Produkte. Daher möchten wir in diesem Artikel vier gute Möglichkeiten zum direkten Herantreten an Kunden vorstellen.

Kundentermine vor Ort

Besonders für B2B-Orientierte Unternehmen sehr interessant: Potentielle Partner oder Bestandskunden direkt vor Ort zu besuchen, kann große Erfolge versprechen. Es ist natürlich wesentlich zeitintensiver als andere Formen des Marketings, jedoch auch mit Abstand die direkteste und persönlichste Form der Kundenkommunikation. Die Konversionsrate ist daher besonders hoch.

Mit einem charismatischen Auftreten kann ein motivierter Außendienst bei solchen Terminen äußerst fördernd sein, da man sich so viel mehr Zeit für einen einzelnen Kunden nehmen kann. Wer das angebotene Produkt besser versteht, kann natürlich einfacher eine Kaufentscheidung treffen.

Man kann flexibel auf jede Art Rückfragen reagieren und so die Leistung näher erläutern, als es bei einem Treffen in Rahmen von Veranstaltungen möglich wäre. Nach einer persönlichen Vorstellung bleibt man auch eher im Gedächtnis, was bei der Kundenbindung große Vorteile hat.

Kundenpräsentation

Natürlich setzen diese Vermarktungsmethoden voraus, dass sich Vertreter des Unternehmens an den jeweiligen Ort des Geschehens begeben. Bei solchen Geschäftsreisen können dann die Reisekosten steuerlich geltend gemacht werden. Informationen und Neuerungen zu den Regelungen beim Verpflegungsmehraufwand helfen dabei, die Reisekosten richtig abzurechnen.

Messe als Aussteller

Der Ort schlechthin, um ein Unternehmen oder Produkt an Kunden und andere Firmen vorzustellen, ist eine Fach- oder Verbrauchermesse. Die Vorteile liegen auf der Hand: Die Zahl der potentiell am Produkt interessierten Besucher, die man erreichen kann, ist innerhalb eines kurzen Zeitrahmens sehr hoch. Auf großen Messeveranstaltungen sind Besucherzahlen von über 100.000 nicht unüblich.

Besonders auf Messen mit einem bestimmten Branchenbezug ist so die Reichweite an potentielle Kunden in Relation zu den Kosten nahezu konkurrenzlos. Wer den eigenen Stand und mobile Promoter, die interessierte Besucher dorthin locken, geschickt miteinander kombiniert, maximiert das Potential der Konzentration an Menschen.

Da der eigenen Standgestaltung fast vollständige Freiheit gegeben ist, eignet sich eine Messe für alle Zwecke, egal ob Kundenbindung oder -neugewinnung. Mit etwas Aufwand (oder unter dem Heranziehen von Expertenwissen) lässt sich die Unternehmensphilosophie mit der richtigen Gestaltung repräsentieren – man kann also einen „Heimvorteil“ aufbauen.

Werbemittel können auch clever eingesetzt werden – je nach Zweck. Für die Kundenbindung sind kleinere, praktische Gegenstände, die oft mit nach Hause genommen werden, optimal. Für eine möglichst umfassende Kundengewinnung sind sichtbare Produkte, die das eigene Logo tragen (beispielsweise Luftballons oder Taschen) eine gute Option, um Besucher überall auf dem Gelände auf die eigene Präsenz aufmerksam zu machen.

Messe als Besucher

Da nicht jedes Unternehmen, insbesondere ein junges Startup, das Budget für einen Messestand hat (alleine die Gebühr für den Standplatz kann schnell mehrere Tausend Euro kosten), kann es sich auch anbieten, eine Messe nur als Besucher zu betreten. Vor allem B2B-orientierte Unternehmen können davon profitieren.

Da sich unzählige Branchennahe Unternehmen und Verbraucher versammeln, ist ein solches Event die perfekte Möglichkeit für geschicktes Networking. Auch ohne eigenen Stand lassen sich Gespräche mit Kunden führen und Werbematerial verteilen.

Diese Methode hat sogar den Vorteil, dass man ohne die Bindung an einen Stand unter Umständen wesentlich flexibler agieren kann. Bildet sich irgendwo auf dem Messegelände ein Hotspot um eine besondere Attraktion, oder konzentrieren sich branchennahe Kunden in der Nähe eines ähnlichen Standes, lohnt es sich, den Fokus auf diese Räume zu legen.

Aber auch ohne ein Team von Promotern kann man als Unternehmer einen großen Nutzen aus dem Besuch einer Messe schlagen. Wer sein Produkt oder seine Dienstleistung insbesondere an andere Unternehmen bewirbt, kann dort auf eine große Auswahl an Firmenvertretern zugehen oder an Business-Meetings teilnehmen, die häufig im Rahmen von Messen stattfinden.

Socializing auf Events oder mit Informationsständen

Es muss nicht immer eine Messe sein, um eine große Zahl an Menschen zu erreichen. Ein Stand oder mobiles Promotion-Team auf sozialen Veranstaltungen – egal ob Stadtfest, Konzert oder Tag der offenen Tür an einer Universität – ist eine gute Möglichkeit, um Verbraucher auf die eigenen Produkte aufmerksam zu machen.

Man denke zum Beispiel an die mobilen Verkaufsstände von Tabakwaren auf Musikfestivals – wer die richtige Notwendigkeit erkennt, kann Besucher förmlich wie ein Magnet anziehen. Wer eine nähere Kundenbindung bevorzugt und ein größeres Budget hat, kann ein eigenes Event veranstalten oder als Schirmherr fungieren – beispielsweise bei einem öffentlichen Tischfußballturnier.

Wenn nicht direkt ein Produkt zum Verkauf angeboten wird, ist ein Infostand im öffentlichen Raum ein guter und günstiger Weg, Kunden zu erreichen. Der Vermittlung des Produktes sind dabei kaum Grenzen gesetzt, so lange es nicht direkt verkauft wird.

Präsentationen, Möglichkeiten zum Testen, kostenlose Promo-Produkte oder Gespräche mit interessierten Passanten zu führen ist problemlos möglich. Wichtig ist nur, dass vorher bei der jeweiligen Stadt für den Stand eine befristete Erlaubnis eingeholt wird – hier als Beispiel die Informationen der Stadt München diesbezüglich.

Bei solchen öffentlichen Auftritten sollte man auch einige Verhaltensregeln beachten. So gelten für einen Infostand bestimmte Regeln, die das Verteilen von Informationsmaterial nur direkt am Stand und nicht in der weiteren Umgebung erlauben.

Genauso darf man auch keine Passanten aktiv ansprechen – ein vorheriges Interesse muss offensichtlich sein. Das gehört natürlich auch einfach zum guten Ton. Ein zu aggressives Vorgehen stört Leute und kann dazu führen, dass die eigene Marke durch die Aufdringlichkeit ein negatives Image bekommt.

 

Bildquellen:

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