Spätestens oder eher vielleicht zum ersten Mal, als du eine Facebook Werbeanzeige geschaltet hast, ist dir aufgefallen, dass du die Möglichkeit hast, ziemlich genau einzustellen, wer denn nun deine Werbung überhaupt sehen soll. Und du solltest davon auch unbedingt Gebrauch machen, denn ansonsten läufst du Gefahr, dass Menschen deine Werbung sehen, die überhaupt kein Kaufinteresse haben. Das lässt sich zwar nie ganz vermeiden, aber durch gutes Targeting doch gut einschränken. Somit sparst du Geld, weil weniger Menschen, die überhaupt nicht kaufen möchten, deine Werbeanzeigen sehen und somit der Anteil und die Wahrscheinlichkeit an Käufern erhöht ist. Die Werbekosten amortisieren sich schneller und du machst mehr Gewinn!

Was ist überhaupt Targeting?

Targeting beschreibt das genaue Ansprechen einer Zielgruppe im Marketing. Dieser Begriff erhielt besonders durch den Einzug des Internets in die Marketinglandschaft Relevanz, da du von dort an gezielter und kampagnenspezifischer Einstellungen festlegen konntest, damit die Werbung von bestimmen Menschen gesehen wird. Selektiert wird hier nach unterschiedlichen Merkmalen – dazu jetzt mehr.

Keyword Targeting

Wenn du nach bestimmten Keywords targetierst, dann wird deine Werbung nur Menschen angezeigt, die nach diesen Wörtern oder Sinnverwandten Worten gesucht haben. Das ist sehr praktisch, denn somit erwischst du Leute, die sich scheinbar schon freiwillig für dieses Thema oder Problem interessiert haben. Menschen, die du mit deinem Produkt überraschen könntest (weil sie noch nie von dem Thema gehört haben), sind dort eher weniger dabei.

Regionales Targeting

Hierbei achtet die Werbeplattform darauf, dass deine Werbung nur Menschen angezeigt wird, die sich in einer bestimmten Region befinden. Technisch wird das durch die IP-Adresse umgesetzt. Der Vorteil hier ist, dass du besonders Menschen ansprichst, die bei einem physischen Geschäft beispielsweise, auch tatsächlich die Chance haben, vorbeizukommen und zum Käufer zu werden. Lediglich Menschen auf der Durchreise oder Urlauber werden somit schwer zu erreichen – ausgenommen diejenige, die dann dort Internetzugriff haben – aber das sei nun zu vernachlässigen.

Technisches Targeting

Besonders im Vertrieb von Software und ähnlichem kann das Sinn machen. Hierbei wird bestimmten Personen, die einen Browser nutzen, ein Betriebssystem haben oder mit spezieller Hardware verbunden sind, passende Werbung angezeigt.

Behavioral Targeting

Dabei wird das Surfverhalten der Anwender unter die Lupe genommen und an Hand unterschiedlicher Faktoren festgestellt, ob dieser Anwender deine Werbung angezeigt bekommt oder nicht.

Real-Time-Bidding

Hierbei handelt es sich um eine Art Auktion, bei der eine Werbefläche an denjenigen vermietet wird, der am meisten Geld bietet. Meistens sind das obere Ränge bei der Suche nach bestimmten Keywords oder ähnliches. Sobald das höchste Gebot von einem anderen überboten wird, verändert sich auch die Werbeanzeige zu Gunsten des nun Höchstbietenden. Durch diese Methode kannst du eine hohe Sichtbarkeit bei speziellen Keywords erlangen. Jedoch ist sie per Klick – je nach Branche – ziemlich kostspielig.

Und so weiter

Es gibt summa summarum sehr viele unterschiedliche Arten des Targetings und es hängt sicherlich von der Zielgruppe und vom Produkt ab, welche davon sinnvoll für dich ist. Am besten nutzt du simultan unterschiedliche Methoden und testet, welche am besten für dein Business funktionieren.

Zielgruppenanalyse

Mal abgesehen davon, mit welchem Targeting du an den Markt herantreten willst, ist die Recherche über den Zielmarkt und die Zielgruppe unerlässlich. Dafür legst du am besten mal einen kleinen Steckbrief an, der folgende Punkte umfassen kann (mehr ist natürlich auch immer gut). Dieser Steckbrief soll den durchschnittlichen, potentiellen Kunden beschreiben:

  • Alter
  • Wohnort
  • Beruf
  • Familienstand
  • Gesellschaftsschicht
  • Bildung
  • Geschlecht

Im Endeffekt hast du so ein lockeres Profil und schon mal eine deutlichere Vorstellung von der Personengruppe, die generell ansprechen möchtest.

Überlege dir gesondert welche Interessen und Hobby diese Menschen haben könnten, denn diese kannst du gut verwenden, um sie durch Social-Media oder ähnliche Kanäle zu erreichen.

Konzentriere dich auf bestimmte Aspekte

Durch die neuen, digitalen Medien hast du die Möglichkeiten deine Zielgruppe schnell an die Kampagne anzupassen. Deshalb sei dir nicht zu fein mal etwas auszuprobieren. Konzentriere dich immer wieder auf bestimmte Aspekte und schaue wie sie sich auf deine Ergebnisse auswirken.

Beziehungsstatus

Je nachdem aus welchen Segment du kommst, kann diese kleine Angabe – beispielsweise bei Facebook – für dich von höchste Relevanz sein. Wenn du Baby-Artikel verkaufst, dann ist es nicht sinnvoll „Singles“ in deine Zielgruppe aufzunehmen, denn die Wahrscheinlichkeit, dass hier demnächst jemand Baby-Artikel braucht, ist vergleichsweise gering.

Genauso ist es mit Hochzeits-Artikeln oder Planungen. Konzentriere dich besonders auf diejenigen, die verlobt sind, denn die werden bald heiraten. Eigentlich logisch, aber manchmal doch eine Falle: Menschen, die bereits verheiratet sind, interessieren sich eher weniger für solche Dinge.

Standort

Versuche auch mal bestimmte Regionen abzugrasen. Mal eher etwas Ländlicheres und dann mal etwas Urbanes. Schau wie das Kaufverhalten ist und entscheide dann später gezielt, wo du Werbung schalten willst und wo nicht. Manchmal kannst du vom Standort auch etwas für den sozialen Hintergrund einer bestimmten Personengruppe ableiten und somit das Verhalten in diesem Sektor gleichzeitig bewerten.

Interessen

Die geläufigen Werbeportale wie Facebook bieten dir die Möglichkeit auch interessengeleitete Werbung zu schalten. Hierbei solltest du natürlich auf der einen Seite an das Offensichtliche denken, aber du kannst auch ruhig mal etwas tiefer in die Trickkiste greifen und dir Gedanken machen.

Wenn du Sportsachen vertreibst, die für Bodybuilder gemacht sind, dann ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass sich diese Menschen gleichzeitig für gesunde Ernährung interessieren – ebenso wollen Menschen, die sich gesund ernähren, vielleicht mehr Sport machen und suchen nach Equipment. Erfahrungsgemäß lassen sich immer irgendwie Zusammenhänge feststellen, die symbiotisch auf deine Werbung wirken.

Zeit

Eine der entscheidenden Größen beim gezielten Targeting ist schlicht und ergreifend die Zeit. Wenn du dir die Zeit nimmst, nach jeder Kampagne zu schauen, was lief gut und was lief schlecht, dann wirst du schnell merken, dass du durch das feine Justieren an scheinbar unbedeutenden Faktoren, nochmal deutlich mehr rausholen kannst.

Sei offen für neues und teste immer wieder neue Dinge – im Endeffekt ist es die Mischung aus dem richtigen Produkt, Erfahrung und einer guten Kampagne, die an die richtigen Leute gerät, die dich richtig erfolgreich macht!