Foto: bigstockphoto.com

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Die berufliche Selbstständigkeit ist für viele Menschen ein Traum: Endlich der eigene Chef sein, nach niemandes Pfeife mehr tanzen, eigene Ideen umsetzen, etwas Eigenes auf die Beine stellen und Erfolg haben. Viele Menschen denken im Laufe ihres Lebens darüber nach ein eigenes Unternehmen aufzubauen, doch die wenigsten machen aus dem Traum Realität Statistiken der KfW zufolge hat der Anteil der Gründer in Deutschland im Vergleich zu Anfang der 2000er Jahre stark abgenommen. Im Jahre 2003 lag die Gründerquote (Anteil der Gründer an der Bevölkerung im Alter zwischen 18 und 65 Jahren) noch bei 2,84% im Gegensatz zu nur 1,8% im Jahre 2014. Zwar ließ sich von 2012 bis 2014 wieder eine leichte Steigerung der Gründerquote feststellen, allerdings fiel diese im Jahre 2015 wieder zurück auf 1,5%. Das deutsche Online-Portal für Statistik „Statista“ hat nach den Angaben der KfW zur Gründerquote in Deutschland eine Grafik von 2000 bis 2014 erstellt.

 

Wie kommt es aber nun, dass in Deutschland vergleichsweise wenige Firmen gegründet werden? Das liegt vor allem daran, dass eine Firmengründung den meisten Menschen wie ein Buch mit sieben Siegeln vorkommt. Sie scheuen sich vor bürokratischen Hürden, finanziellen Risiken und Finanzierungsschwierigkeiten. Es gibt einiges, was bei der Unternehmensgründung beachtet werden muss – vom Businessplan über verschiedene Genehmigungen bis hin zur Versicherung persönlicher und betrieblicher Risiken. Um dich auf deinem Weg in die Selbstständigkeit zu unterstützen, haben wir deshalb 7 Schritte für dich zusammengestellt, die dir bei deiner Firmengründung behilflich sein können.

1. Informationen einholen und Beratungsangebote annehmen

Informationsdefizite sind die zweithäufigste Ursache für das Scheitern junger Unternehmen. Deshalb solltest du vor Eröffnung deines Unternehmens klarstellen, was du für deine Gründung noch wissen musst und für welche Fragen du fachliche Beratung zu Hilfe ziehen solltest. Bevor du dich allerdings für kostenpflichtige Beratungsangebote entscheidest, solltest du zunächst auf kostenfreie Beratungs- und Informationsangebote der Industrie- und Handelskammer, der Handwerkskammer und andere Anlaufstellen, die du auf der Seite des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie für die verschiedenen Bundesländer findest, zurückgreifen.
Für NRW ist als Starthilfe für Existenzgründungen das STARTCENTER NRW interessant. Im ganzen Bundesland unterstützen 76 STARTCENTER NRW Gründer auf ihrem Weg in die Selbstständigkeit. Gründer können sich hier über alle Fragen rund um die Existenzgründung und die Firmenentwicklung informieren. Des Weiteren kannst du dir hier ein STARTER-Paket mit Informationsmaterialien rund um die Existenzgründung besorgen und an einem Seminar oder einem persönlichen Beratungsgespräch teilnehmen.

Deine Fragen kannst du aber selbstverständlich auch an Bekannte richten, die bereits ein eigenes Unternehmen auf die Beine gestellt haben, oder an deinen Berufs- und Branchenverband. Du kannst dich auch bei der kommunalen Wirtschaftsförderung erkundigen, ob es eine Gründungsinitiative in deiner Nähe gibt.

2. Geschäftsidee, Zielgruppe und Konkurrenz analysieren

Die Geschäftsidee stellt das Grundgerüst deines Unternehmens dar. Es ist daher von immenser Bedeutung, dass du dir auch sicher bist, alle notwendigen Fähigkeiten zu besitzen, die du brauchst, um deine Geschäftsidee umzusetzen. Kann deine Idee, wie du sie geplant hast, wirklich funktionieren? Frage hierzu auch Freunde und Verwandte. Erst wenn du alle von deiner Idee überzeugen konntest, ist sie auch wirklich geschäftsreif. Führe auch Marktanalysen durch. Wer wird deine spätere Zielgruppe sein und wer deine Konkurrenz? Mache dir auch Gedanken darüber, inwieweit sich dein Produkt/ deine Dienstleistung von der der Konkurrenz unterscheidet und womit du eventuell einen Vorteil gegenüber deinen Mitstreitern hast.

3. Planungsphase

Die Planung deiner Unternehmensgründung sollte gut durchdacht sein, bevor du sie in die Tat umsetzt. Laut des KfW Gründungsmonitors 2013
dauert eine Unternehmensgründung von der Idee bis zum Start durchschnittlich sieben Monate. Viele setzen ihre Pläne jedoch zu schnell in die Tat um. Es hat sich gezeigt, dass etwa 50% aller Gründer innerhalb von nur drei Monaten ihre Firma gründen. Du solltest dir jedoch genug Zeit für deine Planung nehmen. Viele Unternehmen scheitern nämlich aufgrund mangelnder Planung und sind bereits nach wenigen Monaten wieder vom Markt verschwunden. Um zu verhindern, dass auch dein Unternehmen scheitert, solltest du deshalb einen Businessplan verfassen.

Der Businessplan fasst dein unternehmerisches Vorhaben zusammen, hilft dir dabei den Überblick über deine Geschäftsidee zu behalten und ist für eventuelle Investoren von immenser Bedeutung. Nur mit Hilfe eines Businessplans gewinnst du eine bestimmte Sicherheit um dein Unternehmen erfolgreich zu starten.
Folgende Punkte sollte dein Geschäftsplan enthalten:

• Eine Executive Summary (Die Zusammenfassung deines Businessplans)
• Die Gründerperson(en)
• Die Beschreibung deiner Geschäftsidee
• Eine Analyse der Marktsituation
• Marketingstrategien
• Informationen zur Organisation und zu Mitarbeitern
• Rechtliche Rahmenbedingungen & Steuern
• Eine SWOT-Analyse
• Finanzen
• Notwendige Unterlagen

4. Startkapital berechnen und beschaffen

Führe vor deiner Unternehmensgründung eine Rechnung bezüglich deines Startkapitals sowie über laufende Kosten durch. Wie viel Startkapital brauchst du, um dein Gründungsvorhaben zu starten? Wie viel Eigenkapital hast du und wie kannst du das restliche Geld beschaffen? Folgende Kostenfaktoren können unter anderem bei einer Unternehmensgründung auf dich zukommen:

✓ Materialkosten
✓ Büroausstattung
✓ Warenlager
✓ Mietkaution
✓ Miete
✓ Eventuelle Umbauten

Halte dir immer vor Augen, dass du in der Anfangsphase vermutlich höhere Aus- als Einnahmen generieren wirst. Vergesse auch nicht, deine Lebenserhaltungskosten und deinen Unternehmerlohn mit in die Rechnung einfließen zu lassen. Schätze realistisch ein, ob die Einnahmen deiner Tätigkeit alle betrieblichen und privaten Kosten decken werden.
Wenn du deinen Kapitalbedarf errechnet hast, informiere dich über Kreditoptionen der Banken und über mögliche Förder- und Finanzierungshilfen für Gründer, die vom Bund und den Bundesländern zur Verfügung gestellt werden. Erstelle einen Finanzierungsplan, der allerdings bereits unter der Kategroie „Finanzen“ im Businessplan enthalten sein sollte.

5. Erste bürokratische Hürden nehmen

Um mit deinem Business zu starten, musst du deine selbstständige Tätigkeit beim Gewerbeamt anmelden oder als Freiberufler eine Steuernummer beim Finanzamt beantragen. Erkundige dich am besten im Voraus bei der Industrie- und Handelskammer oder bei der Handwerkskammer, ob du weitere Formalitäten erledigen musst. Die Angebote der kommunalen Wirtschaftsförderung oder der Gründerinitiative solltest du bei Unklarheiten auch immer wahrnehmen. Frage nach, ob du besondere Voraussetzungen, Nachweise, behördliche Zulassungen oder Genehmigungen für die Eröffnung deines Business benötigst, um nicht schon zum Start deiner Selbstständigkeit Probleme zu bekommen.

6. Steuern einplanen

Mit dem Erhalt deiner Steuernummer ist es dir nun möglich Rechnungen auszustellen und endlich Geld zu verdienen. Das Finanzamt meldet sich kurz nach der Gründung mit einem Fragebogen bei dir, der steuerliche Aspekte abklären und deine Daten erfassen soll. Anhand deiner ausgewählten Rechtsform und deiner voraussichtlichen Umsätze und Gewinne, macht das Finanzamt erste Steuerforderungen geltend. Nimm dir am besten einen Steuerberater zu Hilfe, der dich über deine steuerlichen Pflichten, über deine Buchführung und über verschiedene Arten des Jahresabschlusses aufklärt.

7. Versicherungen zur Risikominderung abschließen

Die Gründung einer jeden Firma birgt Risiken. Für viele Risiken, die du nicht beeinflussen kannst, gibt es jedoch Versicherungen. Betriebliche Risiken wie Einbruch, Feuer, Maschinenschäden oder Fährlässigkeiten, die zu Haftungsansprüchen führen lassen sich einschränken. Es besteht jedoch auch die Gefahr vor persönlichen Risiken. Du solltest dich deshalb früh genug um deine persönliche Vorsorge für Arbeitslosigkeit, Alter, Krankheit und Unfall kümmern. Erkundige dich auch, ob es möglich ist, bei der Agentur für Arbeit eine Arbeitslosenversicherung für Selbstständige abzuschließen. Unter bestimmten Voraussetzungen ist dies möglich. Solltest du weitere Fragen zur Altersvorsorge haben, erkundige dich bei der Deutschen Rentenversicherung oder der Verbraucherzentrale deines Bundeslandes.

Fazit

Wir haben dir in diesem Artikel 7 Schritte aufgezeigt, die dir den Weg in die Selbstständigkeit vereinfachen sollen. Nutze die vielfältigen Beratungsangebote, die dir vom Staat zur Verfügung gestellt werden und lasse nicht zu, dass dein Unternehmen durch Informationsdefizite Schaden nimmt. Nimm dir genug Zeit bei der Planung und schreibe einen ausführlichen Businessplan, der dir dein unternehmerisches Vorhaben immer vor Augen führt und der dir bei der Planung hilft.
Scheue dich nicht vor bürokratischen Hürden oder finanzielle Risiken. Wenn du zu 100% von deiner Geschäftsidee überzeugt bist, dann setzte sie auch um! Niemand ist perfekt und jeder hat Angst mit und bei der Unternehmensgründung Fehler zu begehen, aber ohne Risiko kein Gewinn!

Wir hoffen, dass dir dieser Beitrag gefallen hat und dass du hoffentlich ein paar nützliche Informationen für deine Unternehmensgründung entnehmen konntest. Wir freuen uns über Kommentare und über eigene Erfahrungen, was die Unternehmensgründung betrifft.

Mit besten Grüßen,
Sandra Hubert
Online Redaktion

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