Argumente für und gegen die Arbeit im Homeoffice

Homeoffice versus Bürojob: Die 5 wichtigsten Vor- und Nachteile

Von einem Job im Homeoffice träumen nicht nur junge Eltern und angehende Rentner. Das Arbeiten in den eigenen vier Wänden assoziieren viele mit einem Maximum an Freiheit, Selbstbestimmung und weiteren Homeoffice-Vorteilen. Doch durch das Coronavirus mussten plötzlich viele Angestellten und Selbstständigen monatelang zuhause arbeiten, was wiederum einige Homeoffice-Nachteile offenbarte. Aktuell bieten viele Arbeitgeber das Homeoffice an und stellen ihre Angestellten vor die Wahl, welche Arbeitsweise sie bevorzugen. Der folgende Artikel gibt einen Überblick und beschreibt die jeweils 7 wichtigsten Homeoffice Vor- und Nachteile.

Definition Homeoffice

Beim Homeoffice oder auch dem „Büro in den eigenen vier Wänden“ finden alle Arbeitsprozesse zuhause statt. Aufgrund der aktuellen Situation durch das Coronavirus setzen viele Arbeitgeber auf diesen Wechseln und die Homeoffice-Vorteile, aber auch abgesehen davon wird die Arbeitsform immer beliebter. Für die technischen Voraussetzungen beim Homeoffice ist der Arbeitgeber zuständig. Dafür kann er erbrachte Leistungen auch überwachen.

Die Kommunikation läuft dabei über passende Programme für das Remote Working, Email oder Telefon. Generell schafft die Arbeit zuhause viele Homeoffice-Vorteile, von denen Arbeitgeber und Angestellte gleichermaßen profitieren können. Doch es existieren auch einige Homeoffice-Nachteile, die es im Vergleich zum klassischen Bürojob nicht gibt. Wer vor der Entscheidung steht, sollte alle Faktoren ganz genau vergleichen und dann festlegen, ob Homeoffice überhaupt Sinn macht.

Homeoffice-Vorteile

Homeoffice-Vorteil #1: Zeit und Fahrtkosten einsparen

Gerade für Pendler sind die Zeitersparnis und die gesparten Fahrtkosten wichtige Homeoffice-Vorteile. Bei Autofahrern bedeutet das, kein langes Warten im Stau auf dem Weg zum Bürojob, keine Rush-Hour und keine Parkplatzsuche vor oder nach der Arbeit. Auch Bus- oder Bahnfahrer sparen sich die Wartezeit an der Haltestelle oder stressige Störungen. Dazu kommt der Kostenfaktor, denn die Monatskarte für Bus und Bahn wird selten vom Arbeitgeber übernommen.

Dieser ist auch für Autofahrer attraktiv, denn abgesehen von den steigenden Benzinpreisen sorgt das tägliche Pendeln auch für den Verschleiß des Fahrzeugs. Wer zuhause bleibt, braucht zusammenfassend also keine langen Anfahrten einplanen und startet entspannter in den Tag. Diese Zeit lässt sich wiederum sinnvoll nutzen. Sei es für den eigenen Haushalt oder beispielsweise für sportliche Aktivitäten.

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Homeoffice-Vorteil #2: Leben nach dem Biorhythmus

Der Biorhythmus ist keine Modeerscheinung, sondern ein bereits gut erforschtes körperliches Phänomen. Wer glaubt, dass er morgens besonders fit und produktiv ist, jedoch nach 18 Uhr nichts mehr leisten kann, der bildet sich das nicht nur ein. Das Gleiche gilt aber auch für die sogenannten Nachtmenschen. Wer sich den ganzen Tag schlapp und müde fühlt, wenn er morgens früh aus den Federn muss, dem hilft es nicht, noch früher ins Bett zu gehen.

Viel gesünder und effizienter ist es dagegen, sich dem Biorhythmus anzupassen. Die Möglichkeit für diese Umsetzung gehört zu den Homeoffice-Vorteilen. Denn anders als bei einem klassischen Bürojob lässt sich zuhause die Arbeitszeit selbst einteilen. Trotzdem ist aber vorher ein Gespräch mit dem Arbeitgeber sinnvoll. Denn für Fragen von Kollegen oder Kunden sowie zu vereinbarten Telefon-Meetings muss die Erreichbarkeit gewährleistet sein.

Homeoffice-Vorteil #3: Entscheidungsfreiheit im Arbeitsbereich

Im Büro existieren vorbereitete Arbeitsbereiche und teilweise auch eine Kleiderordnung. Zudem macht es wenig Sinn in Jogginghose zu erscheinen oder im Sommer in Badehose am Schreibtisch zu sitzen. Deshalb gehört die große Entscheidungsfreiheit zu den Homeoffice-Vorteilen. Kein Vorgesetzter oder Kollege kann das Outfit kritisieren, deshalb lässt sich alles tragen, insofern es die Produktivität nicht einschränkt.

Denn die Kleidung entscheidet unterbewusst über das Verhalten Kunden gegenüber, deshalb sollte die Auswahl trotzdem stimmen. Das gilt auch für den Arbeitsbereich. Denn wo genau die Konzentration am höchsten ist, entscheidet im Homeoffice jeder selbst. Ob am eigenen Schreibtisch, am Küchentisch oder im Sommer draußen an der frischen Luft. Doch auch hier gilt, für eine produktive Arbeitsatmosphäre braucht es auch eine sinnvolle Umgebung. Auf dem Sofa liegen und nebenbei fernsehen oder nur in der Badewanne arbeiten verhindert die Produktivität.

"<yoastmarkQuelle: alfa27 - adobe.stock.com

Homeoffice-Vorteil #4: Ohne Ablenkung die Produktivität steigern

Die Kollegen fragen nach einer Kaffeepause, der Drucker des Großraumbüros rattert durchgehend oder das Telefon des Kollegen klingelt alle fünf Minuten. In einem Bürojob sind viele Ablenkungen vorhanden, die sich zuhause umgehen lassen. Diese Chance zählt deshalb zu den Homeoffice-Vorteilen. So entsteht eine produktive Atmosphäre, die nach eigenen Verhaltensregeln und mit selbst festgelegten Pausen abläuft. Diese Tatsache beweist sogar eine Studie der kalifornischen Stanford Universität.

Für die Studie wurden 500 Mitarbeiter einer chinesischen Reiseagentur in zwei Gruppen geteilt. Eine der Gruppen absolvierte ihre Aufgaben  aus dem Büro, die andere im Homeoffice. Das folgende Ergebnis kam dabei heraus:

  • Die Mitarbeiter zuhause arbeiteten ihre vollen Stunden ab und investierten teilweise sogar mehr Zeit.
  • Im Homeoffice konnten sie sich eigenen Aussagen zufolge besser konzentrieren und waren weniger abgelenkt.
  • Außerdem machten sie kürzere Pausen und nahmen sich weniger häufig frei.
  • Somit waren die Homeoffice-Mitarbeiter am Ende 13 Prozent produktiver als die Kollegen im Büro.

Bei der Suche nach den Gründen für diese Produktivitätssteigerung stellten die Forscher dann abschließend fest, dass die Mitarbeiter im Homeoffice kürzere Pausen machten und seltener krank waren.

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Homeoffice-Vorteil #5: Unternehmen sparen Fixkosten

Wer den Arbeitgeber des Bürojobs noch von den Homeoffice-Vorteilen überzeugen möchte, könnte die verringerten Ausgaben als Argument einbringen. Durch die Arbeit zuhause spart das Unternehmen zum Beispiel bei den Stromkosten. Denn angeschlossene Computer, Lampen oder der Beamer für die Präsentation fallen weg. Auch Heizkosten für die Wintermonate werden reduziert oder entfallen komplett. Und wenn die Mitarbeiter im Homeoffice arbeiten, enstehen auch keine Ausgaben für die Verpflegung durch Obst oder Getränke. Bei einem kompletten Umstellung auf Homeoffice lassen sich dadurch sogar die Reinigungskosten minimieren.

Allerdings muss jedem Angestellten auch klar sein, dass diese Kosten im Homeoffice trotzdem anfallen. Zwar bieten vereinzelte Arbeitgeber auch sogenannte Aufwandspauschalen an, trotzdem müssen alle Faktoren bei der Planung mit einbezogen werden.

Homeoffice-Vorteil #6: Unternehmen steigert seine Attraktivität

Die Suche nach fachlich geeigneten Mitarbeitern stellt für viele Unternehmen eine große Herausforderung dar. Deshalb eignen sich zusätzliche Anreize für die Arbeitnehmer, um die Attraktivität des Unternehmens zu steigern und somit mehr Bewerbungen zu erhalten. Die Arbeit im Homeoffice kann dieser Bonus sein, denn es unterstreicht die Flexibilität und das Mitarbeiter-Vertrauen eines Unternehmens.

Zudem lassen sich so auch Personen überzeugen, die weit vom Firmensitz entfernt wohnen und nicht täglich pendeln möchten. Oder auch Arbeitnehmer, dessen Angehörige pflegebedürftig sind. Insgesamt erweitert sich also die Anzahl an möglichen Bewerbern und wirkt sich letztendlich positiv auf die Mitarbeitersuche aus.

Homeoffice-Vorteil #7: Umweltschutz

Immer mehr Menschen wollen nachhaltig leben und sich aktiv beim Umweltschutz einbringen. Da passt das Arbeiten von zuhause perfekt zum umweltbewussten Lebensstil. Denn wer im Homeoffice arbeitet, muss beispielsweise nicht mit dem Auto zur Arbeit fahren und verursacht somit deutlich weniger CO2-Emissionen.

Zu diesem Ergebnis kommt auch ein Gutachten des Instituts für angewandte Arbeitswissenschaft (ifaa). Wenn zehn Prozent der Erwerbstätigen in Deutschland einen Tag in der Woche von zu Hause arbeiten würden, könnten rund 4,5 Milliarden Kilometer an Pendlerstrecke und etwa 850 Millionen Kilogramm C02 pro Jahr eingespart werden. Bei 20 Prozent wären es schon 1,7 Milliarden Kilogramm.

Zudem wird besonders in Großraum-Büros oftmals viel Energie verbraucht, zum Beispiel durch riesige Lichtanlagen oder Kühlschränke. Diese Energie lässt sich einsparen und kommt somit dem Umweltschutz zugute.

Die 7 wichtigsten Homeoffice-Regeln für Produktivität

Homoffice-Regel #1 : Umfassende Vorbereitung

Wer zuhause arbeiten möchte, kann sich nicht einfach hinsetzen und starten, sondern sollte die Homeoffice-Regeln zur Vorbereitung beachten. Dazu gehören zum Beispiel die passenden Programme für den Computer – für die Organisation, zur Aufgabenverteilung oder für die Kommunikation. Aber auch die persönliche Vorbereitung für das Homeoffice ist wichtig. Hunger bremst jegliche Konzentration und jedes Mal einkaufen gehen, kostet wertvolle Zeit. Deshalb am besten schon bei der Vorbereitung gesunde Snacks einplanen.

Homeoffice-Regel #2: Arbeitsatmosphäre schaffen

Zuhause existiert keine Kleidervorschrift und niemand sieht, von wo und wie du arbeitest. Doch eine feste Arbeitsstruktur ist entscheidend für die Konzentration. Deshalb ist ein wichtiger Teil der Homeoffice-Regeln, an den morgendlichen Abläufen festzuhalten. Pünktlich aufstehen, duschen und frühstücken. Auch die Kleidung sollte passen, denn sie entscheidet unbewusst wie wir mit Menschen kommunizieren. Außerdem stellt auch der Arbeitsbereich, beispielsweise der  aufgeräumte Schreibtisch, eine wichtige Grundlage dar.

Homeoffice-Regel #3: Arbeitszeiten festlegen

Auch wenn in den eigenen vier Wänden keine konkreten Arbeitszeiten vorgegeben sind, lohnen sich feste Homeoffice-Regeln für die Zeiteinteilung. Denn auch dort gilt die vertraglich festgelegte Stundenanzahl. Das heißt, zwischendurch drei Stunden shoppen gehen und die Zeit als Arbeitszeit aufschreiben, funktioniert nicht. Viele Arbeitgeber nutzen deshalb auch Zeiterfassungsprogramme. Wer hingegen die Uhrzeit selbst bestimmt, sollte herausfinden, zu welcher Tageszeit die Produktivität am höchsten ist.  Natürlich sind gemeinsame Meetings mit den Kollegen oder Kundengespräche trotzdem einzuhalten, deshalb ist ein Gespräch mit dem Arbeit- oder Auftraggeber über die genauen Einsatzzeiten sinnvoll.

Homeoffice-Regel #4: Aufgabenlisten befolgen

Den Computer hochfahren, Emails beantworten, dann ein Anruf und danach schnell einen Text schreiben. Viele kleine Aufgaben, die alle im Kopf bleiben müssen. Doch wenn es dann zum Beispiel an der Tür klingelt, ist der geplante Schritt schnell vergessen. Deshalb macht es Sinn, sich auch im Homeoffice eine Aufgabenliste zu schreiben. Erledigte Aufgaben werden abgehakt und das hilft wiederum bei der eigenen Überprüfung.

Homeoffice-Regel #5: Ablenkungen vermeiden

Oft ist der Wille zum Befolgen der Homeoffice-Regeln da, aber dann tauchen die kleinen Ablenkungen auf. Diese kosten viel Zeit und stören die Konzentration. Deshalb sollte allen Freunden und Verwandten klar sein, dass Homeoffice keine durchgehende Ansprechbarkeit bedeutet. Auch Aufgaben im Haushalt werden nach dem Homeoffice erledigt. Und besonders beim Smartphone sind strikte Regeln notwendig.

Homeoffice-Regel #6: Pausen einlegen

Wer produktiv arbeitet und die Homeoffice-Regeln befolgt, verliert sich möglicherweise in dieser Atmosphäre und lässt die Stunden verstreichen. Doch Pausen sind für die Produktivität sehr wichtig, da sich die Arbeit auch noch einmal aus einem anderen Blickwinkel betrachten lässt. Zudem schaffen sie neue Energie für kommende Aufgaben. Die Pausenzeit sollte nach vier Stunden mindestens bei 30 Minuten liegen, noch besser ist ein Spaziergang im Freien.

Homeoffice-Regel #7: Erfolge belohnen

Besonders nach einigen Tagen oder Wochen im Homeoffice, ist es schwer, die Motivation durchgehend hoch zu halten. Die abgehakte Aufgabenliste sorgt für Zufriedenheit, doch einen noch größeren Motivationsschub lösen Belohnungen aus. Eine frische Tasse Kaffee für eine besonders gut erledigte Aufgabe. Oder eine verlängerte Pause nach der kniffligen Problemlösung. Kleine Entschädigungen über den Tag verteilt, zeigen wie wertvoll die eigene Arbeit ist und erhöhen den Ehrgeiz.

Homeoffice-Nachteile

Homeoffice-Nachteil #1: Kein Erfolg ohne Selbstdisziplin

Ohne Selbstdisziplin entwickeln sich die vorhanden Freiheiten zuhause schnell zu Homeoffice-Nachteilen. Denn sie ist die Basis für jeglichen Erfolg bei der Arbeit in den eigenen vier Wänden. Wer zu locker mit dem Risiko umgeht oder keine Struktur entwickelt, wird schnell an die eigenen Grenzen geraten und kann die gestellten Aufgaben nicht erfüllen. Natürlich gibt es Programme, die in diesen Situationen Hilfestellungen bieten. Auch persönliche Notizen können dabei unterstützen, die Struktur im Homeoffice leichter zu befolgen.

Doch trotzdem bleibt die eigene Einstellung entscheidend für den endgültigen Erfolg. Auch ohne Vorgesetzte oder Kollegen aus dem Bürojob muss klar sein, dass es sich um Arbeitszeit handelt, die vertraglich feststeht. Deshalb existieren zwar Wege, die eigene Motivation zu steigern, aber der eigene Wille zur Selbstdisziplin muss vorher schon vorhanden sein.

Homeoffice-Nachteil #2: Gleichzeitige Kinderbetreuung

Bei der aktuellen Lage ausgelöst durch das Coronavirus oder generell für Selbstständige, fällt zusätzlich zur Arbeit oftmals noch die Kinderbetreuung an. Das sorgt für große organisatorische Herausforderungen und kann sich zu einem Faktor der Homeoffice-Nachteile entwickeln. Denn es lässt sich nicht exakt vorhersagen, wann die Lieben zuhause besonders viel Aufmerksamkeit brauchen. Das Kind wird kaum verstehen, warum Mama oder Papa gerade jetzt unbedingt eine Stunde schweigend am Laptop sitzen müssen oder lange Gespräche am Telefon führen. Das kann besonders bei wichtigen Meetings oder schwierigen Arbeitsaufgaben stressige Unterbrechungen auslösen. Natürlich sind auch dann Absprachen mit dem Partner möglich und eine gute Vorbereitung hilft dabei, Ablenkungen zu vermeiden. Trotzdem lassen sich alle Vorkommnisse nie genau planen, was bei der Entscheidung für das Homeoffice mit einzogen werden sollte.

Homeoffice-Nachteile - Kinderbetreuung
Wer nebenbei noch Kinder betreut, muss viele organisatorische Faktoren einkalkulieren.

Homeoffice-Nachteil #3: Karriere-Killer

Bei einem Bürojob lassen sich Erfolge schnell präsentieren. Die Vorgesetzten bemerken eher, wer sich an einem Projekt besonders beteiligt und wer lieber die Anderen arbeiten lässt. Im Homeoffice ist das komplizierter. Zusätzliche Arbeitsstunden lassen sich schwerer nachweisen, kürzere Pausen und eine hohe Produktivität gehen oftmals unter. Deshalb steht besonders bei Angestellten mit großen Karriereplänen diese Tatsache auf der Liste der Homeoffice-Nachteile. Denn wer in der Firmenhierarchie aufsteigen will, der muss auch Präsenz im Unternehmen zeigen. Eine nebenberufliche Tätigkeit oder Selbstständigkeit ohne Mitarbeiter lassen sich dagegen auch vom Wohnzimmer verfolgen. Schließlich sieht niemand, dass die Pläne für ein Gebäude oder neue Computerprogramme im Homeoffice entstanden sind.

Homeoffice-Nachteil #4: Mehr Überstunden

Wer im Büro sitzt, seine Aufgaben erledigt und auch mal Überstunden macht, wird von den Kollegen oder dem Chef dabei gesehen. Im Homeoffice hingegen fehlt diese Kontrolle und somit oft auch gefühlt der Beweis für die eigene Produktivität. Deshalb kann unbewusst der Drang entstehen, den Kollegen oder dem Chef unbedingt zeigen zu wollen, dass zuhause nicht gefaulenzt wird. Dieser Gedanke führt wiederum zu mehr Überstunden und steigert den persönlichen Druck. Oftmals werden diese Überstunden auch nicht wie sonst vermerkt oder später abgebaut und entwickeln sich somit zu einem belastenden Homeoffice-Nachteil.

Homeoffice-Nachteil #5: Isolation

Die Kollegen können für Ablenkung und Stress verantwortlich sein. Manchmal blockieren sie sogar die Arbeitsabläufe oder lösen Diskussionen aus. Trotzdem sorgen sie beim klassischen Bürojob für eine soziale Interaktion. Beim Homeoffice hingegen fallen nicht nur die gemeinsamen Mittagspausen oder Gespräche an der Kaffeemaschine weg. Oft ist es nämlich der gemeinsame Gedankenaustausch, der neue Ideen entstehen lässt und für Motivation sorgt. Natürlich existieren viele Programme zur Kommunikation, doch den persönlichen Kontakt können sie nicht ersetzen.

Wenn auch das direkte Feedback durch andere Personen wegfällt, kann es eigene Zweifel verursachen und diese Homeoffice-Nachteile noch verstärken. Deshalb ist es besonders wichtig, trotzdem regelmäßige Treffen mit den Kollegen zu vereinbaren und sich auch außerhalb der Arbeit gut zu vernetzen.

Homeoffice-Nachteile - Isolation
Die Isolation von den Kollegen empfinden viele als Nachteil.

Homeoffice-Nachteil #6: Komplizierte Versicherung

Ein oft vernachlässigter Bestandteil der Homeoffice-Nachteile ist die aufwendige Regelung der Versicherung. Denn wer dauerhaft zuhause arbeitet, ist prinzipiell über die gesetzliche Unfallversicherung geschützt. Dieses schließt „dem Betrieb dienende Tätigkeiten“ ein. Somit wäre der Gang zum Drucker, der im Arbeitszimmer auf einem Regal steht, auch versichert. Wird allerdings der Arbeitsbereich verlassen, um einen Kaffee zu kochen, greift die Versicherung nicht mehr. Das hat das Bundessozialgericht 2016 entschieden. In dem konkreten Fall hatte sich eine Angestellte beim Kaffee kochen am Fuß verletzt. Deshalb ist es wichtig, sich besonders beim unbefristeten Arbeiten im Homeoffice vorher über den genauen Versicherungsschutz zu informieren.

Homeoffice-Nachteil #7: Unklare Rechtslage

Wer die Wohnung regelmäßig oder dauerhaft als Arbeitsplatz nutzt, kann eigentlich von den geltenden Arbeitsschutzbestimmungen profitieren. Allerdings gibt es dort eine Einschränkung. Denn um die gesetzlichen Bedingungen zu erfüllen, muss der Arbeitgeber sie auch überwachen und regelmäßig überprüfen können. Das heißt, er bräuchte theoretisch ein Zutrittsrecht zur Privatwohnung und diese Tatsache stellt sich als Homeoffice-Nachteil heraus. Diesem Recht muss nämlich nicht nur der Angestellte zustimmen, sondern auch alle Personen, die mit ihm im Haushalt leben. Deshalb macht es Sinn, sich beim Arbeitgeber zu informieren, ob und wann diese Kontrollen durchgeführt werden.

Fazit: Der Beruf entscheidet

Wenn sich dein Büro zuhause befindet, kannst du von den Homeoffice-Vorteilen profitieren und selbstbestimmter arbeiten. Trotzdem stehen den vielen Vorteilen auch Homeoffice-Nachteile gegenüber, die bei der Planung beachtet werden sollten. Für eingespielte Teams mit klar definierten Aufgaben ist die Arbeit zuhause kein Problem, für kreative Projekte eher hinderlich. Solltest du die Wahl haben, ist eine gute Mischung ideal. Beispielsweise drei Tage im Büro arbeiten und zwei Tage im Homeoffice. Mit ein paar einfachen Regeln und genügend Selbstdisziplin steht dem Homeoffice dann nichts mehr im Weg.

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Über den Autor

Autorenprofil: Insa Schoppe

Insa Schoppe

Direkt nach dem Abitur entschied sich Insa für ein „Multimedia Production“-Studium in Kiel, danach folgten praktische Erfahrungen in einer Fernsehproduktionsfirma. Anschließend startete sie ein Volontariat in der Redaktion eines Radiounternehmens und wurde als Redakteurin übernommen. Zu ihren Aufgaben gehörten neben der Recherche und Texterstellung auch tägliche Nachrichten sowie die Verantwortung für mehrere Magazine. Im März 2020 wechselte Insa von der Radio-Redaktion in die Online-Redaktion von Gründer.de und unterstützt seitdem das Team als Junior-Online-Redakteurin.

4 Antworten

  1. Sobald man es sich leisten kann, würde ich jedem empfehlen sich einen externen Arbeitsplatz zu suchen. Einfach, um Arbeit und Privatleben zu trennen, vor allem, wenn man Kinder hat. Es gibt mittlerweile so viele nette Möglichkeiten auch außerhalb der eigenen vier Wände einen günstigen Schreibtisch anzumieten.

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