Diese Startups starteten ihre Erfolgsgeschichte in der Rhein-Main-Metropole

Die 10 erfolgreichsten Startups in Frankfurt

Frankfurt am Main gilt als Deutschlands Finanzmetropole, die Wolkenkratzer und der Sitz der Börse stehen für Erfolg und Kapital. Deshalb ist es kaum verwunderlich, dass viele Gründer dort ihre Erfolgsgeschichte starten. Dabei würde sich wahrscheinlich die Gründung eines Finanz-Unternehmens anbieten, doch zu den größten Innovationen gehören auch eine Matratzen-Firma sowie eine Food-Idee. Der folgende Artikel zeigt die zehn erfolgreichsten Startups in Frankfurt im Überblick. 

Wer an Frankfurt am Main denkt, der hat Hochhäuser und große Konzerne vor Augen. Und das ist kein Zufall, denn die Europäische Zentralbank hat in Frankfurt ihren Sitz und deshalb gibt es von beinahe allen großen deutschen Unternehmen eine Niederlassung in der Stadt. Für neue Startups in Frankfurt ist das ideal, um später einmal mit anderen Firmen zu kooperieren oder Finanzmittel zu organisieren. Zudem können Gründer von einem großen Netzwerk aus Firmen, Forschung und Wissenschaft profitieren. Auch der größte deutsche Verkehrsflughafen ist vor Ort und ermöglicht schnelle und unkomplizierte Wege, was natürlich dann auch viele Mitarbeiter anlockt.

Dieses große Potenzial hat Frankfurt längst erkannt und bietet zukünftigen Gründern eine gute Basis aus Information und Unterstützung an. Bei den Hochschulangeboten Unibator und dem Gründernetz Route 66 können sich Startups in Frankfurt beispielsweise kostenlos beraten lassen und erste Kontakte knüpfen. Zudem ermöglicht auch der Frankfurter Gründerpreis die Chance, eine Wirtschaftsförderung in Höhe von bis zu 12.500 € zu erhalten.

Die 10 erfolgreichsten Startups in Frankfurt der letzten sechs Jahre

Zahlreiche Startups in Frankfurt haben ihre Chance schon genutzt und konnten sich am Markt etablieren. Ihr Erfolg wird dabei durch hohe Umsätze oder schnelles Wachstum besonders deutlich. Dazu gehören die folgenden Startups:

1. EMMA – The Sleep Company

Anbieter von Matratzen gibt es viele, verwirrende Angebote aber auch. Denn oftmals preisen die Verkäufer kaum fühlbare Unterschiede an und das erschwert die Entscheidung am Ende erheblich. Deshalb wurde 2015 in Frankfurt die EMMA Matratzen GmbH gegründet. Die Vision: Eine Matratze, die zu jedem passt und über das Internet erhältlich ist. Und diese Idee entwickelte sich zum absoluten Verkaufshit. Schon ein Jahr nach der Gründung weitete sich das Unternehmen international aus und gewann Awards für das am schnellsten wachsende Startup Europas. Dazu kamen große TV-Werbe-Kampagnen und eine Auszeichnung der Stiftung Warentest. Heute ist EMMA in 23 Ländern erhältlich, über 1 Mio. Exemplare der Matratze wurden bisher verkauft. Damit gehört EMMA zu den erfolgreichsten Startups in Frankfurt.

2. Dr. Severin

Über Hautreizungen spricht man vielleicht nicht unbedingt. Das Startup Dr. Severin hat diese Marktlücke trotzdem erkannt und Produkte für die Behandlung nach der Rasur entwickelt. Nach der Gründung 2014  konnte das Unternehmen zuerst keine großen Gewinne vorweisen. Deshalb war zunächst nicht klar, dass sich das Vorhaben zu einem der erfolgreichsten Startups in Frankfurt entwickeln würde. Doch dann folgte ein Jahr später ein Auftritt bei der Gründershow Die Höhle der Löwen. Für ein Investment reichte die Präsentation zwar nicht, aber die Zuschauer waren trotzdem überzeugt. Innerhalb von 24 Stunden nach der Show kam das Startup auf 100.000 Euro Umsatz. Und so ging es weiter, schnell erreichte Dr. Severin einen Millionenumsatz. Aktuell sind die Produkte schon in 27 Ländern erhältlich.

3. Gebrauchtwagenheld/Autengo

Eigentlich sollte das Startup Gebrauchtwagenheld GmbH genau das sein, was der Name vermuten lässt. Also ein Marktplatz für gebrauchte PKW. Die Firma wollte den Preis automatisch für den Verkäufer kalkulieren und dann auf verschiedenen Kanälen anbieten. Im Verkaufsfall bekommen dann die Betreiber des Marktplatzes eine Provision.

Doch das Unternehmen gehört zu den Startups in Frankfurt, die sich den herrschenden Bedingungen angepasst hat. Da der Markt für gebrauchte PKW zwar riesig ist, aber eine Software für kleine und mittelständische Autohäuser fehlte, wurde kurzerhand autengo gegründet. Der Fokus liegt also auf der Zusammenarbeit mit Autohäusern, was auch den erhofften Erfolg brachte. Das Startup plant zukünftig noch weitere Vermarktungsmöglichkeiten und möchte international weitere Niederlassungen gründen.

4. Lillydoo

Bis vor ein paar Jahren existierten zwar viele verschiedene Produkte für Babys, wie zum Beispiel Feuchttücher oder Cremes. Aber die Artikel kamen von den großen Konzernen und waren teilweise auch nicht besonders umweltfreundlich. Das Startup Lillydoo hatte 2015 deshalb die Idee, eigene Produkte zu entwickeln, die besonders haut- und umweltfreundlich sind. Der Fokus lag dabei jedoch vorerst auf dem Online-Geschäft, das heißt, die Artikel wurden vorerst nur online verkauft.

Die Idee kam gut an, denn schon vor dem Start der Website kamen bekannte Business Angels mit ins Team. Und die Investitionen lohnten sich: 2016 schaffte Lillydoo einen Umsatz von 1,6 Millionen Euro, zwei Jahre später waren es dann fast 20 Millionen Euro mit über 100 Mitarbeitern. Diesen Wachstumstrend kann das Unternehmen bislang beibehalten und zählt deshalb auch zurecht zu den erfolgreichsten Startups in Frankfurt.

5. Traxpay

Frankfurt steht für Finanzen und auch das Startup Traxpay hat sich darauf konzentriert. Allerdings soll dabei auch das Thema Nachhaltigkeit im Fokus stehen, was auf den ersten Blick nicht zwingend zur Finanz-Branche dazugehört. Traxpay kombiniert nämlich eine Software für Lieferanten-Zahlungen mit der Möglichkeit, nachhaltig und sozialverträglich zu arbeiten. Das Konzept des Startups in Frankfurt: Der Käufer gibt für die Lieferanten bestimmte Nachhaltigkeitskriterien vor. Werden diese dann von den Lieferanten erfüllt, erhalten sie besondere Konditionen. Seit Anfang 2017 bietet Traxpay diese Möglichkeit an und konnte zum Beispiel den Lebensmittelhändler Edeka für sich gewinnen. Dazu kamen 15 Millionen US-Dollar von ausländischen Investoren. Aktuell besitzt das Start-up einen Sitz in Frankfurt und im kalifornischen Mountain View.

6. Oatsome

Smoothies sind den meisten bekannt, aber eigentlich in einer Flasche und als Getränk. Die Idee des Startups Oatsome war es deshalb, aus den Smoothies eine Zwischenmahlzeit zu kreieren. Also eine Stärkung aus Früchten, Nüssen und Samen für alle, die einen stressigen Berufsalltag meistern müssen. Und deshalb auch keine Zeit haben, zwischendurch lange eine Mahlzeit zuzubereiten. Zur Gründung kam es 2017, ein Jahr später erreichte das zwischen zahlreichen Startups in Frankfurt den 3. Platz beim Gründerpreis. Danach ging alles ganz schnell, die Produkte wurden bei großen Lebensmittelhändlern angeboten und innerhalb kürzester Zeit kamen 10 neue Mitarbeiter dazu. Um sich auch langfristig von anderen Bewerbern abzuheben, setzt das Startup zusätzlich auf Zutaten mit Bio-Zertifizierung.

7. bettervest

Klimaschutz liegt im Trend. Und auch Crowdfunding wird immer beliebter. Dabei lassen sich für ein bestimmtes Projekt online Investoren suchen, die dann oftmals am Gewinn beteiligt werden. Doch bisher gab es noch keine Plattform, die beide Themen miteinander kombinierte. Das Startup bettervest setzt deshalb auf Crowdfunding für sogenannte grüne Projekte, also muss immer die Energie-Effizienz im Vordergrund stehen. Das sind zum Beispiel Solar-Systeme oder auch Fahrzeuge aus der E-Mobilität. Der große Erfolg des Startups in Frankfurt kam aber auch durch die Marketing-Nutzen der teilnehmenden Unternehmen. Denn die Teilnahme an den Klimaschutz-Projekten wird veröffentlicht und von vielen Firmen werbewirksam verwendet.

8. Zentrales Fundbüro

Vermutlich hat jeder schon einmal etwas verloren und sich dann gefragt, wie man den Gegenstand schnellstmöglich wiederfinden kann. Manche hängen Zettel in der Nachbarschaft auf – andere nutzen das Internet. Denn seit 2014 gibt es das Startup Zentrales Fundbüro, was versucht, Ordnung in die chaotische Fundsachen-Situation im ganzen Land zu bringen. Dabei können die Nutzer des Startups in Frankfurt eine Suchanzeige erstellen oder aber einen gefunden Gegenstand einstellen. Mittlerweile sind über 200.000 Einträge auf der Plattform vorhanden, auch 700 kommunale sowie private Fundbüros sind dabei. Dazu kommen zahlreiche Förderpreise, wie zum Beispiel der KfW Award Gründen 2017, bei dem die Förderbank die innovativsten Ideen Deutschlands auszeichnet. Um sich auch langfristig international durchzusetzen, wurde zudem die englische Plattform „Have it Back“ gegründet.

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Gepostet von Zentrales Fundbüro am Sonntag, 16. September 2018

9. Creditshelf

Finanzen und Frankfurt passt zusammen, das haben auch die Gründer von Creditshelf erkannt. Doch anstatt sich auf die eigenen Finanzen zu konzentrieren, stellten sie bei ihrem Startup die Finanzierung anderer Unternehmen in den Fokus. Denn Creditshelf bietet Kredite für mittelgroße Unternehmen an. Dafür prüfen die Mitarbeiter des Startups in Frankfurt das Vorhaben. Danach kontaktiert Creditshelf Investoren und ermittelt das beste Angebot, dass wiederum dem Kunden vorgelegt wird. Für diese Vermittlung erhält das Startup dann eine Provision.

Im Gegensatz zum klassischen Bankkredit müssen die Firmen dabei aber keine Sicherheiten stellen. Dadurch wird die kurzfristige Finanzierung einfacher und günstiger. Von diesem Vorteil konnten besonders viele mittelständische Unternehmen bei der Corona-Krise profitieren. Da viele Banken erst zahlreiche Beweise fordern, konnte das Startup schnell Kredite aufstocken und so drohende Insolvenz abwenden.

10. Roomhero

Wer den Namen Roomhero liest, könnte dahinter auch eine WG-Vermittlung oder einen Miet-Anbieter vermuten. Doch das Startup wurde 2014 als persönlicher Einrichtungsservice gegründet. Die Beratung findet allerdings ausschließlich online statt, also tragen die Kunden erst einmal ihre Wünsche und das Budget auf der Website ein. Dann wird daraus ein Einrichtungsvorschlag erstellt, den die Kunden auch als 3D-Simulation zugeschickt bekommen. Der Fokus des Startups in Frankfurt liegt dabei aber nicht nur auf Privatwohnungen, auch Mitarbeiter-Wohnungen großer Unternehmen und Büros sind dabei. Und die Idee der Gründer kommt an. Zwei Jahre nach der Gründung lag der Umsatz bei 500.000 Euro, weitere zwei Jahre später dann bei 13 Millionen Euro. Mittlerweile sind knapp 30 Mitarbeiter bei Roomhero angestellt, zukünftig soll auch der internationale Markt stärker fokussiert werden.

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Über den Autor

Autorenprofil: Insa Schoppe

Insa Schoppe

Direkt nach dem Abitur entschied sich Insa für ein „Multimedia Production“-Studium in Kiel, danach folgten praktische Erfahrungen in einer Fernsehproduktionsfirma. Anschließend startete sie ein Volontariat in der Redaktion eines Radiounternehmens und wurde als Redakteurin übernommen. Zu ihren Aufgaben gehörten neben der Recherche und Texterstellung auch tägliche Nachrichten sowie die Verantwortung für mehrere Magazine. Im März 2020 wechselte Insa von der Radio-Redaktion in die Online-Redaktion von Gründer.de und unterstützt seitdem das Team als Junior-Online-Redakteurin.

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