Der Start in die Selbstständigkeit aus einer Beschäftigung sollte gut geplant sein

Job kündigen und selbstständig machen: Die Chancen & Risiken

Gründen aus einem bestehenden Job heraus ist ein sehr gewagtes Vorhaben, welches gut überlegt sein sollte. Schließlich geht man damit mehr Risiken ein, als beispielsweise mit einer Gründung aus der Arbeitslosigkeit. Deswegen geben wir dir im folgenden einige Tipps und Hinweise, die du beim Job kündigen und selbstständig machen in jedem Fall beachten solltest.

Warum in die Selbstständigkeit starten?

Bevor du dich dazu entscheidest, deinen Job zu kündigen und dich selbstständig zu machen möchtest, solltest du dir darüber bewusst werden, was das genau bedeutet. Denn viele stellen sich die Selbstständigkeit anders vor, als sie dann schlussendlich ist. Eine Festanstellung bedeutet nämlich finanzielle Sicherheit und diese aufzugeben ist für viele ein großer Schritt. Schließlich muss der eigene Lebensunterhalt immer noch weiter bestritten werden und das kann gerade in der Anfangszeit der Selbstständigkeit schwierig werden.

Trotzdem entscheiden sich viele, den großen Schritt zu wagen. Denn als Angestellter gibt es nicht oft Situationen, in denen man große Verantwortung übernehmen kann, obwohl viele das gerne würden. Zudem fühlen sich viele Angestellte in ihrer Rolle nicht wohl, sondern würden lieber die Führungsposition in einer Firma übernehmen. Den endgültigen Schritt zu wagen trauen sich dann aber doch nur Wenige und das aus gutem Grund.

Wenn du also planst, dich Selbstständig zu machen, solltest du dieses Vorhaben gut überlegen und dir die Vor- und Nachteile vor Augen halten.

10 Ideen für die Selbstständigkeit

Idee 1: Onlineshop

Wenn du schon immer deine eigenen Produkte verkaufen wolltest, kann ein eigener Onlineshop sehr profitabel für dich sein. Entweder kannst du dir eine komplett eigene Plattform mithilfe eines Webseiten-Entwicklers bauen oder du nutzt die Möglichkeiten, die Online-Marktplätze wie Amazon dir bieten. Mit Anbietern wie Amazon sparst du dir den Aufwand der Lagerung und des Versands deiner Produkte. Mit einem eigenen Shop kommt etwas mehr Arbeit auf dich zu, allerdings bist du damit auch komplett unabhängig.

Idee 2: Restaurant, Café oder Laden eröffnen

Das eigene kleine Café, eine eigene Boutique oder das eigene Restaurant – für viele ist es ein Traum, irgendwann mal einen eigenen Laden zu besitzen. Solltest du dir so einen Traum erfüllen wollen, solltest du dir genaue Gedanken über das Konzept und die Lage machen. Denn gerade in Großstädten gibt es viele Konkurrenten die ähnliches vorhaben. Hier brauchst du ein Alleinstellungsmerkmal – etwas, dass die anderen nicht haben. Bei einem Restaurant oder Café wäre das beispielsweise, dass du nur vegane Gerichte anbietest.

Idee 3: Blogger

Auch als Blogger kannst du dich selbstständig machen und Vollzeit an deinem Blog arbeiten. Da es jedoch schon eine Vielzahl an verschiedenen Blogs gibt, musst du dir ein Nischenthema suchen oder dein Blog muss besser sein als die der Konkurrenz. Hast du dir erstmal eine gute Reichweite aufgebaut, gibt es verschiedene Möglichkeiten, wie du mit dem Blog Geld verdienen kannst. Beispielsweise kannst du Werbeanzeigen auf deinem Blog schalten oder mit anderen Unternehmen kooperieren.

Idee 4: Autor

Wenn du besonders kreativer bist und sehr viel Spaß am Schreiben hast, kannst du dich auch als Autor selbstständig machen. Dabei müssen es aber natürlich nicht nur Romane sein: Auch Koch- oder Sachbücher müssen von jemanden geschrieben werden, der Ahnung auf diesem Gebiet hat. Wenn du also über eine gewisse Expertise auf einem Themengebiet verfügst, kann der Job als Autor genau das richtige für dich sein.

Idee 5: Handwerker

Hast du einen handwerklichen Beruf gelernt, wie beispielsweise Maler und Lackierer, solltest du dir jeden Fall Gedanken darüber machen, dich selbstständig zu machen. Denn die Handwerksbranche darf sich schon seit einigen Jahren über eine hervorragende Auftragslage freuen. Das liegt vor allem daran, dass immer weniger Menschen einen Ausbildungsberuf lernen und die Handwerker somit völlig unterbesetzt sind. Eröffnest du also einen eigenen Handwerkbetrieb, kannst du damit richtig gutes Geld verdienen.

Idee 6: Tagesmutter

Um dich als Tagesmutter heutzutage selbstständig zu machen, musst du dich an strenge Richtlinien halten. So brauchst du bestimmte Qualifizierungen, für die du bestimmte Lehrgänge besuchen musst. Zudem müssen bestimmte Räumlichkeiten gegeben sein, die kinderfreundlich eingerichtet sind. Beispielsweise bedeutet das, dass du einen Ruheraum, einen Spielraum und auch eine Küche in deiner Einrichtung brauchst, um die Kinder optimal zu versorgen. Ist das alles gegeben, kannst du dich als Tagesmutter selbstständig machen.

Idee 7: Fotograf

Beschäftigst du dich gerne mit der Fotografie, kannst du dich auch damit sehr gut selbstständig machen. Fotografen werden auch ständig gebraucht. Ein klassisches Beispiel wäre auf Hochzeiten, aber auch auf kleineren örtlichen Veranstaltungen werden immer wieder Fotografen gebraucht. Auch mit dem eigenen Fotostudio kann man viel Geld verdienen, da viele Menschen weiterhin gerne Familienfotos oder ein Freunde- oder Paar-Fotoshooting machen lassen.

Idee 8: Schlüsseldienst

Als Schlüsseldienst kannst du sehr gutes Geld verdienen. Dabei muss dir jedoch bewusst sein, dass das meiste Geld mit dem 24-Stunden-Notdienst gemacht wird. Nachts haben die Menschen am wenigsten Lust dazu, sich den Ersatzschlüssel von Freunden oder der Familie zu besorgen und rufen lieber den Schlüsseldienst. Das heißt also, dass du rund um die Uhr erreichbar sein musst. Hast du damit kein Problem, kann das ebenfalls ein sehr profitables Business sein.

Idee 9: Makler

Als Immobilienmakler hast du die Aufgabe, unbewohnte Immobilienobjekte an potentielle Mieter oder Käufer zu vermitteln. Gerade in Zeiten der Wohnungsnot in Großstädten, kann es sehr profitabel sein, als Makler zu arbeiten. Dabei hast du eine breite Palette an Aufgaben, schließlich musst du die Objekte nicht nur vermitteln, sondern Interessenten auch kompetent beraten und die Objekte verwalten. Aufgaben, für die du kaufmännisches Geschick und Einfühlungsvermögen benötigst.

Idee 10: Personal Trainer

Immer mehr Menschen beschäftigen sich mit gesunder Ernährung und Fitness. Hast du von beiden viel Ahnung, kannst du dich gut als Personal Trainer selbstständig machen. Um als Personal Trainer arbeiten zu dürfen, musst du bestimmte Lizenzen erwerben. Die Fitnesstrainer B-Lizenz ermöglicht dir den Einstieg in den Beruf eines Fitnesstrainers, die Erweiterung auf ein höheres Niveau ist die Fitnesstrainer A-Lizenz. Ergänzend dazu kannst du auch die Ernährungsberater-Ausbildung absolvieren, wenn du deine Kunden umfassend betreuen und sie in Sachen Ernährung beraten willst.

Vor- und Nachteile gut abwägen

Es gibt viele Argumente, die sowohl für als auch gegen die Selbstständigkeit sprechen. Schließlich hat auch ein Angestellenverhältnis viele Vorteile, da man sich nicht um so viel kümmern muss und immer sein festes Gehalt bekommt. Andererseits ist man dann an feste Arbeitszeiten gebunden und hat oftmals noch mehrere Führungskräfte über sich stehen. Daher gilt es hier für jeden individuell abzuwägen, ob es sinnvoll ist, seinen Job zu kündigen und sich selbstständig zu machen.

Vorteile der Selbstständigkeit

  • Flexible Arbeitszeiten
  • Man ist sein eigener Chef
  • Ist in einer Führungsposition
  • Man kann selbstbestimmt arbeiten
  • Chancen auf ein höheres Einkommen

Nachteile der Selbstständigkeit

  • Man arbeitet meistens mehr
  • Risiko zu scheitern
  • Möglicherweise unregelmäßiges Einkommen
  • Hohe Verantwortung
  • eigene soziale Absicherung notwendig

Vorteile der Festanstellung

  • Sicherheit der Beschäftigung
  • Sicheres Gehalt
  • Soziale Absicherung
  • Oftmals Möglichkeit auf Weiterbildungen
  • Direkte Arbeitskollegen

Nachteile der Festanstellung

  • Oftmals festgelegte Arbeitszeiten
  • Weniger freie Entfaltungsmöglichkeiten
  • Verdienstmöglichkeiten oft begrenzt
  • Kündigung ist möglich
  • Man ist an Aufgaben vom Vorgesetzten gebunden

Kündigung rechtzeitig vorbereiten

Wenn du die Vor- und Nachteile einer Selbstständigkeit gut abgewogen und dich für die Selbstständigkeit entschieden hast, musst du deinem momentanen Arbeitgeber über deine Kündigung in Kenntnis setzen. Dies sollte am besten mit einem ausreichenden zeitlichen Vorlauf geschehen. Denn einfach zu kündigen und mit dem restlichen Urlaub das Unternehmen zu verlassen, ist deinem Arbeitgeber und deinen Kollegen gegenüber nicht fair und hinterlässt einen schlechten Eindruck. Schließlich gehören die Kontakte deines momentanen Arbeitsplatzes zu deinem beruflichen Netzwerk und denen sollte man positiv in Erinnerung bleiben. Zudem soll dein Arbeitgeber genug Zeit haben, um einen Nachfolger für dich zu finden und diesen Einzuarbeiten.

Daher gilt es hier, bei der Kündigung rechtzeitig Bescheid zu sagen, dass du das Unternehmen verlässt. So kannst du zusammen mit deinem Arbeitgeber planen, wann der Termin des letzten Arbeitstages am geeignetsten ist und du hast Zeit, dich auf deine Selbstständigkeit vorzubereiten und bekommst bis dahin noch weiterhin Gehalt ausgezahlt.

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Risiken reduzieren und Sicherheiten herstellen

Wenn du deinen Job kündigen und sich selbstständig machen willst, solltest du dich darauf, am besten noch während du fest angestellt bist, so gut wie es geht vorbereiten. Schließlich geht die Selbstständigkeit mit vielen Risiken einher, die du mit der richtigen Vorbereitung so gering wie möglich halten kannst. Wir haben dir im folgenden ein paar Möglichkeiten aufgelistet, mit denen du dich beim Start in die Selbstständigkeit absichern kannst.

Wissen aneignen

Viele Menschen, die ihren Job kündigen und sich selbstständig machen, denken häufig, dass sie bereits genug Wissen haben, um ein Business zu starten. Das ist besonders dann der Fall, wenn sie sich in dem Bereich selbstständig machen, in denen sie vorher tätig waren. In den meisten Fällen reicht das aber nicht aus, um ein erfolgreiches Business zu starten. Schließlich gehört zum Unternehmertum noch ein bisschen mehr dazu. Beispielsweise musst du gut mit Zahlen und Preisen umgehen können, du solltest wissen, wie du am besten Werbung machst und zudem die Grundlagen der Buchhaltung beherrschen. Eigne dir in diesen Bereichen also noch weiteres Wissen an, um besser vorbereitet zu sein.

Businessplan erstellen

Hat deine Geschäftsidee das Potenzial wirklich erfolgreich sein? Das kannst du gut herausfinden, indem du vor dem Start deiner Selbstständigkeit einen ausgefeilten Businessplan anfertigst. In diesem kalkulierst du dann genau durch, wie Dein Geschäftsmodell aussieht, welche Chancen und Risiken die Idee birgt und wann das Unternehmen genau einen Gewinn verzeichnen soll. Der Businessplan ist zudem für die Bank und für mögliche Investoren sehr wichtig, wenn du Unterstützung von diesen benötigst. Nimm die also viel Zeit und plane die einzelnen Schritte des Businessplans genau durch. Wichtig ist dafür, dass du realistisch bleibst und dir einen finanziellen Puffer einbaust, falls die Idee nicht sofort den gewünschten Erfolg bringt.

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Geschäftspartner dazu holen

Damit ein Unternehmen langfristig erfolgreich sein kann, muss hinter diesem sowohl eine gute Idee stecken als auch effizient umgesetzt werden. Die wenigsten Gründer schaffen alles alleine und das müssen sie auch nicht. Es ist in machen Situationen mehr als angebracht, sich einen Mitgründer mit ins Unternehmen oder zumindest Unterstützung von externen Personen mit dazu zu holen. So können mehr Geschäftsbereiche besser abdeckt werden und du selbst kannst dich auf deine Stärken konzentrieren.

Die Familie mit ins Boot holen

Dieser Tipp hat zwar nicht unbedingt direkt was mit deinem Unternehmen zu tun, doch wenn du deinen Job kündigst und dich selbstständig machen willst, kann es sehr wichtig für dich sein, deine Familie auf deiner Seite zu haben. Hier geht es mehr um die mentale Unterstützung. Erzähle auch ruhig deinen engsten Freunden von deinen Vorhaben. Vielleicht haben sie Kontakte zu anderen Personen, die dir bei deinem Business weiterhelfen können. Zudem wirst du dich einfach besser fühlen und mehr Motivation haben, wenn du merkst, dass du im privaten Bereich reichlich Unterstützung hast. Wenn deine Angehörigen noch skeptisch sind, ob deine Selbstständigkeit erfolgreich werden kann, sprich mit ihnen die vorangegangen Tipps durch. Vielleicht haben sie dann noch weitere Ideen und Einwände, die für den Weg in die Selbstständigkeit wichtig sein können

Welche Unterstützungen gibt es für Gründer?

Natürlich musst du den finanziellen Teil deiner Selbstständigkeit nicht komplett alleine stemmen. Es gibt viele Anlaufstellen und Förderungen, mit denen du dir als Selbstständiger Unterstützung einholen kannst. Förderungen können beispielsweise in Form von Zuschüssen, Darlehen oder auch Bürgschaften vergeben werden. Dabei hat jedes Förderprogramm seine eigenen Richtlinien in der unter anderem Anspruchsvoraussetzungen geregelt sind. Müssen innerhalb des Unternehmens Investitionen getätigt werden, erfolgt die Finanzierung häufig über Darlehensförderprogramme. Auch die KfW, die Kreditanstalt für Wiederaufbau, unterstützt Gründer und Selbstständige finanziell mit verschiedenen Förderprogrammen. Zudem gibt es auch Investoren, die sich auf bestimmte Branchen spezialisieren und junge Unternehmen gerne bei ihrem Vorhaben unterstützen. Bei diesen musst du aber sehr überzeugend sein, weil sie schließlich mit ihrem eigenen Geld investieren und sich so jede Investition genau überlegen. Aber auch hier kann der Businessplan eine gute Unterstützung sein.

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Fazit

Wer seinen festen Job kündigen und sich selbstständig machen möchte, sollte sich dies genau überlegen und sein Vorhaben gut durchplanen. Schließlich gibt man die Sicherheit von einem festen Job damit auf und wagt gleichzeitig einen großen Schritt, wenn man sich selbstständig machen möchte. In vielen Fällen kann es sich gut anbieten, seine Selbstständigkeit erstmal im Nebenerwerb anzufangen, um herauszufinden, ob die Geschäftsidee überhaupt funktioniert. Danach ist es immer noch möglich, sich Vollzeit auf sein Unternehmen zu konzentrieren. Für welche Variante man sich auch entscheidet: Wichtig ist vor allem, sich allen Chancen und Risiken bewusst zu sein und die Selbstständigkeit gut durchzuplanen.

Über den Autor

Autorenprofil: Leoni Schmidt

Leoni Schmidt

Nach ihrem Abitur studierte Leoni an der Fachhochschule des Mittelstands in Köln Medienkommunikation & Journalismus. In diesem Studium sammelte sie durch Praktika bei der Rheinischen Post und bei Antenne Düsseldorf viele praktische, journalistische Erfahrung. Neben ihres Studiums arbeitete sie als Werkstudentin bei einem Online-Magazin. Bei diesem wurde sie nach ihrem Studium übernommen und arbeitete dort in der Online-Redaktion. Im Mai 2019 wechselte sie dann zu Digital Beat und Gründer.de und arbeitet seitdem dort als Junior-Online-Redakteurin.

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