Diese Startups aus Sachsen können beeindruckende Erfolge vorweisen

Die 10 erfolgreichsten Startups in Leipzig

Wer an Startups denkt, hat meistens Berlin, Frankfurt am Main oder München vor Augen. Leipzig wird dabei eher nicht als Startup-Metropole angesehen. Doch mittlerweile ist die Stadt auch attraktiv für Firmen wie Amazon, Google oder gar Facebook. Dieser Aufschwung verbunden mit den günstigen Büromieten sorgt für zahlreiche erfolgreiche Gründungen. Wir haben uns deshalb die 10 erfolgreichsten Startups in Leipzig angeschaut, mit allen innovativen Konzepten und beeindruckenden Verkaufszahlen.

In den letzten Jahren hat sich Leipzig in Sachen Startups rasant entwickelt. Zuvor wurde die sächsische Großstadt oftmals unterschätzt oder war maximal für die Gründung von Europas größter T-Shirt Druckerei Spreadshirt bekannt. Doch heute gibt es eine beeindruckende Anzahl an Startups in Leipzig, die erfolgreich am Markt vertreten sind oder bereits Investorengelder einsammeln konnten. Besonders Tech-Unternehmen schafften es dabei, ihr Geschäftskonzept umsetzen.

Diese Entwicklung entstand wiederum, da zahlreiche Inkubator- und Accelerator-Programme an den Start gingen. Diese haben es geschafft, Gründer in ihren ersten Schritten effektiv zu unterstützen und Interessierte zum Gründen zu bewegen. Und auch die hohe Anzahl an neuen Coworking Spaces konnte die Infrastruktur für Startups in Leipzig weiter verbessern.

Die 10 erfolgreichsten Startups in Leipzig der letzten neun Jahre

Zahlreiche Startups in Leipzig haben ihre Chance schon genutzt und konnten sich am Markt etablieren. Ihr Erfolg wird dabei durch hohe Umsätze oder schnelles Wachstum besonders deutlich. Dazu gehören die folgenden Startups:

1. Rhebo

Das Startup Rhebo beschäftigt sich mit einem Thema, dass auf den ersten Blick etwas verwirrend erscheint: Cyber-Security für Industrieunternehmen. Die Gründer Klaus Mochalski und Martin Menschner haben ihr Unternehmen nämlich 2014 gegründet, um den Betrieb in industriellen Steuernetzen zu überwachen, um Ausfälle zu vermeiden oder Ausfallzeiten zu verkürzen. Der Datenverkehr in Steuernetzen wird dabei vollständig analysiert und automatisch gemeldet. Diese Geschäftsidee lässt sich zwar nicht in einem Geschäft anbieten, doch konnte zahlreiche Geschäftspartner überzeugen. Direkt zu Beginn bekam das Startup in Leipzig Investitionen in Höhe von 2,5 Millionen Euro und konnten sich seitdem erfolgreich auf dem Markt etablieren. Die beiden Gründer profitierten bei dieser Entwicklung auch von ihrer Startup-Erfahrung. Denn zuvor gründeten sie schon das international erfolgreiche Software-Unternehmen „ipoque“ und die Firewall-Software-Firma „Adyton Systems“.

2. VisionBakery

Crowdfunding hat sich in den letzten Jahren zu einem beliebten Finanzierungsmittel entwickelt, auch die Anzahl der Online-Plattformen ist dabei natürlich gewachsen. Doch VisionBakery gehört zu den ersten Plattformen und startete 2011 mit seinem Angebot. Das besondere an der Idee von Gründer Stephan Popp ist die persönliche Betreuung der Projektteilnehmer. Außerdem bekommt jeder Teilnehmer eine individuelle Projekt-Website und muss nur eine Provision bezahlen, wenn das Projekt ein Erfolg wird. Mittlerweile konnte die Plattform schon tausende Pläne in 40 Ländern umsetzen und bezeichnet sich selbst stolz als „Deutschlands zweitgrößte Crowdfunding-Plattform“. Außerdem versucht VisionBakery seit Beginn der Corona-Pandemie junge Unternehmer zu unterstützen und sorgte für großes Medieninteresse, da die Betreiber der Plattform kostenlose Corona-Beratungen anbieten.

3. Kontaktlinsenlounge

Dass Kontaktlinsen im Onlinehandel sehr viel günstiger zu erwerben sind als beim Optiker, ist schon lange kein Geheimnis mehr. Entsprechend groß ist auch die Zahl der Anbieter, die Kontaktlinsen über einen Online-Shop verkaufen. Doch die erfolgreiche Gründerin Kerstin Schilling setzte 2013 auf eine neue Vertriebsmaßnahme, denn ihr Unternehmen funktioniert nach dem Clubmodell. Die Geschäftsidee dahinter lautet: Wer regelmäßig Kontaktlinsen trägt, braucht auch regelmäßig Nachschub. Dieser ist in einer Großpackung günstiger zu haben als in kleinen Mengen. Und der Einkauf in einem bestimmten Rhythmus bietet sich als Instrument der Kundenbindung an. Diese Idee ging auf, innerhalb eines Jahres erreichte das Geschäftskonzept 18.000 Mitglieder und konnte seitdem jährlich um viele tausende Mitglieder wachsen. Mittlerweile gibt es am Firmensitz des erfolgreichsten Startups in Leipzig auch einen Abholservice. Und für das kommende Jahr sollen dieser Service sowie die bisherige Mitarbeiterzahl von 20 Personen noch weiter ausgebaut werden.

4. Webdata Solutions

Wer ein Unternehmen betreibt und Produkte online verkauft, sollte natürlich auch ständig die Preise und Angebote der Konkurrenz beobachten. Doch gerade im schnellen Online-Business ist das ein zeitaufwendiger und unübersichtlicher Prozess. Deshalb haben die Leipzigerinnen Hanna Köpcke, Carina Röllig und Sabine Maßmann im Jahr 2012 das Unternehmen Webdata Solutions gegründet. Sieben Jahre lang forschten sie dafür an ihrem Marktanalyse-Tool Blackbee und erhielten dann eine Förderung in Höhe von vier Millionen Euro. Auch eine weitere Finanzierungsrunde klappte problemlos. Heute ist das Unternehmen in Deutschland, Österreich, der Schweiz sowie in Italien, Türkei und Großbritannien aktiv. Hinzu kommen Kooperationen und Partner aus der Software-Branche, wie beispielsweise Microsoft, und zahlreiche gewonnene Wirtschaftspreise.

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Gepostet von Webdata Solutions / blackbee am Mittwoch, 5. August 2020

5. food.de

Vor neun Jahren wurde food.de noch für die Idee belächelt, Lebensmittel online anzubieten. Denn viele Investoren befürchteten, dass niemand einen Online-Supermarkt akzeptieren würde. Dann ging das Startup 2011 an den Start und überzeugte die Kunden mit seiner Frische-Garantie. Hinzu kam die Wunschlieferung per E-Auto, was die Kundenzahlen anstiegen ließ. Auch hohe sechsstellige Finanzierungsrunden sowie Verträge mit zahlreichen Business Angels konnten die Gründer Christian Fickert und Karsten Schaal abschließen. Doch den endgültige Durchbruch schafften sie tatsächlich erst mit dem Ausbruch der Corona-Pandemie. Denn plötzlich trauten sich die Kunden deutschlandweit nicht mehr in die Supermärkte und besonders Senioren erschien die mögliche Bestellung per Telefon als sinnvolle Alternative. Die Folge: 600 Prozent mehr Neukunden, ausverkaufte Produkte und einen enormen Werte-Anstieg der Warenkörbe. Aktuell sucht das Startup deshalb nach neuen Mitarbeitern und möchte seine E-Auto-Flotte verdoppeln.

Na? Wer hat mitgezählt und wusste Bescheid? Wir jedenfalls nicht… 🤘😅🤣#happybirthdayfood

Gepostet von food.de – Dein Online Supermarkt am Montag, 22. Juli 2019

6. ekoio

Autofahrer kennen seit Jahren den Ärger um die steigenden Benzinpreise. Hinzu kommt noch das Problem, wenn das Auto nicht anspringt, jedoch nur eine Werkstatt bei der Fehleranalyse helfen kann. All diese Probleme soll der Analyse-Stick von ekoio lösen. Das Tool lässt sich ganz einfach am Auto befestigen und untersucht das Fahrverhalten. Es zeigt dem Benutzer an, wie er sein Auto sparsamer fahren kann und erkennt auch kleine Defekte sofort. Das System soll dabei besonders für Autovermietungen interessant sein und auch ein Livetracking bei Paketlieferungen erleichtern.

Davon sind zumindest die Gründer Philipp Ströhla, Kristina Hammitzsch und Immanuel Rebarczyk überzeugt, die das Unternehmen 2015 gründeten. Und auch zahlreiche Preisgelder, Gründerstipendien sowie ein Förderprogramm der ProSiebenSat.1-Gruppe verhalfen dem erfolgreichsten Startup aus Leipzig zu einer erfolgreichen Produktentwicklung. Heute arbeitet die Firma mit zwei großen deutschen Logistikdienstleistern zusammen, die mehr als 50.000 Zustellfahrzeuge besitzen. Aktuell wird das Marktpotenzial der vernetzten Mobilität auf weltweit auf ca. 115 Milliarden Euro geschätzt.

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7. VivoSensMedical

Frauen mit Kinderwunsch können aus zahlreichen Angeboten wählen, doch dabei handelt es sich meistens um Standard-Therapien oder den Einsatz von Hormonen. Deshalb hat der Reproduktionsmediziner Prof. Dr. Henry Alexander 2011 die Firma VivoSensMedical gegründet und damit gleichzeitig den OvulaRing entwickelt. Dieser Ring ermittelt durch Temperaturmessungen die fruchtbaren Tage der Frau und soll so das Kinderkriegen einfacher machen. Schon direkt nach dieser Ankündigung des Startups in Leipzig und einer ersten Finanzierungsphase wurde dabei das Potenzial der Erfindung klar. Denn zahlreiche Investoren stiegen ein, auch Business Angels kamen hinzu und steigerten den Unternehmenswert auf mehrere Millionen Euro. Heute kümmert sich ein Team aus erfahrenen Unternehmern, Medizinern, Entwicklern und Marketing Experten um die Geschäfte. Zukünftig peilt das Startup außerdem einen zweistelligen Millionen-Umsatz und einen stärkeren Fokus auf den internationalen Markt an.

8. Sensape

Wer gerne mal ein Selfie macht oder ein Smartphone mit Gesichtserkennung nutzt, bemerkt auch, wie die Technik auf verschiedene Gesichter reagiert bzw. dabei einzelne Bereiche erkennen kann. Den Gründern Artur Lohrer, Matthias Freysoldt und Justus Nagel ging das 2015 allerdings nicht weit genug. Sie entwickelten einen neuen sogenannten Deep Learning Algorithmus für Werbetafeln, der mit den Kunden kommunizieren soll. Ihr Produkt Chimp ist eine Art Werbetafel mit eingebauter Kamera und tauscht Informationen mit Personen aus. Dabei reicht es, die Werbetafel anzuschauen oder eine Emotion zu zeigen. Damit sind dann zum Beispiel  individuelle Shopping-Assistenten und zahlreiche Werbemaßnahmen möglich. Und dieses Potenzial haben auch viele internationale Kunden dieses Startups in Leipzig erkannt. Das Team von Sensape besteht aktuell aus 20 Personen, generiert Millionen Umsätze und beliefert Großkunden wie die Deutsche Bahn, Supermarkt-Ketten und Autohersteller.

9. futalis

Hunde sind schon lange die beliebtesten Haustiere der Deutschen, für den kleinen Liebling darf es nur das Beste Futter geben. Deshalb ist es kaum verwunderlich, dass der Hundefutter-Markt seit Jahrzehnten als riesiges Geschäftsfeld gilt. Dieses Marktpotenzial haben 2011 auch Christian Hetke und Janes Potthoff direkt nach ihrem Studium erkannt und gründeten „futalis“. Die Firma für individuelles Hundefutter lässt jeden Besitzer zunächst einen Fragebogen über das Tier ausfüllen. Dann wird errechnet, wie der Nährstoffbedarf des Hundes aussieht und danach die optimale Nahrung hergestellt. Anschließend verkauft das Startup die Produkte online oder über Tierärzte. Anscheinend gibt es auch unter den Investoren viele Hundebesitzer, denn innerhalb kürzester Zeit stiegen einige Investoren und Business Angels mit ein. Heute beschäftigt das Unternehmen 40 Mitarbeiter, macht einen Umsatz im Millionen-Bereich und gehört damit zu den erfolgreichsten Startups in Leipzig.

10. PhoneNatic

Smartphones gibt es viele und es kommen im Abstand von einigen Monaten immer neue Modelle hinzu. Deshalb haben sich Tobias Richter, Christoph Kaubitzsch und Benjamin Voigt im Jahr 2012 auf die besonderen Bedürfnisse eingestellt und einen Online-Shop gestartet. Dieser bietet Smartphone-, Tablet- und Smartwatch-Zubehör an und fällt besonders durch die außergewöhnlichen Designs auf. Große Finanzierungsrunden gab es keine, doch das erfolgreiche Startup in Leipzig konnte sich trotzdem auf dem Markt etablieren. Über 60 Mitarbeiter sorgen dafür, dass die 20.000 verschiedenen Artikel immer vorrätig bleiben. Mittlerweile kommt PhoneNatic damit auf über eine Million Bestellungen pro Jahr und möchte sich nun auch international weiter ausrichten.

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Über den Autor

Autorenprofil: Insa Schoppe

Insa Schoppe

Direkt nach dem Abitur entschied sich Insa für ein „Multimedia Production“-Studium in Kiel, danach folgten praktische Erfahrungen in einer Fernsehproduktionsfirma. Anschließend startete sie ein Volontariat in der Redaktion eines Radiounternehmens und wurde als Redakteurin übernommen. Zu ihren Aufgaben gehörten neben der Recherche und Texterstellung auch tägliche Nachrichten sowie die Verantwortung für mehrere Magazine. Im März 2020 wechselte Insa von der Radio-Redaktion in die Online-Redaktion von Gründer.de und unterstützt seitdem das Team als Junior-Online-Redakteurin.

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