Wie ein elektronisches Tagebuch zur Einnahmequelle wird

Selbstständig machen als Blogger: So wird dein Hobby zum Beruf

Wer träumt nicht davon mit seinem Hobby Geld zu verdienen? Dass man dies mit einem eigenen Blog schaffen kann, haben bereits viele erfolgreiche Blogger vorgemacht. Und das mit den unterschiedlichsten Themen: Mode, Travel, Food – es gibt kaum ein Thema, das unerwähnt bleibt. Wenn du auch einen Blog betreibst und dich fragst, ob du damit Geld verdienen könntest, wollen wir dir in diesem Artikel verraten, wie dir das gelingen kann. Was sind die Voraussetzungen? Wie genau generiere ich Einnahmen? Und was sind die Vor- und Nachteile vom Bloggen? All diese Fragen beantworten wir dir.

Kann man sich als Blogger selbstständig machen?

Ja, man kann sich als Blogger selbstständig machen. Mit einem Blog, den du als öffentliches und elektronisches Tagebuch vergleichen kannst, starten viele Menschen, um in einem bestimmten Bereich über ihre Gedanken und Erfahrungen zu berichten. Sie wollen sich auszutauschen oder eben ihr Wissen vielen Menschen bereitstellen. Den Themen auf den Blogs sind keine Grenzen gesetzt und mit Fotos und Videos werden die Texte meist ansehnlich aufbereitet, sodass die Leser durch visuelle Beiträge die Themen besser vermittelt bekommen. In Kommentaren zu jedem Blogbeitrag kann sich der Autor mit seinen Lesern bzw. seiner Community austauschen oder auch Fragen beantworten.

Auf der jeweiligen Plattform des Blogs kann der Blogger einsehen, wie viele Leute seine Texte gelesen und sich durch die Beiträge geklickt haben. Die Blogger, die mit ihren Beiträgen Geld verdienen, können eine hohe Reichweite an Lesern verzeichnen und machen dadurch auch lukrative Kooperationspartner auf sich aufmerksam. Aber wie genau verdient man damit nun Geld und was sind die Voraussetzungen?

Unternehmen anmelden in 4 Schritten

Schritt 1: Gewerbe/Kleingewerbe anmelden

Grundsätzlich muss sich in Deutschland jeder beim Gewerbeamt anmelden, der sein eigenes Gewerbe betreiben möchte. Denn nur so bekommt man mit dem Gewerbeschein die offizielle Erlaubnis, seinen eigenen Betrieb führen zu dürfen. Freiberufler sind jedoch von dieser Pflicht ausgenommen. Zudem musst du dir die Frage stellen, ob du ein Gewerbe oder ein Kleingewerbe anmelden möchtest. Der Unterschied liegt darin, dass ein Kleingewerbe ein Unternehmen mit geringem Umsatz ist und die Kleinunternehmerregelung in Anspruch nimmt.

Schritt 2: Finanzamt informieren

Nachdem du dich mit deinem Unternehmen beim Gewerbeamt angemeldet hast, bekommst du meist automatisch einen Fragebogen zur steuerlichen Erfassung. Damit meldest du dein Unternehmen direkt beim Finanzamt an. Das Finanzamt teilt deinem Unternehmen dann die notwendige Steuernummer zu. Wer zudem Waren oder Dienstleistungen in der EU umsatzsteuerfrei verkaufen oder erwerben möchte, muss hier zudem die Umsatzsteuer-Identifikationsnummer beantragen.

Schritt 3: Ins Handelsregister eintragen

Bei dem Handelsregister handelt es sich um ein öffentliches Verzeichnis, in dem sich alle Kaufleute und Unternehmen eintragen lassen können. Dieses enthält alle wichtigen Informationen über ein Unternehmen. Daher sind grundsätzlich alle Kaufleute dazu verpflichtet, sich in das Handelsregister eintragen zu lassen. Kleingewerbetreibende sind hiervon ausgenommen, können sich aber wenn sie wollen, freiwillig eintragen lassen. Eingetragene Kaufleute (e.K.), Kapitalgesellschaften (GmbHUGAG) und Personengesellschaften (OHGKGGmbH & Co.KG) müssen sich ab dem Zeitpunkt der Gründung ins Handelsregister eintragen lassen.

Schritt 4: Ins Unternehmensregister eintragen

Auch bei dem Unternehmensregister handelt es sich um ein Verzeichnis, welches öffentlich aufrufbar ist. Dieses bündelt alle Informationen, die sich im Handelsregister, Genossenschaftsregister, Partnerschaftsregister und dem Bundesanzeiger finden lassen. Welche Unternehmen sich hier eintragen lassen müssen, hängt hauptsächlich von der Größe und Rechtsform des Unternehmens ab. Abhängig davon sind einige Unternehmen veröffentlichungs- bzw. hinterlegungspflichtig.

Voraussetzungen für die Selbstständigkeit als Blogger

Um als Blogger richtig durchzustarten und dir damit deinen Lebensunterhalt zu finanzieren, musst du einige Voraussetzungen erfüllen. Vor allem musst du den Absprung vom Hobby zum Beruf schaffen, der dir mit den folgenden Kriterien gelingt.

Finde deine Nische

Zuallererst musst du aufgrund der mittlerweile großen Konkurrenz und zahlreichen Blogs eine Nische für dich finden. Blogs über Themen wie Mode oder Lifestyle gibt es wie Sand am Meer. Daher solltest du dich von anderen möglichst abgrenzen und ein Thema wählen, dass dich und deinen Blog besonders macht. Stelle dich also nicht zu breit auf, sondern bleib in deiner Nische. Kenne deine Zielgruppe und richte deine Themen an ihr aus. Um für deine Leser stets neue Anreize zu schaffen, musst du immer aktuell sein. Versuche also in regelmäßigem Abstand neue Blogartikel zu schreiben und zu veröffentlichen. Probiere bei allem auch immer aktuelle Trends zu beachten und in deinen Content zu integrieren.

Werde zum Experten auf deinem Blog

Zudem kannst du nur erfolgreich mit deinem Blog sein, wenn du eine hohe Reichweite generierst. Daher musst du dich darauf einstellen, dass du mit deinem Blog nicht von heute auf morgen super erfolgreich und bekannt wirst. Deine Leserschaft baust du dir langsam und stetig auf – und vor allem mit gutem und überzeugendem Content. Daher solltest du auch als Experte in diesem Bereich fungieren und dir ein thematisches Fachwissen aneignen. Dementsprechend musst du deine Beiträge auch ansprechend aufbereiten und mit Bildern oder Videos ergänzen. Versuche zudem mit einem lockeren Schreibstil deine Leser zu begeistern und sie mit einem attraktiven Design für deinen Blog zu begeistern. Erfolgreich ist dein Blog, wenn du täglich mindestens vierstellige Besucherzahlen verzeichnen kannst. Denn erst ab dieser Zahl kann man von nennenswerten Einnahmen sprechen.

Baue ein großes Netzwerk auf

Als selbstständiger Blogger ist wichtig, sich ein großes Netzwerk aufzubauen. Hast du ein stetig wachsendes Netzwerk und damit auch wertvolle Kontakte, kannst du deine Reichweite erhöhen. Nutze diese auch um Kooperationen mit anderen Bloggern einzugehen, deren Blogs zu deinem Thema passen. Durch ihre Reichweite kannst du deine Leserschaft ausweiten und wirst dadurch einer größeren Community bekannt. In diesem Zusammenhang sind auch sämtliche Social Media Kanäle wichtig, da es sich über soziale Netzwerke noch einfacherer vernetzen lässt. Bespiele mit deinen Themen also auch Instagram, Facebook und Co., eben da, wo es für dich und deine Themen sinnvoll erscheint. Nicht jeder Follower findet zwangsläufig über deinen Blog zu dir, sondern vielleicht auch über andere Influencer, Hashtags oder Social-Media-Kontakte.

So verdienst du als Blogger Geld

Wer mit bloggen Geld verdienen möchte, muss auf seinen Blog sehr viel Traffic vorweisen können. Das heißt, dass viele Menschen deinen Blog kennen und ihn regelmäßig besuchen sollten. Je mehr Traffic du erreichst, desto höher ist auch deine Auffindbarkeit im Internet. Generell gibt es jedoch vier grundlegende Möglichkeiten, wie du mit deinem Blog Geld verdienen kannst und somit regelmäßig Einnahmen generierst.

Werbeanzeigen auf deinem Blog

Du kannst auf deinem Blog und zwischen deine Beiträge Werbeanzeigen einpflegen. Bei dieser Pay-per-click-Werbung bekommst du dann jedes mal Geld, wenn deine Leser auf die Werbung klicken. Diese Art der Monetarisierung deines Blogs solltest du jedoch mit Vorsicht genießen. Denn zum einen sollte die Werbung inhaltlich zu dem Thema deines Blogs passen und zum anderen darf dein Blog mit Werbung nicht überladen sein. Die Konsequenz durch zu viele Werbeanzeigen kann sich im Verlust einiger Leser äußern. Fühlen die sich mit Werbebeiträgen erdrückt oder im Lesefluss gestört, springen sie schnell ab oder durchschauen, dass es dir bei deinem Blog hauptsächlich ums Geld verdienen geht. Stelle also stets sicher, dass der Inhalt immer im Vordergrund bleibt.

Eine weitere Möglichkeit sind Affiliate-Links, mit denen du in deinen Texten zu der Webseite von anderen Personen oder Unternehmen verlinkst. Wenn du also über Produkte oder Dienstleistungen von Dritten in deinem Beitrag schreibst, kannst du an der richtigen Stelle einen Link einfügen. Der Leser wird demnach durch einen Klick auf diesen Link direkt zu der anderen Webseite geführt und kann dort dann das von dir beschriebene Produkt erwerben. Kommt es tatsächlich zu einem Kauf, verdienst du eine Provision.

Kooperation mit Marken

Eine der klassischsten Formen um als Blogger Geld zu verdienen, sind bezahlte Blogbeiträge. In diesem Fall gehst du eine Kooperation mit einer Marke bzw. einem Unternehmen ein und bewirbst dessen Produkte. Die Höhe der Bezahlung für gesponserte Beiträge ist unterschiedlich und hängt zum einen von deinem Verhandlungsgeschick ab und zum anderen von deiner Reichweite. Aber auch hier muss klar sein, dass das Produkt zu deinem Blog passt, sonst kannst du auch hier leicht deine Leserschaft verlieren.

Premium-Beiträge für deine Leser

Bei dieser Variante bietest du exklusiven Content nur denjenigen an, die für diese Beiträge auch bezahlen. Ob die Leser dafür monatliche Gebühren zahlen oder einmalig für bestimmten Content ist hier frei wählbar. So lässt du deine Beiträge hochwertiger erscheinen, musst dafür dem Leser aber auch den versprochenen Mehrwert bieten.

Kosten und Genehmigungen

Wenn du ganz am Anfang stehst und deinen Blog erst einmal nebenberuflich betreibst, hast du sehr geringe Kosten. Denn den Blog kannst du kostenlos starten, wenn du von den jeweiligen Anbietern die eingeschränkten Funktionen akzeptierst. Je professioneller du wirst, desto schneller solltest du in die ein oder andere Sache investieren. Zum einen muss dein Blog attraktiv gestaltet sein, wodurch du in Software und Content-Management-Programme Investitionen tätigen kannst. Zum anderen brauchst du auch qualitativ hochwertige Fotos oder Videos, wodurch du ein professionelles Equipment nutzen solltest. Dazu gehört eine gute Kamera, aber auch Licht oder Bearbeitungsprogramme.

Sobald du dann wirklich Einnahmen generierst und in dem Sinne eine Gewerbe betreibst, musst du dieses auch anmelden. Denn im Prinzip muss jeder, der eine Webseite führt und mit dieser Geld verdient, auch einen Gewerbeschein beantragen. Diesen Schein kannst du bei deinem regionalen Gewerbeamt beantragen, der dich dann einmalig eine Bearbeitungsgebühr zwischen 20 Euro und 60 Euro kostet.

Vor- und Nachteile der Selbstständigkeit als Blogger

Damit du einen umfangreichen Einblick in die Selbstständigkeit als Blogger erhältst, wollen wir dir nochmals alle Vor- und Nachteile aufzeigen.

Zu den größten Vorteilen gehört definitiv der Umstand, dass du als Blogger von überall aus arbeiten kannst. Dein Arbeitsequipment passt in jeden Koffer, sodass du sehr ungebunden, frei und spontan bist. Zudem kannst du größtenteils selbst entscheiden, wie du deine Arbeitsstunden aufteilst. Kein Tag muss so sein wie der vorherige, wodurch du flexibel auf alles reagieren kannst. Vor allem beschäftigst du dich mit einem Thema, dass dich zu 100 Prozent interessiert, weil du es dir selbst ausgesucht hast und in diesem Bereich durch deine Arbeit immer mehr Expertise und Fachwissen aufbaust. Besonders am Anfang ist es sehr einfach mit einem Blog zu starten, wodurch die Eintrittsbarrieren sehr gering ausfallen. Vielmehr ist es so, dass sich dein Hobby irgendwann zum Beruf entwickelt.

Ein großer Nachteil ist beim Bloggen allen voran die Zeitspanne, die es braucht, bis du erstmal eine gewisse Reichweite erlangt hast. Hier gilt es also Geduld zu beweisen und dran zu bleiben. An dieser Stelle zeigt sich nochmals die Bedeutung, dass du auch wirklich ein Themenfeld bedienst, dass es nicht schon in tausendfacher Ausrichtung gibt. Bleib also deinem Konzept treu und mache es einzigartig.

Fazit: Selbstständig machen als Blogger

Um dich als Blogger selbstständig zu machen, bedarf es also ein paar Voraussetzungen. Damit dir und deinem Blog schneller Aufmerksamkeit entgegengebracht wird, bilde dich vor allem im Bereich Marketing und Suchmaschinenoptimierung (SEO) weiter. Durch ein paar kleine Tricks und ein grundlegendes Verständnis davon, kannst du dafür sorgen, dass dein Blog schneller gefunden wird. Nutze jede Chance, damit dein Blog wächst und wächst. Besonders ratsam ist an dieser Stelle, dass du den Blog erst nebenberuflich führst und aus eigener Lust heraus. Wenn du nicht mit voller Leidenschaft hinter deinem Thema stehst, werden das die Leser merken. Schreibe also über etwas, was dich begeistert und bei dem du dir vorstellen kannst, dich hauptberuflich mit diesem Thema auseinanderzusetzen. Sobald dein Blog über mehr Reichweite verfügt und du erste lohnenswerte Einnahmen generierst, kannst du langsam den Sprung in die Selbstständigkeit wagen.

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Über den Autor

Autorenprofil: Lisa Goldner

Lisa Goldner

Nach ihrem Abitur 2013 entschied sich Lisa für ein Studium des Journalismus als auch der Unternehmenskommunikation und konnte durch den nahen Praxisbezug ein breit gefächertes Repertoire an Kenntnissen beider Branchen sammeln. Während des Studiums arbeitete sie als Assistenz der Öffentlichkeitsarbeit in einem öffentlich-rechtlichen Kulturbetrieb und erlernte somit auch essenzielle Aufgaben des Eventmanagements. Im Anschluss begann sie in Kiel den Masterstudiengang ”Angewandte Kommunikationswissenschaft“, in dem sie ihre Erfahrungen durch Projekte und wissenschaftliche Arbeiten besonders in den Bereichen Journalismus und Marketing ausbauen konnte. Seit Januar 2020 ist Lisa Volontärin in der Online-Redaktion von Gründer.de.

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