Mögliche Kosten und alle erforderliche Unterlagen

Geschäftskonto eröffnen in 4 einfachen Schritten

Wer ein Unternehmen gründet, muss früher oder später entscheiden, über welches Konto die Einnahmen und Ausgaben verwaltet werden. Deshalb macht es Sinn, ein sogenanntes Geschäftskonto zu eröffnen. Zahlreiche Angebote versprechen günstige Konditionen und eine schnelle Abwicklung. Doch oftmals kommen dabei unnötige Kosten hinzu, die sich mit der richtigen Vorbereitung vermeiden lassen. Der folgende Artikel beschreibt die vier einfachen Schritte zum eigenen Geschäftskonto und erklärt, wie genau die hohen Gebühren entstehen können.

Geschäftskonto Definition

Ein Geschäftskonto wird als sogenanntes Kontokorrentkonto bezeichnet. Das bedeutet, dass auf diesem Girokonto die täglichen Zahlungseingänge und auch die Zahlungsausgänge dargestellt werden. Prinzipiell besitzt das Geschäftskonto dabei die gleichen Funktionen wie ein Privatkonto, also sind darüber beispielsweise Überweisungen, Daueraufträge und Lastschriften möglich.

Der Unterschied liegt allerdings in der Nutzung. Denn das Geschäftskonto wird, wie der Begriff es vermuten lässt, ausschließlich für geschäftliche Vorgänge genutzt. Dabei bleibt es dem Geschäftsführer meistens selbst überlassen, ob er ein Geschäftskonto eröffnen möchte. Eine Ausnahme sind haftungsbeschränkte Unternehmen, wie zum Beispiel die GmbH, UG und AG. Diese müssen zuerst das Eigenkapital auf ihr Geschäftskonto einzahlen, bevor die Firma notariell im Handelsregister angemeldet wird.

Schritt 1 Geschäftskonto eröffnen: Anforderungen festlegen

Wer ein Geschäftskonto eröffnen möchte, kann sich letztendlich für einen passenden Anbieter entscheiden. Diese Auswahl kann jedoch schwierig sein, da viele Rabatte und spezielle Angebote locken. Deshalb ist es umso wichtiger, die eigenen Anforderungen an das Geschäftskonto zu bestimmen. Das wiederum erleichtert die Auswahl und auch die Kostenkalkulation.

Auswahl zwischen Filialbank, Direktbank oder Online-Bank

Die Anforderungen an das Geschäftskonto können von verschiedenen Banken erfüllt werden. Grundsätzlich lassen sich diese Banken in Filialbanken, Direktbanken und Online-Banken unterteilen. Dieser Unterschied sollte bei der Suche nach einem passenden Konto klar sein, denn dadurch ergibt sich ein anderer Fokus. Somit bieten klassische Filialbanken zwar einen persönlichen Ansprechpartner, dafür sind die Kosten oft höher und die Eröffnung des Geschäftskontos dauert länger. Direktbanken fokussieren sich hauptsächlich auf die Beratung und Bearbeitung über den PC oder das Smartphone. Ein Geschäftskonto bei einer Online-Bank kann dagegen ausschließlich über das Internet oder das Smartphone eröffnet werden. Dadurch sind einzelne Vorgänge schneller möglich, aber ein persönlicher Ansprechpartner entfällt.

Um die Anforderungen an das Geschäftskonto exakt zu bestimmen, helfen die folgenden Fragen:

  • Für welche Unternehmensform brauche ich das Konto?
  • Wie oft werde ich Geld einzahlen oder abheben?
  • Sind regelmäßig gedruckte Kontoauszüge wichtig?
  • Brauche ich für mein Geschäftskonto auch eine EC- oder eine Kreditkarte?
  • Wie wichtig ist mir, einen Ansprechpartner in einer Bank zu haben?
  • Wie schnell soll das Geschäftskonto verfügbar sein?
  • Brauche ich Zusatzfeatures, wie eine integrierte Buchhaltungssoftware?
  • Vergibt die Bank Kredite und wenn ja, welche Zinsen verlangt sie?

Durch die Beantwortung der Fragen stehen dann schon wichtige Kriterien fest, die bei den folgenden Schritten berücksichtigt werden.

Schritt 2 Geschäftskonto eröffnen: Kosten ermitteln

Viele Banken werben mit einer Jahresgebühr von 0 Euro oder einem „kostenlosen Geschäftskonto“. Doch dann entstehen hohe Kosten durch die grundlegenden Vorgänge des Kontos. Diese sind bei einem Privatkonto oftmals kostenlos. Beim Geschäftskonto verlangen die Banken hingegen plötzlich Gebühren, die dann zu einer überraschenden Rechnung am Monatsende führen. Deshalb lohnt es sich, die möglichen Kosten zu ermitteln, um die Angebote besser vergleichen zu können.

Für die folgenden Leistungen eines Geschäftskontos fallen oftmals Kosten an:
  • Kontoführung
  • Überweisungen
  • Bereitstellung einer EC-Karte
  • Bereitstellung einer Kreditkarte
  • Kosten für Barabhebungen an Geldautomaten
  • Zinsen für einen Überziehungskredit
  • Online-Banking
  • beleglose Buchungen, z.B. Lastschriften oder Daueraufträge
  • Buchungen mit Beleg, z.B. Bargeldeinzahlung
  • Kontoauszüge

Teilweise lassen sich diese Kosten aber auch durch bestimmte Voraussetzungen verringern oder komplett vermeiden. Zum Beispiel bieten einige Banken zahlreiche kostenlose Leistungen an, wenn beispielsweise jeden Monat ein bestimmter Betrag eingezahlt wird.

Schritt 3 Geschäftskonto eröffnen: Unterlagen zusammenstellen

Auch wenn ein sich ein Geschäftskonto vergleichsweise schnell eröffnen lässt, müssen immer bestimmte Unterlagen bei der jeweiligen Bank vorgelegt werden.

Identitätsnachweis

Der Identitätsnachweis oder auch Personalausweis weist die Identität des Kontoinhabers nach. Alternativ lässt sich auch ein Reisepass verwenden, um ein Geschäftskonto zu eröffnen. Wer keine deutsche Staatsbürgerschaft besitzt, muss mit der Bank jedoch einen anderen Nachweis vereinbaren. Zusätzlich fordern Direktbanken und Online-Banken noch eine Identifizierung per Video oder das sogenannte Postident-Verfahren. Bei diesem Verfahren stellen Mitarbeiter der Deutschen Post die Identität fest und bestätigen sie der jeweiligen Online-Bank.

Gewerbeanmeldung 

Da das Geschäftskonto für die gewerblichen Vorgänge genutzt wird, gehört auch eine Gewerbeanmeldung zu den erforderlichen Unterlagen. Die Anmeldung beim Gewerbeamt ist verpflichtend, sobald eine Selbstständigkeit vorliegt. Deshalb liegt die Gewerbeanmeldung im Normalfall vor und muss nicht mehr beantragt werden. Von der Regelung befreit sind allerdings Selbstständige, die freiberuflich tätig sind. Also beispielsweise Ärzte, Heilpraktiker, Journalisten oder auch Steuerberater. Diese benötigen stattdessen trotzdem eine Steuernummer und einen Nachweis ihrer Tätigkeit.

Gewerbe anmelden in 3 Schritten

Schritt 1: Gewerbeanmeldung ausfüllen

Die Gewerbeanmeldung kannst du dir aus dem Internet herunterladen und vor dem Besuch des Gewerbeamtes ausfüllen. Zu den wichtigsten Daten in diesem Formular gehören die Angaben zum Betriebsinhaber und zum Betrieb sowie Angaben zu dir persönlich. Nachdem du auch die Anschrift deines Betriebs eingetragen und die genaue Tätigkeit formuliert hast, fehlt nur noch die Zugabe, ob dein Gewerbe eine spezifische Erlaubnis braucht. Dies wäre beispielsweise bei einer Schankgenehmigung für ein Lokal der Fall.

Schritt 2: Alle notwendigen Formalitäten beachten

Neben dem Formular der Gewerbeanmeldung, musst du weitere Unterlagen für deinen Termin beim Gewerbeamt dabei haben. Zum einen benötigst du deinen Personalausweis oder Reisepass, damit du deine Identität nachweisen kannst. Zum anderen solltest du alle notwendigen Erlaubnisse und Genehmigungen mit dir führen, wie beispielsweise die Handwerkskarte, die Gewerbekarte oder einen Handelsregisterauszug.

Schritt 3: Termin beim Amt

Nun kannst du mit allen erforderlichen Dokumenten einen Termin beim zuständigen Amt ausmachen. Dieses prüft deine Daten und stellt im Anschluss einen Gewerbeschein aus. Nebenbei darfst du aber nicht vergessen, dass du dein Gewerbe auch der Krankenkasse melden musst. Hier kommen dann nochmals erneut Formulare zum Ausfüllen auf dich zu. Ansonsten gibt das Gewerbeamt automatisch deine Informationen zum Gewerbe an alle weiteren Ämtern und Institutionen weiter, so wie dem Finanzamt, der Handelskammer und auch der Handwerkskammer.

Einkommensnachweise

Wenn die Bank einen Einkommensnachweis für ein Geschäftskonto verlangt, sind meistens die letzten drei Lohn- bzw. Gehaltsabrechnungen gemeint. Dadurch sichert sich die Bank ab, damit mögliche Gebühren auch beglichen werden können. Neben den Abrechnungen können Einkommensnachweise auch eine Bescheinigung durch den Arbeitgeber sein oder ein Renten- bzw. ein Einkommensteuerbescheid.

Bonitäts-Auskunft der Schufa

Die Schufa besitzt Daten zu bereits bestehenden Verträgen einer Person und weiß, ob es in der Vergangenheit Mahnverfahren oder ähnliches gegeben hat. Sie kann also die Kreditwürdigkeit beweisen und der Bank somit bestätigen, dass keine Schulden oder unbezahlte Rechnungen vorhanden sind. Diese Auskunft kann online selbst angefragt werden oder erfolgt durch den zuständigen Bankberater.

Nachweise für Gesellschaften

Neben den genannten Unterlagen sind für gegründete Gesellschaften noch weitere Nachweise nötig. Für eine Personengesellschaft, wie die OHG oder GbR, wird zusätzlich noch der Gesellschaftsvertrag verlangt. Für Kapitalgesellschaften, wie die AG oder GmbH, kommen noch ein aktueller Handelsregisterauszug, ein Businessplan oder die Gründungsurkunden hinzu.

Im Normalfall sind in jedem Angebot einer Bank die geforderten Unterlagen aufgeführt. Trotzdem ist es sinnvoll, sich vorher bei der jeweiligen Bank noch einmal über die exakten Unterlagen für ein Geschäftskonto zu informieren.

Schritt 4 Geschäftskonto eröffnen: Antrag bei der Bank ausfüllen

Ob online oder in einer Filiale, es ist immer ein Antrag zur Eröffnung eines Geschäftskontos nötig. Allerdings kann nur der Geschäftsführer oder ein Bevollmächtigter diesen Schritt durchführen.

Um das Geschäftskonto eröffnen zu können, werden dann die folgenden Infos erfasst:

Die erforderlichen Unterlagen werden zudem entweder online eingereicht oder in der gewählten Filiale persönlich übergeben. Danach bearbeitet die Bank den Antrag und stellt fest, ob die passenden Voraussetzungen vorliegen, um ein Geschäftskonto eröffnen zu können. Diese Bearbeitungsdauer hängt von der Bank und der Unternehmensform ab.

Fazit

Wenn du ein Geschäftskonto eröffnen möchtest, solltest du dich zunächst nicht von den vielversprechenden Werbeanzeigen ablenken lassen. Denn oftmals verstecken sich dahinter hohe Gebühren, die besonders für Gründer empfindliche Rechnungen verursachen. Deshalb lohnt es sich, die eigenen Anforderungen exakt zu definieren und dann die Angebote zu vergleichen. Bevor du einen Vertrag unterschreibst, lies dir die Bedingungen genau durch und lass dich beraten. Wenn du nach kurzer Zeit schon bemerkst, dass du die Kosten doch falsch eingeschätzt hast, lässt sich natürlich jedes Geschäftskonto auch noch kündigen und dann wechseln.

Themenseiten

Über den Autor

Autorenprofil: Insa Schoppe

Insa Schoppe

Direkt nach dem Abitur entschied sich Insa für ein „Multimedia Production“-Studium in Kiel, danach folgten praktische Erfahrungen in einer Fernsehproduktionsfirma. Anschließend startete sie ein Volontariat in der Redaktion eines Radiounternehmens und wurde als Redakteurin übernommen. Zu ihren Aufgaben gehörten neben der Recherche und Texterstellung auch tägliche Nachrichten sowie die Verantwortung für mehrere Magazine. Im März 2020 wechselte Insa von der Radio-Redaktion in die Online-Redaktion von Gründer.de und unterstützt seitdem das Team als Junior-Online-Redakteurin.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.