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Lohnt es sich wirklich im Ausland zu gründen?

Firma gründen im Ausland: Das musst du beachten

Es kann viele Vorteile bringen, wenn man im Ausland eine Firma gründet. Viele Gründer aus Deutschland denken darüber nach und das Gründen im Ausland wird immer beliebter. Inzwischen entscheiden sich über 40 Prozent aller Industrieunternehmen für die Gründung im Ausland. Doch so verlockend vieles auch klingen mag, so gibt es doch auch einige Nachteile die zu beachten sind. Beim Firma gründen im Ausland sind vor allem die vielen bürokratischen Hürden die es zu nehmen gibt, ein Grund diese Pläne doch wieder zu verwerfen. Doch davon solltest du dich nicht gleich abschrecken lassen. Wir zeigen dir, worauf es bei der Gründung im Ausland ankommt.

Welche Vorteile gibt es beim Gründen im Ausland?

Es gibt viele verschiedene Gründe, die dafür sprechen, eine Firma im Ausland zu gründen.

  • Steigerung der Umsatzzahlen sind leichter möglich
  • Bekanntheitsgrad der Firma kann gesteigert werden
  • Positionierung in einem Nischenmarkt
  • Wettbewerbsvorteil gegenüber Konkurrenzunternehmen
  • Entwicklungsschub durch Internationalisierung
  • Reduzierung der Steuerlast
  • Günstigere Lizenzen im Ausland
  • Besserer Zugang zu neuen Märkten
  • Schutz von privatem Vermögen

Vor der Gründung im Ausland: Recherchiere!

Die oben genannten Vorteile klingen natürlich gut und verlockend. Doch es wäre ein großer Fehler, nun übereilt anzufangen, alles für die Gründung im Ausland vorzubereiten. Nicht ohne Grund sieht man in Fernsehformaten wie „Goodbye Deutschland“ auch viele Auswanderer, die mit einer Gründung im Ausland scheitern. Daher solltest du zu diesem Thema eine wirklich umfangreiche Recherche durchführen. Das Lesen dieses Artikels ist damit schon mal ein erster Schritt in die richtige Richtung.

Denn vor allem muss du dich zunächst über die Begebenheiten im Ausland erkundigen. Nur so kannst du beurteilen, ob es für dich wirklich sinnvoll ist eine Firma im Ausland zu gründen und den erhofften Erfolg bringt. Zunächst brauchst du alle möglichen Informationen und erst dann kannst du daran denken, dein Vorhaben in Form eines Businessplans bringen.

Businessplan erstellen in 10 Schritten

Schritt 1: Idee, Angebot und die Zielgruppe

Im ersten Kapitel gibst du direkt einen ersten Eindruck davon, wie das Konzept deines Unternehmens aussehen soll. Was ist deine Grundidee? Wie kannst du anderen mit deiner Idee helfen und was genau ist dein Ziel? Das solltest du sehr präzise bestimmen und beschreiben können. Darüber hinaus solltest du dir genau überlegen, wer deine Zielgruppe ist und diese ebenfalls konkret definieren. Damit wird es dir im folgenden Kapitel leichter fallen, eine Marktanalyse anzufertigen.

Schritt 2: Markt und Wettbewerb

Hier geht es darum, sich intensiv mit dem Markt und den Mitbewerbern auseinanderzusetzen. Wie groß ist der Markt? Lohnt es sich hier ein Business zu starten? Mache dir bewusst, welche Wettbewerber du hast. Damit du nicht schon zu Beginn des Markteintritts stark mit diesen zu kämpfen hast, solltest du dir überlegen, was du besser machen kannst. Fertige die Analyse so detailliert wie nur möglich an, um perfekt auf deinen Start ins Business vorbereitet zu sein.

Schritt 3; Visionen und Ziele bestimmen

Besonders wichtig für dich als Unternehmer und für dein restliches Team ist es, genau Ziele und Visionen festzulegen, auf die ihr gemeinsam hinarbeiten könnt. Nur wenn du dieses Ziel einmal mit deinem Team oder deinen Gründern festgelegt hast, ist es dir möglich, die darauf abgestimmten Maßnahmen festzulegen. Sie geben dir eine Richtung vor, auf die eine Strategie aufgebaut werden kann.

Schritte 4: Deine Strategie

Auch die Strategie muss sehr gut durchdacht werden. Schließlich musst du mit ihr zu deinen Zielen gelangen. Hier musst du dir vor allem überlegen, welchen Nutzen dein Unternehmen deinen Kunden bringt. Und wie kannst du diesen Nutzen am besten umsetzen? Überlege dir in jedem Fall eine bessere Strategie als deine Mitbewerber und prüfe, was du besser machen kannst als sie. Auch alternative Strategien können sinnvoll sein, da nie gesagt ist, dass die erste Strategie direkt auf Anhieb funktioniert.

Schritt 5: Marketing

Auch die Strategie muss sehr gut durchdacht werden. Schließlich musst du mit ihr zu deinen Zielen gelangen. Hier musst du dir vor allem überlegen, welchen Nutzen dein Unternehmen deinen Kunden bringt. Und wie kannst du diesen Nutzen am besten umsetzen? Überlege dir in jedem Fall eine bessere Strategie als deine Mitbewerber und prüfe, was du besser machen kannst als sie. Auch alternative Strategien können sinnvoll sein, da nie gesagt ist, dass die erste Strategie direkt auf Anhieb funktioniert.

Schritt 6: Rechtsform und Steuern

Ein sehr unbeliebtes, aber trotzdem sehr wichtiges Thema: Die Wahl der Rechtsform und alles rund um die Steuern. Hier schreibst du nieder, für welche Rechtsform du dich entschieden hast, welche Genehmigungen du für dein Unternehmen brauchst, wie dein Unternehmen heißen soll und alles weitere, was in Richtung Buchhaltung geht.

Schritt 7: Gründerteam und Organisation

In diesem Kapitel gibst du an, wie ihr als Firma organisiert seid. Hast du einen Partner? Wer ist alles in deinem Gründerteam? Hier muss ersichtlich werden, wer für was verantwortlich ist, welche Strukturen ihr noch aufbauen wollt, wer schon alles im Unternehmen tätig ist und wer noch dazu kommt. Auch die Meilensteine, die du mit deinem Unternehmen erreichen willst, werden hier eingetragen.

Schritt 8: Finanzen

Die Finanzen bilden den Hauptteil deines Businessplans und müssen sehr genau berechnet und überprüft werden. Hier solltest du dir möglichst keine Fehler erlauben. Wo steht ihr gerade mit eurem Unternehmen, wie viel Kapital benötigt ihr noch und wann ist der Break-Even-Point geplant? – All das sind wichtige Fragen, die in dem Finanz-Teil berücksichtigt werden müssen. Spätestens hier ist es sinnvoll, ein geeignetes Tool zur Hand zu haben, mit dem sich alles leichter ausrechnen lässt.

Schritt 9: SWOT-Analyse

Nach den ganzen Zahlen folgt anschließend die SWOT-Analyse. SWOT steht für Strengths, Weaknesses, Opportunities und Threats. Hier listest du also die Stärken, Schwächen, Stärken und Risiken deines Unternehmens auf und erklärst diese. Im nächsten Schritt müssen dann Maßnahmen getroffen werden, wie mit den Ergebnissen umgegangen wird, damit die Chancen maximiert und die Risiken minimiert werden können.

Executive Summary

Als letztes Kapitel folgt die Executive Summary, eine aussagekräftige Zusammenfassung deines Businessplans. Hier werden nochmal die wichtigsten Punkte deines Businessplans zusammengefasst, um den Investoren und Banken einen guten Überblick über dein Unternehmen zu geben. Erwähne hier also nochmal die wichtigsten Kernaussagen der Geschäftsidee, deines Teams, der Marktanalyse, der Chancen und Risiken und der Finanzierung.

Informiere dich über das Land deiner Wahl

Zunächst solltest du dich ganz genau mit dem Land auseinander setzen, in dem du eine Firma im Ausland gründen möchtest. Stelle dir dazu die folgenden Fragen:

  • Gibt es kulturelle Besonderheiten?
  • Wie sieht die wirtschaftliche Lage in diesem Land aus?
  • Ist die politische Lage in diesem Land stabil?
  • Welche Zugangsbestimmungen zum dortigen Markt gibt es?
  • Gibt es dort Geschäftspraktiken, die von dir besonders beachtet werden müssen?
  • Welches Potenzial bietet der dortige Markt für dich?
  • Welchen Wert haben deine Produkte oder Dienstleistungen in diesem Land?

Prüfe die arbeitsrechtlichen Grundlagen

Wenn du dir genügend Informationen über die oben genannten Punkte verschafft hast, musst du dich um die arbeitsrechtlichen Begebenheiten kümmern und diese gründlich recherchieren.

  • Bestehen in dem Land, in dem du eine Firma gründen willst, internationale Abkommen?
  • Welche rechtlichen Bedingungen musst du beim Firma gründen im Ausland erfüllen?
  • Wie sieht es mit dem Thema Arbeitserlaubnis aus? Musst du eine beantragen? Wie lange hat diese Gültigkeit?
  • Welche Handelsbeschränkungen gibt es in dem Land? Wenn ja, welche?
  • Informiere dich über die Steuerbeschränkungen und die Zollbeschränkungen.
  • Musst du dort deinen Wohnsitz haben um eine Firma im Ausland gründen zu können?

Wo kann man überall eine Firma im Ausland gründen?

Grundsätzlich kannst du so gut wie in jedem Land der Welt eine Firma gründen. Am leichtesten ist die Gründung einer Firma in einem EU-Land. Hast du aber nur das Ziel die Firma zu gründen um Steuern zu sparen, dann bietet sich natürlich ein Land an, das zu den sogenannten „Steueroasen“ zählt. In Europa zum Beispiel Luxemburg oder die Schweiz. Aber auch Liechtenstein, Monaco, Andorra, Belgien, Isle of Man, Gibraltar, die kanarischen Inseln, Malta oder Zypern sind für viele steuerlich sehr attraktiv.

Wenn du dich für ein EU-Land für die Gründung im Ausland entscheidest, dann erspart dir das eine Menge an Bürokratie. Wenn du Bürger der EU bist, kannst du in jedem EU-Land sowie ebenfalls in Island, Liechtenstein und Norwegen, auch als Einzelunternehmer deine Firma im Ausland gründen. Außerdem steht es dir offen, in einem dieser Länder eine Niederlassung oder eine Tochtergesellschaft eines bestehenden Unternehmens von dir zu gründen.

Regelungen für das Gründen im EU-Ausland

Innerhalb der EU gibt es innerhalb der einzelnen Ländern einige unterschiedliche Anforderungen. Dennoch werden diese Länder von der EU in Brüssel dazu aufgefordert, einige Anforderungen umzusetzen. Dies sind im einzelnen:

  • Eine Firmengründung im Ausland soll binnen drei Arbeitstagen erfolgen
  • Die Kosten für die Gründung sollen nicht mehr als 100 Euro betragen
  • Alle Verwaltungsschritte sollen über eine einzige Behörde abgewickelt werden
  • Die Erledigung von allen Formalitäten bzgl. der Eintragung der neuen Firma müssen online möglich sein genauso wie die Eintragung selbst

Nutze Förderungen bei der Gründung eines Startups

Wenn du im Ausland ein Startup gründen willst, dann solltest du die Möglichkeit nutzen, Förderprogramme dafür in Anspruch zu nehmen. Hierfür gibt es mehrere EU-Fonds, die für dich in Frage kommen könnten. Informationen dazu kannst du auf der englischsprachigen Homepage von Startup Europe finden. Ebenso gibt es dort auch Möglichkeiten, nach Investoren oder Partnerschaften für deine Firma im Ausland zu suchen. Auch hierfür gibt es eine Reihe von interessanten Möglichkeiten.

Wähle die richtige Unternehmensstruktur

Wenn du mit deiner Firma im Ausland erfolgreich sein willst, dann musst du dir ebenfalls Gedanken über die richtige Unternehmensstruktur machen. Diese ist ein wesentlicher Faktor für deinen unternehmerischen Erfolg. Deshalb ist es wichtig, dass du eine Unternehmensstruktur wählst, die auch zu deinen Zielen passt. Ein ebenso wichtiger Faktor ist diese Struktur in Hinsicht auf die Steuern, die dort bezahlt werden müssen. Auch hier musst du genau nachprüfen und recherchieren, welche Unternehmensform du wählst. Über die Rechtsformen in Deutschland dürftest du ja hinlänglich informiert sein.

Im Ausland sieht dies ganz anders aus. Wir nennen dir als Beispiel Polen. Das Gegenstück zur deutschen GmbH ist in die Polen die Sp. z o.o., auch Spolka genannt. Ebenfalls eine Gesellschaft mit beschränkter Haftung. In Deutschland sind für die Gründung 25.000 Euro Stammkapital erforderlich. In Polen beträgt das Mindestkapital für die Stammeinlage gerade einmal 5.000 Zloty, das sind umgerechnet etwa 1.100 Euro. Ein sehr großer Unterschied. Dies alles musst du im Vorfeld genau prüfen und berücksichtigen, weil es eben in jedem Land andere Möglichkeiten und andere Anforderungen gibt.

Fazit

Eine Firma gründen im Ausland mag auf den ersten Blick einiges an Nachteilen haben, doch wenn du erst einmal alle Informationen zusammengetragen hast, wirst du feststellen, dass in den meisten Fällen die Vorteile überwiegen. Das hängt natürlich auch sehr stark davon ab, in welchem Business du tätig bist. Nicht immer macht Firma gründen im Ausland auch wirklich Sinn. Auf jeden Fall musst du dich im Vorfeld über alles informieren und alles genau recherchieren. Es gibt auch Beraterfirmen, die dich bei der Gründung im Ausland unterstützen.

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Über den Autor

Autorenprofil: Katharina Jaretzke

Katharina Jaretzke

Bereits gut die Hälfte ihrer Lebenszeit ist Katharina als Journalistin aktiv, denn sie startete mit 15 Jahren als freie Journalistin in der Lokalredaktion der Westfälischen Rundschau. Nach ihrem Abitur 2010 folgte ein sehr praxisnahes Bachelorstudium der Medienwissenschaft an der Universität Siegen. Während des Studiums absolvierte sie Stationen bei Bild.de sowie in Fernsehproduktionen für ARD und ZDF. Danach entschied sie sich 2013 für ein Volontariat bei inside-digital.de und baute in den Jahren danach als Chefredakteurin unter anderem das Magazin von handy.de auf. Seit Dezember 2019 verantwortet sie als Redaktionsleitung und Portalmanagerin die redaktionelle Gestaltung von Gründer.de.

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