Schritt für Schritt zum eigenen Gewerbe

Gewerbe anmelden: Darauf musst du achten

Du träumst von deiner Selbstständigkeit? Dann kommen wie Dinge auf dich zu, die du regeln musst und in die du dich vor allem einarbeiten solltest. Darunter zählt auch die Gewerbeanmeldung. Deshalb beschäftigen dich sicher Fragen wie: Wie funktioniert das Anmelden eines Gewerbes? Welche Voraussetzungen muss ich dafür erfüllen? Was gilt es bei dem Prozess zu beachten? Wir wollen dich zu diesem Thema ausführlich informieren und dir die Fragen vorab beantworten.

Wann muss ich ein Gewerbe anmelden?

Grundsätzlich muss in Deutschland jeder ein Gewerbe anmelden, der ein Gewerbe betreiben möchte. Mit dem Gewerbeschein bekommt man dann offiziell die Erlaubnis, einen eigenen Betrieb zu führen. Nur Freiberufler sind von dieser Pflicht ausgenommen. Wenn du keine freiberufliche Tätigkeit ausübst und in keinem Angestellten-Verhältnis arbeitest, musst du als Selbstständiger ein Gewerbe anmelden. Daran führt kein Weg vorbei. So steht es auch in der Gewerbeordnung (GewO) § 14: „Wer den selbständigen Betrieb eines stehenden Gewerbes, einer Zweigniederlassung oder einer unselbständigen Zweigstelle anfängt, muss dies der zuständigen Behörde gleichzeitig anzeigen.“ Demnach musst du also ein Gewerbe anmelden,

  • sobald du eine gewerbliche Tätigkeit aufnimmst
  • sofern du einen schon bestehenden Gewerbebetrieb übernimmst
  • wenn du einen Gewerbebetrieb verlegst
  • wenn du eine neue Zweigstelle gründest
  • sobald du die geschäftliche Ausrichtung grundlegend änderst

Wo melde ich ein Gewerbe an?

Um dein Gewerbe anzumelden, musst du dich an das zuständige Gewerbe- oder auch Ordnungsamt wenden. Dieses findest du üblicherweise in deiner Stadt- oder Gemeindeverwaltung. Dort prüft das Amt, ob du alle Voraussetzungen für die Gewerbeanmeldung erfüllst und nimmt alle wichtigen Daten auf. Hier kannst du auch deine ganz konkreten Fragen klären und nach deinem individuellen Bereich fragen. Wenn du den ganzen Prozess durchlaufen hast, bekommst du deinen Gewerbeschein und du kannst mit deiner Geschäftstätigkeit starten.

10 Ideen für die Selbstständigkeit

Idee 1: Onlineshop

Wenn du schon immer deine eigenen Produkte verkaufen wolltest, kann ein eigener Onlineshop sehr profitabel für dich sein. Entweder kannst du dir eine komplett eigene Plattform mithilfe eines Webseiten-Entwicklers bauen oder du nutzt die Möglichkeiten, die Online-Marktplätze wie Amazon dir bieten. Mit Anbietern wie Amazon sparst du dir den Aufwand der Lagerung und des Versands deiner Produkte. Mit einem eigenen Shop kommt etwas mehr Arbeit auf dich zu, allerdings bist du damit auch komplett unabhängig.

Idee 2: Restaurant, Café oder Laden eröffnen

Das eigene kleine Café, eine eigene Boutique oder das eigene Restaurant – für viele ist es ein Traum, irgendwann mal einen eigenen Laden zu besitzen. Solltest du dir so einen Traum erfüllen wollen, solltest du dir genaue Gedanken über das Konzept und die Lage machen. Denn gerade in Großstädten gibt es viele Konkurrenten die ähnliches vorhaben. Hier brauchst du ein Alleinstellungsmerkmal – etwas, dass die anderen nicht haben. Bei einem Restaurant oder Café wäre das beispielsweise, dass du nur vegane Gerichte anbietest.

Idee 3: Blogger

Auch als Blogger kannst du dich selbstständig machen und Vollzeit an deinem Blog arbeiten. Da es jedoch schon eine Vielzahl an verschiedenen Blogs gibt, musst du dir ein Nischenthema suchen oder dein Blog muss besser sein als die der Konkurrenz. Hast du dir erstmal eine gute Reichweite aufgebaut, gibt es verschiedene Möglichkeiten, wie du mit dem Blog Geld verdienen kannst. Beispielsweise kannst du Werbeanzeigen auf deinem Blog schalten oder mit anderen Unternehmen kooperieren.

Idee 4: Autor

Wenn du besonders kreativer bist und sehr viel Spaß am Schreiben hast, kannst du dich auch als Autor selbstständig machen. Dabei müssen es aber natürlich nicht nur Romane sein: Auch Koch- oder Sachbücher müssen von jemanden geschrieben werden, der Ahnung auf diesem Gebiet hat. Wenn du also über eine gewisse Expertise auf einem Themengebiet verfügst, kann der Job als Autor genau das richtige für dich sein.

Idee 5: Handwerker

Hast du einen handwerklichen Beruf gelernt, wie beispielsweise Maler und Lackierer, solltest du dir jeden Fall Gedanken darüber machen, dich selbstständig zu machen. Denn die Handwerksbranche darf sich schon seit einigen Jahren über eine hervorragende Auftragslage freuen. Das liegt vor allem daran, dass immer weniger Menschen einen Ausbildungsberuf lernen und die Handwerker somit völlig unterbesetzt sind. Eröffnest du also einen eigenen Handwerkbetrieb, kannst du damit richtig gutes Geld verdienen.

Idee 6: Tagesmutter

Um dich als Tagesmutter heutzutage selbstständig zu machen, musst du dich an strenge Richtlinien halten. So brauchst du bestimmte Qualifizierungen, für die du bestimmte Lehrgänge besuchen musst. Zudem müssen bestimmte Räumlichkeiten gegeben sein, die kinderfreundlich eingerichtet sind. Beispielsweise bedeutet das, dass du einen Ruheraum, einen Spielraum und auch eine Küche in deiner Einrichtung brauchst, um die Kinder optimal zu versorgen. Ist das alles gegeben, kannst du dich als Tagesmutter selbstständig machen.

Idee 7: Fotograf

Beschäftigst du dich gerne mit der Fotografie, kannst du dich auch damit sehr gut selbstständig machen. Fotografen werden auch ständig gebraucht. Ein klassisches Beispiel wäre auf Hochzeiten, aber auch auf kleineren örtlichen Veranstaltungen werden immer wieder Fotografen gebraucht. Auch mit dem eigenen Fotostudio kann man viel Geld verdienen, da viele Menschen weiterhin gerne Familienfotos oder ein Freunde- oder Paar-Fotoshooting machen lassen.

Idee 8: Schlüsseldienst

Als Schlüsseldienst kannst du sehr gutes Geld verdienen. Dabei muss dir jedoch bewusst sein, dass das meiste Geld mit dem 24-Stunden-Notdienst gemacht wird. Nachts haben die Menschen am wenigsten Lust dazu, sich den Ersatzschlüssel von Freunden oder der Familie zu besorgen und rufen lieber den Schlüsseldienst. Das heißt also, dass du rund um die Uhr erreichbar sein musst. Hast du damit kein Problem, kann das ebenfalls ein sehr profitables Business sein.

Idee 9: Makler

Als Immobilienmakler hast du die Aufgabe, unbewohnte Immobilienobjekte an potentielle Mieter oder Käufer zu vermitteln. Gerade in Zeiten der Wohnungsnot in Großstädten, kann es sehr profitabel sein, als Makler zu arbeiten. Dabei hast du eine breite Palette an Aufgaben, schließlich musst du die Objekte nicht nur vermitteln, sondern Interessenten auch kompetent beraten und die Objekte verwalten. Aufgaben, für die du kaufmännisches Geschick und Einfühlungsvermögen benötigst.

Idee 10: Personal Trainer

Immer mehr Menschen beschäftigen sich mit gesunder Ernährung und Fitness. Hast du von beiden viel Ahnung, kannst du dich gut als Personal Trainer selbstständig machen. Um als Personal Trainer arbeiten zu dürfen, musst du bestimmte Lizenzen erwerben. Die Fitnesstrainer B-Lizenz ermöglicht dir den Einstieg in den Beruf eines Fitnesstrainers, die Erweiterung auf ein höheres Niveau ist die Fitnesstrainer A-Lizenz. Ergänzend dazu kannst du auch die Ernährungsberater-Ausbildung absolvieren, wenn du deine Kunden umfassend betreuen und sie in Sachen Ernährung beraten willst.

So meldest du ein Gewerbe an: Der Prozess

Damit du weißt, welche Schritt für die Anmeldung eines Gewerbes notwendig sind, wollen wir mit dir die einzelnen Phasen durchgehen.

1. Gewerbeanmeldung ausfüllen

Das Formular zur Gewerbeanmeldung kannst du dir bereits aus dem Internet herunterladen und vor dem Besuch des Gewerbeamtes ausfüllen. In diesem Online-Formular musst du diverse Daten angeben, die das Amt benötigt, um zu überprüfen ob für den Gewerbeschein berechtigt bist. Deshalb musst du folgende Daten angeben:

  • Angaben zum Betriebsinhaber: Hier wird geprüft, ob dein Betrieb bereits im Handelsregister eingetragen ist. Trifft dies zu, musst du hier den Firmennamen und die Rechtsform eintragen. Auch der Ort und die Nummer des Registers werden hier festgehalten.
  • Angaben zur Person: Auch deine persönlichen Daten musst du angeben. Dazu zählen dein Name, deine Adresse, Geburtsdatum und Telefonnummer. In den Feldern 3 bis 9 werden die persönlichen Daten des Gewerbetreibenden abgefragt. Diese Angaben müssen mit denen deines Personalausweises übereinstimmen, da sie als Identifikationen dienen.
  • Angaben zum Betrieb: Wenn es sich bei deinem Gewerbe um eine Personengesellschaft handelt, musst du hier die Anzahl der geschäftsführenden Gesellschafter beziehungsweise die Zahl der gesetzlichen Vertreter eintragen.
  • Anschrift deines Betriebs: Hier musst du die Hauptniederlassung angeben. Erledigst du die Arbeit hauptsächlich von Zuhause, trägst du hier die Wohnanschrift ein. Ebenso musst du hier angeben,  wenn es sich bei deinem anzumeldenden Gewerbe um eine unselbständige Zweigstelle oder eine Zweigniederlassung handelt. Auch deine angemeldete Tätigkeit wird hier notiert. Die Beschreibung sollte so exakt wie möglich erfolgen, da zu allgemeine Angaben dazu führen können, dass dein Antrag unter Umständen nicht genehmigt wird. Desweiteren musst du hier angeben, ob es sich bei deiner Tätigkeit, um ein Nebengewerbe oder Hauptgewerbe handelt. Dazu kommt dann noch das Start-Datum deines Gewerbes, die Zugehörigkeit zur IHK oder HWK und auch die Angabe von Mitarbeitern.
  • Erlaubnispflichtiges Gewerbe: Hier musst du Angaben dazu machen, ob du für dein Gewerbe eine spezifische Erlaubnis brauchst oder auch eine Aufenthaltsgenehmigung benötigst.

2. Alle notwendigen Formalitäten beachten

Neben dem Gewerbeformular, musst du zusätzliche Unterlagen für deinen Termin beim Gewerbeamt dabei haben. Folgende Unterlagen musst du grundsätzlich einreichen:

  • Ausgefülltes Formular zur Gewerbeanmeldung
  • Nachweis deiner Identität (Personalausweis oder Reisepass)
  • Notwendige Erlaubnisse und Genehmigungen wie Handwerkskarte (bei Eröffnung deines eigenen Handwerksbetriebs), Gewerbekarte (bei einem handwerklichem Betrieb) oder Handelsregisterauszug (bei Eintrag ins Handelsregister)

3. Termin beim Amt

Nun kannst du mit allen erforderlichen Dokumenten einen Termin beim zuständigen Amt ausmachen. Dieses prüft deine Daten und stellt im Anschluss einen Gewerbeschein aus. Nebenbei darfst du aber nicht vergessen, dass du dein Gewerbe auch der Krankenkasse melden musst. Hier kommen dann nochmals erneut Formulare zum Ausfüllen auf dich zu. Ansonsten gibt das Gewerbeamt automatisch deine Informationen zum Gewerbe an alle weiteren Ämtern und Institutionen weiter, so wie dem Finanzamt, der Handelskammer und auch der Handwerkskammer.

Welche Kosten kommen auf mich zu?

Generell musst du nur Gebühren für die Anmeldung zahlen. Die Höhe Kosten für das Anmelden sind je nach Amt unterschiedlich und können zwischen 10 und 60 Euro betragen. Wie hoch diese in deinen Fall sind, kannst du auf der Webseite deines zuständigen Amtes einsehen. Grundsätzlich dauert die Anmeldung nicht lange, sondern kann bei sofortiger Vorlage aller Dokumente innerhalb von 15 Minuten erledigt sein.

Fazit

Je nach Gewerbe ergeben sich für dich eventuell sehr individuelle Fragen, die du vorab telefonisch oder Mail mit Zuständigen des Gewerbeamtes klären kannst. Auch die jeweiligen Webseiten geben dir Auskunft über alle notwendigen Voraussetzungen und Dokumente, die du benötigst. Auch wenn der ganze Prozess erstmal danach aussieht, als ob du dich durch einen großen Berg an Formularen und Papieren wälzen musst, ist dies ein notwendiger Schritt und bei guter Recherche und Vorbereitung auch schnell erledigt.

Über den Autor

Autorenprofil: Lisa Goldner

Lisa Goldner

Nach ihrem Abitur 2013 entschied sich Lisa für ein Studium des Journalismus als auch der Unternehmenskommunikation und konnte durch den nahen Praxisbezug ein breit gefächertes Repertoire an Kenntnissen beider Branchen sammeln. Während des Studiums arbeitete sie als Assistenz der Öffentlichkeitsarbeit in einem öffentlich-rechtlichen Kulturbetrieb und erlernte somit auch essenzielle Aufgaben des Eventmanagements. Im Anschluss begann sie in Kiel den Masterstudiengang ”Angewandte Kommunikationswissenschaft“, in dem sie ihre Erfahrungen durch Projekte und wissenschaftliche Arbeiten besonders in den Bereichen Journalismus und Marketing ausbauen konnte. Seit Januar 2020 ist Lisa Volontärin in der Online-Redaktion von Gründer.de.

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