Checkliste für Planung, Finanzierung und Gründungsformalitäten

Laden eröffnen: In 6 Schritten zu deinem Geschäft

Wenn du als Unternehmer einen Laden eröffnen möchtest, dann stehst du erst einmal vor vielen Herausforderungen. Was sind die ersten Schritte bei einer Ladeneröffnung? Was sind die Voraussetzungen? Mit wie vielen Kosten muss ich rechnen? Wo und wie bekomme ich finanzielle Unterstützung? Und welche Regelungen gelten momentan in Corona-Zeiten? All das sind Fragen, die du dir bereits vor dem ersten Schritt in Richtung Eröffnung stellen und auch Antworten darauf finden solltest. In diesem Artikel werden wir dir alle notwendigen Phasen beschreiben und dir erklären, was es hier zu beachten gilt.

Bevor du mit dem konkreten Planen deiner Ladeneröffnung beginnst, gilt es generelle Eckdaten und Zahlen der Branche einzuholen. Ist da ein finanzielles Potenzial? Wer sind meine Konkurrenten? Bediene ich eine Nische? Bei der Recherche für das eigene Business stellt sich meistens im Vorfeld schon heraus, ob die Ladeneröffnung Erfolg verspricht oder nicht. Wer denkt, dass er diese Recherche nicht benötigt und dass dies Zeitverschwendung ist, liegt falsch, denn spätestens für den Businessplan und den Besuch bei der Bank, muss ein schlüssiges Konzept vorliegen. Damit du auch an alle wichtigen Schritte denkst, gehen wir nun zusammen den Ablauf durch.

1. Ein überzeugendes Konzept

Im ersten Schritt solltest du, wie bereits erwähnt, ein schlüssiges und überzeigendes Ladenkonzept entwickeln. Hier musst du herausfinden, womit du dein Geld verdienst, wie du dich von anderen unterscheidest, was dein USP ist, wie groß dein Team sein muss, wer deine Kunden sind, was du alles für deinen Laden benötigst und wie dein tägliches Geschäft aussehen soll. Zudem musst du dich an dieser Stelle außerdem fragen, welche Art von Geschäft du eröffnen möchtest und ob das Franchise-System für dich in Frage kommt. Das Konzept muss dich selbst überzeugen und dir alle offenen Fragen beantworten und rund herum schlüssig sein. Sammel so viele Daten über die Branche wie nur möglich und unterhalte dich auch mit Branchenexperten. Am Ende dieser Phase hast du dann ein umfassendes Konzept in der Hand, dass dich direkt zur zweiten Phase bringt – nämlich zum Businessplan.

2. Businessplan erstellen und Finanzierung planen

Wenn du bereits Schritt eins durchlaufen hast, kannst du dein Ladenkonzept in den Businessplan einfügen und hast damit schon einen Großteil des Businessplans erledigt. Dieser Plan hilft nicht nur dir, sondern vor allem Dritte wie Partner, Banken oder Investoren Einblicke in dein Geschäftsmodell zu bekommen und herauszufinden, ob sich finanzielle Investitionen lohnen. Mit diesem Plan rechtfertigst du zusätzlich, dass du realistische Vorstellungen hast und Kredite von Banken mit einem schlüssigen Finanzplan nicht nur gut einsetzen, sondern auch nach einer gewissen Zeit zurückzahlen kannst. Daher musst du in deinem Finanzplan, der am besten die Kosten der ersten drei Jahre aufführt, zeigen, dass du Preise richtig ansetzt, eine lukrative und realistische Marge planst und zeitgleich alle anfallenden Kosten im Überblick behältst.

Businessplan erstellen in 10 Schritten

Schritt 1: Idee, Angebot und die Zielgruppe

Im ersten Kapitel gibst du direkt einen ersten Eindruck davon, wie das Konzept deines Unternehmens aussehen soll. Was ist deine Grundidee? Wie kannst du anderen mit deiner Idee helfen und was genau ist dein Ziel? Das solltest du sehr präzise bestimmen und beschreiben können. Darüber hinaus solltest du dir genau überlegen, wer deine Zielgruppe ist und diese ebenfalls konkret definieren. Damit wird es dir im folgenden Kapitel leichter fallen, eine Marktanalyse anzufertigen.

Schritt 2: Markt und Wettbewerb

Hier geht es darum, sich intensiv mit dem Markt und den Mitbewerbern auseinanderzusetzen. Wie groß ist der Markt? Lohnt es sich hier ein Business zu starten? Mache dir bewusst, welche Wettbewerber du hast. Damit du nicht schon zu Beginn des Markteintritts stark mit diesen zu kämpfen hast, solltest du dir überlegen, was du besser machen kannst. Fertige die Analyse so detailliert wie nur möglich an, um perfekt auf deinen Start ins Business vorbereitet zu sein.

Schritt 3; Visionen und Ziele bestimmen

Besonders wichtig für dich als Unternehmer und für dein restliches Team ist es, genau Ziele und Visionen festzulegen, auf die ihr gemeinsam hinarbeiten könnt. Nur wenn du dieses Ziel einmal mit deinem Team oder deinen Gründern festgelegt hast, ist es dir möglich, die darauf abgestimmten Maßnahmen festzulegen. Sie geben dir eine Richtung vor, auf die eine Strategie aufgebaut werden kann.

Schritte 4: Deine Strategie

Auch die Strategie muss sehr gut durchdacht werden. Schließlich musst du mit ihr zu deinen Zielen gelangen. Hier musst du dir vor allem überlegen, welchen Nutzen dein Unternehmen deinen Kunden bringt. Und wie kannst du diesen Nutzen am besten umsetzen? Überlege dir in jedem Fall eine bessere Strategie als deine Mitbewerber und prüfe, was du besser machen kannst als sie. Auch alternative Strategien können sinnvoll sein, da nie gesagt ist, dass die erste Strategie direkt auf Anhieb funktioniert.

Schritt 5: Marketing

Auch die Strategie muss sehr gut durchdacht werden. Schließlich musst du mit ihr zu deinen Zielen gelangen. Hier musst du dir vor allem überlegen, welchen Nutzen dein Unternehmen deinen Kunden bringt. Und wie kannst du diesen Nutzen am besten umsetzen? Überlege dir in jedem Fall eine bessere Strategie als deine Mitbewerber und prüfe, was du besser machen kannst als sie. Auch alternative Strategien können sinnvoll sein, da nie gesagt ist, dass die erste Strategie direkt auf Anhieb funktioniert.

Schritt 6: Rechtsform und Steuern

Ein sehr unbeliebtes, aber trotzdem sehr wichtiges Thema: Die Wahl der Rechtsform und alles rund um die Steuern. Hier schreibst du nieder, für welche Rechtsform du dich entschieden hast, welche Genehmigungen du für dein Unternehmen brauchst, wie dein Unternehmen heißen soll und alles weitere, was in Richtung Buchhaltung geht.

Schritt 7: Gründerteam und Organisation

In diesem Kapitel gibst du an, wie ihr als Firma organisiert seid. Hast du einen Partner? Wer ist alles in deinem Gründerteam? Hier muss ersichtlich werden, wer für was verantwortlich ist, welche Strukturen ihr noch aufbauen wollt, wer schon alles im Unternehmen tätig ist und wer noch dazu kommt. Auch die Meilensteine, die du mit deinem Unternehmen erreichen willst, werden hier eingetragen.

Schritt 8: Finanzen

Die Finanzen bilden den Hauptteil deines Businessplans und müssen sehr genau berechnet und überprüft werden. Hier solltest du dir möglichst keine Fehler erlauben. Wo steht ihr gerade mit eurem Unternehmen, wie viel Kapital benötigt ihr noch und wann ist der Break-Even-Point geplant? – All das sind wichtige Fragen, die in dem Finanz-Teil berücksichtigt werden müssen. Spätestens hier ist es sinnvoll, ein geeignetes Tool zur Hand zu haben, mit dem sich alles leichter ausrechnen lässt.

Schritt 9: SWOT-Analyse

Nach den ganzen Zahlen folgt anschließend die SWOT-Analyse. SWOT steht für Strengths, Weaknesses, Opportunities und Threats. Hier listest du also die Stärken, Schwächen, Stärken und Risiken deines Unternehmens auf und erklärst diese. Im nächsten Schritt müssen dann Maßnahmen getroffen werden, wie mit den Ergebnissen umgegangen wird, damit die Chancen maximiert und die Risiken minimiert werden können.

Executive Summary

Als letztes Kapitel folgt die Executive Summary, eine aussagekräftige Zusammenfassung deines Businessplans. Hier werden nochmal die wichtigsten Punkte deines Businessplans zusammengefasst, um den Investoren und Banken einen guten Überblick über dein Unternehmen zu geben. Erwähne hier also nochmal die wichtigsten Kernaussagen der Geschäftsidee, deines Teams, der Marktanalyse, der Chancen und Risiken und der Finanzierung.

Neben der Finanzierung musst du auch damit überzeigen, dass du dir Gedanken zum Standort, zu deiner Zielgruppe und auch zu Marketingstrategien sowie dem Vertrieb gemacht hast. Wer genau sind meine Kunden und wie erreiche ich sie? Warum ist genau dieser Standort so lukrativ? Wie hoch dürfen die Preise sein, damit meine Ware gekauft wird? Habe ich direkte Konkurrenten in meiner Nähe? Vertreibe ich auch online meine Produkte? Wie kommuniziere ich neue Angebote oder Aktionen? Damit du einen groben Überblick über die einzelnen Kapitel erhälst, die in deinem Businessplan aufgeführt werden sollten, wollen wir dir folgende Punkte zusammenfassen:

3. Gründungsformalitäten beachten

Wenn dein Businessplan soweit steht und du die Finanzierung geregelt hast, ist es an der Zeit sich über alle notwendigen Gründungsformalitäten Gedanken zu machen. Dazu zählt nicht nur die Rechtsform, sondern auch die Gewerbeanmeldung. Letzteres beansprucht nicht viel Aufwand, da du für Beantragung eines Gewerbescheins lediglich einen Termin beim örtlichen Gewerbeamt vereinbaren musst. Für eine Bearbeitungsgebühr, die je nach Region zwischen 20 und 70 Euro kosten kann, wird dir dann ein Gewerbeschein ausgestellt.

Für die Rechtsform musst du mehr Zeit einplanen. Denn du solltest dir vorher genau überlegen, welche der vielen Rechtsformen für dich und dein Unternehmen am sinnvollsten erscheint. Ob GbR, GmbH oder Einzelunternehmen – die Wahl der richtigen Rechtsform hängt von vielen Faktoren ab. Gründest du alleine, mit einem Partner oder einem Team? Wie hoch ist dein Startkapital? Welches Risiko bist du bereit einzugehen? Wie groß ist dein Unternehmen? Hier lohnt es sich auch Rat von Experten einzuholen, da diese dir die genauen Vor- und Nachteile der einzelnen Rechtsformen aufzeigen können. Warum du dich am Ende für eine bestimmte Rechtsform entscheidest, musst du auch in deinem Businessplan begründen.

4. Personal einstellen

Je nach Geschäftskonzept brauchst du Mitarbeiter bzw. Angestellte. Diesen Schritt darfst du nicht unterschätzen, da die Mitarbeiter am Erfolg deines Ladens maßgeblich beteiligt sind. Natürlich solltest du bei der Auswahl geeigneter Angestellter darauf achten, dass sie für ihre jeweiligen Aufgaben qualifiziert genug sind. Doch vor allem solltest du auf den „Team-Fit“ achten und auch ob sie bspw. gut im Umgang mit Kunden sind. Denn passt jemand nicht ins Team und ist kommunikativ ungeschickt, kann sich das schnell negativ auf dein gesamtes Unternehmen auswirken. Um Mitarbeiter bestens in dein Geschäft zu integrieren, kannst du auch Schulungen oder Fortbildungen anbieten.

5. Marketing und Vertrieb für deinen Laden

Um deine Produkte oder Dienstleistungen zu verkaufen und deine Zielgruppe ohne großen Streuverlust zu erreichen, musst du dir Gedanken über deine Vertriebswege machen und welche Marketingstrategien du einsetzen möchtest. Nutzt du einen Online-Shop oder verkaufst du deine Produkte auch über andere Verkaufsplattformen? Wie sollen die Kunden von deinem Laden erfahren? Über Außen- und Printwerbung, über Anzeigen im Internet und über soziale Netzwerke? Dabei solltest du heute nicht mehr auf eine eigene Webseite und eigene Social Media Accounts verzichten. Je nachdem welche Zielgruppe du erreichen möchtest, nutzt diese die sozialen Plattformen auch um sich einfach zu informieren. Wie sind dein Öffnungszeiten und gibt es aktuelle Angebote? Kannst du lokales Marketing nutzen wie Pop-up-Events oder regionale Kooperationen? Bei all deinen Entscheidungen ist es wichtig, dass du deine Kundschaft sehr gut kennst und weißt, wie du sie am besten erreichst.

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6. Versicherungen und Buchhaltung nicht vergessen

Für ein erfolgreiches Geschäft, ist die Buchhaltung essentiell. Diesen Bereich lagern viele gerne an externe Dienstleister ab, um sich vollkommen auf den Betrieb zu konzentrieren. Du kannst es aber auch selbst mithilfe von Buchhaltungsprogrammen erledigen. Diese helfen dir dabei, alle wichtigen Schritte zu beachten, sodass du auch alleine deine Buchhaltung erledigen kannst.

Besonders wichtig sind gewisse Versicherungen, die du unbedingt abschließen solltest. Dazu gehört natürlich die Krankenversicherung, aber auch bspw. eine Betriebshaftpflichtversicherung, eine Geschäftsinhaltsversicherung und auch einen Firmenrechtsschutz. Auch an dieser Stelle empfiehlt es sich Experten aufzusuchen und sich genau beraten zu lassen. Informiere dich auch am besten über die verschiedenen Tarife der unterschiedlichen Anbieter, sodass du das für dich günstigste Angebot findest.

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Ladeneröffnung in Corona-Zeiten: Regelungen

Da aufgrund der aktuellen Corona-Pandemie gesonderte Regelungen gelten, solltest du natürlich wissen, worauf du dich bei einer Ladeneröffnung zur dieser Zeit einlassen musst. Diese Regelungen beziehen sich besonders auf Hygiene- und Schutzmaßnahmen, die du in deinem Geschäft umsetzen musst:

  • Halte die Abstandsregelung ein und gewährleiste, dass alle Kunden mindestens 1,5 Meter Abstand zueinander halten können.
  • Weise darauf hin, wie die Kunden deinen Laden betreten sollen und wie die Wegeführung im Geschäft funktioniert.
  • Du solltest überall Kundenhinweise aufstellen, auf denen die Regeln zu sehen sind.
  • Deine Mitarbeiter sollten speziell geschult sein, Masken tragen und an der Kasse hinter Plexiglasscheiben arbeiten.
  • Je nach Größe deines Geschäfts, darf nur eine gewisse Anzahl an Kunden deine Geschäftsräume betreten.
  • Stelle sicher, dass du Spender für Desinfektionsmittel vor und auch im Geschäft positioniert hast.
  • Achte darauf, dass auch deine Kunden Masken tragen.

Fazit

Wenn du alle sechs Schritte während der Gründungsphase bedenkst, steht deinem Traum vom eigenen Laden nichts mehr im Weg. Je nach Themengebiet lohnt es sich auf die Ratschläge von Experten zu hören und sich weit im Voraus durch eine ausgiebige Recherche bestens zu informieren. Obwohl es momentan vielleicht ungünstig erscheint einen Laden zu eröffnen, solltest du dich davon nicht abschrecken lassen – ist deine Geschäftsidee wirklich gut, kannst du auch erfolgreich sein.

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Über den Autor

Autorenprofil: Lisa Goldner

Lisa Goldner

Nach ihrem Abitur 2013 entschied sich Lisa für ein Studium des Journalismus als auch der Unternehmenskommunikation und konnte durch den nahen Praxisbezug ein breit gefächertes Repertoire an Kenntnissen beider Branchen sammeln. Während des Studiums arbeitete sie als Assistenz der Öffentlichkeitsarbeit in einem öffentlich-rechtlichen Kulturbetrieb und erlernte somit auch essenzielle Aufgaben des Eventmanagements. Im Anschluss begann sie in Kiel den Masterstudiengang ”Angewandte Kommunikationswissenschaft“, in dem sie ihre Erfahrungen durch Projekte und wissenschaftliche Arbeiten besonders in den Bereichen Journalismus und Marketing ausbauen konnte. Seit Januar 2020 ist Lisa Volontärin in der Online-Redaktion von Gründer.de.

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