So machst du dich mit deiner eigenen Reinigungsfirma selbstständig

Reinigungsfirma gründen: Sauber in die Selbstständigkeit

Die Reinigungsbranche ist ein sehr vielfältiger Markt, der mehr Spezialisierungsmöglichkeiten bietet, als man im ersten Moment vielleicht annehmen würde. Zudem sind Reinigungskräfte ständig gefragt, denn überall, wo sich mehrere Menschen aufhalten, braucht es auch Reinigungskräfte. Wir erklären dir daher, wie du es schaffst, eine erfolgreiche Reinigungsfirma zu gründen.

Voraussetzungen für das Gründen einer Reinigungsfirma

Um eine Reinigungsfirma zu gründen brauchst du weder eine bestimmte Qualifikation noch einen Meistertitel, da Reinigungsfirmen zu den zulassungsfreien Handwerksberufen zählen. Dennoch kann es durchaus von Vorteil sein, wenn man eine Ausbildung als Reinigungskraft oder einschlägige Berufserfahrungen in dem Bereich hat. Da viele Reinigungskräfte den Gedanken haben sich selbstständig zu machen, kommen die erfolgreichsten Unternehmer auch aus dieser Branche. Daher lohnt es sich in jedem Fall, fachliche Erfahrungen in dem Bereich zu haben.

Eine Ausnahme stellt hier die Gebäudereinigung dar. Wenn du also eine Gebäudereinigungsfirma gründen möchtest, musst du eine staatliche anerkannte Ausbildung zum Gebäudereiniger absolviert haben. Grund dafür ist, dass die Berufsbezeichnung Gebäudereiniger im Gegensatz zu der Reinigungskraft geschützt ist und somit nur mit einer entsprechenden Qualifikation getragen werden darf.

Zudem gibt es auch einige persönliche Voraussetzungen die dazu beitragen können, dass ein Unternehmen erfolgreich gegründet werden kann. Darunter zählen beispielsweise der professionelle Umgang mit Kritik. Schließlich bist du Ansprechpartner für deine Mitarbeiter und für deine Kunden. Sollten dann Fragen oder Reklamationen kommen, musst du mit der Kritik umgehen und eine Lösung finden können. Ebenso ist es von Vorteil, wenn du sehr gute Kommunikationsfähigkeiten hast. Denn als Reinigungsfirma bist du im Dienstleistungsgewerbe tätig, was zu viel Kontakt mit anderen Menschen führt. Zudem ist auch körperliche Fitness eine wichtige Voraussetzung. Vor allem, wenn du selbst bei der Reinigung mit anpackst. Außerdem kann gerade die Gründungsphase sehr anstrengend und mit langen Arbeitszeiten verbunden sein.

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Die passende Geschäftsidee und Ausrichtung

Reinigungsfirmen gibt es viele. Daher musst du wissen, wie du dich von der Konkurrenz abheben kannst, um viele Kunden zu dir zu locken. Hier bietet es sich also an, sich auf ein Tätigkeitsfeld zu spezialisieren, welches die Konkurrenz noch nicht anbietet. Das können zum Beispiel Reinigungsarbeiten von gewerblichen, industriellen und öffentlichen Gebäuden sein. Dann kann es natürlich sein, dass andere technische Geräte erforderlich sind oder du Personal brauchst, was auf dem speziellen Gebiet ausgebildet ist. Das wäre beispielsweise der Fall, wenn man Fenster von Hochhäusern putzt. Auch die entsprechenden Versicherungen sollten dann miteinberechnet werden.

Bevor man sich für eine Spezialisierung entscheidet ist es jedoch sinnvoll, eine Marktanalyse durchzuführen. Hierbei sollte man folgende Fragen beantworten:

  • Wie viele potenzielle Kunden gibt es?
  • Lohnt sich die Reinigung von Gewerbebetrieben/ Sind genug Gewerberäume vorhanden?
  • Gibt es in meiner Umgebung viele Eigenheimsiedlungen, in denen sich der Service für Privatkunden rentiert?
  • Welche Zielgruppe zahlt am besten?
  • Wie ist die Konkurrenz aufgestellt?
  • Gibt es größere öffentliche Arbeitgeber?

Im Grunde ist die Ausrichtung deines Unternehmens somit von deinem Standort abhängig. In einer Stadt mit großem Gewerbegebiet kann sich eben am besten die Reinigung von Bürogebäuden anbieten – wenn es dort nicht schon zahlreiche Wettbewerber gibt. Wenn das der Fall ist, solltest du dir ein Alleinstellungsmerkmal überlegen. Das muss keine völlig neue Dienstleistung sein. Oft reicht es schon, wenn es du spezielle Rabattaktionen, die dich preiswerter als die Konkurrenz machen. Oder du bietest verschiedene Reinigungspakete an, die sich preislich für den Kunden und für dich rentieren.

Mögliche Spezialisierungen

Es gibt viele verschiedene Spezialisierungen, denen man sich als Reinigungsfirma widmen kann. Grob wir zwischen der Gebäudereinigung, der Industriereinigung und der Spezialreinigung unterschieden.

Gebäudereinigung:

  • Private Häuser und Wohnungen
  • Krankenhäuser
  • Einkaufszentren
  • Gastronomiebetriebe
  • Fassadenreinigung
  • Büroreinigung
  • Treppenhausreinigung

Industriereinigung:

  • Industrielle Reinigung
    • Lagerräume, Produktionsstätten, Anlagen
  • Baustellenreinigung

Spezialreinigungen:

  • Reinigung von öffentlichen Verkehrsmitteln
  • Medizinische Geräte
  • Tatortreinigung
  • Textilreinigung
  • Graffiti-Reinigung

Die passende Rechtsform wählen

Wer die eigene Reinigungsfirma gründen möchte, muss für diese natürlich auch eine geeignete Rechtsform wählen. Zu den gängigsten Rechtsformen zählen hier das Einzelunternehmen, die Unternehmergesellschaft und die GmbH. Grundsätzlich kann man aber natürlich auch zu anderen Rechtsformen greifen, wenn man diese als sinnvoller erachtet.

Wer als Einzelunternehmer tätig sein möchte und nicht allzu hohe Umsatzerwartungen hat, kann gut die Rechtsform des Einzelunternehmens für seine Reinigungsfirma wählen. Hierbei haftet man jedoch privat komplett für jegliche Schände und der Umsatz ist jährlich streng limitiert. Die Unternehmergesellschaft ist bei den mittelständischen Handwerksbetrieben am beliebtesten. Sie umfasst eine Haftungsbeschränkung was besonders bei geringem Startkapital sinnvoll ist. Als Stammkapital wird hier lediglich ein Euro benötigt, dann kann die UG gegründet werden. Bei einer GmbH ist ein Startkapital von 25.000 Euro notwendig, was besonders bei neu zu gründenden Unternehmen schwierig aufzubringen ist. Der Vorteil ist hier jedoch, dass die GmbH nur mit dieser Einlage haftet und nicht mit dem Privatvermögen.

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Finanzen richtig einplanen

Wenn du vorhast eine Reinigungsfirma zu gründen, ist es sehr wichtig, dass du dir einen genauen Plan über die Finanzen machst. Denn je nachdem auch welches Geschäftsmodell du setzt, kann es sein, dass ziemlich hohe Kosten anfallen können. Wenn du dich auf private Haushalte konzentrierst brauchst du beispielsweise keine so teuren Gerätschaften wie bei einer Industrieanlage. Der Finanzplan ist deswegen ein entscheidender Faktor, der bei der Gründung nicht außer Acht gelassen werden sollte.

Zudem werden für eine Reinigungsfirma auch ein Büro gebraucht, wo alle Aufträge abgewickelt werden und eventuell auch Gerätschaften gelagert werden können. Daher kommen auch laufende Mietkosten hinzu. Bei der Ausrüstung braucht man zudem mindestens eine Grundausstattung an Reinigungssachen und Geräten sowie ein Auto um zu den Auftraggebern zu fahren. Auch Schutzkleidung darf nicht vergessen werden, gerade wenn mit Chemikalien gearbeitet wird. Zusammengefasst können bei der Gründung folgende Kosten auf einen zukommen:

  • Beratungs- und Bürokratiekosten in der Gründungsphase
  • Kosten für Werbemaßnahmen
  • Anschaffungskosten für Ausrüstung
  • Laufende Betriebskosten, wie Miete, Lagerkosten und Strom
  • Materialkosten
  • Personalkosten
  • Versicherungen
  • Steuern

Die wichtigsten Genehmigungen beim Gründen einer Reinigungsfirma

Unabhängig davon, welche Rechtsform du für dein Unternehmen wählst, musst du dieses immer beim zuständigen Gewerbeamt anmelden. Nach dieser Gewerbeanmeldung meldet sich das Finanzamt automatisch bei dir für die steuerliche Erfassung. Sobald du diese ausgefüllt und zurückgeschickt hast, erhältst du eine Steuernummer und darfst Rechnungen ausstellen.

Durch die Anmeldung beim Gewerbeamt meldet sich auch die Industrie- und Handelskammer oder die Handwerkskammer bei dir. Denn durch die Anmeldung eines Gewerbes ist die Mitgliedschaft für die zuständige IHK oder HWK verpflichtend. Je nachdem, für welche Rechtsform du dich entschieden hast, ist auch ein Eintrag ins Handelsregister notwendig. Dies wäre beispielsweise bei der GmbH und UG der Fall. Zudem bist du verpflichtet, dich bei der zuständigen Berufsgenossenschaft zu melden. Dies musst du selbst tun, diese melden sich nicht automatisch bei dir. Die Berufsgenossenschaften sind die Träger der gesetzlichen Unfallversicherung für Unternehmen und deren Beschäftigte.

Als Letztes kann es als Inhaber einer Reinigungsfirma auch sinnvoll sein, Mitglied eines Bundesverbandes zu werden, welcher deine Interessen in der Branche bundesweit vertritt. Ein Beispiel für so einen Bundesverband wäre der Bundesinnungsverband für Gebäudedienstleister.

Die richtigen Versicherungen abschließen

Da bei der Gebäudereinigung immer mal etwas kaputt gehen kann, ist es bei der Gründung einer Reinigungsfirma essentiell wichtig, die passenden Versicherungen abzuschließen. Ansonsten kann es im Schadensfall schnell dazu kommen, dass die Existenz des Unternehmens gefährdet ist. Wichtig ist daher vor allem eine Betriebshaftpflichtversicherung, um sich gegen solche Risiken abzusichern. Hier ist es aber sehr wichtig, dass du bei verschiedenen Anbietern genau recherchierst, was alles genau im Versicherungspaket mit drin ist. Schließlich sollten alle deine Aktivitäten, die beim Reinigen eines Gebäudes anfallen, abgesichert sein. Auch eine Kfz-Versicherung ist wichtig, wenn du mehrere Fahrzeuge hast, mit denen deine Mitarbeiter unterwegs sind.

Fazit

Eine eigene Reinigunsfirma kann im Grunde jeder gründen. Wenn es sich dabei um keine Gebäudereinigung handelt, brauchst du dafür keinerlei spezielle Ausbildungen – wobei diese aber von großem Vorteil sein können. Ansonsten ist es wichtig, sich eine Spezialisierung auszusuchen, mit der man in der Branche tätig sein möchte. Die Konkurrenz ist groß, weswegen es wichtig ist, sich von dem Rest der Unternehmen abzuheben. Zudem musst du dir bewusst sein, dass gerade am Anfang viele Kosten auf dich zukommen können, da du erstmal die entsprechende Ausrüstung und Geräte einkaufen musst. Somit fallen gerade am Anfang der Gründe viele Kosten an. Beachtest du das alles, kannst du mit deiner Reinigungsfirma loslegen.

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Über den Autor

Autorenprofil: Leoni Schmidt

Leoni Schmidt

Nach ihrem Abitur studierte Leoni an der Fachhochschule des Mittelstands in Köln Medienkommunikation & Journalismus. In diesem Studium sammelte sie durch Praktika bei der Rheinischen Post und bei Antenne Düsseldorf viele praktische, journalistische Erfahrung. Neben ihres Studiums arbeitete sie als Werkstudentin bei einem Online-Magazin. Bei diesem wurde sie nach ihrem Studium übernommen und arbeitete dort in der Online-Redaktion. Im Mai 2019 wechselte sie dann zu Digital Beat und Gründer.de und arbeitet seitdem dort als Junior-Online-Redakteurin.

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