Alle Voraussetzungen und Genehmigungen im Überblick

Nagelstudio eröffnen: Selbstständig in die Kosmetikbranche

Wenn du schon länger davon träumst dich als Nageldesigner mit einem eigenen Nagelstudio selbstständig zu machen, dann gibt es einige Faktoren zu beachten. Denn Kreativität und Geschick reichen hier als Voraussetzungen leider nicht aus. Die Beauty-Branche boomt und immer mehr Friseursalons, Kosmetik- und Nagelstudios schießen aus dem Boden. Weil viele in Schönheit und Pflege investieren, ist die Kosmetikbranche wirtschaftlich vielversprechend. Wir zeigen dir in diesem Artikel auf, worauf es bei der Eröffnung eines Nagelstudios ankommt und welche Voraussetzungen du mitbringen musst.

Nagelstudio eröffnen: Fachliche Voraussetzungen

Um ein Nagelstudio eröffnen zu können, solltest du bereits einige fachliche Kompetenzen mitbringen. Viele die sich als Nageldesigner selbstständig machen, haben meist eine Ausbildung zum Friseur oder Kosmetiker absolviert. Zwar kannst du auch als Quereinsteiger ein Studio eröffnen, doch dann solltest du zumindest Kenntnisse über die notwendigen Materialen und die Produktchemie, über die Geräte und Werkzeuge, die Hygienevorschriften und Handwerkstechniken sowie die allgemeinen gesundheitlichen Grundlagen vorweisen. Du musst also das Handwerk verstehen und beherrschen, das du an deinen Kunden anwenden möchtest. Dafür werden auch regelmäßig Fortbildungen und Seminare angeboten, die du dann unbedingt wahrnehmen solltest.

Ein originelles Geschäftskonzept

Weil die Kosmetikbranche keine Nische ist und der Markt voller Konkurrenten ist, solltest du dir für dein Studio ein einzigartiges und originelles Geschäftskonzept überlegen. Wo ist im Vergleich zur Konkurrenz dein Alleinstellungsmerkmal? Was bekommen Kunden bei dir und kaum wo anders? Hier geht es also darum, deine eigene kleine Nische zu finden. Ob ein ganzheitliches Konzept wie Frisur, Make-up und Nägel in einem oder ein ganz typisches Nageldesign – grenze dich bewusst von deinen Mitbewerbern ab. Zum Alleinstellungsmerkmal kann also das Geschäftskonzept werden, aber auch die Einrichtung, ein besonderer Standort oder sogar eine ganz spezielle Zielgruppe. Frage dich vorher also was genau du willst und was du besser oder anders als die anderen Nagelstudios machst.

Eine weitere Möglichkeit ist natürlich die Eröffnung eines Nagelstudios als Franchise-Unternehmen. Hier musst du keine aufwendige Geschäftsidee entwickeln und nach einem Alleinstellungsmerkmal suchen. Denn mit einem Franchise-Unternehmen übernimmst du den Namen und das Geschäftskonzept einer Unternehmenskette, dessen Modell sich bereits bewährt hat. Zwar hast du hier weniger Entscheidungsfreiheit, aber die Gründung verläuft mit mehr Sicherheit. Du leitest dann dein Geschäft, zahlst aber für die Nutzung des Markennamens, die einheitliche Aufmachung und das Vertriebssystem Gebühren. Diese Art der Selbstständigkeit ist besonders für Unternehmer geeignet, die gründen wollen und weniger risikobereit sind.

Ein überzeugender Businessplan

Wenn die Idee deines Nagelstudios steht, solltest du dich an deinen Businessplan setzen. In diesem beschreibst du dein Geschäftskonzept, deine Zielgruppe und alle anfallenden Kosten. Durch die Beschreibung der Idee und einem realistischen und ausführlichen Kostenplan, kannst du Geldgeber und Investoren von deinem Projekt überzeugen. Denn ein Nagelstudio zu eröffnen erfordert ein gewisses Kapital, das die meisten nicht mal eben auf dem Sparbuch haben. Daher solltest du dir Gedanken machen, wie du dich finanzieren kannst. Was kosten die Geräte, die Einrichtung und Materialien und wie finanzierst du dich in den ersten Jahren deiner Selbstständigkeit? Ist dein Businessplan wirklich gut ausgearbeitet, kannst du damit zu Banken gehen und um einen Kredit bitten. Damit du mit deinem Businessplan Investoren überzeugst, wollen wir dir kurz auflisten, welche wichtigen Themen du in diesem behandeln musst:

  • Geschäftsidee und -konzept
  • Zielgruppe
  • Markt- und Konkurrenzanalyse
  • Businessstrategie
  • Rechtsform
  • Gründerteam und Organisation
  • Marketing
  • Finanzplan

Formelle Voraussetzungen

Um ein Nagelstudio zu eröffnen, musst du nicht nur fachliches Know-how mitbringen, sondern auch einige Genehmigungen erlangen. Damit du alle erforderlichen Formalitäten erfüllst, listen wir dir diese im Folgenden auf.

Gewerbe anmelden

Ohne eine Gewerbeanmeldung, kannst du kein Nagelstudio eröffnen. Daher solltest du dir bei dem zuständigen Gewerbeamt in deiner Nähe einen Termin geben lassen. Informiere dich vorher auf der jeweiligen Webseite des Amts, welche Unterlagen du dafür benötigst. Da die Ämter unterschiedlich arbeiten, unterscheiden sich auch die Bearbeitungsgebühren. Deshalb kann die Anmeldung eines Gewerbes zwischen 20 und 60 Euro kosten. Wie viel du also ausgeben musst, erfährst du bei deinem lokalen Amt.

Wenn du dein Gewerbe angemeldet hast, übermittelt das Gewerbeamt deine Daten an das Finanzamt. Dieses überprüft die Unterlagen und sendet dir im Anschluss die Steuernummer zu. Mit dieser Steuernummer ist es dir dann erlaubt, Rechnungen an deine Kunden auszustellen.

Mitgliedschaft bei der IHK

Als Inhaber eines Nagelstudios bist du verpflichtet, Mitglied bei der Industrie- und Handelskammer zu werden. Obwohl man zuerst vermuten würde, dass die Tätigkeit als Nageldesigner eher einem handwerksähnlichen Gewerbe entspricht und somit der Handwerkskammer zugeordnet wird, trifft dies hier nicht zu. Nach dem Gesetz wird das Führen eines Nagelstudios als Teilbereich des Kosmetikberufs angesehen und aufgrund des geringen Ausbildungsbedarfs und dem deutlich eingeschränkten Umfang der Tätigkeit, ist deshalb die IHK zuständig. Die IHK wird nach der Gewerbeanmeldung von deiner Gründung informiert und meldet sich dann bei dir. Durch die Mitgliedschaft in der Kammer kannst du diverse Beratungen und Angebote in Anspruch nehmen.

Berufsgenossenschaft

Ebenso wie die Mitgliedschaft in der IHK, musst du dich auch als Mitglied in der Berufsgenossenschaft Kosmetik und Fußpflegebetriebe Deutschlands e. V. anmelden. Berufsgenossenschaften sind Träger der gesetzlichen Unfallversicherung für Unternehmen und deren Beschäftigte. Bei der Berufsgenossenschaft musst du dich aktiv melden und das unmittelbar nach deiner Gründung, denn diese für die gesundheitlichen Aspekte deines Unternehmens zuständig ist.

Handelsregistereintrag

Je nachdem für welche Rechtsform du dich entschieden hast, ist eine Eintragung ins Handelsregister notwendig. Wenn du also eine GmbH, eine UG oder ein Einzelunternehmen gegründet hast, bist du verpflichtet dein Nagelstudio im Handelsregister eintragen zu lassen.

Marketing

Nach all den Formalitäten gilt es nun dein Nagelstudio bekannt zu machen. Denn wenn deine potentiellen Kunden nichts von deinem Studio wissen, kannst du auch keine Umsätze erwirtschaften. Daher ist das Marketing ein ganz entscheidender Faktor. Dafür musst du aber genau wissen, wer deine Zielgruppe ist und wie du diese dann auch erreichen kannst. Grundsätzlich gibt es drei wichtige Marketingstrategien, auf die du nicht verzichten solltest.

Eigene Webseite

Eine eigene Webseite ist heutzutage nicht mehr wegzudenken. Denn diese ist nicht nur ein wichtiges Aushängeschild, sondern eine elementare Plattform um deine Kunden über alles Wichtige zu informieren. Hier können diese die Preise und Angebote checken, sich über deine Hygienestandards erkunden und sich anhand deiner Nageldesigns inspirieren lassen. Dafür kannst du Kunden um Erlaubnis fragen, ihre Nägel zu fotografieren und als Beispiele offerieren. Genauso transparent sollte dein Team präsentiert werden, falls du Mitarbeiter beschäftigst. Bilde jeden mit Foto und Namen ab, sodass die Kunden bereits im Voraus Nähe zu deinem Team aufbauen können.

Google Ads

Damit deine Kunden dich auch finden können, solltest du bei Google sichtbar sein. Das kannst du mit Google Ads erreichen. Mit Google Ads kannst du dann Anzeigen und Werbebeiträge schalten, die dann zielgerichtet potenziellen Kunden angezeigt werden. Durch regionale Schaltung, erreichst du bspw. Kunden, die direkt in der Nähe deines Nagelstudios wohnen. Nutze also diesen Vorteil, auch wenn es dich etwas Budget kostet.

Social Media

Eine kostenlose Variante sind Social Media Plattformen. Errichte dafür einfach ein Profil auf Facebook, Instagram oder Co., um auf dein Studio aufmerksam zu machen. Dafür solltest du diese Profile auch regelmäßig aktualisieren, neue Nageldesigns zeigen, deine Räumlichkeiten präsentieren und auch gerne deine Mitarbeiter zeigen. Versuche wirklich „Einblicke“ zu gewähren und den Kunden zu zeigen, dass du immer aktuell bist, die neusten Trends verfolgst und mit Usern auch interagierst. Um die Reichweite deiner Beiträge zu erhöhen, nutze oft verwendete und branchenspezifische Hashtags, über die dich die Nutzer finden können. Eine richtige Vernetzung, auch und vor allem mit deinen Kunden, ist hier sehr wichtig.

Fazit: Nagelstudio eröffnen

Wenn du ein eigenes Nagelstudio eröffnen möchtest, musst du dir darüber klar werden, dass eine originelle Geschäftsidee essentiell ist. Grenze dich von deinen Konkurrenten ab und versuche durch Aktualität, Transparenz und Kreativität Kunden für dein Studio zu begeistern. Obwohl der Markt gesättigt ist, Menschen aber gerne in ihre Schönheit investieren, kann sich ein Nagelstudio trotzdem rentieren. Suche also nach deinem Alleinstellungsmerkmal und kommuniziere dieses auch, sodass Kunden schnell verstehen, was sie bei dir bekommen können.

Über den Autor

Autorenprofil: Lisa Goldner

Lisa Goldner

Nach ihrem Abitur 2013 entschied sich Lisa für ein Studium des Journalismus als auch der Unternehmenskommunikation und konnte durch den nahen Praxisbezug ein breit gefächertes Repertoire an Kenntnissen beider Branchen sammeln. Während des Studiums arbeitete sie als Assistenz der Öffentlichkeitsarbeit in einem öffentlich-rechtlichen Kulturbetrieb und erlernte somit auch essenzielle Aufgaben des Eventmanagements. Im Anschluss begann sie in Kiel den Masterstudiengang ”Angewandte Kommunikationswissenschaft“, in dem sie ihre Erfahrungen durch Projekte und wissenschaftliche Arbeiten besonders in den Bereichen Journalismus und Marketing ausbauen konnte. Seit Januar 2020 ist Lisa Volontärin in der Online-Redaktion von Gründer.de.