Die verschiedenen Rechtsformen für UnternehmenQuelle: amnaj - stock.adobe.com

Wer ein Unternehmen gründen will, muss sich für eine passende Rechtsform entscheiden. Wir geben dir einen Überblick über die verschiedenen Rechtsformen

Es gibt viele gute Gründe zu gründen und ebenso viele gute Geschäftsideen, die sich mit einer Gründung verwirklichen lassen. Das Netz hat viele neue Möglichkeiten geschaffen, jedoch ist eins gleich geblieben: Irgendwann wird es bürokratisch. Davon brauchst du dich aber nicht abschrecken zu lassen. Wir geben dir einen Überblick, welche Rechtsformen es für Unternehmen in Deutschland gibt. Somit kannst du selbst entscheiden, welche am besten zu dir passt.

Folgende Rechtsformen wollen wir uns im Überblick in diesem Artikel anschauen:

  • Einzelunternehmen
  • Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR)
  • Offene Handelsgesellschaft (OHG)
  • Kommanditgesellschaft (KG)
  • Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH)
  • GmbH & Co. KG
  • Ein-Personen-GmbH
  • Unternehmergesellschaft (UG)
  • Limited
  • Partnerschaftsgesellschaft (PartG)
  • eingetragene Genossenschaft (eG)
  • Aktiengesellschaft (AG)

Welche Rechtsform passt zu meinem Unternehmen?

Ein Unternehmen zu gründen bringt viele Vorteile mit sich. Allein mit einem Gewerbeschein kannst du Steuervorteile, etwa für Geschäftsessen, Büroausstattung oder Geschäftsreisen, geltend machen. Du wirst Mitglied der Industrie- und Handelskammer, zahlst aber erst ab einem Jahresgewinn von über 5.200 Euro Mitgliedsbeiträge über die einmalige Basisgebühr hinaus. Die Mitgliedschaft in der IHK ist verpflichtend, bietet aber auch den Vorteil, dass du Zugang zu ihrem vielseitigen Kurs- und Beratungsangebot bekommst.

Wenn dein Business-Konzept vorsieht, dass regelmäßig größere Geldbeträge fließen oder du mit deiner Gründung größere finanzielle Risiken eingehst, ist es sinnvoll über die passende Unternehmensform nachzudenken. Denn dann stellt sich nicht nur die Frage nach der Steuer, sondern auch nach der Haftung. Auch wenn du nicht allein gründest, ist die gewählte Rechtsform relevant. Denn manche Rechtsformen, allen voran der „Einzelunternehmer“, sehen weitere Beteiligte nicht vor.


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Die Rechtsformen für Unternehmen in Deutschland im Überblick

An dieser Stelle geben wir dir einen kompakten Überblick über die Rechtsformen für Unternehmen, die du in Deutschland wählen kannst. Dadurch sollte es dir leichter fallen, die passende Form für dein Unternehmen auszuwählen.

1. Das Einzelunternehmen

Beim Einzelunternehmen handelt es sich um die einfachste der Rechtsformen in Deutschland. Im Grunde ist jeder, der ein Business startet, ein Einzelunternehmen bzw. Einzelunternehmer.

Ab wann muss ich ein Einzelunternehmen ins Handelsregister eintragen lassen?

Wenn dein Business nicht einfach nur unter deinem Klarnamen oder deiner Berufsbezeichnung läuft, sondern eine richtige Firma mit Firmenname werden soll, musst du dich ins Handelsregister eintragen lassen. Optional ist die Eintragung hingegen für Kleingewerbetreibende und Freiberufler. In das Register werden Name, Rechtsform, Inhaber und Firmensitz eingetragen. Darüber hinaus gibt der Eintrag unter anderem auch Auskunft darüber, ob gerade ein Insolvenzverfahren läuft. Durch die Möglichkeit, sich als Dritter genauer über das Unternehmen zu informieren, ist der Eintrag ins Handelsregister mit einem Mehr an Seriosität verknüpft. Wie aus der Bezeichnung „Einzelunternehmen“ abzuleiten ist, kann bei dieser Rechtsform nur eine Person als Geschäftsführer/in auftreten.

Wer haftet bei dem Einzelunternehmen in welcher Höhe?

Bei der Rechtsform des Einzelunternehmers gilt eine uneingeschränkte Haftung mit dem Privatvermögen. Der Einzelunternehmer haftet also mit seinem kompletten Privatvermögen für alle Verbindlichkeiten innerhalb der Firma.

Wann darf man ein Einzelunternehmen gründen?

Im Grunde ist jeder ein Einzelunternehmer, wer eine Geschäftstätigkeit aufnimmt und keine besondere Rechtsform wählt. Nach den Anmeldungen beim Gewerbeamt und Finanzamt kann man sofort loslegen.

Gibt es für das Einzelunternehmer ein vorgeschriebenes Mindestkapital?

Bei dem Einzelunternehmen ist entsprechend kein Mindestkapital nötig. So kannst du also komplett ohne Geld dein Unternehmen starten.

Einzelunternehmen: Definition und Bedeutung

2. Die Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR)

Bei der Gesellschaft bürgerlichen Rechts handelt es sich um die einfachste Rechtsform der Personengesellschaften. Sie wird oft von Unternehmern gewählt, die kein Handelsgewerbe betreiben.

Was ist eine Gesellschaft bürgerlichen Rechts?

Wenn du mit einem oder mehreren Partnern gründen willst, ist die GbR eine geeignete Rechtsform. Die Eintragung ins Handelsregister ist für Gesellschaften bürgerlichen Rechts optional. Auch die Formalitäten beschränken sich auf ein Minimum. Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie empfiehlt auf seinem Gründer-Portal existenzgründer.de jedoch, einen Vertrag unter den Beteiligten auszuhandeln. Immerhin haftet die GbR nicht nur mit dem Gesellschaftsvermögen. Ebenfalls wird auch das Privatvermögen ihrer Gründer zur Haftung hinzugezogen.

Wer haftet bei der Gesellschaft bürgerlichen Rechts in welcher Höhe?

Genauso wie bei dem Einzelunternehmen haften ebenfalls bei der Gesellschaft bürgerlichen Rechts alle Gesellschafter mit ihrem Privatvermögen. Das bedeutet, dass die Gläubiger ihr Geld theoretisch von jedem Gründer verlangen können.

Gibt es für die Gesellschaft bürgerlichen Rechts ein vorgeschriebenes Mindestkapital?

Auch hier gibt es keine Regel, die ein bestimmtes Startkapital vorgibt. Deswegen können auch hier die Gründer völlig ohne Geld ihr Unternehmen starten.

GbR gründen: Definition, Bedeutung und Tipps

3. Die Offene Handelsgesellschaft (OHG)

Bei der Offenen Handelsgesellschaft handelt es sich auch um eine Personengesellschaft, bei der sich alle Gesellschafter aber mündlich über alles einigen können.

Für wen ist eine Offene Handelsgesellschaft geeignet?

Die Offene Handelsgesellschaft ist eine weitere Rechtsform, für die kein Mindestkapital erforderlich ist. Ebenfalls ist die Gründung mit Geschäftspartnern erlaubt. Allerdings können nur Kaufleute eine OHG gründen. Für Kleingewerbetreibende ist sie daher nicht geeignet. Gehaftet wird hier zunächst mit dem Geschäfts- und dann mit dem Privatvermögen. Der Umstand, dass die OHG ins Handelsregister eingetragen werden muss und die Beteiligten auch privat haften, verschafft der OHG einen guten Ruf. Wer persönlich haftet, so die Logik, zeigt entsprechend viel Einsatz und agiert verantwortungsvoll statt risikofreudig.

Wer darf eine Offene Handelsgesellschaft gründen?

Für eine Offene Handelsgesellschaft müssen sich mindestens zwei Personen zusammenschließen. Sobald sich beide, bzw. alle Gesellschafter einig darüber sind, dass sie das Unternehmen zusammen starten wollen, gilt das Unternehmen als gegründet.

Wer übernimmt bei der Offenen Handelsgesellschaft dir Geschäftsführung?

Theoretisch wird bei dieser Rechtsform die Geschäftsführung von allen beteiligten Gesellschaftern übernommen. Soll dies anders geregelt werden, muss dies im Gesellschaftsvertrag genauer definiert werden.

4. Die Kommanditgesellschaft (KG)

Diese Rechtsform ist auch eine Personengesellschaft, die oft gewählt wird, wenn der führende Gründer einen zusätzlichen Gesellschafter benötigt, der nur sein Geld mit in das Unternehmen einbringen soll.

Wer haftet bei einer Kommanditgesellschaft?

Für Gründungsvorhaben, an denen eine oder mehrere Personen beteiligt sind, und bei denen weitere Teilhaber dazukommen sollen, ist die Kommanditgesellschaft eine in Frage kommende Rechtsform. Hier besteht das Unternehmen aus dem Komplementär oder mehreren Komplementären, die dazu als Geschäftsführer auftreten und den Kommanditisten, die über eine Einlage am Unternehmen beteiligt sind. Der Komplementär oder die Komplementäre tragen das größte Risiko. Sie haften mit ihrem Privatvermögen. Die Kommanditisten hingegen haften mit ihren Einlagen. Der Vorteil ist hier die Möglichkeit mit mehr Startkapital gründen zu können.

Wer übernimmt bei einer Kommanditgesellschaft die Geschäftsführung?

Der Komplementär ist in diesem Fall für die Geschäftsführung verantwortlich und vertritt das Unternehmen in allen Angelegenheiten. Die Kommandisten haben hingegen lediglich Kontrollrechte.

Muss die Kommanditgesellschaft (KG) ins Handelsregister eingetragen werden?

Eine Eintragung ins Handelsregister ist bei der Kommanditgesellschaft vorgeschrieben.

5. Die Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH)

Bei der Gesellschaft mit beschränkter Haftung handelt es sich um eine Kapitalgesellschaft, die einfacher gegründet werden kann, als eine Aktiengesellschaft.

Was ist eine Gesellschaft mit beschränkter Haftung?

Die GmbH bietet den großen Vorteil, dass der Unternehmer hier nicht mit seinem Privatvermögen haftet, sondern stattdessen mit dem gesamten Gesellschaftsvermögen. Für die Gründung einer GmbH ist dabei eine Kapitaleinlage von mindestens 25.000 Euro erforderlich. Erst wenn Kredite aufgenommen werden, sind private Sicherheiten erforderlich.

Muss die GmbH ins Handelsregister eingetragen werden?

Eine GmbH zu gründen ist mit dem Eintrag ins Handelsregister und der Pflicht zur doppelten Buchführung verbunden. Dies kann aber auch Steuervorteile mit sich bringen.

Wer darf eine Gesellschaft mit beschränkter Haftung gründen?

Eine Gesellschaft mit beschränkter Haftung darf nur von einer Person gegründet werden. Hier dürfen aber beliebig viele Personen als Gesellschafter auftreten. Hierfür muss ein Gesellschaftsvertrag beurkundet werden.

GmbH gründen: Definition und Bedeutung

6. Die GmbH & Co. KG

Bei dieser Rechtsform handelt es sich um die Mischform zweier Rechtsformen.

Was ist eine GmbH & Co. KG?

Diese Rechtsform ist, wie die Bezeichnung schon vermuten lässt, eine Mischung aus Kommanditgesellschaft und Gesellschaft mit beschränkter Haftung. Sie erlaubt es, mehr Kapitalgeber als Gesellschafter mit ins Boot zu holen und die GmbH zum haftenden Komplementär zu machen, bei dem dann auch die Entscheidungsbefugnis liegt.

Wer haftet bei einer GmbH & Co. KG?

Bei der GmbH & Co. KG wird die GmbH zum Komplementär und haftet dadurch als sogenannte Komplementär-GmbH nur beschränkt in Höhe ihres Kapitals. Bei einer normalen KG haftet jedoch der Komplementär unbeschränkt mit seinem Privatvermögen.

Muss eine GmbH & Co. KG ins Handelsregister eingetragen werden?

Die GmbH & Co. KG muss wie eine normale GmbH auch, ins Handelsregister eingetragen werden. Mit dem Eintrag gelten die Rechte und Pflichten des Handelsgesetzbuches.

 

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7. Die Ein-Personen-GmbH

Bei der Ein-Personen-GmbH handelt es sich um eine handelsübliche GmbH, mit dem Unterschied, dass sie von einer einzelnen Person gegründet wird. Diese Art der GmbH eignet sich daher für Einzelunternehmer, für die es einen steuerlichen Vorteil darstellt, als alleiniger Angestellter der GmbH aufzutreten. Wie auch bei der regulären GmbH, haftet man hier deshalb mit dem gesamten Gesellschaftsvermögen. Zudem muss man mindestens 25.000 Euro Kapitaleinlage aufbringen, sich ins Handelsregister eintragen lassen und doppelt Buch führen.

8. Die Unternehmergesellschaft (UG)

Die Unternehmergesellschaft ist eine Sonderform der GmbH und zählt ebenfalls zu den Kapitalgesellschaften.

Wie hoch ist das Stammkapital bei einer Unternehmergesellschaft?

Diese Rechtsform wird auch 1-Euro-GmbH genannt. Sie eignet sich für alle, die die Haftung beschränken wollen, aber keine 25.000 Euro Kapitaleinlage aufbringen können oder wollen. Eine Kapitaleinlage ist ebenfalls bei der UG verpflichtend, allerdings beläuft sich die Mindestsumme auf einen Euro. Der Gründer verpflichtet sich hier jedoch, 25% seiner jährlichen Überschüsse zu nutzen, um ein Stammkapital aufzubauen.

Wer kann eine Unternehmergesellschaft gründen?

Eine Unternehmergesellschaft kann schon von einem Gesellschafter gegründet werden. Mehrere Gründer sind aber ebenfalls möglich.

Womit wird bei einer Unternehmergesellschaft gehaftet?

Gehaftet wird bei der Unternehmergesellschaft ebenfalls mit dem Unternehmensvermögen. Das macht diese Rechtsform dadurch gerade für kleine Gründer attraktiv.

Mehr dazu findest du zudem auf Gründer.de in den Gastbeiträgen von ug.de und Recht 24/7.

9. Limited

Bei der Limited handelt es sich um eine Kapitalgesellschaft und um eine englische Rechtsform. Sie wird mit Ltd. abgekürzt und ist das Gegenstück zur deutschen Unternehmergesellschaft (UG).

Wie kann man eine Limited gründen?

Wer eine Limited gründen möchte braucht dafür keinen englischen Pass. Eine Voraussetzung ist allerdings eine Büroadresse in Großbritannien. Dafür muss der Gründer aber kein Büro im Land selber anmieten, denn mittlerweile existieren sehr viele Dienstleister, die eine zustellbare Postadresse zur Verfügung stellen. Darüber hinaus muss der Gründer sich beim Handelsregister und beim Gewerbeamt in Deutschland anmelden.

Wer haftet bei einer Limited?

Was die Haftung betrifft stehen die Gründer und weitere Mitgesellschafter nur mit der Einlage zur Verfügung. Eine Haftung mit dem Privatvermögen gibt es nicht. Wer also nur mit einem Pfund Stammkapital sein Unternehmen startet, haftet auch nur mit dieser Summe.

Was kostet die Gründung einer Limited?

Die Gründung einer Limited ist vergleichsweise sehr günstig. Viele Agenturen bieten ein Starterpaket ab 300 Euro an. Dort enthalten sind einmalige Gründungsformalitäten in Höhe von 100 Euro. Dazu kommen 200 Euro für laufende Servicegebühren, wie zum Beispiel eine Büroadresse. Ein vorgeschriebenes Startkapital gibt es bei einer Limited nicht. So reicht auch ein Pfund, um eine Limited gründen zu können.

Limited gründen: Vorteile und Nachteile im Check

10. Welche Rechtsformen gibt es noch?

Der Vollständigkeit halber folgt an dieser Stelle ebenfalls ein Überblick über jene Rechtsformen, die für Gründer in der Regel weniger interessant sein dürften:

Für Angehörige der freien Berufe, also Ärzte und in anderen Heilberufen Tätige, Anwälte, Architekten, Journalisten und Andere, bietet die Partnerschaftsgesellschaft (PartG) die Möglichkeit, sofern es die Berufsordnung zulässt, gemeinschaftlich zu gründen.

Ab drei Gründern, oder in diesem Fall drei Genossen, ist die Gründung einer eingetragenen Genossenschaft (eG) dementsprechend möglich. Hierzu muss allerdings eine Satzung ausgearbeitet werden, in der auch festzuhalten ist, wie hoch die Genossenschaftseinlage ausfällt, wie weit die Haftung der Genossenschaft geht und wie die rechtlich verbindliche Generalversammlung vonstatten geht. Eine Eintragung ins Genossenschaftsregister ist notwendig und wie andere Kapitalgesellschaften auch, ist die eingetragene Genossenschaft zum Erstellen eines Jahresabschlusses verpflichtet, der genauso von einem Genossenschaftsverband geprüft wird. Die Umsetzung der in der Satzung festgelegten Unternehmensziele ist außerdem bindend.

Die Aktiengesellschaft (AG) als Rechtsform bringt einen ähnlichen bürokratischen Aufwand mit sich wie die Genossenschaft. Statt mit einer Satzung wird hier mit einem Gesellschaftsvertrag gearbeitet. 50.000 Euro Grundkapital sind zur Gründung einer AG nötig, wobei die Haftung für den einzelnen Anteilseigner sich auf eine Summe in Höhe seiner Einlage beschränkt. Hier existiert auch die Spielart der „kleinen AG“ für Einzelgründer.

Eingetragene Genossenschaft: Für Teams und Kooperationen

Wie wechselt man die Rechtsform?

Wenn sich die Bedingungen ändern, ist es natürlich möglich, die Rechtsform zu wechseln. Dies geschieht nach dem Umwandlungsgesetz (UmwG). Gründe für die Rechtsformänderung können beispielsweise ein starkes Wachstum des Unternehmens sein oder das geplante Hinzukommen oder Ausscheiden von Beteiligten.
Die Rechtsform ändert sich in manchen Fällen aber auch von selbst, wenn sich die Tätigkeit ändert oder einer der Beteiligten zu anderen Konditionen am Unternehmen beteiligt ist. So wird aus einer GbR, die ein Handelsgeschäft aufnimmt, dadurch eine OHG. Während eine KG und eine OHG, die ihr Handelsgewerbe aufgeben, zur GbR werden.

Zusammenfassung: Die Rechtsformen und ihre Möglichkeiten im Überblick

Da das nun viele Informationen zu den verschiedenen Rechtsformen für Unternehmen waren, gibt es hier nochmal eine kurze Zusammenfassung mit den wichtigsten Informationen zu den einzelnen Rechtsformen:

Einzelunternehmen:

  • Entscheidungsbefugnis: Alleinentscheidungsbefugnis des Inhabers
  • Haftung: unbeschränkt mit Geschäfts- und Privatvermögen
  • Gründerzahl: 1
  • Kapital/ Mindesteinzahlung: kein festes Kapital, keine Mindesteinlage vorgegeben

Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR):

  • Entscheidungsbefugnis: Gemeinsame Geschäftsführung und Vertretung durch alle Gesellschafter
  • Haftung: Gesellschaft und Gesellschafter (auch Privatvermögen) für Gesellschaftsschulden
  • Gründerzahl: mindestens 2
  • Kapital/ Mindesteinzahlung: kein festes Kapital, keine Mindesteinlage vorgegeben

Offene Handelsgesellschaft (OHG):

  • Entscheidungsbefugnis: Einzelgeschäftsführung jedes Gesellschafters
  • Haftung: Gesellschaft und Gesellschafter (auch Privatvermögen) für Gesellschaftsschulden
  • Gründerzahl: mindestens 2
  • Kapital/ Mindesteinzahlung: kein festes Kapital, keine Mindesteinlage vorgegeben

Kommanditgesellschaft (KG)

  • Entscheidungsbefugnis: Grundsätzliche persönlich haftende Gesellschafter; in bestimmten Fällen Beteiligung der Kommanditisten erforderlich
  • Haftung: Komplementäre (persönlich haftende Gesellschafter) unbeschränkt, Kommanditisten jedoch in Höhe der Einlage
  • Gründerzahl: mindestens 2
  • Kapital/ Mindesteinzahlung: kein festes Kapital, keine Mindesteinlage vorgegeben, jedoch Kommanditeinlagen für Kommanditisten

Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH)

  • Entscheidungsbefugnis: Geschäftsführer Geschäftspolitik: Gesellschafterversammlung
  • Haftung: nur mit Gesellschaftsvermögen; gegebenenfalls persönliche Haftung des Geschäftsführers
  • Gründerzahl: mindestens 1
  • Kapital/ Mindesteinzahlung: Mindeststammkapital: 25.000 Euro, mindestens 12.500 Euro müssen bar oder in Sachwerten bei Gründing eingezahlt werden

Unternehmergesellschaft (UG)

  • Entscheidungsbefugnis: Geschäftsführer Geschäftspolitik: Gesellschafterversammlung
  • Haftung: nur mit Gesellschaftsvermögen; gegebenenfalls persönliche Haftung des Geschäftsführers
  • Gründerzahl: mindestens 1
  • Kapital/ Mindesteinzahlung: Mindeststammkapital: 1 Euro, vollständige Einzahlung bei der Gründung erforderlich, nur Bargründung möglich

Lass Dich beraten!

Wenn sich abzeichnet, dass dein Gründungsvorhaben größer oder risikoreicher ist oder du unter dem Namen deiner Firma auftreten willst, solltest du dir über die passende Rechtsform Gedanken machen und einen Überblick verschaffen. Natürlich gehört es dazu, dass du dich in diesem Fall eigenständig und umfassend informierst. Hierzu soll dir dieser Beitrag einen ersten Überblick über die Rechtsformen vermitteln. Mehr Informationen findest du dazu ebenfalls beim Existenzgründerprotal des BMWi. Auch die Handwerkskammer oder die Industrie- und Handelskammer deiner Stadt sind Anlaufstellen, an die du dich wenden kannst. Bei den Existenzgründer-Seminaren der IHK wird der möglichen Rechtsformen in der Regel ebenfalls ein eigenes Kapitel gewidmet. Einzelheiten indessen kannst du mit auf Gründer spezialisierten Rechtsanwälten besprechen.

In den meisten Fällen solltest du dich bei deiner Unternehmensgründung beraten lassen

In den meisten Fällen ist es sinnvoll, sich bei der Wahl der Rechtsform beraten zu lassen – Foto: pixabay – Free-Photos

Fragen und Formalitäten

Fragen, die bei der Wahl der Rechtsform ebenfalls zu beantworten sind, sind immer:

  • Wie viele Personen gründen?
  • Wie viel Entscheidungsgewalt sollen die Gründer haben?
  • Wer haftet?
  • Welche Summe an Kapitaleinlage ist nötig?
  • Soll die weitere Kapitalbeschaffung erleichtert werden?

Wie wir zuvor oben gesehen haben, fällt je nach gewählter Unternehmensform unterschiedlicher bürokratischer Aufwand an. Die Gründung einer AG ist jedoch mit vielen Formalitäten verbunden. Bei der Gründung relativ unkompliziert sind hingegen Einzelunternehmen, GbR, GmbH und UG (haftungsbeschränkt).

Zahlen

Das schlägt sich ebenfalls in den Zahlen nieder. Laut dem Bonner Institut für Mittelstandsforschung wurden im Jahr 2018 198.203 Einzelunternehmen, 49.628 GmbHs, 12.645 GbRs, 10.053 UGs und 7.180 GmbH & Co. KGs gegründet. Das heißt, lediglich 757 Unternehmen entschieden sich für eine Offene Handelsgesellschaft, 415 für eine Kommanditgesellschaft, 199 für eine Aktiengesellschaft, 134 für eine Genossenschaft und 388 für sonstige Rechtsformen.

Rechtsformen für Unternehmen im Überblick: Unser Fazit

Anders als das Ausarbeiten von guten Geschäftsideen, ist die Auseinandersetzung mit den formellen Fragen der Gründung jedoch ein sehr trockenes Thema, bei dem der Teufel im Detail steckt. Aber da müssen Gründer durch. Immerhin wäre es mehr als ärgerlich, mit seinem gesamten Privatvermögen zu haften, obwohl es vermeidbar wäre oder es sich bei der Kapitalbeschaffung unnötig schwer zu machen. Du bist mit der Frage nach der für dich und dein Business passenden Rechtsform aber auch nicht auf dich allein gestellt. Dieser Artikel sollte dir zuvor einen Überblick über die Rechtsformen für Unternehmen geben und kann als erster Schritt deiner Recherche angesehen werden. Nichtsdestotrotz solltest du mindestens eins der diversen Beratungsangebote für Existenzgründer nutzen.

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