Der passende Firmenname ist gar nicht so leicht zu findenQuelle: Pexels - Startup Stock Photos

Der passende Firmenname lässt sich nicht immer einfach finden – Vor allem, wenn es einige gesetzliche Einschränkungen gibt

Wenn du ein Unternehmen gründen willst, kommst du um die Entscheidung eines geeigneten Firmennamens nicht herum. Und dieser Firmenname will gut überlegt sein. Schließlich löst dieser Assoziationen und Erwartungen in den Köpfen der Menschen aus und ist das Aushängeschild des Unternehmens. Doch nicht jedes Unternehmen kann einfach heißen wie es will. Selbst der Firmennamen ist in Deutschland streng geregelt. Wir verraten dir, worauf du bei der Wahl des Firmennamens achten solltest.

Dass die Rechtslage mit der Wahl des Firmennamens nicht immer ganz einfach ist, durfte auch ein Inkassounternehmen erfahren, das sich „Deutsches Vorsorgeinstitut“ nannte. Der Bundesgerichtshof (BGH) verbot ihm diesen Namen, denn: Eine Firma darf das Wort „Institut“ nur dann enthalten, wenn durch einen Zusatz oder weitere Firmenbestandteile eindeutig klargestellt wird, dass es sich nicht um eine öffentliche oder unter öffentlicher Aufsicht stehende Einrichtung handelt, so das Urteil des Oberlandesgerichts Hamm vom 8.3.2017, Az. 37 W 179/16.


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Der Fall macht deswegen deutlich: Bei der Wahl deines Firmennamens solltest du vorsichtig sein. Denn ein unglücklich gewählter Firmenname kann Probleme auf mehreren Ebenen hervorrufen:

  • Konkurrenten halten deinen Firmennamen für irreführend und mahnen dich kostenpflichtig ab.
  • Abmahnvereine halten deinen Firmennamen für wettbewerbswidrig und verlangen Unterlassung – inklusive kostenpflichtiger Abmahnung.
  • Potenzielle Kunden verstehen deinen Unternehmensnamen falsch oder lassen sich gar von ihm abschrecken. Du darfst ja nicht vergessen, dass dein Firmenname ein zentrales Element ist, wenn es um Kundengewinnung geht.

Wofür wird ein Firmenname benötigt?

Der Firmenname spiegelt wider, welche Geschäftsidee und welches Vorhaben hinter deinem Unternehmen steckt. Mit dem Firmennamen deines Unternehmens kommt der Kunde als aller erstes in Berührung und auf ihn baut sich dein und das Image deines Unternehmens auf. Ein Firmenname kann also entweder direkt der Name des Gründers sein oder bildet eine Verbindung zur Geschäftsidee. Da der Name deswegen individuell und einzigartig sein sollte, kann der Prozess der Namensfindung ein sehr langer sein. Hier kann es helfen, sich im Internet nach anderen Unternehmen umzuschauen, um zu sehen, wie sie ihre Unternehmen genannt haben. Die besten Ideen sind aber in der Regel die, die einem ganz spontan und am besten während der entsprechenden unternehmerischen Tätigkeit einfallen.

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Worin können sich Firmennamen unterscheiden?

Ein Firmenname kann in verschiedenen Kategorien unterschieden werden. Hierbei sind die gängigen Unterscheidungen in:

  • Sachfirmen: Bei einer Sachfirma lässt sich anhand des Namens auf die Unternehmenstätigkeit schließen. Das wäre beispielsweise bei „Tischlerei Köln“ der Fall.
  • Personenfirmen: Im Firmennamen einer Personenfirma ist der Name des Gründers oder der Inhaber mitverankert. Beispiel: „Müller und Maier GmbH“
  • Fantasiefirmen: Bei den Fantasiefirmen ist weder der Name des Gründers noch ein Hinweis auf das Tätigkeitsfeld im Firmennamen enthalten. Das ist meistens bei Markennamen der Fall, die aber trotzdem sofort mit dem Unternehmen in Verbindung gebracht werden.
  • Gemischte Firmen: Die Namen von gemischten Firmen enthalten eine Kombination aus den vorher genannten Firmen-Arten. Eine Kombination auf der Sach- und der Personenfirma wäre so zum Beispiel „Tischlerei Müller und Maier GmbH“.

Was gibt es rechtlich beim Firmennamen zu beachten?

Kleingewerbetreibende (nicht im Handelsregister eingetragene Kleingewerbetreibende/Einzelunternehmer) müssen immer mindestens einen ausgeschriebenen Vor- und Nachnamen im Firmennamen haben: „Nähstube Sabine Heinrich“ wäre so ein Beispiel. Aber auch Fantasienamen sind erlaubt: „Blue Ocean-Hafen Frank Müller“ – ob das aber sinnvoll ist, erläutern wir im Folgendem noch.

Freiberufler müssen durch die Berufsbezeichnung, die einem freien Beruf entspricht, allerdings klar erkenntlich machen, dass es sich um einen Freiberufler handelt. Also Angaben wie „Steuerberater“ oder „Architekt“.

Unternehmen, die im Handelsregister eingetragen sind, brauchen den Namen des Unternehmensinhabers nicht zu nennen. Es muss aber immer der Rechtsform-Zusatz enthalten sein: „Malerwerkstatt Köln GmbH“ wäre ein Beispiel.

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Doch das neue Urteil zeigt: Dein Name darf nicht irreführend sein: „Bio“, Öko“, „Institut“ – das geht nur dann, wenn du tatsächlich ein solches Unternehmen bist – oder, siehe Institut, ein solches betreibst. Rechtsgrundlage hierfür ist § 18 Abs. 2 Handelsgesetzbuch. Demnach gilt ein Name als irreführend, der dem unbedarften Leser etwas suggeriert, was sich tatsächlich gar nicht mit deinem Unternehmen verbindet. „Malerbedarf-Großhandel“ für eine 1-Mann-Firma, die Malerbedarf vor allem an Endkunden verkaufen will. Das ist irreführend und daher sehr stark abmahngefährdet.

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Doch was macht einen guten Firmennamen aus?

Dein Kunde möchte in erster Linie nicht raten müssen, was dein Unternehmen ist und was es anbietet. Deshalb solltest du deinen Unternehmensnamen immer auch unter Marketing-, also Werbegesichtspunkten sehen. Und nicht vergessen:

Wonach googeln deine Kunden, wenn sie nach Angeboten suchen, die du machst? Suchen Sie nach „Wellness“ oder nach „Blue Ocean-Hafen Frank Müller“?

Die meisten Kunden informieren sich heute im Internet. Sie suchen nach Unternehmen, nach Anbietern, nach Bewertungen. Wenn du dann nur deshalb nicht auftauchst, weil du dir einen wunderschönen Fantasienamen gegeben hast, nützt dir am Ende der schönste Namen nichts. Die Kunden finden nicht zu dir – zumindest nicht so viele, wie du es dir erhoffst.

Wie finde ich den passenden Namen?

Doch wie findet man nun den richtigen Firmennamen? Am wichtigsten ist es wohl erstmal, sich Zeit für die Namensfindung zu nehmen. Nicht immer hat man eine Blitzidee, die einem einfach so im Affekt kommt. Setze dich am besten mit den anderen Gründern zusammen und veranstaltet ein Brainstorming. Macht euch dabei zunächst bewusst, wer ihr überhaupt seid. Was wollt ihr mit eurem Unternehmen erreichen? Was bietet ihr den Kunden an und was ist dabei der USP (Unique Selling Point)? Warum sollten Kunden gerade euer Unternehmen aufsuchen und nicht die Konkurrenz? Schreibt alles, was euch dazu einfällt auf. Oft kann es auch helfen, nochmal einen Blick in den Businessplan zu werfen und sich dadurch erneut das Ziel ins Gedächtnis zu rufen.

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Danach geht es in die kreative Phase. Probier einfach mal aus und schreibe verschiedene Namenskombinationen auf. Kriterien wie der Standort, das Umfeld, die Zielgruppe und die Geschäftsidee können alle für die Namensfindung wichtig sein. Manchmal kann es auch helfen, Bekannte aus deinem persönlichen Umfeld zu fragen. Stelle ihnen die Geschäftsidee vor und frage sie, was ihnen als erstes dazu einfällt.

Wenn du dabei zu keinem Ergebnis gekommen bist, können Online-Namensgeneratoren auf eine gute Inspiration sein. Hier kannst du einfach einige Begriffe, die dir wichtig sind, in den Generator schreiben und dieser spuckt dir einen dazu passenden Namen aus. Ob dieser dann wirklich geeignet ist, sei erstmal dahingestellt, aber zumindest für ein wenig Inspiration kann er dir weiterhelfen. Wer ein größeres Budget für die Namensfindung hat, der kann sich auch an entsprechende Agenturen wenden. Diese erstellen dir zusammen mit deinem Firmennamen direkt das passende Corporate Design, sodass du hier direkt das Gesamtpaket geliefert bekommst.

Den Firmennamen schützen lassen

Sobald du einen passenden Namen gefunden hast, solltest du prüfen, dass du keine bereits bestehenden Markenrechte verletzt. Beispielsweise weil ein Unternehmen in deiner Branche bereits einen Namen hat, der deinem sehr ähnlich ist. Ist ein Name bereits rechtlich geschützt, darf er nicht nochmal verwendet werden. Hier würdest du sonst das Risiko eingehen, eine Klage zu bekommen, die mit hohen Kosten verbunden ist. Ob ein Firmenname bereits vergeben ist, kannst du ganz einfach beim Deutschen Patent- und Markenamt und im Handelsregister nachschauen.

Sobald du einen Namen gefunden hast, der rechtlich kein Problem darstellt und zu deinem Unternehmen passt, solltest du ihn so schnell wie möglich schützen lassen. So behältst du dein exklusives Recht auf den Namen und kannst andere Unternehmen, die deinen Namen versuchen zu kopieren, rechtlich in die Schranken weisen. Hierfür musst du beim Deutschen Patent- und Markenamt einen Antrag stellen. Hast du bereits ein passendes Logo, kannst du dieses auch direkt mit schützen lassen. Willst du dein Unternehmen auch außerhalb der EU anmelden, kannst du das bei der „World Intellectual Property Organization – WIPO“ tun. Dies ist jedoch sehr aufwendig in der Recherche und empfiehlt sich gerade für Startups eher weniger.

Tipps zum Firmennamen finden

Prüfe deinen Firmennamen einmal anhand der folgenden Kriterien:

  • Ist dein Firmenname für deine Kunden gut merkbar?
  • Kommt zum Ausdruck, was du anbietest oder wer du bist?
  • Ist dein Name aus Kundensicht „positiv“? Was halten potenzielle Kunden beispielsweise von einem Namen wie „Elektroservice Pfuscher“ oder „Bestattungsinstitut Freude“? In solchen Fällen ist es sogar sinnvoll zu überlegen, ob man nicht in die Rechtsform GmbH „schlüpft“, um dieser „Namensfalle“ zu entkommen.
  • Ist dein Name nicht zu ähnlich zu dem von bestehenden Firmen? Zum einen besteht Verwechselungsgefahr, zum anderen könnte das eine Abmahnung provozieren.

Übrigens: Auch wenn dein eigener Firmenname missbraucht wird (die Konkurrenten also einen sehr ähnlichen Firmennamen nutzen wollen), kannst du dich wehren. Denn mit Blick auf die Namensgebung gelten die folgenden Regelungen, die du in jedem Fall nutzen und beachten solltest – zum einen, um dich unangreifbar zu machen – aber auch, um sich ggf. wehren zu können:

Auf diese Vorschriften kommt es beim Namensrecht unter anderem an

  1. Vorschrift: § 30 HGB
    Für wen? Kaufleute, die ins Handelsregister eingetragen sind
    Bedeutung der Vorschrift:
    Jede neue Firma, die einen Eintrag ins Handelsregister beantragt, muss sich von bereits eingetragenen Firmen am selben Ort unterscheiden, sonst wird sie nicht eingetragen.
  2. Vorschrift: §12BGB
    Für wen?
    Alle Unternehmen
    Bedeutung der Vorschrift:
    Bist du mit einem Namen in Erscheinung getreten, dürfen andere später nicht denselben Namen oder einen Namen gebrauchen, bei dem eine Verwechslungsgefahr besteht.
  3. Vorschrift: §§ 5 ff Markengesetz (MarkenG)
    Für wen?
    Alle Unternehmen
    Bedeutung der Vorschrift:
    Dein Name ist geschützt, sobald du ihn tatsächlich verwendest. Von Unternehmen, die später den gleichen oder ähnlichen Namen gebrauchen, darfst du Unterlassung verlangen.

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Dieser Artikel wurde in Zusammenarbeit mit BWRmed!a bereitgestellt.
Mit-Autor: Günter Stein (Unternehmer)

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