Als OHG wird eine offene Handelsgesellschaft bezeichnet, die von dir mit mindestens einem weiteren Partner gegründet werden kann. Mit der OHG verfolgst du mit deinen Gesellschaftern den gemeinsamen Zweck, ein Handelsgewerbe zu betreiben, welches in einer gemeinsamen Firma abgewickelt wird. Bei einer OHG besteht für die Gesellschafter gegenüber potenziellen Gläubigern keine Haftungsbeschränkung. Dies kommt vor allem bei Banken und anderen Geldgebern sehr gut an, denn eine OHG hat aus diesem Grund eine hohe Kreditwürdigkeit. Aber du solltest dabei auch beachten, dass die Gründung einer OHG für dich persönlich auch ein hohes Eigenrisiko mit sich bringt. Wenn du als Gesellschafter in einer offenen Handelsgesellschaft tätig bist, dann bildest du zusammen mit jedem anderen Gesellschafter eine Tätigkeits- Vermögens-, Risiko- und Haftungsgemeinschaft.

OHG ist eine reizvolle Rechtsform mit Gefahren

Die offene Handelsgesellschaft ist durchaus für viele Gründer wie dich eine sehr reizvolle Rechtsform. Doch jede Medaille hat leider nun auch mal seine Kehrseite und deshalb solltest du auch wissen, dass sie auch mit viel Risiko behaftet ist. Deshalb gilt es für dich und deine Gesellschafter einiges zu beachten, bevor ihr euch zur Gründung von einer OHG entscheidet. Auch nach der Gründung der offenen Handelsgesellschaft muss einiges von euch beachtet werden, beispielsweise bei der Buchhaltung und noch weiteren Dingen, die vom Rechtsgeber vorgeschrieben werden. Über alles was für und gegen eine OHG spricht, was du bei der Gründung beachten musst und der Ablauf einer Gründung ist, will ich dir im folgenden die nötigen Informationen lesen. Sollte außer der Gründung einer OHG noch eine andere Rechtsform für dich in Frage kommen, kann dir bzw. euch vielleicht dieser Artikel „Unterschiede der Geschäftsformen: Welche ist für dich die richtige?“ weiterhelfen und die richtigen Tipps und Anregungen liefern. 

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Welche Voraussetzungen für die Gründung einer OHG musst du erfüllen?

Wer eine Offene Handelsgesellschaft gründen möchte, muss sich zusammen mit zukünftigen Gesellschaftern über bestimmte Punkte einige Gedanken machen.

  • Wie viele Gesellschafter sollen an der OHG beteiligt werden?
  • Welche Höhe an Kapital soll in die Rechtsform eingebracht werden?
  • Was soll Gegenstand der Firma und der OHG sein?

Dies sind die drei wesentlichen Punkte die es zu beachten gibt und genau diese Punkte sollten von dir auch unbedingt in einem Gesellschaftervertrag festgehalten werden.

Die Gesellschafter in einer OHG

Wer eine offene Handelsgesellschaft gründen möchte, sollte wissen, dass diese aus mindestens zwei Gesellschaftern bestehen muss. Es ist allerdings keine maximale Anzahl vorgeschrieben. Wer als Gesellschafter an einer OHG beteiligt ist, der muss sich aber darüber im Klaren sein, dass er nicht nur mit dem Kapital der Geldeinlage haftbar ist, sondern auch mit seinem gesamten privaten Vermögen. Und zwar jeder Gesellschafter und nicht nur einer. Wenn du also eine offene Handelsgesellschaft gründen willst, dann solltest du das nur mit Personen machen, denen du auch absolut vertraust und keinerlei Zweifel hast.

Kein festgeschriebenes Kapital für die OHG

Im Gegensatz zu anderen Rechtsformen, beispielsweise der GmbH, gibt es bei der OHG kein festgeschriebenes Mindestkapital, welches bei der Gründung eingebracht werden muss. Du solltest aber später bei der Erstellung des Gesellschaftervertrages darauf achten, dass genau festgehalten wird, wer welches Kapital mit eingebracht hat. Dabei ist für dich wichtig zu wissen, dass sich dies nicht nur auf Geld bezieht, also die Bareinlage, sondern auch auf alle Sacheinlagen. Sacheinlagen können Maschinen, Computer, Bürogeräte etc. sein.

Gegenstand der Firma muss zu den Voraussetzungen für die OHG passen

Wenn du eine OHG gründen willst, dann muss auf jeden Fall der Gegenstand der Firma zu den Voraussetzungen für eine offene Handelsgesellschaft passen, also es muss sich ausschließlich um ein Handelsgewerbe handeln. Die Firma von euch ist auch gleichzeitig der Name, mit der eure OHG dann auch im Handelsregister eingetragen wird und auch in jeglicher Form des Geschäftsverkehrs so auftritt. Im Gegensatz zu einer GbR könnt ihr hier aber auch einen Fantasienamen auswählen. Das bedeutet, dass nicht die richtigen Namen von dir und deinen zukünftigen Gesellschaftern verwendet werden muss. Wichtig ist aber, dass sich der Name der Firma ganz deutlich von anderen Firmen abhebt und im Firmennamen auch der Zusatz OHG enthalten ist. Wo genau die Unterschiede zur GbR liegen, kannst du auch in unserem Artikel „GbR gründen als Team – beachte unbedingt diese Tipps“ nachlesen und dich informieren. 

So gründest du die OHG in zwei Schritten

Eine OHG zu gründen, ist eigentlich eine ganz einfache Sache, für die keine komplizierten rechtlichen Vorgaben beachtet werden müssen. Die offene Handelsgesellschaft kann in zwei Schritten ganz einfach gegründet werden:

  • Schritt 1: Für die Gründung einer OHG ist der erste Schritt, einen Gesellschaftervertrag aufzusetzen. Sehr bequem und einfach ist es für dich, dass hier keinerlei formalen Vorgaben einzuhalten sind. Das kannst du mit deinem oder mit deinen Gesellschaftern auf einem ganz normalen Blatt Papier machen. Ich empfehle dir aber, trotzdem also so ausführlich wie nur möglich zu beschreiben. Das heißt, dass wie bereits oben erwähnt aufgenommen wird, wer welche Einlage in die OHG einbringt, sondern auch was Stimmrechte der einzelnen Gesellschafter betrifft und was passiert, wenn ein Gesellschafter aus der offenen Handelsgesellschaft aussteigen möchte.
  • Schritt 2: Als zweiter Schritt für die Gründung einer OHG ist die Anmeldung zur Eintragung in das Handelsregister notwendig. Auch darin unterscheidet sich die offene Handelsgesellschaft von der GbR, um diese als Beispiel zu nennen. Diese notwendige Anmeldung muss sofort und unverzüglich nach dem Beginn von eurer geschäftlichen Tätigkeit erfolgen. Und ganz wichtig, diese muss von einem Notar beglaubigt werden.

Welche Rechte, Pflichten und Haftung gibt es bei der OHG?

Die Haftung für eine offene Handelsgesellschaft ist unbeschränkt und jeder Gesellschafter muss mit dem Geschäftsvermögen und seinem Privatvermögen haften. Alle beteiligten Gesellschafter treten hier nicht als Einzelschuldner sondern als Gesamtschuldner auf. Auch beim Thema Geschäftsführer gibt es bei der offenen Handelsgesellschaft einiges zu beachten. So sind in der Regel alle Gesellschafter zur Geschäftsführung und zur Vertretung der OHG gleichermaßen berechtigt. Eine Ausnahme bildet nur eine anderweitige Regelung, sofern die von euch im Gesellschaftervertrag vereinbart wurde. Es kann ein Gesellschafter auch von der Tätigkeit als Geschäftsführer ausgeschlossen werden, doch sein Kontrollrecht innerhalb der OHG bleibt erhalten. Das bedeutet, dass er jederzeit Einsicht in die Buchhaltung oder andere Geschäftsunterlagen verlangen kann. Man kann sagen, dass in der Regel alle Gesellschafter in einer offenen Handelsgesellschaft als gleichberechtigt anzusehen sind. Es spielt auch keine Rolle, ob ein Gesellschafter auch als Geschäftsführer tätig ist oder nicht in Bezug auf Gewinne und Verluste. Jeder ist zu gleichen Teilen beteiligt, egal ob ihr viel Gewinn oder Verlust erwirtschaftet.

Welche Vor- und Nachteile hat eine OHG?

Wie schon in diesem Artikel erwähnt, so gilt die OHG als eine sehr beliebte Rechtsform, die aber auch sehr hohe Risiken beinhaltet. Ich will dir hier nochmal die Vor- und Nachteile auf einen Blick darstellen.

Vorteile:

  • durch volle Haftung besteht eine hohe Kreditwürdigkeit bei Banken oder anderen Geldgebern
  • eine OHG kann zu jederzeit sehr flexibel geleitet werden
  • der Gesellschaftervertrag ist keinen Regeln unterworfen und kann frei gestaltet werden

Nachteile:

  • alle Gesellschafter der offenen Handelsgesellschaft haften ohne Beschränkung, auch mit ihrem Privatvermögen
  • zwischen den Gesellschaftern muss ein hohes Maß an Vertrauen bestehen
  • kommt es zum Streit zwischen den Gesellschaftern, oder bestehen Unklarheiten im Gesellschaftervertrag, dann kann dies schnell zu einer ersten Bedrohung, ggf. sogar zur Auflösung der OHG kommen

Fazit: Die OHG kann als Weiterentwicklung der GbR gesehen werden. Der Unterschied ist allerdings, dass die offene Handelsgesellschaft explizit eine Handelsgewerbe ausüben muss und aus diesem Grund auch ein Eintrag in das Handelsregister notwendig ist. Wenn sich Händler wie du zusammenschließen möchten und eine gemeinsame Firma gründen wollen, dann ist die OHG die richtige Rechtsform. Du hast außerdem später die Möglichkeit, sofern die Voraussetzungen erfüllt werden, die OHG auch in eine GmbH umzuwandeln. Mit der GmbH gehst du durch die Haftungsbeschränkung ein geringeres persönliches Risiko ein, als dies bei der OHG der Fall ist.

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