So einfach ist der Weg zur englischen Rechtsform wirklich

Limited gründen: Vorteile und Nachteile im Check

Eine Limited zu gründen ist zwar vergleichsweise einfach, aber sollte sehr gut überlegt sein. Wer sich vorschnell für diese Rechtsform entscheidet, muss vor allem negative finanzielle Folgen fürchten. Deshalb ist eine gute Vorbereitung wichtig. In diesem Artikel erfährst du mehr über die Definition, welche Vor- und Nachteile diese Rechtsform beinhaltet und welche Schritte nötig sind, um eine rechtswirksame Limited zu gründen. 

Limited – Die Definition

Bei der Limited handelt es sich um eine Kapitalgesellschaft und eine englische Rechtsform. Sie wird mit Ltd. abgekürzt und gilt zudem als Gegenstück der deutschen Unternehmergesellschaft UG. Wer eine Limited gründen möchte, braucht keinen englischen Pass. Eine Voraussetzung ist allerdings eine Büroadresse in England. Dafür muss der Gründer jedoch kein Büro vor Ort anmieten, mittlerweile existieren sehr viele Dienstleister, die eine zustellbare Postadresse zur Verfügung stellen. Zusätzlich sind eine Anmeldung beim Handelsregister in Deutschland und auch eine Gewerbeanmeldung erforderlich.

Limited gründen – Der Ablauf

Trotz der negativen Aspekte geht es vergleichsweise einfach eine Limited zu gründen. Das sind die einzelnen Schritte der Gründung im Überblick:

  • Zuerst muss der Gründer einen Firmennamen auswählen, der den Zusatz Ltd. oder Limited hat.

  • Danach wird der sogenannte Satzungssitz festgelegt. Im Englischen wird diese zustellbare Postadresse auch „Registered Office“ genannt. Wichtig ist, dass dieser Sitz in Großbritannien liegt und jederzeit auch offizielle Dokumente zugestellt werden können.

  • Dann werden die Organe der Limited festgelegt. Das sind die „Shareholder“ und somit die Gesellschafter. Benannt wird der „Director“, was dem deutschen Geschäftsführer entspricht. Außerdem ist ein „Company Secretary“ notwendig. Also eine Person, welche sich um die formellen Aufgaben kümmert.

  • Sollte der Jahresumsatz über 1 Million Pfund liegen oder eine Bilanzsumme von über 1,4 Millionen Pfund übersteigen, dann ist noch ein „Auditor“ als Wirtschaftsprüfer Pflicht.

  • Wenn dieser Schritt erledigt ist, folgt die Einzahlung des Gesellschaftskapitals bzw. des Stammkapitals. Falls es Sacheinlagen geben sollte, werden diese in den Unterlagen vermerkt.

  • Anschließend geht es mit einer Anmeldung der Limited beim Gesellschaftsregister weiter. Das sogenannte Companies House gibt es in Belfast, Edinburgh oder Cardiff. Dort zeigt der Gründer den Gesellschaftervertrag und die Gesellschaftssatzung vor. Wenn alles eingetragen ist, bekommt der Gründer eine Urkunde und die Limited ist ab diesem Moment rechtswirksam.

  • Mit dieser Gründungsurkunde kann der Unternehmer letztendlich eine Niederlassung in Deutschland eröffnen. Diese muss dann allerdings dann im Handelsregister eingetragen werden.

Businessplan erstellen in 10 Schritten

Schritt 1: Idee, Angebot und die Zielgruppe

Im ersten Kapitel gibst du direkt einen ersten Eindruck davon, wie das Konzept deines Unternehmens aussehen soll. Was ist deine Grundidee? Wie kannst du anderen mit deiner Idee helfen und was genau ist dein Ziel? Das solltest du sehr präzise bestimmen und beschreiben können. Darüber hinaus solltest du dir genau überlegen, wer deine Zielgruppe ist und diese ebenfalls konkret definieren. Damit wird es dir im folgenden Kapitel leichter fallen, eine Marktanalyse anzufertigen.

Schritt 2: Markt und Wettbewerb

Hier geht es darum, sich intensiv mit dem Markt und den Mitbewerbern auseinanderzusetzen. Wie groß ist der Markt? Lohnt es sich hier ein Business zu starten? Mache dir bewusst, welche Wettbewerber du hast. Damit du nicht schon zu Beginn des Markteintritts stark mit diesen zu kämpfen hast, solltest du dir überlegen, was du besser machen kannst. Fertige die Analyse so detailliert wie nur möglich an, um perfekt auf deinen Start ins Business vorbereitet zu sein.

Schritt 3; Visionen und Ziele bestimmen

Besonders wichtig für dich als Unternehmer und für dein restliches Team ist es, genau Ziele und Visionen festzulegen, auf die ihr gemeinsam hinarbeiten könnt. Nur wenn du dieses Ziel einmal mit deinem Team oder deinen Gründern festgelegt hast, ist es dir möglich, die darauf abgestimmten Maßnahmen festzulegen. Sie geben dir eine Richtung vor, auf die eine Strategie aufgebaut werden kann.

Schritte 4: Deine Strategie

Auch die Strategie muss sehr gut durchdacht werden. Schließlich musst du mit ihr zu deinen Zielen gelangen. Hier musst du dir vor allem überlegen, welchen Nutzen dein Unternehmen deinen Kunden bringt. Und wie kannst du diesen Nutzen am besten umsetzen? Überlege dir in jedem Fall eine bessere Strategie als deine Mitbewerber und prüfe, was du besser machen kannst als sie. Auch alternative Strategien können sinnvoll sein, da nie gesagt ist, dass die erste Strategie direkt auf Anhieb funktioniert.

Schritt 5: Marketing

Auch die Strategie muss sehr gut durchdacht werden. Schließlich musst du mit ihr zu deinen Zielen gelangen. Hier musst du dir vor allem überlegen, welchen Nutzen dein Unternehmen deinen Kunden bringt. Und wie kannst du diesen Nutzen am besten umsetzen? Überlege dir in jedem Fall eine bessere Strategie als deine Mitbewerber und prüfe, was du besser machen kannst als sie. Auch alternative Strategien können sinnvoll sein, da nie gesagt ist, dass die erste Strategie direkt auf Anhieb funktioniert.

Schritt 6: Rechtsform und Steuern

Ein sehr unbeliebtes, aber trotzdem sehr wichtiges Thema: Die Wahl der Rechtsform und alles rund um die Steuern. Hier schreibst du nieder, für welche Rechtsform du dich entschieden hast, welche Genehmigungen du für dein Unternehmen brauchst, wie dein Unternehmen heißen soll und alles weitere, was in Richtung Buchhaltung geht.

Schritt 7: Gründerteam und Organisation

In diesem Kapitel gibst du an, wie ihr als Firma organisiert seid. Hast du einen Partner? Wer ist alles in deinem Gründerteam? Hier muss ersichtlich werden, wer für was verantwortlich ist, welche Strukturen ihr noch aufbauen wollt, wer schon alles im Unternehmen tätig ist und wer noch dazu kommt. Auch die Meilensteine, die du mit deinem Unternehmen erreichen willst, werden hier eingetragen.

Schritt 8: Finanzen

Die Finanzen bilden den Hauptteil deines Businessplans und müssen sehr genau berechnet und überprüft werden. Hier solltest du dir möglichst keine Fehler erlauben. Wo steht ihr gerade mit eurem Unternehmen, wie viel Kapital benötigt ihr noch und wann ist der Break-Even-Point geplant? – All das sind wichtige Fragen, die in dem Finanz-Teil berücksichtigt werden müssen. Spätestens hier ist es sinnvoll, ein geeignetes Tool zur Hand zu haben, mit dem sich alles leichter ausrechnen lässt.

Schritt 9: SWOT-Analyse

Nach den ganzen Zahlen folgt anschließend die SWOT-Analyse. SWOT steht für Strengths, Weaknesses, Opportunities und Threats. Hier listest du also die Stärken, Schwächen, Stärken und Risiken deines Unternehmens auf und erklärst diese. Im nächsten Schritt müssen dann Maßnahmen getroffen werden, wie mit den Ergebnissen umgegangen wird, damit die Chancen maximiert und die Risiken minimiert werden können.

Executive Summary

Als letztes Kapitel folgt die Executive Summary, eine aussagekräftige Zusammenfassung deines Businessplans. Hier werden nochmal die wichtigsten Punkte deines Businessplans zusammengefasst, um den Investoren und Banken einen guten Überblick über dein Unternehmen zu geben. Erwähne hier also nochmal die wichtigsten Kernaussagen der Geschäftsidee, deines Teams, der Marktanalyse, der Chancen und Risiken und der Finanzierung.

Limited gründen nach dem Brexit

Seit dem 01. Februar 2020 ist Großbritannien nicht mehr Teil der EU. Deshalb fragen sich Gründer zurecht, ob es weiterhin sinnvoll ist eine Limited zu gründen und damit eine englische Rechtsform zu wählen. Laut Bundesministerium für Wirtschaft gilt bis zum 31. Dezember 2020 erst einmal eine Übergangsphase für den Brexit. Diese kann auf maximal zwei Jahre verlängert werden. In dieser Zeit muss sich die EU auf genaue Vorgaben und die Zukunft der Limited einigen. Noch sind keine konkreten Entscheidungen gefallen, somit gibt es auch noch keine Änderung der Abläufe. Generell wird Großbritannien vermutlich auch zukünftig an starken Handelsbeziehungen zur EU interessiert sein. Trotzdem ist vor der Gründung eine Beratung durch eine Limited-Agentur oder durch einen Anwalt sinnvoll.

Die Kosten der Limited

Eine Limited zu gründen ist vergleichsweise günstig. Trotzdem sollten sich Gründer vorher einen Überblick verschaffen und immer einen finanziellen Spielraum mit einplanen. Viele Agenturen bieten ein Starterpaket ab 300 Euro an. Dort enthalten sind einmalige Gründungsformalitäten in Höhe von 100 Euro. Dazu kommen 200 Euro für laufende Servicegebühren, wie zum Beispiel die Geschäftsadresse, die dann aber jährlich anfallen. Weitere Gebühren sind die Anmeldung im deutschen Handelsregister ab ca. 100 Euro, Notarkosten ab ca. 60 Euro, eine beglaubigte Übersetzung des Gesellschaftsvertrages für ca. 80 Euro und eine Gewerbeanmeldung für ca. 30 Euro. Insgesamt liegen die Kosten für die Gründung einer Limited also bei ca. 600 Euro. Generell sind die Kosten aber abhängig vom Anbieter. Der Vergleich von Limited-Agenturen lohnt sich, zusätzlich können Erfahrungsberichte anderer Gründer helfen.

Die Steuerregeln der Limited

Wer nach der Gründung ausschließlich in Deutschland tätig ist, der muss auch in Deutschland Steuern bezahlen. Dazu gehören die Körperschaftssteuer, die Umsatzsteuer und die Gewerbesteuer. Durch eine Limited fällt das Unternehmen unter englisches Steuerrecht. Das bedeutet, dass zwar keine Gewerbesteuer fällig ist, dafür aber 20 Prozent der Körperschaftssteuer. Zudem muss der Jahresabschluss in England immer im GAAP-Format vorliegen. Die englische Steuerbehörde braucht zudem noch eine Bescheinigung vom deutschen Finanzamt. Deshalb ist ein auf Limited spezialisierter Steuerberater praktisch, der alle Vorgaben ganz genau kennt.

Der Name für die Limited

Bei einer Limited ist der Name frei wählbar. Wichtig ist nur, dass der Firmenname mit Ltd. endet. Als unternehmerische Organe sind außerdem ein Direktor, eine Gesellschafterversammlung und ein Company Secretary vorgeschrieben. Die Besetzung von Geschäftsführer und Gesellschafter kann auch, wie bei der deutschen Rechtsform GmbH, identisch sein. Das bedeutet, dass der Gründer beide Posten gleichzeitig besetzen darf.

Die Vorteile einer Limited

Die englische Rechtsform wird immer beliebter und das hat viele Gründe. Das sind die Vorteile und damit gute Gründe, eine Limited zu gründen:

  • Das Mindestkapital liegt bei einem britischen Pfund, das sind umgerechnet ungefähr 1,10 Euro. Im Vergleich: Für die Gründung einer deutschen GmbH ist ein Startkapital von 25.000 Euro nötig.

  • Bei der Haftung stehen die Gründer und weitere Mitgesellschafter nur mit der Einlage zur Verfügung. Eine Haftung mit dem Privatvermögen gibt es nicht. Wer also nur mit einem Pfund Stammkapital an den Start geht, haftet auch nur mit diesem Betrag.

  • Die Gründung einer Ltd. ist in spätestens zehn Tagen abgeschlossen, bei anderen Rechtsformen kann es bis zu mehreren Monaten dauern.

  • Für die Limited ist nur ein Gesellschaftervertrag erforderlich, dieser muss nicht notariell beglaubigt sein.

  • Ein Ltd. im Firmennamen sorgt direkt für ein internationales Ansehen, die Bezeichnung ist weltweit anerkannt.

Die Nachteile einer Limited

Neben all den positiven Argumenten eine Limited zu gründen, gibt es auch einige negative Aspekte, die jeder Gründer genau kennen sollte. Das sind die Nachteile:

  • Der Gesellschaftervertrag muss in englischer Sprache verfasst sein. Auch beim Aufsetzen des Vertrags gilt das englische Recht. Somit ist immer eine englische Rechtsberatung notwendig, die zusätzliche Kosten verursacht.

  • Für die Postadresse und weitere Servicedienstleistungen fallen Kosten pro Jahr an, die einkalkuliert werden müssen, besonders wenn das Startup keinen oder nur einen geringen Gewinn macht.

  • Das geringe Startkapital ist den Banken bekannt. Dadurch kann es zu Schwierigkeiten bei der Eröffnung eines Geschäftskontos kommen. Daher ist es besser, vor der Gründung mit der Bank schon ein Gespräch zu führen. Die Berater können auf Probleme hinweisen und auch Kontakte zu englischen Banken herstellen.

  • Weitere Nachteile bestehen bei den Regelungen zur Struktur von Veröffentlichungen und Bekanntmachungen der Limited. Darunter fallen auch der Jahresbericht und die Bilanz. Deshalb ist ein spezieller Steuerberater notwendig, der die englischen Abläufe kennt.

  • Durch den Brexit und die zukünftige mögliche Gesetzesänderung kann es zudem zu Schwierigkeiten sowie zusätzlichen Kosten kommen.

Fazit: Infos beschaffen und Zielgruppe bestimmen

Eine Limited zu gründen geht zwar relativ schnell und ohne hohes Startkapital. Doch es gibt besonders im Hinblick auf die Veränderungen nach dem Brexit auch einige Risikofaktoren. Zudem ist die Zielgruppe entscheidend: Wenn sich deine Kunden ausschließlich in Deutschland befinden, macht die Limited wenig Sinn. Dort empfiehlt sich eine Unternehmergesellschaft haftungsbeschränkt (UG). Wer hingegen auch im Ausland geschäftlich aktiv ist, kann mit dieser Rechtsform gerade zu Beginn viel Zeit und auch Geld sparen. Trotzdem ist es wichtig, sich ganz genau über die Anbieter und ihre Konditionen zu informieren. Nur dann folgen später keine negativen Konsequenzen und belasten das sowieso schon sehr knappe Budget.

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Über den Autor

Christian Neumann

BWL-Studium Fachrichtung Controlling und Unternehmensführung; 14 Jahre tätig als Projekt-Manager und Key-Account-Manager im Bereich Telekommunikation und IT; seit 10 Jahren selbständig im Bereich Projektplanung Online Business, SEO und Contenterstellung