Ein Gewerbe anmelden bedeutet gleichzeitig viel Papierkram zu erledigen.Quelle: mavoimages - stock.adobe.com

Wenn du ein Gewerbe anmelden möchtest, musst du wissen, welche Voraussetzungen du erfüllen solltest.

Du träumst von deiner Selbstständigkeit? Dann kommen wie Dinge auf dich zu, die du regeln musst und in die du dich vor allem einarbeiten solltest. Darunter zählt auch die Gewerbeanmeldung. Deshalb beschäftigen dich sicher Fragen wie: Wie funktioniert das Anmelden eines Gewerbes? Welche Voraussetzungen muss ich dafür erfüllen? Was gilt es bei dem Prozess zu beachten? Wir wollen dich zu diesem Thema ausführlich informieren und dir die Fragen vorab beantworten.

Wann muss ich ein Gewerbe anmelden?

Grundsätzlich muss in Deutschland jeder ein Gewerbe anmelden, der ein Gewerbe betreiben möchte. Mit dem Gewerbeschein bekommt man dann offiziell die Erlaubnis, einen eigenen Betrieb zu führen. Nur Freiberufler sind von dieser Pflicht ausgenommen. Wenn du keine freiberufliche Tätigkeit ausübst und in keinem Angestellten-Verhältnis arbeitest, musst du als Selbstständiger ein Gewerbe anmelden. Daran führt kein Weg vorbei. So steht es auch in der Gewerbeordnung (GewO) § 14: „Wer den selbständigen Betrieb eines stehenden Gewerbes, einer Zweigniederlassung oder einer unselbständigen Zweigstelle anfängt, muss dies der zuständigen Behörde gleichzeitig anzeigen.“ Demnach musst du also ein Gewerbe anmelden,

  • sobald du eine gewerbliche Tätigkeit aufnimmst
  • sofern du einen schon bestehenden Gewerbebetrieb übernimmst
  • wenn du einen Gewerbebetrieb verlegst
  • wenn du eine neue Zweigstelle gründest
  • sobald du die geschäftliche Ausrichtung grundlegend änderst
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Wo melde ich ein Gewerbe an?

Um dein Gewerbe anzumelden, musst du dich an das zuständige Gewerbe- oder auch Ordnungsamt wenden. Dieses findest du üblicherweise in deiner Stadt- oder Gemeindeverwaltung. Dort prüft das Amt, ob du alle Voraussetzungen für die Gewerbeanmeldung erfüllst und nimmt alle wichtigen Daten auf. Hier kannst du auch deine ganz konkreten Fragen klären und nach deinem individuellen Bereich fragen. Wenn du den ganzen Prozess durchlaufen hast, bekommst du deinen Gewerbeschein und du kannst mit deiner Geschäftstätigkeit starten.

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So meldest du ein Gewerbe an: Der Prozess

Damit du weißt, welche Schritt für die Anmeldung eines Gewerbes notwendig sind, wollen wir mit dir die einzelnen Phasen durchgehen.

1. Gewerbeanmeldung ausfüllen

Das Formular zur Gewerbeanmeldung kannst du dir bereits aus dem Internet herunterladen und vor dem Besuch des Gewerbeamtes ausfüllen. In diesem Online-Formular musst du diverse Daten angeben, die das Amt benötigt, um zu überprüfen ob für den Gewerbeschein berechtigt bist. Deshalb musst du folgende Daten angeben:

  • Angaben zum Betriebsinhaber: Hier wird geprüft, ob dein Betrieb bereits im Handelsregister eingetragen ist. Trifft dies zu, musst du hier den Firmennamen und die Rechtsform eintragen. Auch der Ort und die Nummer des Registers werden hier festgehalten.
  • Angaben zur Person: Auch deine persönlichen Daten musst du angeben. Dazu zählen dein Name, deine Adresse, Geburtsdatum und Telefonnummer. In den Feldern 3 bis 9 werden die persönlichen Daten des Gewerbetreibenden abgefragt. Diese Angaben müssen mit denen deines Personalausweises übereinstimmen, da sie als Identifikationen dienen.
  • Angaben zum Betrieb: Wenn es sich bei deinem Gewerbe um eine Personengesellschaft handelt, musst du hier die Anzahl der geschäftsführenden Gesellschafter beziehungsweise die Zahl der gesetzlichen Vertreter eintragen.
  • Anschrift deines Betriebs: Hier musst du die Hauptniederlassung angeben. Erledigst du die Arbeit hauptsächlich von Zuhause, trägst du hier die Wohnanschrift ein. Ebenso musst du hier angeben,  wenn es sich bei deinem anzumeldenden Gewerbe um eine unselbständige Zweigstelle oder eine Zweigniederlassung handelt. Auch deine angemeldete Tätigkeit wird hier notiert. Die Beschreibung sollte so exakt wie möglich erfolgen, da zu allgemeine Angaben dazu führen können, dass dein Antrag unter Umständen nicht genehmigt wird. Desweiteren musst du hier angeben, ob es sich bei deiner Tätigkeit, um ein Nebengewerbe oder Hauptgewerbe handelt. Dazu kommt dann noch das Start-Datum deines Gewerbes, die Zugehörigkeit zur IHK oder HWK und auch die Angabe von Mitarbeitern.
  • Erlaubnispflichtiges Gewerbe: Hier musst du Angaben dazu machen, ob du für dein Gewerbe eine spezifische Erlaubnis brauchst oder auch eine Aufenthaltsgenehmigung benötigst.

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2. Alle notwendigen Formalitäten beachten

Neben dem Gewerbeformular, musst du zusätzliche Unterlagen für deinen Termin beim Gewerbeamt dabei haben. Folgende Unterlagen musst du grundsätzlich einreichen:

  • Ausgefülltes Formular zur Gewerbeanmeldung
  • Nachweis deiner Identität (Personalausweis oder Reisepass)
  • Notwendige Erlaubnisse und Genehmigungen wie Handwerkskarte (bei Eröffnung deines eigenen Handwerksbetriebs), Gewerbekarte (bei einem handwerklichem Betrieb) oder Handelsregisterauszug (bei Eintrag ins Handelsregister)

3. Termin beim Amt

Nun kannst du mit allen erforderlichen Dokumenten einen Termin beim zuständigen Amt ausmachen. Dieses prüft deine Daten und stellt im Anschluss einen Gewerbeschein aus. Nebenbei darfst du aber nicht vergessen, dass du dein Gewerbe auch der Krankenkasse melden musst. Hier kommen dann nochmals erneut Formulare zum Ausfüllen auf dich zu. Ansonsten gibt das Gewerbeamt automatisch deine Informationen zum Gewerbe an alle weiteren Ämtern und Institutionen weiter, so wie dem Finanzamt, der Handelskammer und auch der Handwerkskammer.

Welche Kosten kommen auf mich zu?

Generell musst du nur Gebühren für die Anmeldung zahlen. Die Höhe Kosten für das Anmelden sind je nach Amt unterschiedlich und können zwischen 10 und 60 Euro betragen. Wie hoch diese in deinen Fall sind, kannst du auf der Webseite deines zuständigen Amtes einsehen. Grundsätzlich dauert die Anmeldung nicht lange, sondern kann bei sofortiger Vorlage aller Dokumente innerhalb von 15 Minuten erledigt sein.

Fazit

Je nach Gewerbe ergeben sich für dich eventuell sehr individuelle Fragen, die du vorab telefonisch oder Mail mit Zuständigen des Gewerbeamtes klären kannst. Auch die jeweiligen Webseiten geben dir Auskunft über alle notwendigen Voraussetzungen und Dokumente, die du benötigst. Auch wenn der ganze Prozess erstmal danach aussieht, als ob du dich durch einen großen Berg an Formularen und Papieren wälzen musst, ist dies ein notwendiger Schritt und bei guter Recherche und Vorbereitung auch schnell erledigt.

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