Limited gründenQuelle: Aymane Jdidi/Pixabay

Gute Vorbereitung und eine kompetente Beratung sind wichtig, um eine funktionierende Limited zu gründen.

Eine Limited zu gründen ist zwar vergleichsweise einfach, aber sollte sehr gut überlegt sein. Wer sich vorschnell für diese Rechtsform entscheidet, muss vor allem negative finanzielle Folgen fürchten. Deshalb ist eine gute Vorbereitung wichtig. In diesem Artikel erfährst du mehr über die Definition, welche Vor- und Nachteile diese Rechtsform beinhaltet und welche Schritte nötig sind, um eine rechtswirksame Limited zu gründen. 

Limited – Die Definition

Bei der Limited handelt es sich um eine Kapitalgesellschaft und eine englische Rechtsform. Sie wird mit Ltd. abgekürzt und gilt zudem als Gegenstück der deutschen Unternehmergesellschaft UG. Wer eine Limited gründen möchte, braucht keinen englischen Pass. Eine Voraussetzung ist allerdings eine Büroadresse in England. Dafür muss der Gründer jedoch kein Büro vor Ort anmieten, mittlerweile existieren sehr viele Dienstleister, die eine zustellbare Postadresse zur Verfügung stellen. Zusätzlich sind eine Anmeldung beim Handelsregister in Deutschland und auch eine Gewerbeanmeldung erforderlich.

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Limited gründen nach dem Brexit

Seit dem 01. Februar 2020 ist Großbritannien nicht mehr Teil der EU. Deshalb fragen sich Gründer zurecht, ob es weiterhin sinnvoll ist eine Limited zu gründen und damit eine englische Rechtsform zu wählen. Laut Bundesministerium für Wirtschaft gilt bis zum 31. Dezember 2020 erst einmal eine Übergangsphase für den Brexit. Diese kann auf maximal zwei Jahre verlängert werden. In dieser Zeit muss sich die EU auf genaue Vorgaben und die Zukunft der Limited einigen. Noch sind keine konkreten Entscheidungen gefallen, somit gibt es auch noch keine Änderung der Abläufe. Generell wird Großbritannien vermutlich auch zukünftig an starken Handelsbeziehungen zur EU interessiert sein. Trotzdem ist vor der Gründung eine Beratung durch eine Limited-Agentur oder durch einen Anwalt sinnvoll.

Die Kosten der Limited

Eine Limited zu gründen ist vergleichsweise günstig. Trotzdem sollten sich Gründer vorher einen Überblick verschaffen und immer einen finanziellen Spielraum mit einplanen. Viele Agenturen bieten ein Starterpaket ab 300 Euro an. Dort enthalten sind einmalige Gründungsformalitäten in Höhe von 100 Euro. Dazu kommen 200 Euro für laufende Servicegebühren, wie zum Beispiel die Büroadresse, die dann aber jährlich anfallen. Weitere Gebühren sind die Anmeldung im deutschen Handelsregister ab ca. 100 Euro, Notarkosten ab ca. 60 Euro, eine beglaubigte Übersetzung des Gesellschaftsvertrages für ca. 80 Euro und eine Gewerbeanmeldung für ca. 30 Euro. Insgesamt liegen die Kosten für die Gründung einer Limited also bei ca. 600 Euro. Generell sind die Kosten aber abhängig vom Anbieter. Der Vergleich von Limited-Agenturen lohnt sich, zusätzlich können Erfahrungsberichte anderer Gründer helfen.

Die Steuerregeln der Limited

Wer nach der Gründung ausschließlich in Deutschland tätig ist, der muss auch in Deutschland Steuern bezahlen. Dazu gehören die Körperschaftssteuer, die Umsatzsteuer und die Gewerbesteuer. Durch eine Limited fällt das Unternehmen unter englisches Steuerrecht. Das bedeutet, dass zwar keine Gewerbesteuer fällig ist, dafür aber 20 Prozent der Körperschaftssteuer. Zudem muss der Jahresabschluss in England immer im GAAP-Format vorliegen. Die englische Steuerbehörde braucht zudem noch eine Bescheinigung vom deutschen Finanzamt. Deshalb ist ein auf Limited spezialisierter Steuerberater praktisch, der alle Vorgaben ganz genau kennt.

Der Name für die Limited

Bei einer Limited ist der Name frei wählbar. Wichtig ist nur, dass der Firmenname mit Ltd. endet. Als unternehmerische Organe sind außerdem ein Direktor, eine Gesellschafterversammlung und ein Company Secretary vorgeschrieben. Die Besetzung von Geschäftsführer und Gesellschafter kann auch, wie bei der deutschen Rechtsform GmbH, identisch sein. Das bedeutet, dass der Gründer beide Posten gleichzeitig besetzen darf.

Die Vorteile einer Limited

Die englische Rechtsform wird immer beliebter und das hat viele Gründe. Das sind die Vorteile und damit gute Gründe, eine Limited zu gründen:

  • Das Mindestkapital liegt bei einem britischen Pfund, das sind umgerechnet ungefähr 1,10 Euro. Im Vergleich: Für die Gründung einer deutschen GmbH ist ein Startkapital von 25.000 Euro nötig.

  • Bei der Haftung stehen die Gründer und weitere Mitgesellschafter nur mit der Einlage zur Verfügung. Eine Haftung mit dem Privatvermögen gibt es nicht. Wer also nur mit einem Pfund Stammkapital an den Start geht, haftet auch nur mit diesem Betrag.

  • Die Gründung einer Ltd. ist in spätestens zehn Tagen abgeschlossen, bei anderen Rechtsformen kann es bis zu mehreren Monaten dauern.

  • Für die Limited ist nur ein Gesellschaftervertrag erforderlich, dieser muss nicht notariell beglaubigt sein.

  • Ein Ltd. im Firmennamen sorgt direkt für ein internationales Ansehen, die Bezeichnung ist weltweit anerkannt.

Die Nachteile einer Limited

Neben all den positiven Argumenten eine Limited zu gründen, gibt es auch einige negative Aspekte, die jeder Gründer genau kennen sollte. Das sind die Nachteile:

  • Der Gesellschaftervertrag muss in englischer Sprache verfasst sein. Auch beim Aufsetzen des Vertrags gilt das englische Recht. Somit ist immer eine englische Rechtsberatung notwendig, die zusätzliche Kosten verursacht.

  • Für die Postadresse und weitere Servicedienstleistungen fallen Kosten pro Jahr an, die einkalkuliert werden müssen, besonders wenn das Startup keinen oder nur einen geringen Gewinn macht.

  • Das geringe Startkapital ist den Banken bekannt. Dadurch kann es zu Schwierigkeiten bei der Eröffnung eines Geschäftskontos kommen. Daher ist es besser, vor der Gründung mit der Bank schon ein Gespräch zu führen. Die Berater können auf Probleme hinweisen und auch Kontakte zu englischen Banken herstellen.

  • Weitere Nachteile bestehen bei den Regelungen zur Struktur von Veröffentlichungen und Bekanntmachungen der Limited. Darunter fallen auch der Jahresbericht und die Bilanz. Deshalb ist ein spezieller Steuerberater notwendig, der die englischen Abläufe kennt.

  • Durch den Brexit und die zukünftige mögliche Gesetzesänderung kann es zudem zu Schwierigkeiten sowie zusätzlichen Kosten kommen.

Limited gründen – Der Ablauf

Trotz der negativen Aspekte geht es vergleichsweise einfach eine Limited zu gründen. Das sind die einzelnen Schritte der Gründung im Überblick:

  • Zuerst muss der Gründer einen Firmennamen auswählen, der den Zusatz Ltd. oder Limited hat.

  • Danach wird der sogenannte Satzungssitz festgelegt. Im Englischen wird diese zustellbare Postadresse auch „Registered Office“ genannt. Wichtig ist, dass dieser Sitz in Großbritannien liegt und jederzeit auch offizielle Dokumente zugestellt werden können.

  • Dann werden die Organe der Limited festgelegt. Das sind die „Shareholder“ und somit die Gesellschafter. Benannt wird der „Director“, was dem deutschen Geschäftsführer entspricht. Außerdem ist ein „Company Secretary“ notwendig. Also eine Person, welche sich um die formellen Aufgaben kümmert.

  • Sollte der Jahresumsatz über 1 Million Pfund liegen oder eine Bilanzsumme von über 1,4 Millionen Pfund übersteigen, dann ist noch ein „Auditor“ als Wirtschaftsprüfer Pflicht.

  • Wenn dieser Schritt erledigt ist, folgt die Einzahlung des Gesellschaftskapitals bzw. des Stammkapitals. Falls es Sacheinlagen geben sollte, werden diese in den Unterlagen vermerkt.

  • Anschließend geht es mit einer Anmeldung der Limited beim Gesellschaftsregister weiter. Das sogenannte Companies House gibt es in Belfast, Edinburgh oder Cardiff. Dort zeigt der Gründer den Gesellschaftervertrag und die Gesellschaftssatzung vor. Wenn alles eingetragen ist, bekommt der Gründer eine Urkunde und die Limited ist ab diesem Moment rechtswirksam.

  • Mit dieser Gründungsurkunde kann der Unternehmer letztendlich eine Niederlassung in Deutschland eröffnen. Diese muss dann allerdings dann im Handelsregister eingetragen werden.

Fazit: Infos beschaffen und Zielgruppe bestimmen

Eine Limited zu gründen geht zwar relativ schnell und ohne hohes Startkapital. Doch es gibt besonders im Hinblick auf die Veränderungen nach dem Brexit auch einige Risikofaktoren. Zudem ist die Zielgruppe entscheidend: Wenn sich deine Kunden ausschließlich in Deutschland befinden, macht die Limited wenig Sinn. Dort empfiehlt sich eine Unternehmergesellschaft haftungsbeschränkt (UG). Wer hingegen auch im Ausland geschäftlich aktiv ist, kann mit dieser Rechtsform gerade zu Beginn viel Zeit und auch Geld sparen. Trotzdem ist es wichtig, sich ganz genau über die Anbieter und ihre Konditionen zu informieren. Nur dann folgen später keine negativen Konsequenzen und belasten das sowieso schon sehr knappe Budget.

UG gründen einfach gemacht [9 simple Schritte]

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