Limited gründen

Bei der Gründung hast du mittlerweile in Deutschland eine große Auswahl was die Wahl der Rechtsform für dein Unternehmen betrifft. Dennoch musst du sehr genau überlegen, mit welcher Rechtsform du an den Start gehst und welche für dein Unternehmen die beste ist. Noch nicht so sonderlich bekannt und verbreitet ist die Gründung einer Limited. Die Gründung einer Limited ist zwar sehr einfach, aber muss sehr gut überlegt sein. Es kann durchaus sein, dass du bei einer vorschnellen Entscheidung für eine Limited später mit Konsequenzen rechnen musst, die für dich vor allem negative finanzielle Folgen haben können. Deshalb will ich dir in diesem Artikel einmal näher bringen, um welche Rechtsform es sich bei einer Limited handelt, was man beachten muss und welche Schritte für dich nötig sind, um diese Rechtsform, abgekürzt auch Ltd. Genannt, zu gründen.

Was ist eine Limited?

Bei der Limited handelt es sich um eine Kapitalgesellschaft und sie ist eine englische Rechtsform. Die Limited kann auch als Gegenstück der deutschen Unternehmergesellschaft UG bezeichnet werden. Auch wenn die Limited eine englische Rechtsform ist, musst du kein Engländer sein. Aber da kommt auch schon der erste Haken, denn du brauchst auf jeden Fall für die Ltd. eine englische Büroadresse. Dazu musst du aber nicht gleich ein Büro dort anmieten. In der Regel kannst du dies über einen Dienstleister machen, der dir eine zustellfähige Postadresse zur Verfügung stellt. Wenn du eine Limited gründest und dann in Deutschland eine Niederlassung führst, musst du in Deutschland auch eine Anmeldung beim Handelsregister durchführen und auch eine Gewerbeanmeldung ist erforderlich. Entscheidest du dich dafür, den Firmensitz für deine Ltd. in Deutschland einzurichten, werden für dich auch Beiträge für die IHK fällig.

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Wie sieht es steuerlich bei der Limited aus?

Solltest du nach Gründung deiner Ltd. ausschließlich hier in Deutschland tätig sein, dann werden hier in Deutschland Steuern erhoben. Bist du in England ebenfalls tätig, dann fällst du mit deiner Ltd. unter englisches Steuerrecht. Das bedeutet für dich, dass zu zwar keine Gewerbesteuer zahlen musst, aber dafür 20 Prozent Körperschaftssteuer fällig werden. Wichtig ist auch für dich zu wissen, dass die Bilanz in England immer im GAAP-Format vorliegen muss. Für die englische Steuerbehörde brauchst du ebenfalls noch eine Bescheinigung vom Finanzamt hier in Deutschland.

Welchen Namen kannst du für deine Limited wählen?

Für deine Limited kannst du den Namen frei wählen. Beachten musst du nur, dass der Name am Ende mit ltd. endet. Bei der Ltd. sind als unternehmerische Organe ein Direktor, eine Gesellschafterversammlung und die Company Secretary vorgeschrieben. Die Besetzung von Geschäftsführer und Gesellschafter kann auch wie bei der deutschen Rechtsform der GmbH identisch sein. Heißt, dass du beide Posten gleichzeitig bekleiden kannst.

Welche Vorteile bietet dir die Limited?

Diese englische Rechtsform wird auch bei uns immer beliebter. Und das muss ja schließlich auch seine Gründe haben. Hier zeige ich dir, welche Vorteile du bei der Gründung einer Limited hast:

  • Mindestkapital für die Gründung der Ltd. liegt bei einem britischen Pfund. Stellst du die deutsche GmbH dagegen mit ihren 25.000 Euro Mindestkapital dagegen, siehst du schon deutlich den ersten Vorteil

  • Bei der Haftung stehst du oder weitere Mitgesellschafter nur mit der Einlage zur Verfügung. Eine Haftung mit deinem Privatvermögen gibt es nicht. Wenn du also nur mit einem Pfund Stammkapital an den Start gehst, dann haftest du auch nur mit diesem Betrag.

  • Gegenüber einer GmbH, deren Gründung oft bis zu einem Monat dauern kann, ist die Gründung einer Ltd. in spätestens zehn Tagen abgeschlossen und die Rechtsform ist international anerkannt.

  • Du brauchst für die Gründung der Ltd. nur einen Gesellschaftervertrag und musst nichts notariell beglaubigen lassen.

Welche Nachteile hat eine Limited?

Bereits eingangs hatte ich erwähnt, dass du gründlich überlegen musst und einiges beachten musst, wenn du eine Limited gründen willst. Deshalb kommen wir nun zu den Nachteilen, welche dir diese englische Rechtsform bescheren kann.

  • Der Gesellschaftervertrag muss nicht notariell beglaubigt werden. Doch dafür muss er in englischer Sprache verfasst sein. Auch das Aufsetzen von diesem Gesellschaftervertrag musst du beachten, denn er muss nach englischem Recht angefertigt werden. Das bedeutet für dich, dass du mit einigen Kosten für eine Rechtsberatung rechnen musst, denn ohne die geht es nicht, denn als deutscher Gründer würde es sonst ein böses Erwachen für dich geben.

  • Weitere Kosten fallen für dich an, wenn du die Postadresse in England einrichten musst und auch jemand brauchst, der sich um deinen Posteingang kümmert. Du kannst als Alternative auch ein Postfach wählen, aber dies würde alles andere als einen seriösen Eindruck hinterlassen.

  • Ähnlich wie beim deutschen Gegenstück, der UG, wirst du auch bei einer Limited einige Schwierigkeiten haben, um dir nötiges Kapital, beispielsweise durch Bankkredite zu verschaffen. Durch das extrem niedrige benötigte Stammkapital wird dies bei den Banken sehr kritisch gesehen. Dies gilt auch für mögliche günstige Lieferkonditionen für die Verhandlungen mit deinen Lieferanten. Deshalb ist es ratsam, vor der Gründung mit einer Limited mit deiner Bank schon ein Gespräch zu führen, auch wegen der Eröffnung von einem Geschäftskonto.

  • Ein weiterer Nachteil besteht für dich in den strengen Regelungen in England, was die Veröffentlichungen und Bekanntmachungen der Limited betrifft. Jahresbericht und Bilanz müssen nach besonderen Vorgaben erstellt werden. Für dich heißt das, dass du auch in diesem Punkt auf einen Profi angewiesen bist, der dies für dich erledigt. Damit entstehen dir weitere Kosten, die du nicht unterschätzen solltest. Wer gegen diese englischen Vorgaben verstößt, der muss mit erheblichen Strafen rechnen, die von Geldstrafe bis zur Löschung der Limited gehen.

Wie sieht der Ablauf bei der Gründung einer Limited aus?

Lässt man nun einmal die Nachteile außen vor, die eine Limited für dich mit sich bringen kann, so ist der Ablauf der Gründung eigentlich recht einfach. Um dir einen genauen Überblick zu verschaffen, fasse ich für dich die einzelnen notwendigen Schritte zusammen:

  • Du musst einen Firmennamen auswählen, der den Zusatz Ltd. oder Limited haben muss

  • Danach musst du einen sogenannten Satzungssitz festlegen (wie oben beschrieben die zustellfähige Postadresse). Im englischen wird dieser Sitz auch „registered office“ genannt. Wichtig ist, dass dieser Sitz in Großbritannien liegt und jederzeit auch offizielle Dokumente zugestellt werden können.

  • Als nächstes musst du die Organe der Limited festlegen. Das sind die „shareholder“, also die Gesellschafter. Dann musst der „director“ benannt werden, was unserem Geschäftsführer entspricht. Außerdem brauchst du einen „company secretary“, also eine Person, welche sich um die formellen Aufgaben der Limited kümmert

  • Solltest du einen Jahresumsatz von über 1 Million Pfund haben oder eine Bilanzsumme von über 1,4 Millionen Pfund, dann brauchst du noch einen „auditor“ der als Wirtschaftsprüfer tätig ist.

  • Wenn dieser Schritt erledigt ist, musst du das Gesellschaftskapital, also das Stammkapital, einzahlen. Wenn noch Sacheinlagen eingebracht werden, dann muss dies auch jetzt erfolgen.

  • Danach musst du die Limited beim Gesellschaftsregister, auch companies house genannt, anmelden. Solch ein Companies house gibt es in Belfast, Edinburgh oder Cardiff. Für die Anmeldung brauchst du den Gesellschaftervertrag und die Gesellschaftssatzung. Wenn alles eingetragen ist, bekommst du deine Gründungsurkunde und die Limited ist ab diesem Moment rechtswirksam.

  • Nach Erhalt der Urkunde kannst du nun in Deutschland eine Niederlassung eröffnen. Diese muss allerdings von dir dann im Handelsregister hier eingetragen werden.

Eignet sich eine Limited für dich?

Die Limited hat ihre Beliebtheit erlangt, weil man damit mit einem sehr geringen Eigenkapital ein Unternehmen gründen kann und trotzdem eine Haftungsbeschränkung bekommt. Wenn du als Gründer aber überwiegend in Deutschland deine Geschäfte machst, dann solltest du dir die Gründung einer Limited noch einmal gründlich überlegen. Immerhin gibt es hier mittlerweile die Rechtsform der Unternehmergesellschaft haftungsbeschränkt (UG) welche genau dafür geschaffen wurde. Nachdem die Limited immer beliebter wurde, hat man sich damals in Deutschland entschieden, eine passende Alternative anzubieten.

Wenn du nicht nur in Deutschland geschäftlich aktiv bist, dann ist die Limited für dich eine sicherlich sehr interessante Rechtsform. Beschränken sich deine geschäftlichen Aktivitäten aber rein auf Deutschland, so solltest du dich besser mit der UG vertraut machen.