Das gibt es bei der Organisationsform zu beachten

Holding gründen: Kosten, Gewinnabführung und Steuern

Bei einer Holding denken viele gleich an eine Art der Rechtsform. Tatsächlich ist das aber so nicht richtig. Bei der Holding handelt es sich nicht um eine Rechtsform, sondern um eine Unternehmensstruktur, beziehungsweise eine Organisationsform. Eine Holding kommt immer dann in Frage, wenn ein neues Geschäftsfeld erschlossen werden soll. Doch was ist eine Holding nun genau und was muss man bei der Gründung alles beachten?

Definition: Was versteht man unter einer Holding?

Bevor wir uns mit dem Gründen einer Holding beschäftigen, solltest du erstmal wissen, was eine Holding genau ist. Eine Holding ist nicht keine typische Rechtsform, wie beispielsweise die GbR, UG oder AG. Bei der Holding handelt es sich vielmehr um eine Unternehmensstruktur oder eine Organisationsform. Das englische Wort „holding“ bedeutet in diesem Zusammenhang so etwas wie „haltend“ oder „innehabend“. Und genau so lässt sich die Holding sehr gut beschreiben. Bei einer Holding gibt es mindestens ein übergeordnetes Unternehmen: das Mutterunternehmen. Dieses Mutterunternehmen hält Geschäftsanteile an einem untergeordneten Unternehmen – das davon abhängige Tochterunternehmen. Die Muttergesellschaft übernimmt dabei die Funktion der Holding. Die Tochtergesellschaften betreiben das eigentliche Geschäft.

Die Muttergesellschaft wird meistens von natürlichen Personen gegründet und tritt anschließend als Gesellschafter der Tochtergesellschaft auf. Sie kann dabei mindestens zehn und maximal 100 Prozent der Anteile unternehmen. Bei einer Holding müssen beide Unternehmen nicht zwingend die gleiche Rechtsform aufweisen. In der Regel wird eine Holding auf Basis mehrerer Kapitalgesellschaften gegründet. Wie viele Tochterunternehmen ein Mutterunternehmen haben darf, ist dabei nicht vorgeschrieben. Zudem hat die Holding eine Stimmrechtsmehrheit. Sie kann also bei geschäftlichen Entscheidungen innerhalb der Tochtergesellschaft mitreden.

Die 5 verschiedenen Arten einer Holding

Wie die Holding strukturiert ist, hängt schließlich von der Form des Unternehmens an. Hierbei gibt es fünf verschiedene Formen, die beim Gründen einer Holding möglich sind.

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1. Operative Holding

Bei der operativen Holding übernimmt der Mutterkonzern die geschäftsführenden Tätigkeiten und ist am Markt sichtbar. Die Tochtergesellschaft übernimmt dabei eine unterstützende Funktion und ist personell, räumlich und finanziell häufig kleiner als die Holding selbst. Die Holding gibt außerdem den Außenauftritt der Tochtergesellschaften vor.

2. Management-Holding

Bei der Management-Holding übernimmt die Holding die strategische Überwachung und Steuerung der Tochtergesellschaften. Sie legt dabei beispielsweise die verschiedenen Geschäftsfelder der Tochtergesellschaften fest und schickt Vorstandsmitglieder in die einzelnen Unternehmen. Trotzdem hat jede Tochtergesellschaft die Möglichkeit, unabhängig zu agieren. Vorteile dieser Holding-Form ist die hohe Flexibilität und große Kapitalkraft.

3. Strategie-Holding

Diese Form ist der Management-Holding sehr ähnlich. Der Unterschied liegt darin, dass die Muttergesellschaft dafür sorgt, dass die komplette Unternehmensgruppe strategisch geschlossen nach außen auftritt.

4. Finanz-Holding

Hierbei agiert die Holding eher als interne Bank und übernimmt somit weder die strategischen noch die operativen Aufgaben der Unternehmen. Die Optimierung des Finanzflusses steht hier innerhalb der Holding im Vordergrund.

5. Organisatorische Holding

Die organisatorischen Holding dient der Gliederung des Unternehmens in verschiedene Bereiche. Wenn du also einen neuen Geschäftsbereich planst, der möglicherweise etwas riskant ist, kannst du diesen mit einer Tochtergesellschaft ausgliedern. So bleiben die übrigen Gesellschaften, im Falle des Scheiterns, unberührt.

Vor- und Nachteile einer Holding

Natürlich bringt eine Holding ihre Vor- und Nachteile mit sich. Diese wollen wir im Folgenden gegenüberstellen, damit du selbst entscheiden kannst, ob das Gründen einer Holding für dich rentabel ist.

Was sind die Vorteile einer Holding?

  • Steuerfreie Gewinnausschüttungen in Höhe von 95 Prozent der Tochtergesellschaft an die Muttergesellschaft möglich
  • Veräußerungsgewinn der Anteile einer Tochtergesellschaft sind bis zu 95 Prozent steuerfrei
  • Geschäftsbereiche können einfach veräußert werden
  • Unternehmenssitz der Holding kann in ein Land mit Steuervorteilen verlegt werden
  • Risikominderung durch Auslagerung von riskanten Geschäftsfeldern
  • Gewinn- und Verlustausgleich von mehreren Tochtergesellschaften ist möglich
  • Schutz des physischen Betriebsvermögens
  • Größere Risikoverteilung
  • Erleichterte Expansion in andere Regionen und Marktbereiche

Was sind die Nachteile einer Holding?

  • Hoher administrativer Aufwand durch die rechtlich vorgeschriebenen mindestens zwei Kapitalgesellschaften
  • Höherer Gründungsaufwand durch mindestens zwei Kapitalgesellschaften
  • Durch Auslagerung riskanter Geschäftsfelder besteht hohes Risiko für Tochtergesellschaften
  • Tochtergesellschaft ist von der Holding abhängig
  • Beteiligungen können durch das Kartellamt untersagt werden
  • Aufhebung der Risikoverteilung durch einen Gewinnverteilungsvertrag
  • Bei nachträglicher Überführung eines Unternehmens in die Holding, gelten die Steuervorteile im Falle der Veräußerung bis zum Verstreichen einer siebenjährigen Frist nur anteilig.

Wie kann man eine Holding gründen?

Eine Holding kannst du entweder mit zwei oder mehr bestehenden Unternehmen gründen oder aber aus mindestens einem bestehenden und einem oder mehr komplett neu zu gründenden Unternehmen gründen. Daher ist es ratsam, zunächst die Muttergesellschaft zu gründen, die dann die Aufgaben der Holding übernimmt. Wie hoch die prozentuale Beteiligung an den abhängigen Unternehmen ist, kannst du hierbei selbst frei entscheiden. Sie müssen aber mindestens bei zehn Prozent liegen. Nicht selten liegt die Beteiligung auch bei kompletten 100 Prozent.

Zunächst musst du also festlegen, mit welchen Unternehmen du eine Holding gründen möchtest und welche dabei die Rolle der Mutter- bzw. Tochtergesellschaft übernimmt. Häufig wird eine Holding auf Basis einer GmbH, UG, AG oder Limited gegründet. Falls also noch nicht geschehen, solltest du dir dafür notwendigen Unternehmen gründen. Genaueres kannst du dir in unserem Übersichtsartikel „Rechtsformen: GbR, GmbH, OHG & Co. in der Übersicht“ durchlesen.

Damit sich alle Unternehmen dann zu einer Holding zusammenschließen können, ist ein Notartermin notwendig. Sind alle beteiligten Unternehmen gegründet, trägst du die Holding als Gesellschafter der Tochter ein, bzw. überschreibst die Anteile der Tochter an die Holding. Der Name der Holding muss dann nur noch beim Marken- und Patentamt angemeldet werden.

Was kostet die Gründung einer Holding?

Wie viel die Gründung einer Holding kostet hängt vor allem davon ab, ob die Unternehmen, die zusammengeführt werden sollen, schon etabliert sind. Wenn du beide Unternehmen erst gründen musst, kommen entsprechend höhere Kosten auf dich zu, da du die Gründungskosten und das Startkapital mit einrechnen musst. Denn einige Kapitalgesellschaften, wie die GmbH oder die AG, haben ein Mindestkapital, welches einzuzahlen ist. Bei der AG beträgt dieses 50.000 Euro, bei der GmbH 25.000 Euro. Die UG hat hier den Vorteil, das ein Mindest-Stammkapital von gerade mal einem Euro ausreicht. Dafür müssen hier jährliche Kosten von 800 Euro entrichtet werden. Ansonsten kommen bei der Holding zudem die Notarkosten hinzu.

Steuern bei einer Holding

Wie man eine Holding besteuern muss, hängt von ihrer Rechtsform ab. Das gleiche gilt auch für die jeweiligen Tochtergesellschaften. Im Regelfall werden aber auf jeden Fall folgende Steuern fällig:

Alle weiteren hängen eben von der Rechtsform ab. Bei einer Holding ist sehr häufig von Steuerersparnissen die Rede. Das bezieht sich im Wesentlichen auf die Gewinnabführung.

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Die Gewinnabführung bei einer Holding

Erwirtschaftet die Tochtergesellschaft Gewinne, kannst du diese bis zu 95 Prozent steuerfrei an die Holding abführen. Lediglich die übrigen fünf Prozent werden zum üblichen Steuersatz von rund 30 Prozent besteuert. Wenn die Holding Verluste anderer Tochtergesellschaften gegenrechnen kann, lohnt sich das. Die Form der Holding wurde deswegen in Verruf gebracht, da viele Unternehmen mithilfe von Steueroasen mehr oder weniger künstliche Verluste kreiert und so Steuern gespart haben.

Fazit

Eine Holding lohnt sich vor allem dann für dich, wenn du mit deinem Unternehmen neue Geschäftsfelder erschließen möchtest. Das wäre beispielsweise der Fall, wenn du eine weitere Niederlassung eröffnen oder dich mit einem anderen Unternehmen zusammenschließen möchtest. Hierbei ist es wichtig, dass mindestens zwei Unternehmen benötigt werden, um eine Holding zu gründen. Diese teilen sich dann in Muttergesellschaft und Tochtergesellschaft auf. Somit ist die Holding keine eigene Rechtsform, sondern mehr eine Aufbaustruktur. Eine Holding kann viele Vorteile mit sich bringen, wenn das Konzept dahinter sinnvoll durchdacht ist. Sinn macht sie insbesondere um Unternehmen zu strukturieren und Risiken zu minimieren. Wichtig ist also, sich vorher genau zu überlegen, warum man eine Holding gründen möchte und die Struktur an diesen Plan anzupassen.

Häufige Fragen (FAQ) zu Holding gründen

Was ist eine Holding?

Bei der Holding handelt es sich um eine Unternehmensstruktur oder eine Organisationsform. Hierbei gibt es mindestens ein übergeordnetes Unternehmen: das Mutterunternehmen. Dieses hält Geschäftsanteile an einem untergeordneten Unternehmen, das Tochterunternehmen. Die Muttergesellschaft übernimmt die Funktion der Holding, die Tochtergesellschaften betreiben das eigentliche Geschäft.

Welche Arten einer Holding gibt es?

Es gibt fünf verschiedene Firmen, die beim Gründen einer Holding möglich sind:
1. Operative Holding
2. Management-Holding
3. Strategie-Holding
4. Finanz-Holding
5. Organisatorische Holding

Welche Steuern fallen bei einer Holding an?

Welche Steuern eine Holding zahlen muss, hängt von der jeweiligen Rechtsform am. Auf jeden Fall werden aber folgende Steuern fällig:
1. Umsatzsteuer
2. Körperschaftsteuer
3. Gewerbesteuer

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Über den Autor

Autorenprofil: Leoni Schmidt

Leoni Schmidt

Nach ihrem Abitur studierte Leoni an der Fachhochschule des Mittelstands in Köln Medienkommunikation & Journalismus. In diesem Studium sammelte sie durch Praktika bei der Rheinischen Post und bei Antenne Düsseldorf viele praktische, journalistische Erfahrung. Neben ihres Studiums arbeitete sie als Werkstudentin bei einem Online-Magazin. Bei diesem wurde sie nach ihrem Studium übernommen und arbeitete dort in der Online-Redaktion. Im Mai 2019 wechselte sie dann zu Digital Beat und Gründer.de und arbeitet seitdem dort als Junior-Online-Redakteurin.

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