Einen Finanzplan für das eigene Unternehmen zu erstellen ist für die gesamte Finanzplanung wichtigQuelle: Vitalii Vodolazskyi - stock.adobe.com

Einen Finanzplan zu erstellen ist für die Unternehmensgründung sehr wichtig. So kann man sicher sein, dass die Finanzplanung des Unternehmens gut geplant ist.

Für viele junge Menschen ist es schwer, den Überblick über die eigenen Finanzen zu behalten. Wer ein Unternehmen gründet, muss zusätzlich noch die Konten des Betriebs im Blick behalten. Wir zeigen dir in diesem Beitrag, wie du sowohl deine eigenen finanziellen Mittel steuern kannst und worauf es in der Finanzplanung für ein Unternehmen ankommt. Eine Information vorab: Bevor du dich für ein Konto, einen Kredit oder eine Versicherung usw. entscheidest, solltest du immer ein professionelles Vergleichsportal für Finanzprodukte nutzen, um dir einen Überblick über mögliche Kosten zu verschaffen.

Was es bei der Finanzplanung für eine Gründung zu beachten gibt

Wer gründen will, braucht natürlich erstmal eine Geschäftsidee. Wenn du glaubst, eine gefunden zu haben, solltest du diese zunächst überprüfen. Dazu bieten sich moderne Tools wie das Business-Model-Canvas (BMC) an. Es erlaubt dir, innerhalb weniger Minuten zu prüfen, ob deine Geschäftsidee prinzipiell tragfähig ist. Außerdem wird dir die Kostenstruktur des BMC bereits einen Ausblick geben, wie viel Geld du für dein Vorhaben zur Seite gelegt haben solltest. Je nach Branche, in der du agieren willst, werden verschiedene Kostenfaktoren anfallen. Das können beispielsweise sein:

  • Mieten
  • Nebenkosten
  • Wareneinkauf
  • Marketing
  • Wartung
  • Fuhrpark
  • Maschinen
  • Löhne
  • Sozialabgaben
  • Steuern

Außerdem musst du an die anfallenden Kosten einer Gründung denken. Gewerbeanmeldung, Gesellschaftsvertrag, Anmeldung im Handelsregister und dergleichen sind nicht kostenlos. Auch du selbst musst als Gründer von etwas leben und dir daher ein eigenes Gehalt als Geschäftsführer einplanen – oder ausreichend hohe Rücklagen haben. Wie du solche hohen Summen zurücklegen kannst, erklären wir später in diesem Artikel.

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Finanzplan vs. Liquiditätsplan – Der Unterschied

Neben dem Finanzplan musst du dir zusätzlich einen Liquiditätsplan erstellen. Dieser unterscheidet sich vom Finanzplan in einem entscheidenden Detail: Nur Geld, was tatsächlich vorhanden ist, wird beim Erstellen des Liquiditätsplan berücksichtigt. Mit einem Beispiel lässt sich der Unterschied verdeutlichen:

Finanzplan: Du kaufst eine Ware ein, verarbeitest sie und verkaufst sie an den Kunden. Nach Abzug aller Kosten hast du im Moment des Verkaufs Gewinn gemacht.

Liquiditätsplan: Du kaufst eine Ware, verarbeitest sie und verkaufst sie an den Kunden. Liquidität erhältst du aber nicht im Moment des Verkaufs, sondern erst, wenn das Geld des Kunden auf deinem Konto eingegangen ist. Bis du das Geld tatsächlich erhalten hast, wurde ausschließlich Verlust erzielt.

Der Liquiditätsplan dient im Geschäftsalltag dazu, die Lücke zwischen Theorie und Praxis zu schließen. Viele Unternehmen sind bereits daran gescheitert, dass sie zwar schnellen Wachstum verzeichnen konnten, aber – scheinbar plötzlich – insolvent waren. Dieser Fall tritt ein, wenn ein Unternehmen immer mehr Kunden gewinnt und deshalb immer mehr Ware einkaufen muss, es aber zu viele Kunden gibt, die ihre Rechnungen spät bezahlen. So kann es passieren, dass zu viele Mittel in den Wareneinkauf fließen und laufende Kosten nicht mehr bedient werden können. Mit einem Liquiditätsplan sicherst du dich effektiv gegen diesen Fall ab.

7 Schritte zum Finanzplan

Nun geht es daran, den Finanzplan praktisch umzusetzen und zu erstellen. Damit du weißt, wie du hier am besten vorgehen kannst, haben wir dir die Erstellung des Planes Schritt für Schritt erklärt. So kannst du dich an dieser Vorlage entlang arbeiten und vergisst auch keine wichtigen Punkte.

1. Umsatzplanung

An erster Stelle steht beim Erstellen eines Finanzplan ist die Umsatzplanung. In dieser musst du alle anfallenden Umsatzposten erfassen und für mehrere Jahre durchkalkulieren. Um diese Berechnungen leichter zu gestalten, gibt es verschiedenste Tools, die dir bei der genauen Kalkulation helfen können. Und das ist auch sehr wichtig, denn: die Zuverlässigkeit dieser Prognosen wirkt sich auf die Qualität der gesamten Planung aus. Je nachdem, für welches Geschäftsmodell du dich entschieden hast, kannst du deine Umsätze nach der Anzahl der Kunden, deiner Arbeitszeit oder anhand der Anzahl verkaufter Produkte berechnen.

2. Die Kosten erfassen

Da du nun die Basis der Umsatzentwicklung kalkuliert hast, kannst du nun in deiner Finanzplanung berechnen, welche Kosten für dein Unternehmen anfallen werden. Zu den Kosten gehören zum einen die variablen Kosten. Zu diesen zählen alle Kosten im Unternehmen, die bei der Produktion oder Erstellung deines Angebotes anfallen. Das können beispielsweise Materialkosten oder Kosten für den Wareneinkauf sein. Zum anderen kommen hier noch die fixen Kosten hinzu. Zu diesen gehören unter anderem Gehälter, Miete und Versicherungen.

Beim Erfassen der Kosten darf auch die Deckungsbeitragsrechnung nicht vergessen werden. Diese Rechnung zeigt dir, wie viel Ertrag dir nach Abzug der variablen Kosten für die Deckung deiner Fixkosten übrig bleibt. Dieser sollte natürlich im besten Fall immer im Plus liegen. Stellst du dann den Umsatz und die Kosten gegenüber, ergibt sich automatisch die Gewinn- und Verlustrechnung deines Finanzplans. Diese spiegeln die operative Entwicklung deines Unternehmens wieder.

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3. Gründungskosten nicht vergessen

Was viele bei der Finanzplanung häufig vergessen ist, die Kosten, die mit einer Gründung einhergehen, zu berechnen. Zu diesen können Beraterkosten, Gebühren für die Markenanmeldung oder den Eintrag ins Handelsregister zählen. Aber auch Mitarbeiter müssen vielleicht im Vorfeld schon eingestellt werden. Bei der Suche nach passenden Mitarbeitern können auch einige Kosten anfallen. Wie hoch die Gründungskosten sind, hängt natürlich von der Rechtsform deines Unternehmens und von deinen Plänen mit deinem Unternehmen ab.

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4. Investitionsplanung

Mit einer Gründung gehen ebenfalls einige Investitionskosten einher, die auch bei deiner Finanzplanung berücksichtigt werden müssen. Je nach Berufsfeld müssen im Vorfeld technische Geräte, Ausrüstung oder Büroräume angeschafft werden. Hier kommen auf Gründer auch schon mal hohe Kosten zu. In der Investitionsplanung sollten aber nicht nur die Kosten eingerechnet werden, die beim Start des Unternehmens anfallen. Auch in den kommenden Jahren kann es immer mal wieder du Investitionen kommen, für die Geld da sein muss. Beispielsweise wenn Geräte kaputt gehen oder weitere gekauft werden müssen. Um dann mit deiner Finanzplanung nicht völlig aus der Bahn geworfen zu werden, ist es wichtig, diese direkt mit einzurechnen.

5. Liquiditätsplanung

Wenn du dir vorherigen Berechnungen alle durchgeführt hast, hast du nun alle Posten zusammen, um deinen Liquiditätsplan anzufertigen. In diesen Plan fließen alles geschätzten monatlichen Ein- und Auszahlungen ein. So kann bestimmt werden, inwiefern das Unternehmen zahlungsfähig ist und wie lange das auch so bleibt. Je nach Projektgröße sollten im Liquiditätsplan die nächsten 24 bis 60 Monate aufgelistet werden.

In diesem Plan ist wichtig, dass keine Liquiditätsengpässe auftreten. Es sollte dauerhaft ein Überschuss an Kapital zur Verfügung stehen, um sicherzugehen, dass das Unternehmen nicht Pleite geht. Wenn die Einnahmen nicht ausreichen, musst du versuchen durch Investoren oder Banken an weiteres Kapital zu kommen.

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6. Finanzierungsplan

Innerhalb des Finanzierungsplans wird nun aufgezeigt, wir das Unternehmen finanziert werden soll. Das Eigenkapital bildet hierbei die Grundvoraussetzung, um ein eigenes Unternehmen gründen zu können. Oft kann es nicht vermieden werden, dass zumindest ein Teil des Gründungsvorhabens mit eigenen Mitteln finanziert werden muss. Dieses sollte dafür verwendet werden, um das Anlagevermögen und die Reserven des Umlaufvermögens abzudecken. Wenn das Eigenkapital von Freunden, Familie oder Förderprogrammen bezogen wird, muss dies auch im Businessplan vollständig genannt werden.

Das Fremdkapital wird dadurch bestimmt, dass die Höhe des Eigenkapitals von der Summe der Kapitelbedarfs abgezogen wird. Es sollte genau beschrieben werden, wofür das Fremdkapital bei der Gründung verwendet wird.

7. Rentabilitätsrechnung

Der letzte Schritt beim Erstellen deines Finanzplanes, ist die Rentabilitätsrechnung. Hier listest du deine Gesamt-Einnahmen und -Ausgaben übersichtlich nach Betriebseinnahmen, Rohertrag, dem Ergebnis vor Zinsen sowie vor und nach Steuern auf. In der Rentabilitätsrechnung soll der Leser schnell und auf einem Blick erkennen, wie rentabel die Existenzgründung und wie gut geplant deine Finanzplanung ist. Innerhalb der erste drei Jahre sollte der Rentabilitätsplan einen positiven Entwicklungsverlauf nehmen. Hierbei ist jedoch auch zu beachten, dass in Bereichen wie Personal, Betriebsausgaben, Steuern, Zinsen oder Einkauf die Kosten jährlich steigen können. Dies sollte hier auf jeden Fall auch berücksichtigt werden.

Flexibel im Leben: Finanzplanung für Privatpersonen

Wir haben dir bereits gezeigt, wie aufwändig eine Gründung ist. Dass der finanzielle Aufwand auch erheblich sein kann, hast du bereits selbst gemerkt. Aber was kann man tun, wenn am Ende des eigenen Geldes noch so viel Monat übrig ist? Die Lösung lautet: Zwei-Konten-Modell.

Das Zwei-Konten-Modell basiert – wie der Name unschwer erkennen lässt – auf zwei Konten. Es gibt dein Sparkonto und dein Konsumkonto. Auf deinem Sparkonto gehen Gehalt, BAföG und dergleichen ein. Von deinem Sparkonto richtest du einen Dauerauftrag auf dein Konsumkonto ein. Du überweist monatlich den Betrag, den du zum Leben brauchst. Also Geld für Miete, Benzin, Handy, Essen und Freizeit. Was noch auf dem Sparkonto ist, bleibt dort. Eine EC- oder Kreditkarte legst du dir ausschließlich für dein Konsumkonto zu. So kannst du sicher sein, dass du jeden Monat einen festen Betrag sparst. Das angesparte Geld kannst du entweder auf einen Schlag investieren, monatlich Sparpläne bedienen oder zurücklegen – als Eigenkapital für einen Bankkredit beispielsweise. Mit einem gewissen Eigenkapital werden Banken dir nämlich bessere Konditionen einräumen und so auch Gründungsvorhaben ermöglichen, die dir vorher vielleicht zu teuer schienen.

Ein weiterer Vorteil des Zwei-Konten-Modells ist, dass du damit zeigen kannst, dass du Finanzen planen kannst. Das wird mögliche Investoren davon überzeugen, dir in Geschäfts- und Finanzfragen mehr Vertrauen zu schenken. In dem folgenden Video ist nochmal anschaulich erklärt, wie das Zwei-Konten-Modell funktioniert und wie du es sogar zu einem Drei-Konten-Modell ausbauen kannst.

So finanzierst du deine Unternehmung

Du hast deine eigenen Finanzen im Griff, hast deine Geschäftsidee geprüft, sie für gut befunden und mittlerweile sogar etwas Geld gespart. Außerdem hast du sowohl deinen Finanzplan als auch dein Liquiditätsplan erstellen können und du weißt, welche Rechtsform deine Gründung haben soll. Doch was jetzt? Wenn die Rücklagen nicht reichen und du viele Jahre sparen müsstest, damit es so weit kommt? So geht’s weiter:

Du schreibst einen Businessplan. Darin formulierst du deine Geschäftsidee klar aus und nimmst auch deine Pläne zu Finanzen sowie Liquidität mit auf. Gemeinsam mit deinen Rücklagen kannst du zu einer Bank gehen und um ein Finanzierungsgespräch bitten. Hier bieten sich Förderbanken wie die KfW an, da diese besonders günstige Kredite für Gründer anbieten.

Ob du Gründer bist oder einfach besser sparen willst, ist egal: Mit unseren Tipps wird dir beides erleichtert. Bevor du eine Entscheidung triffst, solltest du dich ausgiebig informieren – schließlich geht es um dein Geld. Wenn du glaubst, dass du einfach nicht genug Geld verdienen kannst, um etwas zu sparen und schon Vollzeit arbeitest, dann sieh dir doch den folgen Artikel an. Dort geben wir dir 25 Tipps, wie du passiv Einkommen aufbauen kannst.

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