Startup-Investor finden

Die Geschäftsidee steht. Vielleicht wurde auch bereits eine Firma gegründet, oder dein Startup macht bereits erste Umsätze, möchte aber jetzt in der Wachstumsphase so richtig durchstarten. Meistens ist der limitierende Faktor jetzt nicht Kreativität, Zeit, Fleiß oder ein starkes Gründerteam, auf das man sich verlassen kann, sondern schlicht: Kapital.

Kapital ist das Blut eines jeden Startups. Und gerade deshalb ist es immer wichtiger, im Team nicht nur Kompetenzen im Rahmen des eigentlichen Gründungsprojektes zu vereinen, sondern auch die Basics im Fundraising zu beherrschen. Wo kann man Startup-Investoren finden? Wo suchen Investoren im Umkehrschluss Beteiligungen? Und welche Rolle spielen hier die sogenannten Stages – also Entwicklungsphasen – in denen dein Startup gerade steckt? In diesem Beitrag möchten wir die wichtigsten Kapitalquellen erläutern.

Startup-Investoren im direkten Umfeld – Friends, Family and Fools

Einer der offensichtlichsten Bereiche, in denen du frühzeitig Investoren für deine Geschäftsidee finden kannst, ist dein direktes, privates Umfeld. Bekannte und Verwandte kennen die Gründerin oder den Gründer persönlich. Eine Einschätzung des Teams und der verbundenen Kompetenzen ist somit aus einem speziellen Blickwinkel möglich, wie ihn andere potentielle Investoren nicht haben. Auch haben die Gründer einen Vertrauensvorschuss, wenn erkennbar ist, dass sich das Team “der Sache verpflichtet hat”.

Doch Geld vom persönlichen Umfeld anzunehmen hat auch seine Tücken. “Beim Geld hört die Freundschaft auf”, so lautet ein bekanntes Sprichwort. Dabei ist das Geld selbst nicht das Problem, sondern die häufige Intransparenz über das tatsächliche Risiko einer Gründung. Die Mehrheit aller Gründungen schlägt fehlt, das Kapital ist schnell aufgebraucht und Umsätze bleiben zunächst aus. Selbst wenn das Projekt also vielversprechend war, geht zwischenzeitlich die Liquidität aus. Schnell wandelt sich dann die anfängliche Euphorie der Privatinvestoren in Enttäuschung, die sich nicht selten auch auf die persönliche Beziehung auswirkt. Denn: Die saubere Trennung zwischen persönlichen und geschäftlichen Themen gelingt nicht jedem.

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Business Angel / Angel Investoren: Wohlhabende Privatpersonen mit Mission

Angel Investoren, teilweise auch als Business Angels bezeichnet, sind meist vermögende Privatpersonen, die Kapital in neue Startups investieren möchten, um gemeinsam im Team etwas Neues zu kreieren. Sehr häufig sind Angel Investoren daher auch intrinsisch motiviert und offen dafür, aktiv als Berater des Teams zur Seite zu stehen. Für Startups können Angel Investoren also sehr wertvoll sein, da sie nicht nur das nötige Kapital aufbringen, sondern auch wichtiges Know-How einbringen, das sonst nur schwer zugänglich ist.

Angel Investoren beteiligen sich meist innerhalb einer Spanne von 50.000 € bis 200.000 € an Startups, die in sehr frühen Phasen, also in der Pre-Seed oder Seed-Stage, stecken. Die Beteiligung erfolgt dann üblicherweise als Anteil am Unternehmen, als Convertible oder als Darlehen.

Es ist wichtig zu verstehen, dass Angel Investoren letztlich ihr eigenes Geld investieren und daher etwas anders ticken als bspw. Venture-Capital-Fonds. Sprich: Angel Investoren können mitunter sehr unterschiedliche strategische oder individuelle Schwerpunkte haben. Angel Investoren, die nur gelegentlich investieren, brauchen meist deutlich länger, bis sie sich zu einer Entscheidung durchringen und sind eher unverbindlich. Aktive und professioneller agierende Business Angels machen hingegen im Schnitt etwa sechs Deals pro Jahr und kennen daher auch die gesellschaftsrechtlichen Abläufe. Von ihnen kannst Du erwarten, dass sie sich bereits in den ersten drei Meetings für oder gegen ein Investment entscheiden – dir aber in jedem Fall wertvolles Feedback geben.

Erkundige Dich vor einem etwaigen Treffen, in welche Bereiche sie bisher investiert haben. Du kannst dann im Idealfall mit deiner Recherche punkten und an vergangene Karrierestufen oder Investments des Angels anknüpfen.

Da private Investoren selten offiziell auftreten, weil sie eben im Gegensatz zu Venture-Capital-Fonds nicht verpflichtet sind, aktiv in Startups zu investieren, sind es häufig eine Herausforderung, Business Angels zu finden. Frage hier in deinem persönlichen Netzwerk oder nutze professionelle Datenbanken, die die Recherchearbeit übernehmen und für dich aktiv Startup-Investoren finden können. Eine gezielte Ansprache und Recherche der bisherigen Tätigkeit des Angel Investors, aber auch eine gewisse Vielfalt an verfügbaren Investoren erhöht die Wahrscheinlichkeit eines Treffens enorm. Gehe also fokussiert, aber systematisch vor – eine Liste hilft dir dabei, den Überblick bei der Kontaktaufnahme zu wahren.

Professionelle Investoren mit großen Investment-Tickets: Venture-Capital-Fonds

Venture Capital (VC) bzw. Wagniskapital bezeichnet eine Teilmenge von Privat Equity, also einer speziellen Beteiligungsart, bei der die vom Kapitalgeber eingegangene Beteiligung nicht an geregelten Märkten (Börsen) handelbar ist. Der Unterschied im Begriff Venture Capital ist also nicht scharf abgegrenzt, meint aber speziell den Private-Equity-Anteil, der aus jungen Unternehmen besteht, die noch keine Umsätze oder Gewinne generieren oder aber zwar bereits umsatz- oder gewinnpositiv sind, aber noch weiteren Kapitalbedarf für die Skalierungs- und Wachstumsphase benötigen.

Wie auch bei Angel Investoren können die strategischen Ausprägungen, das zur Verfügung gestellte Kapital, die Branchen oder das präferierte Stage eines Venture-Capital-Unternehmens sehr unterschiedlich sein. Gemein haben alle VC-Unternehmen jedoch, dass sie ihrerseits das Kapital ihrer Investoren verwalten. Durch dieses Mandat ändern sich die Interessen im Vergleich zu einem Angel Investor. VC-Unternehmen müssen regelmäßig spannende Startups finden und investieren, um das Geld der Anleger auch tatsächlich arbeiten zu lassen. Das Ziel eines VC-Unternehmens ist es anschließend, die Anteile des jeweiligen Startups einige Jahre später mit einem Gewinn zu veräußern oder gar auf einen Börsengang hinzuarbeiten.

In welche Startups das Kapital investiert wird, das unterscheidet sich von VC zu VC. Micro Venture Capital-Fonds verwalten meist ein Vermögen pro Fonds zwischen 10 und 25 Millionen € und platzieren Kapitalrunden teils schon ab 100.000 €, meist aber höher. Micro Venture Capital-Firmen verlangen in aller Regel eine Beteiligung beim Startup anstatt von (Darlehen oder Convertibles) und bieten nicht selten nach einigen Monaten ein Follow-On-Investment in einer nächsten Finanzierungsrunde, sofern sich das Startup wirtschaftlich gut entwickelt und eine eindeutige Traktion erkennbar ist. Allerdings ist der Investment-Zeithorizont oft kürzer als bei klassischen VC-Unternehmen. Beteiligungen über 20% sind eher selten, Anteile in Höhe von 8% bis 10% des Unternehmens häufiger. Aufgrund des geringeren Investments im Vergleich zu klassischen VCs investieren Micro-Venture-Capital-Fonds häufig bereits “früher” in Startups, also in Phasen, in denen womöglich noch keine oder sehr geringe Umsätze erzielt werden, aber das grundsätzliche Produkt steht.

Klassische VC-Fonds verwalten meist größere Summen von 50 bis 300 Millionen €. Für frühe Seed-Finanzierungen, sofern sich ein jeweiliges VC-Unternehmen auf Seed-Stages spezialisiert hat, investieren entsprechende Fonds meist 500.000 € bis 2 Millionen €. Kleinere Investmentsummen sind eher untypisch, ganz einfach, weil ein großer Fonds sein Kapital letztlich auch unterbringen können muss. Würden Fonds dann bereits kleinere Summen investieren, würde das Startup-Portfolio des VCs schnell unübersichtlich groß geraten. Klassische VCs verlangen ebenfalls in aller Regel eine Beteiligung am Startup im Bereich von 15% und 20% in der “späten” Seed-Phase oder Series A-Phase. Ein Investment kommt auch meist nur dann in Frage, wenn es darum geht, das Startup durch die Kapitalsumme in die nächste Wachstumsphase und Kapitalrunde zu befördern.

Venture-Capital-Unternehmen sind professionelle Investoren. Sie kennen daher den Prozess in und auswendig und haben meist einen sehr genauen strategischen Fokus. Es ist daher essentiell, dass ein Gründerteam vor der Kontaktaufnahme den genauen Investmentfokus erkennt und sich eben nur an diejenigen VCs wendet, die grundsätzlich in Startups mit entsprechenden Kriterien investieren. Diese können vielfältig sein, in jedem Fall sollten die Gründer jedoch das präferierte Vertical, die Industrie und das Geschäftsmodell des VCs erkennen sowie die Frage beantworten, in welcher Stage, also Phase, der VC meist investiert. Eine intensive Recherche ist zeitaufwendig, zahlt sich aber meistens spätestens bei der Kontaktaufnahme aus. Wie bei Angel Investoren können auch hier spezialisierte Dienstleister bei der Recherche nach geeigneten Investoren unterstützen. Denn am Ende ist es wie bei einem persönlichen Bewerbungsgespräch: Gewisse Vorkenntnisse über das jeweilige Venture-Capital-Unternehmen erwecken einen positiven Eindruck und erhöhen die Chancen, in ein persönliches Gespräch treten zu dürfen. Gelingt das, sind VCs übrigens häufig sehr schnell und werden sich meist nach zwei bis drei Meetings für oder gegen eine Finanzierung entscheiden.

Investoren finden mit professionellen Partnern

Nach dem Fundraising ist vor dem Fundraising. Wer in einem Startup arbeitet, merkt schnell: Die Arbeit geht beinahe nie aus. Die Kapitalsuche ist dann ein zusätzlicher, aktiver Aufwand, für den kaum noch Kapazitäten vorhanden sind. Doch gerade bei der Kapitalsuche ist ein halbherziges Vorgehen selten von Erfolg gekrönt. Wichtig ist es, möglichst effizient bei der Investorenansprache vorzugehen und nur “die richtigen” Kapitalgeber anzusprechen und sich möglichst auf die persönliche Note, also eine persönliche Ansprache zu konzentrieren.

Um hier zu unterstützen, haben sich Anbieter wie bspw. Capmatcher etabliert, die aktiv bei der Recherche nach potentiellen, geeigneten Investoren unterstützen und beraten. Während das Gründerteam sich also weiter um den Erfolg des Startups kümmern kann, überprüfen ausgebildete Startup-Scouts und Finanzierungs-Spezialisten parallel die Investoren-Landschaft und selektieren geeignete Kandidaten, ohne dass die Gründer Kontrolle abgeben müssen. Capmatcher.com bietet interessierten Startups hierfür ein gesondert entwickeltes Formular, das die relevantesten Investmentkriterien abfragt. Jede weitere Dateneintragung wird dadurch überflüssig. Sowohl die Nutzung des Formulars, sowie die händische Erstellung eines individuellen Exposés, als auch ein Listing in der Capmatcher-Datenbank, auf die akkreditierte Investoren Zugriff haben, ist kostenlos.

Startup-Investoren finden – 3 Wege Kapital für die Geschäftsidee zu erhalten
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