Steuerlich geltend machen

Bist du als Selbstständiger oder Freiberufler unterwegs? Dann hast du gegenüber einem fest angestellten Arbeitnehmer wesentlich mehr Möglichkeiten, von dir geleistete Zahlungen und Beträge von der Steuer abzusetzen. Das fängt beim Auto an und hört bei Zuschüssen auf. In diesem Artikel erfährst du, wo du Geld sparen beziehungsweise es vom Finanzamt über deine jährliche Einkommenssteuererklärung wieder zurückholen kannst.

Kosten für die Suche nach Informationen – mache sie über die Werbungskosten geltend

Wenn du die Entscheidung getroffen hast, dich selbstständig zu machen und ein Unternehmen zu gründen, dann benötigst du alle wichtigen Informationen, damit nichts schiefläuft. Fallen für die Suche nach relevanten Informationen Kosten an, kannst du diese als vorweggenommene Betriebsausgaben bei der Einkommenssteuer geltend machen. Das gilt auch dann, wenn das Unternehmen den Betrieb erst im darauffolgenden Jahr aufnimmt. Zu den so absetzbaren Kosten gehören:

  • Fahrtkosten (z. B. zu potenziellen Lieferanten),
  • Eintrittskarten (z. B. für Kongresse oder Messen),
  • Gebühren (z. B. für Weiterbildungsseminare),
  • Kosten für Bücher (z. B. für Fachliteratur)

Durch diese Regelung sorgt der Gesetzgeber dafür, dass ein Existenzgründer nicht schon vor dem eigentlichen Start auf hohen Kosten sitzenbleibt. Du bekommst vermutlich nie das gesamte Geld aus diesen Vorausleistungen zurück, kannst aber zumindest mit einem Teilbetrag rechnen, den das Finanzamt zurückerstattet.

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Den privaten Pkw beruflich nutzen – Fahrtkosten steuerlich absetzen

Viele Selbstständige oder Freiberufler nutzen ihren privaten Pkw auch für Dienstfahrten. Nutzt du dein Fahrzeug zu über 50 Prozent für dienstliche Fahrten, dann gehört er steuerrechtlich zum Betriebsvermögen. Machen die Dienstfahrten weniger als zehn Prozent aller Fahrten aus, wird das Fahrzeug als Privatvermögen betrachtet. Verwendest du das Fahrzeug zu mehr als zehn Prozent und zu weniger als 50 Prozent für deinen Beruf, dann kannst du frei entscheiden, welchem Vermögensteil es zugeschlagen wird. Für die steuerliche Behandlung ergeben sich daraus folgende Situationen:

  • Das Fahrzeug gehört zum Privatvermögen: Nur Kosten für die betriebliche Nutzung werden als Betriebsausgabe geltend gemacht; beim Verkauf bleibt der Erlös privat, das Finanzamt erhält nichts (nur bis zur Grenze von 50 Prozent möglich).
  • Das Fahrzeug ist Betriebsvermögen: Laufende Kosten und Abschreibung sind in voller Höhe als Betriebsausgaben absetzbar; privat gefahrene Kilometer müssen versteuert werden (Erfassung erfolgt durch ein Fahrtenbuch).

Experten raten dazu, bei betrieblich zurückgelegten Kilometern nicht die Kilometerpauschale von 0,30 Euro zu verwenden, sondern die tatsächlichen Kosten zu errechnen. Diese liegen häufig deutlich höher als die Pauschale.

Abschreibungen – so lenkst du die Höhe deiner Gewinne und Verluste

Eine gute Möglichkeit, Einfluss auf die Einkommenssteuererklärung zu nehmen, sind Abschreibungen von sogenannten Betriebsgütern. Du kannst nämlich beispielsweise den Kaufpreis einer Abfüllmaschine über mehrere Jahre hinweg in deiner Gewinnermittlung als Betriebsausgabe angeben. Um den Abschreibungsbetrag zu erhalten, musst du folgendes ermitteln:

  • Abschreibungsvolumen (Anschaffungskosten abzüglich Restwert),
  • Abschreibungsdauer (Zeitraum zwischen Anschaffung und Außerdienstnahme),
  • Abschreibungssatz (100 Prozent : Nutzungsdauer – bei 5 Jahren Nutzungsdauer liegt er also bei 20 Prozent.

Du darfst also bei einem Abschreibungsvolumen von 50.000 Euro und einer Nutzungsdauer von 5 Jahren anschließend jährlich 10.000 Euro abschreiben. Übrigens: Seit Anfang 2018 ist es möglich, geringfügige Wirtschaftsgüter sofort vollständig abzuschreiben, wenn deren Wert nicht höher als 800 Euro netto liegen.

Eine Sonderform der Abschreibung ist der sogenannte Investitionsabzugsbetrag (IAB). Unter ihm ist eine Rücklage zu verstehen, die im Zeitraum von bis zu drei Jahren vor der Anschaffung eines Wirtschaftsgutes gebildet wurde. Die maximal mögliche Höhe des IAB beträgt 40 Prozent des vermutlichen Anschaffungspreises. Der Investitionsabzugsbetrag wirkt sich mindernd auf den Gewinn aus. Kommt es allerdings nicht zum Kauf, muss sie aufgelöst werden und hat erhöhende Wirkung auf den Gewinn für das Jahr, in welchem sie angelegt worden ist.

Betriebsausgaben – Sammelbecken für steuerlich absetzbare, betriebsbedingte Ausgaben

Im Laufe des Jahres fallen für Selbstständige, Freiberufler oder auch Existenzgründer jede Menge Kosten an. Viele von diesen Kosten kannst du dir über die Einkommenssteuererklärung zumindest teilweise vom Finanzamt erstatten lassen. Das geschieht über die Werbungskosten für Selbstständige, nämlich die Betriebsausgaben. Sie verringern deinen Gewinn. In der Steuererklärung finden alle Kosten Platz, die in den folgenden Bereichen anfallen:

  • Kosten für einen Dienstwagen,
  • Beträge für die Bewirtung von Geschäftspartnern,
  • Kosten für ein Homeoffice,
  • Kosten für eine Zweitwohnung,
  • Telefon-, Porto- und Internetkosten,
  • Mietzins (anteilig bei einem Büro in der Privatwohnung),
  • Kosten für Büromaterial,
  • Aufwendungen für Fortbildungen,
  • Kosten für Fachliteratur,
  • Geschenke für Geschäftspartner (maximal 40 Euro je Geschenk),
  • Kosten für den Steuerberater,
  • Löhne, Gehälter und Versicherungsbeiträge (für Mitarbeiter in Festanstellung),
  • Zinsen für Kredite.

Die einzelnen Posten mögen zuerst gering sein, doch in der Summe kommt rasch ein Betrag zusammen, der den Freibetrag deutlich überschreitet. Ist dies geschehen, kannst du mit einer nicht unwesentlichen Rückerstattung rechnen. Du musst dem Finanzamt keine Einzelbelege für die in der Einkommenssteuererklärung angegebenen Beträge übergeben. Dennoch ist es ratsam, Quittungen und sonstige Belege über solche Ausgaben aufzubewahren.

Die Gewinnverschiebung – Zahlungen oder Einnahmen vorziehen oder nach hinten schieben

Eine nicht sehr bekannte Methode, Steuern zu sparen, ist die Gewinnverschiebung. Wenn du beispielsweise ein großes Projekt mit langer Laufzeit von zum Beispiel über zwei Jahre betreust, kannst du für Leistungen, die du erbracht hast, beispielsweise Teilrechnungen zu bestimmten Terminen erstellen und so einen Teil des Gewinns verschieben. So stellst du eine Teilrechnung beispielsweise im Jahr 2017 aus und die andere im Folgejahr.

Eine Gewinnverschiebung erreichst du auch durch taktisch kluges Bestellen von Waren zu ganz bestimmten Terminen. Als Konsequenz stellst du dann die Rechnungen so, dass sie zu einer Gewinnverschiebung führen. Hier ist allerdings ein ausgeklügeltes Terminsystem notwendig, damit du trotz dieser Form der Gewinnverschiebung stets ausreichend mit Produkten eingedeckt bist.

Als Selbstständiger Steuern sparen – Sponsoring und Spenden machen es möglich

Eigentlich darfst du als Selbstständiger keine Spenden steuerlich geltend machen. Diese Regelung gilt allerdings nicht, wenn du eine Institution unterstützt, welche die wirtschaftliche Förderung ihrer Mitglieder zum Ziel hat. In diesem Fall läge ein betrieblicher Anlass vor und die Spende wäre absetzbar. Zudem darfst du – ganz gleich, welche Tätigkeit du ausübst – natürlich Spenden an förderwürdige Institutionen leisten und sie als Sonderausgaben geltend machen.

Ein Sponsoring ist nicht nur eine Möglichkeit, dein Unternehmen bekannter zu machen, sondern eignet sich auch, um Steuern zu sparen. Du darfst ein Sponsoring allerdings nur dann als Betriebsausgaben gelten machen, wenn du tatsächlich einen wirtschaftlichen Nutzen aus der Aktion ziehst. Das Sponsoring wird in voller Höhe als Betriebsausgabe dem Finanzamt gemeldet.

Die eigene Website – alle Kosten sind absetzbar

Als Selbstständiger oder Freiberufler musst du für dein Unternehmen Werbung machen. Dies funktioniert mit einer eigenen Website am besten. Alle Kosten, die für die Erstellung und Pflege einer beruflich genutzten Internetpräsenz entstehen, machst du als Betriebsausgaben geltend. Dazu gehören vor allem:

  • Kosten für den Kauf einer Domain,
  • Ausgaben für die Website-Erstellung,
  • Aufwendungen für die regelmäßige Aktualisierung,
  • Kosten für den Provider,
  • Wartungskosten,
  • Rechtskosten (z. B. Bei einer Abmahnung).

Wie deine Unternehmens-Website aussieht, ist dem Finanzamt egal. Die Grundvoraussetzung für die steuerliche Absetzbarkeit ist, dass du die Seite beruflich und nicht für private Zwecke verwendest. Zudem benötigst du die entsprechenden Belege als Nachweis der leisteten Aufwendungen. Die Kosten können in voller Höhe angerechnet werden.

Steuern sparen als Selbstständiger: Was kannst du steuerlich geltend machen
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