Strategien für deine Gründung

Jede Gründung geht mit einem Risiko einher, das gilt für „alte Hasen“ mit mehreren Firmen ebenso wie für junge Start-Ups. Du kannst die Risiken jedoch minimieren, indem du von Anfang an mit einer für dich passenden Gründungsstrategie arbeitest. Diese Faktoren musst du kennen und beachten, um den Markteintritt zu schaffen.
Was ist eigentlich eine Gründung? Wenn wir von Gründern sprechen, meinen wir Unternehmer, die den ersten Schritt tun, um eine Firma zu begründen. Formell geschieht das mit der Anmeldung dieses neuen Unternehmens bei der Handwerkskammer, dem Gewerbeamt oder dem Finanzamt. Je nach gewählter Betriebsform fallen dafür verschiedene Formalitäten an. Sobald alle wichtigen Daten übermittelt sind und bei Berufen mit Zulassung selbige akzeptiert ist, ist die Firma gegründet. Doch bis dahin ist es ein weiter weg und erst nach diesem Schritt beginnt das Abenteuer Unternehmertum.

Was kann ich, was will ich?

Lange vor der Gründung steht die Frage, die alle angehenden Unternehmer um den Schlaf bringt: Welche Branche, welches Produkt und welche Dienstleistung kann ich persönlich anbieten und kenne mich in diesem Feld so gut aus, dass ich den Markteintritt mit wenig Mitarbeitern und geringem Startkapital schaffe? Die Antwort darauf ist so individuell wie deine Karriere. Nicht für jeden Firmenstart benötigst du umfassende Kenntnisse auf mehreren Gebieten. Mit einem White Label Shop oder im allgemeinen Vertrieb beispielsweise genügt es, geübt in Verkauf und Logistik zu sein. Möchtest du ein spezifisches Elektroteil oder Bauteil für eine Fachbranche entwerfen und produzieren lassen, um es selbst zu vertreiben, sind die Anforderungen höher. Wer einen Meisterbetrieb startet, bringt zur Gründung Jahre bis Jahrzehnte Berufserfahrung mit – doch das Risiko des Scheiterns ist auch hier immer noch vorhanden.

Zielgruppe und Konkurrenz identifizieren

Der erste Schritt in der Gründungsstrategie ist genommen, wenn ein Produkt oder eine Branche gefunden sind. Nun geht es daran, mit Unterstützung von Experten herauszufinden, wer dieses Produkt benötigt und wer es bisher anbietet. Nahezu kein Produkt ist je völlig neu und einzigartig. Auch Innovationen existieren in anderer Form bereits, wenn auch veraltet oder anders genutzt. Die Zielgruppenanalyse mit Erstellung einer Buyer Persona ist jedoch häufig wichtiger als die Konkurrenzanalyse. Denn selbst ein Konkurrenzprodukt lässt sich ignorieren, wenn die Zielgruppe völlig anders definiert wird, als jene, die bisher das Produkt kaufte. Ein Beispiel hierfür wäre ein interaktives Spielzeug, das bisher für Kleinkinder vermarktet wurde und mit Redesign und weiteren Funktionen zum Hundespielzeug wird.

Kapitalrahmen festlegen und Gelder einholen

Mit Idee, konkreter Produktbeschreibung und Kundengruppendefinition lassen sich bereits die ersten Sponsoren und Investoren aufsuchen. Der Businessplan sollte dafür so weit ausformuliert sein, dass an die gesamte Grundausstattung gedacht wurde. Da dein neues Unternehmen nicht alle Geräte und Immobilien sofort anschaffen kann, solltest du auch Leasing und Outsourcing einplanen. So kannst du beispielsweise Lagerboxen einfach mieten, um zu Beginn kein eigenes Logistikcenter ausstatten zu müssen. Das lohnt sich besonders für alle, die mit Vertrieb und Verkauf an den Markt gehen wollen. Doch auch diese Kosten müssen einkalkuliert werden. Die Aufstellung der erwarteten Kosten nennt sich Finanzierungsplan und ist ein wichtiger Baustein der Gründungsstrategie.

Marketingkonzept und -strategie finden

Ohne Marketing keine Bekanntheit und ohne Bekanntheit keine Kunden. So einfach lässt sich die Notwendigkeit einer Marketingplanung in der Gründungsphase zusammenfassen. Eine Marketingstrategie ist mehr als ein Plan, welche Formen von Werbung du ausspielen möchtest. Sie umfasst von der Zielgruppenanalyse bis zur Bestellung erster Werbemuster in Print viele Punkte, die für deine Gründung essentiell sind. Eine erfolgreiche Marketingstrategie legt bereits einen Rahmen fest, in dem sich deine Produktpreise und Produktionskosten bewegen, denn jede Kampagne und Produkteinführung orientiert sich auch daran, welche Einnahmen mit dem jeweiligen Produkt zu erwarten sind. Junge Unternehmen geben häufig bis zu 50% ihres Budgets für Marketing aus. In vielen Fällen rentiert sich dieses Vorgehen. Doch nur wenn Qualität und Expertise stimmen, wirkt die Werbung authentisch und hat Erfolg.

Corporate Identity und Branding definieren

Wofür soll dein Unternehmen stehen? Jedes Firmenimage hat Punkte, die eine gewisse Zielgruppe anziehen und andere Gruppen abstoßen. Betrachten wir beispielsweise eine typische Fastfoodkette. Die Vorteile der Marke liegen für den Durchgangsverkehr in den Filialen auf der Hand: Schnelle Bedienung, niedrige bis mittlere Preise, hohe Kaloriendichte pro Mahlzeit und ein Geschmack, der in jeder Filiale des Unternehmens gleich ist. Ein Burger, den du in Dresden bei der Kette isst, schmeckt genauso wie der Burger in Hamburg beim gleichen Anbieter, auch wenn die Teams und Filialenbesitzer sich unterscheiden. Günstig, wiedererkennbar und schnell sättigend, dafür steht Fastfood. Hast du jedoch zur Gründung hohe Ansprüche und möchtest nachhaltig, regional und gesund produzieren, ziehst du damit eine Zielgruppe an, die sich für Fastfood seltener interessiert. Das Produkt ist hochpreisiger und hochwertiger, aber eben auch teurer und aufwendiger in der Herstellung. Deine Corporate Identity definiert, für welchen dieser Werte du stehst. Dabei fließen auch Fragen wie soziales Engagement und Kundennähe ein – oder eben auch nicht, wenn dein Brand dafür nicht steht.

Fazit: Die ersten Schritte der Gründung zusammengefasst

All diese Punkte solltest du abarbeiten, bevor du die offizielle Gründung beschließt. Natürlich können einige Zusagen für Gelder erst getroffen werden, wenn die Dokumente eingereicht sind. Andere Gelder wie Förderungen werden mit dem Gründungsplan und Businessplan beantragt.

Vor der Anmeldung des Unternehmens stehen also folgende Fragen:

  1. Ideenfindung: Was möchte ich, was kann ich, wer braucht das?
  2. Zielgruppendefinition: Wer sind meine potentiellen Kunden?
  3. Konkurrenzanalyse: Gibt es das Produkt bereits? Wer vertreibt es wie?
  4. Finanzplan: Wie viel Geld benötige ich für den Start und die ersten Jahre?
  5. Investorensuche: Wer gibt mir das Geld zu welchen Konditionen?
  6. Marketingstrategie: Wie möchte ich für das Unternehmen werben und was kostet das?
  7. Corporate Identity: Wofür steht mein Unternehmen? Was macht meine Marke aus?

Gewissenhaft erarbeitet ist dieser Gründungsplan deine Roadmap zum Erfolg.