Arbeitszimmer absetzen und das Homeoffice bei der Steuer geltend machenQuelle: Pexels / Pixabay

Das Arbeitszimmer absetzen ist steuerlich bei Personen, die vor allem im Homeoffice arbeiten, sehr sinnvoll. Doch was genau kann man im Homeoffice von der Steuer absetzen?

Dank moderner Arbeitsstrukturen arbeiten immer mehr Angestellte im Homeoffice und richten sich ein häusliches Arbeitszimmer ein. Auch bei Selbstständigen spielt das hauseigene Büro immer noch eine große Rolle, da gerade am Anfang einer beruflichen Existenzgründung vielleicht noch nicht das Geld für externe Büroräume zur Verfügung steht. Und selbst wenn ein externes Büro bereits vorhanden ist, bevorzugen viele Selbstständige die Arbeit im Homeoffice – sei es um mehr Zeit mit der Familie verbringen zu können oder um Arbeiten am Wochenende zu erledigen.

Es gibt also viele gute Gründe, warum eventuell auch du dein Homeoffice von der Steuer absetzen solltest. Doch für das Homeoffice gelten hier einige Voraussetzungen und Regeln, die du bei der Steuererklärung beachten solltest. Ob auch du dein Arbeitszimmer von der Steuer absetzen kannst und falls ja, welche Kosten dafür geltend gemacht werden können, klären wir in diesem Artikel.


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Wann gilt ein Raum als „häusliches Arbeitszimmer“ und ist steuerlich absetzbar?

Klären wir zunächst die grundlegendste Frage: Kannst du deinen Raum, den du als Homeoffice nutzt, überhaupt von der Steuer absetzen? Nur weil in dem Raum ein Schreibtisch und ein paar Ordner stehen, ist dies aus rechtlicher Sicht noch lange kein Arbeitszimmer, das du steuerlich absetzen könntest. Hierfür muss dein Arbeitszimmer ein paar Bedingungen erfüllen:

  • Es handelt sich um einen abgeschlossenen, separaten Raum
  • Der Raum wird zu mindestens 90 Prozent beruflich genutzt. Entsprechend darf die private Mitbenutzung höchstens 10 Prozent betragen. Auch der Anteil an privaten Gegenständen (wie Bilder, private Bücher, häufig genutztes Gästebett etc.) darf nicht mehr als 10 Prozent ausmachen.
  • Deine Wohnung muss groß genug sein, dass trotz des häuslichen Arbeitszimmers, noch ausreichend Wohnraum für dich und deine Familie bleibt. Eine konkrete Regel gibt es hier leider nicht und wird im Einzelfall entschieden. Wählst du jedoch den größten Raum deiner Wohnung als Arbeitszimmer, kannst du davon ausgehen, dass dieser Raum als Arbeitszimmer abgelehnt wird.
  • Deine berufliche Tätigkeit findet fast ausschließlich zu Hause statt und dein Arbeitszimmer ist der Mittelpunkt deiner beruflichen Tätigkeit. Wenn du beispielsweise nur einmal in der Woche Homeoffice machst, kannst du dein Arbeitszimmer nicht absetzen. Bei Angestellten gilt außerdem, dass ihnen kein Arbeitsplatz beim Arbeitgeber zur Verfügung steht. Ausnahmen gelten hier beispielsweise für Lehrer und Dozenten, die für ihre Unterrichtsvorbereitung keinen Schreibtisch in der Schule/Uni haben oder bei Außendienstmitarbeitern und Handelsvertretern, die natürlich einen Großteil ihrer Zeit unterwegs sind, aber z.B. Abrechnungen im Homeoffice erstellen.

So musst du dein Arbeitszimmer nutzen

Auch die Art “wie“ du dein Homeoffice nutzt, ist vorgegeben. So musst du in deinem Arbeitszimmer überwiegend die folgenden Arbeiten erledigen:

  • schriftliche Arbeiten
  • organisatorische Arbeiten
  • gedankliche Arbeiten
  • verwaltungstechnische Arbeiten

Sofern es zu deiner beruflichen Tätigkeit gehört, sind auch noch folgende Betätigungen in deinem Arbeitszimmer möglich:

  • geistige Tätigkeiten
  • künstlerische Tätigkeiten
  • schriftstellerische Tätigkeiten

Das wichtigste, egal welche Arbeiten oder Tätigkeiten du in diesem Arbeitszimmer verrichtest, ist weiterhin die Tatsache, dass eine private Nutzung bis höchstens 10 Prozent möglich ist.

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Was kannst du alles vom Arbeitszimmer absetzen?

Bevor du dein Homeoffice steuerlich geltend machst, musst du zunächst die anteiligen Kosten für dein Arbeitszimmer ermitteln. Diese kannst du dann als Betriebsausgaben oder Werbungskosten geltend machen. Ist eine anteilige Summe nicht so einfach zu ermitteln, dann setzt du die Fläche für dein Arbeitszimmer einfach zur Fläche der gesamten Wohnung (inklusive deines Arbeitszimmers) ins Verhältnis und gibst diesen Prozentsatz als Werbungskosten an.

Die Gleichung zur Ermittlung des Arbeitszimmeranteils lautet:

Arbeitszimmeranteil = Fläche des Arbeitszimmers durch die Gesamtwohnfläche der Wohnung (inkl. Arbeitszimmer) x 100.

Ist deine Wohnung z.B. 90 m2  und dein Arbeitszimmer 14 m2, dann beträgt der Anteil 15,5 Prozent. Bei diesem Beispiel könntest du also von den Strom-, Heizungs- und anderen Kosten, die für die gesamte Wohnung entstehen, 15,5 Prozent als Werbungskosten in der Steuererklärung absetzen.

Zu den Kosten, die du absetzen kannst, gehören:

  • Ausstattung des Arbeitszimmers
  • Renovierung des Arbeitszimmers
  • Nachträgliche Errichtung des Arbeitszimmers
  • Hausratversicherung
  • Miete und Nebenkosten
  • Reinigungskosten
  • Umzugskosten
  • Gartenerneuerung
  • Renovierungskosten der Mietwohnung
  • Abschreibungen, Betriebskosten und Schuldzinsen (nur für Eigentümer)
  • Renovierungs- und Instandhaltungskosten (nur für Eigentümer)

Wie bereits erklärt, kannst du die oben aufgeführten Kosten nur anteilig geltend machen. Lässt du allerdings dein Homeoffice renovieren und es wird auch als Arbeitszimmer anerkannt, dann kannst du die gesamten Kosten von der Steuer absetzen. Wie du sonst noch Steuern als Selbständiger sparen kannst, haben wir dir in einem separaten Artikel zusammengefasst.

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Bist du jedoch angestellt, gilt eine Maximalgrenze, die du für dein Homeoffice in den Werbungskosten steuerlich geltend machen kannst.

Arbeitszimmer absetzen als Angestellter: Das ist die maximale Höhe

Das Arbeitszimmer absetzen sollte für dich also kein Problem mehr darstellen, wenn du die oben genannten Bedingungen erfüllst. Doch in welcher Höhe du dein Homeoffice in den Steuern geltend machen kannst, hängt wiederum von anderen Faktoren ab.

Steht dir beispielsweise als Angestellter bei deinem Arbeitgeber für einen bestimmten beruflichen Tätigkeitsbereich kein Arbeitsplatz zur Verfügung, sodass du dazu gezwungen bist, im Homeoffice zu arbeiten, kannst du das Arbeitszimmer bis zu einem Höchstbetrag von 1.250 Euro pro Jahr als Werbungskosten absetzen. Beachte jedoch, dass es sich hierbei um einen Höchstwert handelt. Wenn deine tatsächlichen Kosten für das häusliche Arbeitszimmer also niedriger ausfallen, dann kannst du auch nur diese Kosten absetzen. ABER: Der Höchstbetrag gilt pro Person. Insofern du also dein Arbeitszimmer mit deiner Partnerin oder Partner nutzt, kann sie oder er die Kosten für das Homeoffice in der Steuererklärung ebenfalls angeben. Andersrum gilt die Regel jedoch nicht: Wenn du daheim zwei oder mehr Arbeitszimmer z.B. für dich und deine Familie besitzt, kannst du ebenfalls nur maximal 1.250 Euro absetzen.

Bist du selbstständig und dein qualitativer Schwerpunkt deiner beruflichen Tätigkeit liegt in deinem heimischen Arbeitszimmer? Dein Mittelpunkt deiner Arbeit ist das Homeoffice? Dann gelten die oben genannten anteiligen Kosten, die du in unbegrenzter Höhe als Werbungskosten geltend machen kannst.

Sonstige Fragen zum Arbeitszimmer absetzen

Den Höchstbetrag von 1.250 Euro können bestimmte Angestellte geltend machen, wenn sie keinen Arbeitsplatz bei ihrem Arbeitgeber haben. Doch für welche Berufsgruppen ist dies der Fall? Eine kleine Übersicht:

  • Lehrer, die über keinen eigenen Schreibtisch in der Schule verfügen
  • Schulleiter und Stellvertreter, die ihr Dienstzimmer nur für Verwaltungstätigkeiten, aber nicht für die Vor- und Nachbereitung des Unterrichts nutzen können
  • Angestellte, die einen Großteil ihrer Arbeit im Homeoffice erledigen, weil sie z.B. außerhalb der typischen Büro-Öffnungszeiten arbeiten (abends, nachts oder am Wochenende)
  • Außendienstmitarbeiter ohne festen Arbeitsplatz bei ihrem Arbeitgeber
  • EDV-Betreuer, die Bereitschaftsdienst außerhalb der klassischen Arbeitszeit leisten
  • Orchestermusiker, die im Konzertsaal nicht üben können

Externe Arbeitszimmer

Neben dem häuslichen Arbeitszimmer können auch externe Arbeitszimmer in der Steuer abgesetzt werden. Bei einem externen Arbeitszimmer wird nicht geprüft, ob es der Tätigkeitsmittelpunkt ist oder ob ein anderer Arbeitsplatz vorhanden wäre. Diese Raumkosten sind bei beruflicher Nutzung immer absetzbar. Damit ein Arbeitszimmer als „außerhäuslich“ gilt, darf es nicht in die häusliche Sphäre eingebunden sein und keine bauliche Einheit mit deinem Wohnraum bilden. Ein Keller- oder Speicherraum gelten z.B. nicht als externe Arbeitsplätze. Ebenfalls kann es zu Problemen führen, wenn das externe Arbeitszimmer bei deinen Eltern oder anderen nahen Verwandten angemietet wurde. Ebenso darf das externe Arbeitszimmer nicht zu weit von deiner privaten Wohnung entfernt liegen.

Externes Büro oder Homeoffice, was ist produktiver?

Wie steht es um Lagerräume oder Werkstätten?

Auch andere Räume in deinem Haus oder deiner Wohnung kannst du ggf. unbeschränkt als Betriebsausgaben geltend machen. Zum Beispiel, wenn es sich dabei um ein Lager, eine Werkstatt oder einen Ausstellungsraum handelt. Hierbei handelt es sich dann faktisch aber nicht um ein häusliches Arbeitszimmer.

Sonderfall Corona-Krise

Durch die Corona-Krise ändert sich der Arbeitsalltag vieler Arbeitnehmer natürlich grundlegend, denn: Viele dürfen nicht mehr in ihrem normalen Büro arbeiten, sondern müssen im Homeoffice bleiben. Zurecht stellen sich da natürlich viele die Frage, ob man nun trotzdem seinen Arbeitsplatz zuhause von der Steuer absetzen kann, auch wenn es die vorher genannten Vorgaben eigentlich nicht erfüllt.

Leider gibt es noch keine neue Regelung, welche die Vorgaben beim Absetzen des Homeoffice von der Steuer lockert. Jedoch raten Experten, mit folgenden Punkten für den Fall der Regeländerung vorzusorgen:

  • Als Arbeitnehmer sollte man sich eine schriftliche Bestätigung des Arbeitgebers ausstellen lassen, dass der normale Arbeitsplatz nicht zur Verfügung stand. Hier sollte auch der genaue Zeitraum angegeben werden.
  • Arbeitnehmer sollten möglichst genau aufschreiben, wann sie den Arbeitsplatz genutzt haben. Beispielsweise indem sie ihre Arbeitszeiten aufschreiben.
  • Zudem sollen Arbeitnehmer alle Belege und Ausgaben von Betriebsmitteln, wie beispielsweise Druckerpapier oder Stromkosten sammeln. Aber nur, falls der Arbeitgeber diese nicht erstattet.

Generell gilt: Je detaillierter die Aufzeichnungen und Nachweise sind, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass die Finanzämter diese anerkennen.

Fazit

Wenn du viel von Zuhause arbeitest, solltest du bei deiner Steuererklärung 2020 auf jeden Fall daran denken, dass du auch dein Arbeitszimmer absetzt. Natürlich nur, wenn du entweder als Selbstständiger tätig bist und dein beruflicher Schwerpunkt im Homeoffice stattfindet oder wenn dir als Angestellter kein Schreibtisch bei deinem Arbeitgeber zur Verfügung steht. Sollte dies bei dir nicht ganz eindeutig sein, hole dir besser nochmal den Rat eines Steuerberaters ein.

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