Die Don'ts für die Arbeit von zuhause

Die 10 größten Homeoffice-Fehler

Die rasante Ausbreitung des Coronavirus hat unserem Alltag kontinuierlich verändert. Nicht nur unsere Freizeit, sondern auch das Arbeitsleben. Denn viele arbeiten noch immer im Homeoffice, um die Ansteckungsgefahr mit dem Virus zu verringern. Doch das Homeoffice birgt für viele Berufstätige die Gefahr, zuhause in eine Unproduktivität abzurutschen. Falls du also ebenfalls von zu Hause aus arbeitest und noch effektiver werden möchtest, dann erfahre hier, was die größten Homeoffice-Fehler sind und wie du sie vermeiden kannst.

Homeoffice in Zeiten des Coronavirus

Längst ist das Homeoffice keine Gefälligkeit mehr des Arbeitgebers, dem Mitarbeiter flexible Arbeitszeiten zu ermöglichen, sondern eine schlichte Notwendigkeit. Durch die stetige Ausbreitung das Coronavirus sind viele Arbeitgeber gewissermaßen gezwungen, die Mitarbeiter zu schützen und sie ins Homeoffice zu lassen. Auch Monate nach dem Lockdown, sind die meisten noch zuhause. Vielen kommt dies entgegen, weil immer wieder Schulen und Kitas aufgrund von Corona-Fällen vereinzelt schließen müssen, wodurch die Kinder zuhause betreut werden müssen. Anderen wiederum stoßt das Homeoffice bitter auf: Unproduktivität in den eigenen vier Wänden ist die Folge. Denn das Arbeiten im Büro und das Arbeiten zu Hause unterscheiden sich in vielerlei Hinsicht. Doch weil viele Arbeitgeber trotz der schwierigen Phase erkannt haben, dass die Arbeit von zuhause aus gut funktioniert, wollen sie zukünftig mehr Homeoffice-Tage anbieten. Deshalb wollen wir dir dabei helfen, auch zuhause perfekte Leistungen abzurufen.

Die Arbeit von zu Hause: An sich ein gutes Modell

Unabhängig von dem Coronavirus, hat es einen Grund, dass viele Arbeitgeber einen Tag in der Woche – oder manchmal noch mehr – das Arbeiten von zu Hause aus gewähren. Es bringt generell viele Vorteile mit sich, wie zum Beispiel:

  • Einen entspannten Arbeitsplatz
  • Selbstbestimmtes und flexibles Arbeiten
  • Es erspart dir den Weg zur Arbeit
  • Du hast mehr Zeit zur Verfügung

All diese Vorteile bringen aber nichts, wenn du es nicht schaffst, deine Arbeit zu erledigen. Immer leichter schleichen sich deshalb Homeoffice-Fehler ein, die man aber schnell unterbinden kann.

Die 10 größten Homeoffice-Fehler

Es sind immer wieder die gleichen Homeoffice-Fehler, die man beobachten kann. Gleichzeitig kannst du diese gängigen Fehler leicht unterbinden, sobald du weißt, worauf es ankommt und wie man die Produktivität zu Hause steigert. Deshalb werden wir im Folgenden die zehn größten Homeoffice-Fehler aufzeigen, sodass du in Zeiten von Corona effektiver von zu Hause arbeiten kannst.

1. Der falsche Arbeitsplatz

Zu Hause hält man sich am liebsten dort auf, wo man sich pudelwohl fühlt. Das ist für Viele das Bett oder das Sofa im Wohnzimmer. Und hier liegt bereits der erste Fehler. Zwar sollte man sich am Arbeitsplatz wohlfühlen, aber im Bett kommst du in keine geeignete Arbeitsposition. Hier gehst du schneller dazu über, dich einfach mal hinzulegen, müde zu werden oder in einen „Relax-Modus“ abzudriften. Um konzentriert zu arbeiten, solltest du nach Möglichkeit an einem Schreibtisch sitzen oder zumindest an einem Tisch, der dir eine aufrechte Körperhaltung ermöglicht. Je nachdem, brauchst du Unterlagen, Ordner, Papiere und Stifte, wodurch dich ein Arbeiten im Bett sogar behindern würde. Richte deinen Arbeitsplatz so ein, dass er dem im Büro nahe kommt. Damit kannst du bereits einen der größten Homeoffice-Fehler frühzeitig vermeiden.

2. Keine geregelten Arbeitszeiten

Die freie Zeiteinteilung zu Hause gibt dir schnell das Gefühl, dass du alles jederzeit machen kannst. Wenn du die Aufgaben und Termine betrachtest, die du den Tag über erledigen willst, dann überlegst du automatisch, wann du was unterbringen kannst. Zum Einkaufen ist es vormittags besser, weil es da leerer ist. Zum Putzen ist es mittags geeigneter, weil du den Schmutz besser siehst, als im Dunkeln. Und die Anrufe, die erledigt werden müssen, willst du direkt morgens von der Liste streichen. Zwischendrin wird dann gearbeitet.

Diese Annahme ist ebenfalls einer der größten Homeoffice-Fehler. Du musst deinem Tag – trotz deiner Freiheit – eine gewisse Struktur geben. Sonst wirst du schnell ineffektiv und du kommst nicht so recht voran, weil du immer einen Grund finden wirst, warum du gerade eine Pause machen musst oder doch etwas anderes vielleicht wichtiger sein könnte. Denn auch wenn dir das Homeoffice flexible Arbeitszeiten verspricht, solltest du dir selbst geregelte Dienstzeiten setzen. Diese Regeln können wie folgt aussehen: „Meine Arbeitszeit startet um 9 Uhr am Morgen und endet um 18 Uhr am Abend.“ So weißt du genau, wann Feierabend ist und kannst längere Konzentrationsphasen generieren.

3. Fehlende Tagesziele

Viele denken, dass das Arbeiten im Homeoffice von Grund auf anders gestaltet werden kann. Das stimmt natürlich, schränkt aber bekanntlich die Effektivität ein. So wie im Büro oft Tagesziele formuliert werden, die mit Kollegen abgestimmt sind, sollte auch zu Hause ein Plan erstellt werden. Auf diesem sind dann die To-Do’s für den gesamten Tag festgehalten, die dir Struktur geben sollen. Anhand des Plans kannst du ebenfalls sehen, wie viel du am Tag geschafft hast und gleichzeitig erkennen, wenn du gerade im Verzug bist. Daher ist es unerlässlich, dass man sich seine Tagesaufgaben vor Augen führt und sich daran orientiert.

4. Eingeschränkte Kommunikation mit Kollegen

Dies führt uns auch schon direkt zu dem nächsten großen Homeoffice-Fehler. Zu Hause fühlt man sich oft abgekapselt von sonst normalen Abstimmungsprozessen, Meetings und Konferenzen, die im Büro täglich oder wöchentlich stattfinden. Diese sind wichtig, um ein reibungsloses Arbeiten und wichtige Prozesse in Gang zu halten. Besonders dann, wenn man im Team an unterschiedlichen Stellen arbeitet und dann das Gesamtergebnis betrachtet. Wenn du zu Hause bist und auf jegliche Kommunikation verzichtest, sind diese reibungsloses Abläufe nicht mehr möglich. Und dies ist oftmals auch nicht mit wenigen Mails getan.

In den heutigen, vernetzten Zeiten, muss Kommunikation ständig stattfinden können. Dafür gibt es Tools, die den regelmäßigen Austausch auf Distanz ermöglichen. Ob einfache Chats oder Video-Calls, für jede Art der virtuellen Konferenz gibt es geeignete Programme. In unserem Artikel Remote Working: 13 Programme für effektives Homeoffice – Wie die passende App oder Software deine Arbeit erleichtert kannst du die besten Tools miteinander vergleichen, die dir ein kommunikativeres Arbeiten im Homeoffice ermöglichen.

5. Arbeiten im Pyjama

Der nächste Homeoffice-Fehler mag vielleicht banal klingen, führt aber vermehrt dazu, dass sich kein wirklicher Arbeits-Flow einstellen will. Das Arbeiten im Schlafanzug, im Pyjama oder im Morgenmantel lässt dich schnell in eine unproduktive Arbeitsweise abrutschen. Vom Bett direkt an den Laptop oder PC, ohne sich umzuziehen, verursacht eine andere Arbeitshaltung, als du sie im Büro hättest. Mit dem Schlafanzug ist der Weg zum Bett gefühlt kürzer und hat Auswirkungen auf die Effektivität beim Arbeiten.

Versuche daher, nach dem Aufstehen zu duschen und dich anzuziehen, um die Routine beizubehalten, die du jeden Tag verfolgst. So kommst du aus deiner Müdigkeit heraus und der Arbeitsmodus stellt sich ein. Natürlich musst du nicht zwingend schick vor deinem Laptop sitzen, aber eine einfache Alltagshose und ein Oberteil, in dem du nicht geschlafen hast, geben dir ein produktives Gefühl.

6. Zu viele Ablenkungen

Ablenkung ist absolut schädlich für das Arbeiten im Homeoffice. Zu Hause, wo dich keiner so wirklich überwacht, ist die Wahrscheinlichkeit dafür, dass du abgelenkt wirst, um einiges höher. Wenn du dich also ständig von Dingen wie Nachrichten auf dem Smartphone, dem TV oder anderen Unterhaltungsmedien ablenken lässt, wirst du versucht sein, eine kleine Pause einzulegen. Leider artet die Pause dann oft in ein stundenlanges „Nichts-Tun“ aus, sodass dir am Ende zu wenig Zeit für die eigentlich so wichtige Arbeit bleibt. Daher solltest du darauf achten, dass du mögliche Ablenkungs-Quellen eliminierst. Solche Ablenkungen können sein:

  • Der mittlerweile „beste Freund“ des Menschen- dein Smartphone – bietet eine Ablenkungsgefahr. Hin und wieder braucht man es zum Arbeiten, aber wenn du es gerade nicht brauchst, dann legst du es am besten außer Sichtweite oder schaltest den „Nicht stören“ Modus ein.
  • Der Fernseher oder andere Medien fangen deine Aufmerksamkeit ein. Manche Menschen mögen es bei entspannender Musik zu arbeiten. Versuche diese aber so dezent wie möglich einzusetzen.
  • Die sichtbaren Haushaltsaufgaben können dir in deiner Konzentration einen Strich durch die Rechnung ziehen. Ob dreckige Wäsche oder der Abwasch des Geschirrs – überall lauern Aufgaben, die dich ablenken. Daher ist es wichtig, diese Dinge erstmals zu ignorieren oder dich in ein Zimmer zurück zu ziehen, in dem du komplett abschalten kannst.
  • Die Familie und Freunde können ebenso von der Arbeit abhalten. Das mag nun etwas hart klingen, aber in einem Büro bist du auch nicht ständig für deine Familie oder Freunde da. Schaffe dir deshalb am besten einen etwas separierten Bereich, in dem nicht alle paar Minuten jemand an dir vorbei läuft. Ob du willst oder nicht: Solche Dinge bringen dich jedes Mal um deinen Fokus.

7. Keine regelmäßigen Pausen

Wenn du im Homeoffice arbeitest, hast du immer dein zu Hause vor Augen und das, was dort eventuell noch getan werden muss. So löblich das auch sein mag: Du solltest nicht deine Mittagspause nutzen, um den Haushalt zu erledigen. Die Pausen sind da, um zu entspannen und nicht um private Arbeiten zu übernehmen, die dich ebenfalls belasten. Daher gönne deinem Körper und Geist in der Pause freie Zeit und erhole dich, damit du nach der Pause wieder voller Kraft und Motivation an die Arbeit gehen kannst. Aber auch hier gilt: feste Zeiten. Pausen sind zwar wichtig, müssen jedoch zeitlich beschränkt sein und in deinem Arbeitstag fest eingeplant werden.

8. Zu viele Lärmquellen

Ob streitende Nachbarn, die spielenden Kinder nebenan oder die laute Waschmaschine – Lärmquellen sind zu Hause kaum vermeidbar. Diesen Lärmpegel darfst du nicht einfach akzeptieren, sondern musst dagegen vorgehen. Entweder organisierst du dich so, dass du Dinge die Lärm produzieren, auf die freien Stunden verlegst oder du gehst mit guten und lärmreduzierenden Kopfhörern dagegen vor. Diese kommen dir bspw. auch entgegen, wenn du Musik zum Arbeiten brauchst oder einfach nur vollkommene Stille bevorzugst. Somit kannst du also ganz einfach gegen einen der vielen Homeoffice-Fehler vorgehen.

9. Zu wenig Bewegung

Es kann schnell passieren, dass wir uns zu Hause zu wenig bewegen. Das „Kaffee holen“ in der Büro-Küche, die Gänge zwischen den Büroräumen um mit Kollegen zu sprechen oder allein schon der Weg zur Arbeit veranlassen uns, täglich in Bewegung zu bleiben. Diese Bewegungen können wir zu Hause schnell vergessen. Hier gilt es sich ebenso oft zu bewegen, um kleine Pausen zu nutzen, über Vorgänge nochmals nachzudenken und einfach „frisch“ im Kopf zu bleiben. Nutze also den Weg in die Küche für den Kaffee zwischendurch oder lauf in der Mittagspause einem um den Häuserblock.

10. Gegen den eigenen Rhythmus

Einer der größten Homeoffice-Fehler ist das Arbeiten gegen den eigenen Rhythmus. Der große Vorteil am Homeoffice ist nämlich, dass du deinen eigenen Arbeitsrhythmus besser in deinen Arbeitsalltag integrieren kannst. Obwohl du dir feste Arbeitszeiten einplanen solltest, kannst du diese an deine Arbeitsgewohnheiten oder deine Aufmerksamkeitsphasen anpassen. Auf der Arbeit hast du meistens feste Kernarbeitszeiten, die du einhalten musst. Das Meeting ist gerade dann, wenn du gedanklich abgeschaltet hast oder erstmal einen Kaffee benötigst, um wach zu werden. Das kann dir im Homeoffice auf diese Weise eher nicht passieren, da du dir deine wichtigen Arbeitsphasen dann durchführst, wenn du höchst konzentriert bist.

Fazit: Vermeide diese Homeoffice-Fehler

Wenn es dir gelingt, diese sieben Homeoffice-Fehler zu vermeiden, steht einer produktiven Arbeitsweise in den eigenen vier Wänden nichts im Wege. Natürlich kannst du die flexible Zeit nutzen, um auch mal wichtige Termine wahrzunehmen, diese sollten sich jedoch beschränken und nach Möglichkeit nicht in deine Arbeitszeit fallen. Abgesehen davon, weiß du selbst am besten, wann deine Aufmerksamkeit am höchsten ist und ab wann du Pausen brauchst.

Über den Autor

Autorenprofil: Lisa Goldner

Lisa Goldner

Nach ihrem Abitur 2013 entschied sich Lisa für ein Studium des Journalismus als auch der Unternehmenskommunikation und konnte durch den nahen Praxisbezug ein breit gefächertes Repertoire an Kenntnissen beider Branchen sammeln. Während des Studiums arbeitete sie als Assistenz der Öffentlichkeitsarbeit in einem öffentlich-rechtlichen Kulturbetrieb und erlernte somit auch essenzielle Aufgaben des Eventmanagements. Im Anschluss begann sie in Kiel den Masterstudiengang ”Angewandte Kommunikationswissenschaft“, in dem sie ihre Erfahrungen durch Projekte und wissenschaftliche Arbeiten besonders in den Bereichen Journalismus und Marketing ausbauen konnte. Seit Januar 2020 ist Lisa Volontärin in der Online-Redaktion von Gründer.de.

Du hast eine Frage oder eine Meinung zum Artikel? Teile sie mit uns!

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.