Gründungszuschuss

Du möchtest den Weg in die Selbstständigkeit wagen, wobei der eine oder andere Euro als Startkapital ganz cool wäre, oder? Für Gründer und Selbstständige gibt es in Deutschland den so genannten Gründungszuschuss, der von der Arbeitsagentur bewilligt werden muss.
Welche Schritte notwendig sind, um deinen Gründungszuschuss beantragen zu können, erfährst du in unserem folgenden Beitrag.

Doch zuerst noch etwas zur grauen Theorie des Gründungszuschusses: es handelt sich hierbei um die wichtigste Förderung, die Selbstständige und Gründer in Deutschland erhalten. Dabei können Alleinstehende 15.000 Euro und Verheiratete mit Kind sogar 18.000 Euro als Gründungszuschuss – und dazu noch steuerfrei und nicht rückzahlbar – gezahlt bekommen. Ein weiterer Pluspunkt ist, dass der Gründungszuschuss zusätzlich zu deinen Einnahmen aus der Selbstständigkeit an dich gewährt wird. Und nicht nur das, geförderte Gründer erhalten zudem bei Bedarf eine geförderte Beratung zur Gründung im Wert von mehreren Tausend Euro und profitieren von geringeren Sozialversicherungsbeiträgen.

Schritt 1 – informiere dich über die aktuelle Vergabepraxis

Endes des Jahres 2011 wurden seitens der Bundesregierungen beim Gründungszuschuss Einsparungen vorgenommen. Seit dieser Zeit kann es durchaus vorkommen, dass die Berater der Arbeitsagentur versuchen, Gründer abzuwimmeln oder mit fadenscheinigen Argumenten von der Gründung abraten. Lasse dich davon nicht entmutigen, sondern verfolge weiter dein Ziel: den Gründungszuschuss zu beantragen.
Mit der Vorlage eines Businessplanes und der entsprechenden Vehemenz ist es durchaus möglich, den Gründungszuschuss zu erhalten.

Schritt 2 – sichere dir die Anspruchs-Grundlage für den Gründerzuschuss

Im Falle, dass du noch kein Arbeitslosengeld beziehst, muss du dieses zunächst beantragen. Das heißt, nach Erhalt deiner Kündigung oder deines Aufhebungsvertrages musst du innerhalb von 3 Kalendertagen dich persönlich bei der Arbeitsagentur als arbeitssuchend melden.
Wenn du deinen Job selbst gekündigt oder einem Aufhebungsvertrag zugestimmt hast, kann dies zu Sperr- oder Ruhezeiten führen. Damit du den Antrag auf das Arbeitslosengeld I stellen kannst, ist eine Arbeitsbescheinigung des Arbeitgebers notwendig.

Solltest du bereits Arbeitslosengeld I beziehen, schaue in deinen Bewilligungsbescheid. Beträgt dein Restanspruch noch mehr als 150 Tage (3 Monate)? Informiere dich, bis wann du spätestens gründen musst, damit du die Frist für den Gründungszuschuss einhältst. Dazu mehr in Schritt 8.

Schritt 3 – Vorgespräch mit der Agentur für Arbeit

Um den Gründungszuschuss zu beantragen, ist der Gang zur Arbeitsagentur sehr wichtig. Du hast generell einen Rechtsanspruch darauf, dass du einen Antrag auf Gründungszuschuss bekommst.
Wichtig ist, dass du den Antrag VOR deiner Gründung abholen musst, ansonsten hast du keine Ansprüche mehr auf die Förderung. Auf dem Antrag wird der Tag, an dem du das Formular abgeholt hast, aufgedruckt.

Schritt 4 – besorge notwendige Zulassungen

In manchen Branchen benötigst du eine Erlaubnis oder Zulassung. Um die Förderung in diesem Bereich deiner Selbstständigkeit beantragen zu können, benötigst du diese Unterlagen.

Schritt 5 – steht dir ein Vorgründungscoaching zu?

In manchen Bundesländern werden Existenzgründer speziell gefördert, wenn sie vor der Gründung eine Beratung in Anspruch nehmen. Wird dies in deinem Bundesland angeboten, solltest du das auf jeden Fall nutzen. Denn erfahrene Berater bereiten dich auf die nächsten Schritte vor, unterstützen dich beim Schreiben des Businessplans. Und dies kann durchaus die Bewilligung des Gründungszuschusses positiv beeinflussen.

Schritt 6 – der Businessplan muss erstellt werden

Dieser Punkt ist mit der wichtigste, den du bei der Beantragung des Gründungszuschusses berücksichtigen musst. Die Erstellung des Businessplans, und zwar eines guten und ausführlichen Businessplans, ist mehr als wichtig. Denn dieser ist dein erster wichtiger Schritt in die Existenzgründung.
Prüfe die einzelnen aufgeführten Punkte, ob sie sich alle umsetzen lassen, wenn nicht, überarbeite deinen Businessplan nochmals. Und formuliere deinen Businessplan so, dass du der Arbeitsagentur keinen Grund gibst, den Antrag direkt abzulehnen. Damit dies nicht passiert, solltest du den Schritt 7 ebenfalls in Angriff nehmen.

Schritt 7 – lasse deinen Businessplan prüfen

Lasse einen erfahrenen Gründungsberater über deinen Businessplan schauen. Dieser wird bei Bedarf deinen ausgearbeiteten Businessplan gemeinsam mit dir überarbeiten, um eventuell von dir eingebaute K.O.-Kriterien herauszunehmen.
Die fachkundige Stellungnahme, die so genannte Tragfähigkeitsbescheinigung, bestätigt, dass deine ausgearbeiteten Punkte umsetzbar und plausibel sind. Und natürlich sollte dein Businessplan so gestaltet sein, dass ersichtlich ist, dass du nach einer gewissen Anfangszeit von deinem Unternehmen leben kannst.

Aber beachte: allzu optimistische Einschätzungen können eventuell auch zu einer Ablehnung des Gründungszuschusses führen – warum? Weil sich für den Mitarbeiter der Arbeitsagentur der Eindruck erweckt, dass du auch ohne einen Gründungszuschuss perfekt zurechtkommen wirst.

Schritt 8 – Antrag auf Gründungszuschuss stellen

Jetzt wird es ernst, du kannst deinen Antrag auf Gründungszuschuss stellen. Zudem musst du spätestens jetzt dein Unternehmen mit Gründungsdatum anmelden, welches auch einige Wochen in der Zukunft liegen kann. Dabei solltest du darauf achten, dass dein Restanspruch auf Gründungszuschuss noch mindestens 150 Tage beträgt.

Den ausgefüllten Antrag auf Gründungszuschuss gibst du zusammen mit folgenden Unterlagen bei der Arbeitsagentur ab:

• Businessplan
• den Nachweis über die Anmeldung deiner Selbstständigkeit
• die fachkundige Stellungnahme und
• gegebenenfalls die Erlaubnis oder Zulassung

Schritt 9 – in Geduld üben, bis die Bewilligung kommt

Bis die Arbeitsagentur deinen Antrag auf Gründungszuschuss bewilligt, können einige Wochen ins Land ziehen. Erhältst du dann deine Bewilligung für den Zuschuss in den Händen, heißt es für dich: es kann los gehen.

Schritt 10 – denke an die Verlängerung der Förderung

Du musst wissen, dass nach sechs Monaten der Gründungszuschuss in Höhe des Arbeitslosengeldes I plus 300 Euro ausläuft. Um weiterhin deinen Zuschuss zu erhalten, solltest du vier Monate nach deiner Gründung den Verlängerungsantrag fertig machen. Dann erhältst du insgesamt 9 Monate 300 Euro.

Gerade in der ersten Zeit der Selbstständigkeit kann der Gründungszuschuss ein kleines finanzielles Polster darstellen, das über die eine oder andere anfängliche Auftragsflaute hinweg hilft.

Gründungszuschuss beantragen: Die 10 wichtigsten Schritte
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