Alle Informationen rund um den Hebesatz, Steuermessbetrag und die Berechnung

Gewerbesteuer: Darauf solltest du als Selbstständiger achten

Mit der Selbstständigkeit kommen viele neue Themen auf dich zu, mit denen du dich eingehender beschäftigen solltest. Ein wichtiges Thema ist beispielsweise die Gewerbesteuer. Wenn du selbstständig bist und ein Unternehmen bzw. Gewerbe gegründet hast, musst du sehr wahrscheinlich Gewerbesteuer zahlen. Wer davon ausgenommen ist, wofür du die Steuer zahlen musst und wie die genaue Berechnung aussieht, erklären wir dir hier.

Definition

Die Gewerbesteuer (GewSt) ist eine kommunale, ertragsabhängige Steuer und gehört damit zu den Gemeindesteuern. Somit muss jeder, der ein Gewerbe betreibt, diese Steuer an seine Gemeinde abführen. Die Steuer wird dabei auf den Gewinn des Unternehmens erhoben. Demnach ist die Höhe der Gewerbesteuer unter anderem davon abhängig, wie viel Gewinn ein Unternehmen pro Wirtschaftsjahr macht. Im Durchschnitt kannst du von einer Gewerbesteuer in Höhe von 15 Prozent vom Gewinn ausgehen.

Grundsätzlich wird die Steuer von der jeweiligen Gemeinde erhoben, in der du als Selbstständiger ansässig bist. Wenn dein Unternehmen an mehreren Standorten vertreten ist, werden deine Erträge auf diese Standorte aufgeteilt, um die der jeweiligen Gemeinde zustehende Gewerbesteuer zu berechnen. Errechnet wird die Steuer anhand der Kennzahlen der Steuermesszahl und dem Hebesatz, der wiederum von den Gemeinden selbst bestimmt wird. Daher ist die Gewerbesteuer nicht überall gleich, sondern hängt von der jeweiligen Gemeinde stark ab. So lässt sich bspw. der Trend erkennen, dass in Städten die Steuer höher ist, als in ländlichen Gebieten.

Wer ist gewerbesteuerpflichtig?

Ab wann musst du die Gewerbesteuer zahlen? Das ist eine berechtigte Frage, denn es müssen nicht zwangsläufig alle Unternehmer und Gewerbetreibende die Gewerbesteuer zahlen. Zum einen sind Freiberufler ausgenommen, die zwar ein Gewerbe betreiben können, aber in einem Angestellten-Verhältnis arbeiten. Ebenso sind Unternehmen, die mit ihrem Jahresgewinn nicht über den Freibetrag von 24.500 Euro kommen, von der Steuerpflicht befreit. Auch Personengesellschaften und Einzelunternehmen haben einen bestimmten Freibetrag, den sie nicht versteuern müssen. Doch darüber hinausgehende Gewinne unterliegen der Gewerbesteuer.

So wird die Gewerbesteuer berechnet

Um dir zu veranschaulichen, wie sich der Betrag der Gewerbesteuer ermitteln lässt, musst du zuerst verstehen, welche Rollen der Hebesatz und der Steuermessbetrag spielen. Diese zwei Parameter sind nämlich für die tatsächliche Höhe der Steuer relevant.

Hebesatz und Steuermessbetrag

Für die Berechnung der jeweiligen Höhe deiner Gewerbesteuer musst du zunächst den Gewinn aus deinem laufenden Gewerbebetrieb ermitteln. Korrekturen an diesem Gewinn erfolgen mittels Kürzungen und Hinzurechnungen. Als Ergebnis bleibt dann der Gewerbeertrag stehen, von dem du im nächsten Schritt den Freibetrag abziehen musst. Dieses Ergebnis multiplizierst du mit der Steuermesszahl, die bei 3,5 Prozent liegt, und errechnest dann den Steuermessbetrag. Das neue Ergebnis, multiplizierst du wiederum mit einem Hebesatz, dessen Höhe sich von Gemeinde zu Gemeinde stark unterscheiden kann. Das Ergebnis der Multiplikation mit dem Hebesatz ergibt dann die genaue und finale Höhe der Gewerbesteuer.

Beispiel bzw. Musterrechnung

Damit du konkret nachvollziehen kannst, wie die einzelnen Schritte der Rechnung durchgeführt werden, soll dir diese Musterrechnung das Berechnen deiner Gewerbesteuer erleichtern bzw. helfen zu verstehen.

Wie wird die Gewerbesteuer abgeführt?

Das Finanzamt weiß durch deine Gewerbeanmeldung bereits über dein erwartendes Einkommen Bescheid und schickt dir dann ein Schreiben über die Höhe der Gewerbesteuer. In diesem Gewerbesteuermessbescheid beschreibt das Finanzamt auch genau, wie es die Gewerbesteuer berechnet und welchen Betrag du nun zahlen musst. Die Überweisung des Betrags geschieht im Voraus, sodass du die Gewerbesteuervorauszahlungen quartalsweise am 15. Februar, 15. Mai, 15. August und am 15. November tätigen musst.

Fazit: Gewerbesteuer

Die Berechnung der Gewerbesteuer ist nicht ganz einfach und von vielen Parametern abhängig. Trotzdem kannst du bereits im Voraus versuchen, einen möglichst hohen Gewerbesteuerbetrag zu vermeiden. Informiere dich im Voraus darüber, wo die Hebesätze niedrig sind oder achte auch darauf, dass du freiberufliche Tätigkeiten strikt von gewerblichen trennst. Denn wenn du weißt, welche einzelnen Punkte die Steuer in die Höhe schießen lassen, kannst du im Vorfeld darauf achten, diese Fallen zu umgehen.

Themenseiten

Über den Autor

Autorenprofil: Lisa Goldner

Lisa Goldner

Nach ihrem Abitur 2013 entschied sich Lisa für ein Studium des Journalismus als auch der Unternehmenskommunikation und konnte durch den nahen Praxisbezug ein breit gefächertes Repertoire an Kenntnissen beider Branchen sammeln. Während des Studiums arbeitete sie als Assistenz der Öffentlichkeitsarbeit in einem öffentlich-rechtlichen Kulturbetrieb und erlernte somit auch essenzielle Aufgaben des Eventmanagements. Im Anschluss begann sie in Kiel den Masterstudiengang ”Angewandte Kommunikationswissenschaft“, in dem sie ihre Erfahrungen durch Projekte und wissenschaftliche Arbeiten besonders in den Bereichen Journalismus und Marketing ausbauen konnte. Seit Januar 2020 ist Lisa Volontärin in der Online-Redaktion von Gründer.de.

Du hast eine Frage oder eine Meinung zum Artikel? Teile sie mit uns!

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.