So startest du 2020 in die Selbstständigkeit

Kleingewerbe anmelden: Darauf solltest du achten

Du möchtest ein kleines Café eröffnen, einen Tante-Emma-Laden oder dein eigenes Atelier? Wenn du dich für den Weg in die Selbstständigkeit entscheidest, aber erst einmal klein anfängst und kein Handelsgewerbe betreibst, musst du ein Kleingewerbe anmelden. Dabei gibt es bestimmte Vorgaben und Voraussetzungen, an die du dich halten bzw. die du erfüllen musst. Welche dies sind und was du sonst noch über das Anmelden eines Kleingewerbes wissen solltest, erklären wir dir in diesem Artikel.

Wann muss ich ein Kleingewerbe anmelden?

Wenn du nun in die Selbstständigkeit starten möchtest, liegt die Frage nahe, ob du ein Gewerbe oder Kleingewerbe anmelden musst. Diese Antwort hängt von einigen Faktoren ab, auf die du dein Unternehmen prüfen solltest. Grundsätzlich ist ein Kleingewerbe ein Gewerbe ohne Kaufmannseigenschaften, das auch nicht im Handelsregister eingetragen werden muss. Ob dein Unternehmen dort eingetragen werden muss, hängt wiederum von der Größe, dem Umsatz und der Rechtsform ab.

Rechtsformen von Kleingewerben

Anhand der Rechtsform deines Betriebs kannst du recht schnell erkennen, ob du ein Kleingewerbe anmelden musst oder vielleicht doch ein Handelsgewerbe. Zu den zulässigen Rechtsformen eines Kleingewerbes zählen nur Einzelunternehmen sowie die GbR (Gesellschaft bürgerlichen Rechts) und unterliegen dann dem BGB (Bürgerliches Gesetzbuch). Alle anderen Rechtsformen fallen dann unter das Handelsgewerbe nach HGB (Handelsgesetzbuch) und erfüllen die Kaufmannseigenschaften.

Das Einzelunternehmen und die GbR unterscheiden sich vor allem darin, ob du allein gründest oder im Team. Hast du bereits ein Gründerteam zusammengestellt, dann solltest du die GbR wählen. Betreibst du deine Unternehmung jedoch alleine, kannst du dein Betrieb als Einzelunternehmen anmelden. In beiden Fällen musst du dann ein Kleingewerbe anmelden.

Größenschwellen eines Kleingewerbes

Darüberhinaus gibt es sowohl als Einzelunternehmer als auch bei einer GbR bestimmte Größenschwellen, die du beachten musst. Diese Schwellen beziehen sich auf die Grenzen von Gewinn und Umsatz deines Betriebs. So darfst du als Kleingewerbe nicht die Grenzwerte von 60.000 Euro Gewinn pro Jahr und/oder 600.000 Euro Umsatz pro Jahr überschreiten. Überschreitest du sie doch, fällt dein Gewerbe unter das HGB, wechselst die Rechtsform und unterliegst dann strengeren Auflagen.

Weitere Faktoren eines Kleingewerbes

Ob dein Gewerbe als Kleingewerbe angemeldet werden muss, hängt darüber hinaus auch von der Branche ab, wie bereits erwähnt ebenso von der Anzahl der Mitarbeiter aber auch von deinem Betriebsvermögen oder Kreditvolumen. Da diese Entscheidung durchaus komplex erscheint, lohnt es sich bei Zweifeln definitiv einen Experten um Rat zu bitten. In diesem Falle helfen dir vor allem Gründungs- und Steuerberater weiter sowie das Finanzamt.

Unterschied zwischen Kleingewerbe und Kleinunternehmer

Oftmals werden im alltäglichen Sprachgebrauch die Begriffe Kleingewerbe und Kleinunternehmer synonym verwendet. Doch genau betrachtet, bedeuten sie nicht das Gleiche. Ein Kleingewerbe bezieht sich auf die fehlenden Kaufmannseigenschaften, während Kleinunternehmen anhand von Umsätzen definiert werden. Denn auch hier gilt, dass Kleinunternehmen, die die Kleinunternehmerregelung anwenden, eine bestimmte Höhe an Umsatz nicht überschreiten dürfen. Doch diese Regelung können auch Freiberufler in Anspruch nehmen und haben dadurch nichts mit einem Kleingewerbe zu tun. Zusätzlich ist ein Kleingewerbe auf zwei Rechtsformen beschränkt, während ein Kleinunternehmer seinen Betrieb mit jeder Rechtsform gründen kann.

Wo melde ich ein Kleingewerbe an und wie hoch sind die Kosten?

Genauso wie du ein Gewerbe beim zuständigen Amt in deiner Region anmeldest, so musst du dies auch für dein Kleingewerbe tun. Im Gewerbeamt bekommst du alle notwendigen Informationen und auch einer Vorlage zur Gewerbeanmeldung. Diese bekommst du jedoch auch im online auf der Webseite deines zuständigen Amtes. Darüber hinaus musst du dein Kleingewerbe auch beim Finanzamt anmelden als auch bei der IHK oder HWK und der Berufsgenossenschaft. Stellst du direkt Mitarbeiter ein, dass musst du ebenfalls zur Agentur für Arbeit und dich auch bei der Krankenkasse melden.

Kosten zahlst du in diesem Falle nur für die Bearbeitungsgebühr bei der Gewerbeanmeldung. Da die Kosten je nach Amt und Bundesland unterschiedlich hoch ausfallen, kann hier kein fester Betrag genannt werden. Doch in der Regel liegen die Kosten zwischen 20 Euro und 70 Euro.

So meldest du dein Kleingewerbe an

Die Anmeldung eines Kleingewerbes durchläufst du in einzelnen Schritten, die für sich nicht wirklich kompliziert sind.

1. Besorgung von Genehmigungen und Nachweisen und Wahl der Rechtsform

Je nach Kleingewerbe brauchst du eventuell Genehmigungen und Nachweise, die notwendig für die Anmeldung deines Betriebs sind. Daher solltest du dich im Voraus informieren, welche Genehmigungen du benötigst und dich um diese dann kümmerst. Diese Vorarbeit ist vor allem dafür bedeutend, dass du längere Wartezeiten und Verzögerungen schon im Vorfeld vermeiden kannst.

Da dir für ein Kleingewerbe eine sehr begrenzte Auswahl an Rechtsformen zur Verfügung stehen, dürfte dieser Umstand die Wahl der geeigneten Rechtsform auch deutlich erleichtern. Auch diesbezüglich lohnt sich im Vorfeld ein Gespräch mit einem Steuer- oder Gründungsberater.

2. Gewerbeschein ausfüllen

Diesen Gewerbeschein bekommst du, wie bereits erwähnt, bei deinem örtlichen Gewerbeamt oder auch online zum herunterladen. Beim ausfüllen musst du persönliche Daten wie deinen Namen, die Anschrift, Kontaktdaten und auch Kontodaten angeben, aber auch sämtliche Daten zu deinem Kleingewerbe wie dessen Anschrift, den Namen, deine Tätigkeit und dir Rechtsform.

3. Gewerbeschein mit allen wichtigen Unterlagen beim Amt einreichen

Hast du alle wichtigen und notwendigen Unterlagen beisammen und korrekt ausgefüllt, musst du diese beim Gewerbeamt einreichen. Dafür machst du dir im Vorfeld einen Termin, bei dem du auch letzte Fragen klären kannst. Dabei solltest du unbedingt daran denken, dass du dein Personalausweis dabei haben solltest. Das Amt leitet dann im Anschluss und unter der Voraussetzung, dass alle Angaben ordnungsgemäß ausgefüllt wurden, an das Finanzamt weiter.

Fazit

Grundsätzlich ist das Anmelden eines Kleingewerbes kein Hexenwerk und geht dann besonders schnell, wenn du dich im Vorfeld bereits über alle wichtigen Schritte und Voraussetzungen informiert hast. Die Wahl der Gründung eines Kleingewerbes solltest du mit Experten beraten, da sich bestimmte Vor- aber auch Nachteile ergeben. Nachteilig kann auf jeden Fall die Haftung mit deinem gesamten Vermögen sein als auch die Einschränkung der Geschäftsbezeichnung. Vorteile wiederum ergeben sich durch eine kostengünstige und schnelle Gründung sowie eine vereinfachte Buchhaltung.

Über den Autor

Autorenprofil: Lisa Goldner

Lisa Goldner

Nach ihrem Abitur 2013 entschied sich Lisa für ein Studium des Journalismus als auch der Unternehmenskommunikation und konnte durch den nahen Praxisbezug ein breit gefächertes Repertoire an Kenntnissen beider Branchen sammeln. Während des Studiums arbeitete sie als Assistenz der Öffentlichkeitsarbeit in einem öffentlich-rechtlichen Kulturbetrieb und erlernte somit auch essenzielle Aufgaben des Eventmanagements. Im Anschluss begann sie in Kiel den Masterstudiengang ”Angewandte Kommunikationswissenschaft“, in dem sie ihre Erfahrungen durch Projekte und wissenschaftliche Arbeiten besonders in den Bereichen Journalismus und Marketing ausbauen konnte. Seit Januar 2020 ist Lisa Volontärin in der Online-Redaktion von Gründer.de.

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