Für Unternehmer spielt das Finanzamt eine wichtige Rolle

Der Weg zum Finanzamt: Das müssen Gründer wissen

Wer ein Unternehmen gründen will, muss sich bei vielen Ämtern damit anmelden. Neben dem Gewerbeamt und dem Handelsregister ist das Finanzamt hierbei einer der wichtigsten Anlaufstellen für Gründer. Doch nicht nur während der Gründung sondern auch später, wenn das Unternehmen schon länger besteht, spielt das Finanzamt bei Unternehmen immer noch eine wichtige Rolle. Wir erklären dir, warum das Finanzamt für dich als Unternehmer so wichtig ist.

Definition: Was ist das Finanzamt?

Bei dem Finanzamt handelt es sich um die unterste Ebene der Finanzverwaltung. In Deutschland fungiert das Finanzamt als Behörde zur Meldung und Bearbeitung von steuerrechtlichen Fragen und Zahlungen. Mit zu den Hauptaufgaben gehören die Erhebung und Festsetzung der Einkommenssteuer, Umsatzsteuer, Grund- und Gewerbesteuer, die durch die Sacharbeiter im Finanzamt durchgeführt werden. Mittlerweile laufen viele Prozesse des Finanzamtes jedoch automatisiert ab. So können Formulare über das ELSTER-System ausgestellt und eingereicht werden. Auch Körperschaften, Vermögensmassen und Personenvereinigungen unterliegen der Prüfung durch das Finanzamt.

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Die steuerliche Erfassung nach der Gründung

Als Unternehmer kommst du das erste Mal mit dem Finanzamt in Kontakt, nachdem du dich beim Gewerbeamt angemeldet hat. Mit dieser Anmeldung beim Gewerbeamt bekommst du in der Regel automatisch einen Fragebogen zur steuerlichen Erfassung. Da Freiberufler sich nicht beim Gewerbeamt anmelden, müssen sich diese innerhalb von vier Wochen nach Start der Geschäftstätigkeit an das Finanzamt wenden.

Der Fragebogen zur steuerlichen Erfassung beinhaltet Fragen nach Angaben, die für die realistische Einschätzung der künftigen Gewinne und Umsätze wichtig sind. Hier empfiehlt es sich, auf die Zahlen den Finanzplans in dem vorher angefertigten Businessplan zurückzugreifen. Für Freiberufler und kleine Unternehmen gibt es hierbei eine Faustformel: Betriebliche Einnahmen abzüglich betrieblicher Ausgaben ergibt den Gewinn oder den Verlust.

Hierbei ist es sehr wichtig, realistisch zu kalkulieren, damit du größere Rückzahlungen an das Finanzamt vermeiden kannst. Falls sich Änderungen bei deiner Planrechnung im Zuge der Geschäftstätigkeit ergeben sollten, teile dies direkt dem Finanzamt mit.

Die steuerlichen Vorauszahlungen

Steuerliche Vorauszahlungen werden vom Finanzamt für die Einkommens-, Körperschafts,- Gewerbe- und Umsatzsteuer verlangt. Diese werden, mir Ausnahme der Umsatzsteuer, vom Finanzamt festgelegt. Die Vorauszahlungen der Umsatzsteuer erfolgen mit der monatlichen Umsatzsteuervoranmeldung. Mit der Steuererklärung überprüft das Finanzamt dann, ob deine tatsächliche Steuerlast über oder unter den Vorauszahlungen lag. Je nachdem, wie diese ausfallen kann es dann gut sein, dass du Steuern nachzahlen musst oder welche zurückerstattet bekommst.

In dem Fragebogen zur steuerlichen Erfassung kannst du zudem angeben, dass du den Status des Kleinunternehmers beantragen willst. Das bedeutet, dass für dich keine Umsatzsteuer anfällt. Damit kannst du aber auch keine Vorsteuer beim Finanzamt geltend machen.

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Steuernummer und Umsatzsteueridentifikationsnummer

Beim ersten Kontakt als Gründer mit dem Finanzamt, bekommst du zudem eine Steuernummer zugewiesen. Unter dieser führt das Finanzamt alle Angelegenheiten, die mit deinem Unternehmen zu tun haben.

Die Steuernummer ist enorm wichtig, da du sie bei jeder Rechnung, die du im Rahmen deines Unternehmens ausstellst, angeben musst. Ansonsten kannst du als Unternehmer auch deine Umsatzsteueridentifikationsnummer angeben, die für den grenzüberschreitenden EU-Handel eingeführt wurde. Wenn du eine solche Nummer hast, musst du diese auch im Impressum deiner Webseite angeben.

Wenn du bisher noch keine Umsatzsteueridentifikationsnummer hast, kannst du diese freiwillig beim Bundeszentralamt für Steuern beantragen. Diese ist jedoch nur dann wichtig für dich, wenn du vorhast auch EU-weit mit deinen Waren zu handeln oder Waren aus der EU zu beziehen. Um diese beantragen zu können, ist die wichtigste Voraussetzung, dass du bereits beim deutschen Finanzamt umsatzsteuerlich geführt wirst.

Steuererklärung zu Beginn des Folgejahres

Für deine Steuererklärung ist es wichtig, dass du bis zum 31. Mai des Folgejahres die Einkommenssteuer-, Umsatzsteuer- und Gewerbesteuererklärung für das vergangene Jahr beim Finanzamt eingereicht hast. In bestimmten Ausnahmefällen kann die Frist auch verlängert werden. Auch die Steuererklärungen kannst du hier elektronisch über das ELSTER-Programm kostenlos abgeben. Sobald deine Unterlagen und die abgegebene Steuererklärung geprüft wurde, erfährst du, ob du noch Steuern nachzahlen musst oder sogar Geld zurück bekommst.

Wichtig ist hierbei besonders, dass du dich immer an die Fristen hältst, die dir von deinem Finanzamt vorgegeben werden. Sonst kann es sein, dass du mit gewissen Säumniszuschlägen rechnen musst. Ansonsten ist es immer zu empfehlen, sich einen ausreichend hohen Betrag für anfallende Steuernachzahlungen zur Seite zu legen. So können dich auch Zahlungen, die höher sind als erwartet, nicht aus der Bahn werfen.

Fazit

Jeder Gründer muss sich mit seinem neuen Unternehmen beim Finanzamt melden. Da kommt leider niemand drum herum. Wichtig ist nur, dass du dich vorher informierst, welche Steuern du zahlen musst oder ob du als Kleingewerbetreibender nicht doch Steuern sparen kannst. Zudem solltest du stets darauf achten, fristgerecht alle Unterlagen abzugeben, um keine Säumniszuschläge zahlen zu müssen. Empfehlenswert ist es immer, sich als Unternehmer ein gewisses finanzielles Polster anzulegen. Schließlich kann es immer dazu kommen, dass Steuern nachgezahlt werden müssen. Damit dich diese nicht aus der Bahn werfen, solltest du etwas Geld für das Finanzamt zur Seite legen.

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Über den Autor

Autorenprofil: Leoni Schmidt

Leoni Schmidt

Nach ihrem Abitur studierte Leoni an der Fachhochschule des Mittelstands in Köln Medienkommunikation & Journalismus. In diesem Studium sammelte sie durch Praktika bei der Rheinischen Post und bei Antenne Düsseldorf viele praktische, journalistische Erfahrung. Neben ihres Studiums arbeitete sie als Werkstudentin bei einem Online-Magazin. Bei diesem wurde sie nach ihrem Studium übernommen und arbeitete dort in der Online-Redaktion. Im Mai 2019 wechselte sie dann zu Digital Beat und Gründer.de und arbeitet seitdem dort als Junior-Online-Redakteurin.

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