Alles zur Definition, Bedeutung und den wichtigsten Erfolgsfaktoren

Innovatives Produktdesign: Diese 7 Faktoren bestimmen den Umsatz

Bei einem innovativen Produktdesign gilt das bekannte Prinzip: Der erste Eindruck zählt! Denn die äußere Erscheinung eines Produkts besitzt einen großen Einfluss auf den Kaufprozess. Spricht die Verpackung einer Ware den Kunden an und löst bei ihm Emotionen aus, dann verstärkt sie den Kaufreiz. Somit steigt automatisch die Chance, dass das Produkt im Einkaufswagen oder auf der Merkliste eines Onlineshops landet. Der folgende Artikel erklärt deshalb die Definition von Produktdesign, die exakte Bedeutung und beschäftigt sich mit der Frage, auf welche Faktoren es bei einem innovativen Design ankommt. 

Definition Produktdesign

Wer nach einer offiziellen Definition für Produktdesign sucht, findet erstmal nur neutrale Beschreibungen. Produktdesign wäre demnach die verwenderorientierte Gestaltung des sinnlich wahrnehmbaren Äußeren eines Produktes im Rahmen der Produktpolitik. Der Designer sei dabei kein Gestalter von Unikaten, sondern von Produkten, die in einer seriellen Produktion hergestellt werden. Das klingt erst einmal nicht besonders kreativ. Doch tatsächlich müssen bei der Entwicklung eines neuen Designs zahlreiche Faktoren einkalkuliert werden. Nur wer exakt weiß, welche Emotionen das Produktdesign auslösen soll und was die Zielgruppe erwartet, kann die entscheidenden Faktoren erfüllen.

Die Bedeutung von innovativem Produktdesign

Jeder Gründer oder Entwickler kann selbst entscheiden, ob er seinen Fokus auf das Produktdesign legt. Doch bei dieser Entscheidung sollten die folgenden Argumente einfließen, die die Bedeutung von innovativem Produktdesign verdeutlichen:

  • Kreative Verpackungen heben sich von Wettbewerbern ab und steigern somit die Marktchancen.
  • Innovatives Produktdesign stärkt die Marke und somit das Vertrauen der Kunden.
  • Hochwertiges Design dient als Anhaltspunkt für die Qualität der Artikel.
  • Eine durchdachte Produktgestaltung unterstützt Unternehmen in ihrer Marketingstrategie.

Deshalb lohnt es sich, bei der Produktentwicklung auch besonderen Wert auf die äußere Wahrnehmung zu legen.

Sieben Faktoren für innovatives Produktdesign

Bevor ein Produkt im Regal oder Onlineshop landet, steht die Produktion und auch die Gestaltung des Artikels an. Wer dabei noch ganz am Anfang steht, sollte schon zu Beginn bestimmte Faktoren des Produktdesigns erfüllen.

1. Klare Botschaften

Oftmals entscheiden nur Sekunden, ob sich ein Kunde für ein Produkt interessiert oder nicht. Durch die große Auswahl muss deshalb sofort klar sein, was genau die Verpackung, das Logo oder die Werbesprüche wirklich bedeuten sollen. Deshalb macht es Sinn, direkte und verständliche Botschaften zu verwenden. Jedes Produkt sollte direkt die folgenden Fragen beantworten:

  • Um was handelt es sich bei diesem Produkt?
  • Welche Marke steht dahinter?

Können der Kunde diese Fragen innerhalb weniger Sekunden problemlos beantworten, ist das Produktdesign schon verständlich. Deshalb ist ein schlichter Aufbau oftmals sinnvoller, zu viele Farben und Formen verwirren zu sehr.

2. Ehrlichkeit währt am längsten

Die Redewendung „Ehrlichkeit währt am längsten“ lässt sich auch beim Produktdesign anwenden. Denn hier sollte die Verpackung wirklich nur das versprechen, was die Ware in der Realität auch zu bieten hat. Es gibt aus unternehmerischer Sicht nichts Schlimmeres als enttäuschte Kunden, die dann zu einem beschädigtem Markenimage führen. Wenn zum Beispiel eine riesige Tee-Verpackung nur einen Bruchteil des Inhalts ausfüllt. Oder auf der Verpackung eines Parfums vier Duftnoten abgebildet sind und sich dann doch nur zwei entdecken lassen. Deshalb sollte jeder Produktentwickler die Verpackung der Produkte so anpassen, bis ein ehrliche und authentisches Gesamtbild entsteht.

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3. Alle Sinne ansprechen

Wissenschaftliche Studien belegen schon lange, dass ein Reiz vor allem dann eine nachhaltige Auswirkung auf Menschen hat, wenn er auf möglichst viele ihrer Sinne Einfluss nimmt. Daher ist nicht nur die Botschaft des Produktes ausschlaggebend beim Kauf, sondern Form, Farbe und Gewicht ebenso. Unterbewusst achten Kunden nämlich darauf, wie sich ein Gegenstand anfühlt, anhört oder riecht. Deshalb macht es zum Beispiel Sinn, bei einem Getränk auf das Geräusch beim Öffnen zu achten oder bei hochwertigen Büroartikeln auf eine leicht samtige Oberfläche. Ideal ist also ein stimmiges Gesamtkonzept, dass alle Sinne anspricht und sich in eine gemeinsame Richtung entwickelt.

4. Funktionalität überzeugt

Wer eine neue Software kauft, erwartet Funktionalität und das ist kaum verwunderlich. Doch auch bei alltäglichen Artikeln lohnt es sich, schon beim Produktdesign auf die praktische Verwendung zu achten. Besonders in Supermärkten und Geschäften geht es zunächst darum, dass die Artikel sich gut halten und tragen lassen. Zum Beispiel ist es praktisch, wenn schwere Gegenständen schon ein integrierten Tragegriff besitzen oder sich große Produkte einfach zusammenklappen lassen. Diese Stabilität und Lebensdauer spricht den Kunden an und lässt sich schon im Design berücksichtigen.

5. Den Verkaufsort miteinbeziehen

Das Produktdesign ist wichtig, um den Kunden zu überzeugen. Doch es muss auch gegen die Konkurrenz bestehen können. Deshalb ist es wichtig zu bedenken, wo genau der Artikel verkauft wird. In einem Supermarkt zum Beispiel ist ein prägnantes Alleinstellungsmerkmal der Ware umso wichtiger. Wenn die Konkurrenz ihr Produkt in einer Plastikverpackung präsentiert, würde sich eine Glasverpackung somit direkt bemerkbar machen. Anders verhält es sich in einem Onlineshop. Dort wird das Produkt meistens auf weißem Hintergrund präsentiert und sollte sich deshalb farblich besonders auffällig sein.

6. Umweltbewusstsein kommt gut an

Das Umweltbewusstsein der Kunden hat sich in den letzten Jahren stark gewandelt, selbst die großen Konzerne setzen daher auch verstärkt auf diesen Ansatz. Wer einen neuen Artikel entwirft, sollte beim Produktdesign deshalb auch auf Nachhaltigkeit setzen. Große Plastikverpackungen oder Aluminium haben ausgedient. Besonders Green Startups und umweltneutrale Konzepte sind dadurch erfolgreich, denn sie beweisen, dass sich das Unternehmen über die Klimaveränderungen Gedanken gemacht hat. Deshalb kommen zum Beispiel Produkte gut an, die möglichst wenig Plastik verwenden. Oder aber die Verwendung von möglichst viel recyclebarer Pappe, Glas oder anderen umweltfreundlichen Materialien.

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7. Ideale Produktionsvoraussetzung

Natürlich lohnt es sich auch bei Unikaten auf das Produktdesign zu achten. Doch im Normalfall sollen die Artikel leicht zu produzieren sein, weshalb das Design auch dazu passen sollte. Es sieht vielleicht schön aus, wenn das eigene Produkt liebevoll mit einer Gravur oder einer besonderen Dekoration versehen wird. Doch wenn sich diese Dekoration nur aufwendig produzieren lässt oder einen seltenen Rohstoff verwendet, erschwert dieser liebevolle Zusatz die Produktion. Für ein 200.000 Euro Luxus-Auto ist das kein Problem, für eine 40 Euro Sonnenbrille schon eher. Deshalb gilt: Wer möglichst hohe Mengen produzieren möchte, sollte schon beim Produktdesign die Produktionsbedingungen berücksichtigen.

Beispiel für innovatives Produktdesign

Um zu verstehen, warum ein bestimmter Artikel so hohe Umsätze generiert, lohnt es sich auch das Produktdesign der Verpackung zu betrachten. Ein Beispiel für innovatives Produktdesign sind die Gewürze und Gewürzmischungen des Startup Ankerkraut. Die Marke wurde durch die Gründershow „Die Höhle der Löwen“ deutschlandweit bekannt und trägt mittlerweile die Bezeichnung „love brand“. Somit besitzt sie also eine besonders starke Anziehungskraft, weshalb sie von den Kunden bevorzugt wird. Um eine solche Bezeichnung zu erhalten, muss natürlich die Qualität überzeugen. Doch auch das Design ist entscheidend, damit sich die Kunden vom Mehrwert überzeugen lassen.

Produktdesign AnkerkrautQuelle: Pressefoto Ankerkraut
Das Produktdesign von Ankerkraut überzeugt durch die besondere Form sowie das prägnante Logo.

Die 7 Erfolgsfaktoren bei Ankerkraut

Beim Design von Ankerkraut sind zudem die oben genannten sieben Erfolgsfaktoren erkennbar:

  1. Klare Botschaften: Es wird sofort klar, dass es sich um Gewürze handelt. Dazu kommt ein schlichtes Design mit dem Logo und den wichtigsten Infos.
  2. Ehrlichkeit währt am längsten: Das Fläschchen ist bis oben hin mit Gewürzen gefüllt und durch die Glasverpackung lässt sich die Qualität sofort überprüfen.
  3. Alle Sinne ansprechen: Die kleinen Fläschchen liegen gut in der Hand, sie erinnern an kleine Apotheker-Fläschchen oder eine Flaschenpost und wecken somit Erinnerungen. Der echte Korken als Verschluss verstärkt dieses Gefühl.
  4. Funktionalität überzeugt: Obwohl der kleine Korken das Fläschchen fest verschließt, ist schnell klar, dass er sich leicht lösen lässt. Hinzu kommt, dass die Gewürze lange frisch bleiben, da sich der Korken zum Verschließen verwenden lässt.
  5. Den Verkaufsort miteinbeziehen: Durch die Farben und die spezielle Form hebt sich der Artikel direkt ab. Das funktioniert besonders gut im Supermarkt-Regal, da die Konkurrenz hauptsächlich auf Plastikverpackungen setzt.
  6. Umweltbewusstsein kommt gut an: Die Fläschchen sind umweltfreundlicher und wirken direkt nachhaltiger. Hinzu kommt die Tatsache, dass sie sich wiederverwenden lassen und besonders robust erscheinen.
  7. Ideale Produktionsvoraussetzung: Die kleinen Fläschchen werden zwar per Hand befüllt, doch die Verpackung und der Korken lassen sich vergleichsweise günstig in großen Stückzahlen produzieren.

Fazit

Jede Branche und jedes Produkt besitzt eine andere Zielgruppe. Daher gibt es auch keine allgemein gültige Formel für das perfekte Produktdesign. Generell gilt jedoch, dass das Design nicht zu kompliziert sein darf und sofort verständlich sein sollte. Im Supermarkt oder Onlineshop entscheiden nur Sekunden über Erfolg und Misserfolg, deshalb ist es wichtig, sich gut vorzubereiten und die einzelnen Eigenschaften perfekt aufeinander abzustimmen.

Über den Autor

Autorenprofil: Insa Schoppe

Insa Schoppe

Direkt nach dem Abitur entschied sich Insa für ein „Multimedia Production“-Studium in Kiel, danach folgten praktische Erfahrungen in einer Fernsehproduktionsfirma. Anschließend startete sie ein Volontariat in der Redaktion eines Radiounternehmens und wurde als Redakteurin übernommen. Zu ihren Aufgaben gehörten neben der Recherche und Texterstellung auch tägliche Nachrichten sowie die Verantwortung für mehrere Magazine. Im März 2020 wechselte Insa von der Radio-Redaktion in die Online-Redaktion von Gründer.de und unterstützt seitdem das Team als Junior-Online-Redakteurin.

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