Das Fundament einer Unternehmensgründung bildet immer noch die finanzielle Grundausstattung, sprich das Startkapital, das einem Unternehmen zur Verfügung steht. Großer unternehmerische Visionen können oft mangels Grundkapital nicht in die Tat umgesetzt werden. Doch wie soll man sich das benötigte Startkapital organisieren, wenn man privat nicht über die notwendigen Ressourcen verfügt? Das so dringend benötigte Eigenkapital […]

Venture Capital-Finanzierung – Gründen ohne eigenes Startkapital

Das Fundament einer Unternehmensgründung bildet immer noch die finanzielle Grundausstattung, sprich das Startkapital, das einem Unternehmen zur Verfügung steht. Großer unternehmerische Visionen können oft mangels Grundkapital nicht in die Tat umgesetzt werden. Doch wie soll man sich das benötigte Startkapital organisieren, wenn man privat nicht über die notwendigen Ressourcen verfügt?
Das so dringend benötigte Eigenkapital kann über die wohl zwei bekanntesten Wege beschafft werden oder über die Venture Capital Finanzierung.

Die klassische Kapitalbeschaffung:

Ganz klassisch kann natürlich benötigtes Eigenkapital von Freunden, Verwandten oder Familie besorgt werden.

Die Vorteile dabei liegen auf der Hand: im besten Fall profitiert man durch 0% Zinsen und variable Rückzahlungsmodalitäten.

Man wünscht es natürlich keinem Unternehmer, doch was passiert, wenn das Unternehmen nicht den erforderlichen Gewinn absetzt, um die monatlichen Tilgungen an die Verwandtschaft decken zu können?

Der zweite Weg ist die Kapitalbeschaffung über eine Bank. Darüber lassen sich höhere Kreditsummen aufbringen. Allerdings müssen die Tilgungen in diesem Fall unabhängig vom Unternehmenserfolg geleistet werden. Zahlungsausfälle haben zudem unangenehme Konsequenzen.

Venture Capital-Finanzierung:

Bei der Venture Capital Finanzierung handelt es sich um einen Bestandteil des sogenannten „Private Equity“ (außerbörsliches Eigenkapital) und dient zur Eigenkapitalfinanzierung von nicht börsennotierten Unternehmen.

Bei dieser Art der finanziellen Unterstützung investieren Geldgeber quasi in die Erfolgsaussichten eines Start-Ups und ermöglichen so deren Gründung ohne finanzielle Probleme.

Doch Venture Capital hat verschiedene Formen und Ziele. In diesem Beitrag präsentieren wir die für Gründer wohl 3 wichtigsten Formen von Venture Capital:

1.„Business Angel“

Hierbei handelt es sich in der Regel um sehr wohlhabende Privatpersonen, die vor allem vom Unternehmenskonzept überzeugt sind und sich deshalb daran beteiligen möchten, ohne direkten Einfluss auf die Unternehmensprozesse und -gestaltung zu nehmen.

2.Die klassischen Venture Capital-Geber

Hierbei handelt es sich um ertragsorientierte Eigenkapitalgeber, die auf die Erfolgschancen des Unternehmens setzen. Sie stellen erst das benötigte Startkapital zur Verfügung, dann verkaufen sie ihre Anteile in der Wachstumsphase des VC-Nehmers gewinnbringend weiter.

3.Inkubatoren

Mit der sogenannten Vorgehensweise des „smart money“ unterstützen Inkubatoren Unternehmen nicht direkt mit großen Geldsummen, sondern eher mit Hilfestellungen.
Diese können sich unterschiedlich gestalten. In der Regel helfen Inkubatoren durch die Bereitstellung von Büros, Beratung, das Vermitteln von Know-how oder die Vernetzung mit wichtigen Partnern.

Neben den 3 genannten Venture Capital-Formen existieren noch weitere Spielarten der Finanzierung, die es Unternehmen ohne Startkapital ermöglicht, ihre Geschäftsvisionen umzusetzen und aufblühen zu lassen.

Als Unternehmer muss man sich aber auch über mögliche Probleme im Klaren sein.

Diese können auftreten, wenn der Venture Capital-Geber auf Grund seiner Beteiligung immer wieder in Unternehmensprozesse eingreifen will und diese dadurch stört, anstatt förderlich zu agieren. Zudem ist es aufreibend und zeitintensiv, sich immer wieder für nicht erwartete Fälle oder stagnierende Umsätze zu rechtfertigen.

Stellt es der Venture Capital-Nehmer jedoch klug an, ermöglicht er sich von Anfang an, den VC-Geber nach einer erfolgreichen Marktetablierung mit seinen Anteilen herauszukaufen und sich dadurch zum unabhängiges Unternehmen zu entwickeln.

Fazit:

Unternehmensgründungen scheitern immer öfter am Fehlen von Privatkapital. Der erste Ausweg scheint immer eine Kapitalbeschaffung über die Bank oder aus anderer Quelle zu sein. Doch diese Beschaffungsmöglichkeiten bergen immer ein großes Risiko, da feste Raten regelmäßig gezahlt werden müssen und dadurch ein enormer Druck auf dem Unternehmensgründer liegt.

Doch der Weg über die Venture Capital-Finanzierung erscheint für diejenigen, welche sich keinem allzu großen Risiko aussetzen möchten als die wohl beste Finanzierungsmöglichkeit.

Einziges Manko ist jedoch die hohe Wahrscheinlichkeit, dass sich die Eigenkapitalgeber immer wieder in Geschäftsprozesse einmischen möchten, auch wenn es nicht zu deren Kompetenzbereichen gehört – einziger Ausweg aus dieser Misere wäre eine spätere Auszahlung an den Venture Capital-Geber, um sich als Unternehmer wieder vom Zwang sich zu rechtfertigen und dem Geldgeber gegenüber Kompromisse einzugehen.

Mit besten Grüßen,

Fabian Strohdiek
Content Manager Gründer.de

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6 Antworten

  1. Persönlich würde ich wenn möglich Crowdfunding bevorzugen (ich gehe jetzt davon aus, dass Eigenfinanzierung komplett unmöglich ist, ansonsten schließe ich mich meinem Vorredner an). Das Problem ist hier, dass die Möglichkeiten Geld zu akquirieren begrenzt ist, dh wenn das Startkapital eine gewisse Summe übersteigt, ist es unwahrscheinlich, dass man hier ausreichend Geld zusammenkriegt.

  2. Venture Capital oder auch das Crowfunding hören sich sehr interessant an. Wenn man aber die Möglichkeit hat, ohne dritte Beteiligung, die SAche anzupacken, dann sollte man dies auch tun.

  3. Für mich/ uns kam Venture Capital nicht in Frage, dennoch achte ich das Prinzip und belese mich gern dazu.
    Konnte einiges aus dem Beitrag entnehmen 🙂 Danke, Weiter so!

    Grüße Silvester

  4. Also ich kenne das Problem mit der Kapitalbeschaffung bei Banken. Zig Businesspläne und am Ende ist doch nichts draus geworden. Venture Capital war dann eine der Lösungen die ich genutzt habe. Ist auch nicht immer so einfach (man verkauft halt einen Teil der Firmenseele sozusagen), aber dann doch wesentlich besser als bei den Banken.

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