Kurz und knackig präsentieren

Elevator Pitch: Überzeuge in 60 Sekunden

Langweilige Präsentationen in langwierigen Meetings sind für alle Beteiligten ein Horrorszenario. Besonders für diejenigen, die präsentieren und die Kollegen und Vorgesetzten mit ihren Ideen eigentlich überzeugen wollen. Daher sollte der Pitch möglichst kurz, prägnant und interessant gestaltet werden, damit die Aufmerksamkeit der Kollegen gesichert ist. Dies kannst du mit dem „Elevator Pitch“ erreichen, eine Methode, die es dir ermöglicht, binnen kurzer Zeit deine Überlegungen vorzustellen. Doch wie funktioniert ein Elevator Pitch und wie bekomme ich meine komplette Strategie innerhalb weniger Sekunden erklärt?

Definition: Elevator Pitch

Der Begriff „Elevator Pitch“ bezeichnet die Methode, eine Idee in kürzester Zeit überzeugend zu präsentieren und Kollegen oder Vorgesetzte für diese Idee zu gewinnen. Im Prinzip sollte es dir möglich sein, einer Person, die du im Aufzug triffst, deine Idee so vorzustellen, dass du diese innerhalb der gemeinsamen Fahrstuhlfahrt überzeugst. Deshalb wird diese Art der Präsentation Elevator Pitch genannt. Weil die Fahrt mit einem Fahrstuhl relativ kurz ist, darf ein Elevator Pitch nicht länger als 60 Sekunden dauern. In diesen Sekunden musst du also alle relevanten Informationen vortragen. Egal ob Produktideen, ganze Projekte oder neue Kampagnen – jede Idee kann durch einen Elevator Pitch präsentiert werden.

Natürlich gibt es gewisse Einsatzgebiete, die für Elevator Pitchs prädestiniert sind. Nämlich genau dann, wenn man sich nur kurz und knackig austauschen kann. Zum einen können Bewerbungsgespräche ein idealer Rahmen für diese Art der Präsentation sein. Denn hier gilt es, den Gegenüber schnell von sich zu überzeugen. Zum Beispiel könntest du hier deine Fähigkeiten und die Anforderungen auf die Stelle so passend und prägnant aufeinander abstimmen, dass du innerhalb 60 Sekunden genau sagen kannst, warum du der oder die Richtige für den Job bist. Aber auch auf Messen, in Telefonaten oder innerhalb Referate bzw. Vorträge, bietet es sich an, kurz und knapp, aber überzeugend, seine Gedanken und Überlegungen auf den Punkt zu bringen. Es hilft nicht nur deinem Gegenüber deine Idee schnell zu begreifen, denn durch die Vorbereitung dieses Pitchs kannst auch du selbst noch einmal genau überlegen, was an deiner Idee das absolut Wichtigste oder Innovativste ist.

Aufbau eines Elevator Pitchs

Nun geht es an den Aufbau des Pitchs. Doch was genau musst du alles im 60 Sekunden-Vortrag erwähnen? Denn die Zeit ist knapp und die Idee meist so umfangreich, dass man kaum alle wichtigen Fakten unterbringen kann. Doch mit der richtigen Strategie kann es dir gelingen. Vor allem solltest du bedenken, dass der Pitch lediglich dazu dient, von der grundlegenden Idee zu überzeugen und nicht ein fertiges Konzept zu präsentieren.

Einen guten Elevator Pitch erstellst du auf Grundlage der AIDA-Formel: Attention, Interest, Desire, Action. Denn diese Eigenschaften sind genau die, die innerhalb kurzer Zeit deinen Gegenüber mit allen wichtigen Informationen überzeugen können. Deshalb gehen wir die einzelnen AIDA-Bestandteile einmal zusammen durch.

Attention

Du wirst niemanden von deinem Plan, deiner Idee oder Vision überzeugen können, wenn dir keine Aufmerksamkeit entgegen gebracht wird. Daher musst du deinen Vortrag mit etwas beginnen, bei dem der Andere aufhorcht und dir zuhört. Ein direkter Einstiegssatz, der vielleicht provoziert, verblüfft oder einfach nur unerwartet ist, eignet sich perfekt. Nutze dazu also spannende Branchenfakten oder stelle eine rhetorische Frage.

Interest

Im nächsten Schritt musst du die ungeteilte Aufmerksamkeit nutzen, um wirkliches Interesse zu wecken. Was sind also die Vorteile deiner Idee? Nenne dein Alleinstellungsmerkmal und genau die Eigenschaften, die deine Idee vom Rest abgrenzen. Ideal ist es, wenn du eine Lösung zu dem Problem bietest, das deinem Gegenüber sowieso schon eine ganze Zeit lang beschäftigt. Beachte also, dass du einen enormen Vorteil hast, wenn du die Menschen, denen du deine Idee vorträgst, auch gut kennst.

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Desire

Hast du erst einmal herausgestellt, warum deine Idee so gut ist, musst du eine gewisse Begehrlichkeit beim Gegenüber erzeugen. Auch hier wird wieder deutlich, dass, je besser du den Menschen kennst, dem du deinen Vortrag präsentierst, desto eher weißt du, wie du einen Reiz bei ihm auslösen kannst. Versuche also so viel wie möglich, über dein „Publikum“ herauszufinden.

Action

Als letztes schließt du deinen Vortrag mit einem Appell oder einer klaren Handlungsaufforderung an den oder die Zuhörer ab. Wie die Handlung genau aussehen soll, ist dir überlassen. Ob du hier ganz klar ein weiteres Gespräch forderst, ob du zur Vernetzung aufrufst oder einen Prototypen von deiner Produktidee zum mitnehmen bereit hältst – Hauptsache du hinterlässt Eindruck.

Tipps, Ideen und Beispiele für einen gelungenen Elevator Pitch

Damit du nun deinen eigenen Elevator Pitch erstellen kannst, wollen wir dir noch Tipps und Ideen mit an die Hand geben, damit dein Kurz-Vortrag ein voller Erfolg wird. Dabei reichen manchmal nur kleine Details, die deinen Pitch vervollständigen und zu einer runden Sache machen.

Setze Zahlen und Fakten ein, aber mäßig

Bahnbrechende Studienergebnisse oder Branchenzahlen, die überraschen und verblüffen, die die Aufmerksamkeit erregen und vielleicht auch erstaunen, können ein toller Start deines Pitchs sein. Denn sie können zusätzlich dazu deine Idee, deinen Vorschlag oder Plan stützen und eine Dringlichkeit erzeugen. Vermeide jedoch zu viele Zahlen zu nutzen, da sich keiner ganze Tabellen oder Rechnungen merken kann. Setze sie gewählt und treffend ein und überlade deinen Vortrag damit nicht.

Nutze bekannte Namen zur Untermauerung

Wenn du deine Idee mit den Meinungen von Kunden, Partnern, Influencern oder bekannten Persönlichkeiten untermauen kannst, spielt dir das in die Hände. Wenn du sagst, dass XY das eben genauso macht oder bereits von deiner Idee überzeugt ist, wirkt das bestätigend und auch erprobt. Denn wenn andere die Idee schon als gut empfunden haben, warum nicht auch dein Gegenüber.

Achte auf deine Mimik und Gestik

Versuche beim Elevator Pitch selbstbewusst zu wirken und deine Überzeugung schon durch deine Körperhaltung auszudrücken. Denn nur wer zu 100 Prozent von seiner Idee überzeugt ist, der kann auch selbstsicher vor dem Chef stehen und ihm klare Ansagen machen. Genau das sollte deine Pitch sein: eine Ansage. Versuche dieses Gefühl nicht nur durch deine Worte, sondern eben auch durch deinen Auftritt vermitteln.

Verwende Vergleiche oder Geschichten

60 Sekunden sind nicht lang, deshalb kannst du es gleich vergessen, einen Kampagnenplan zu erläutern oder mit einer Marktanalyse zu begründen. Löse dich von all dem, was normalerweise in einem Meeting oder einem längeren Vortrag auf der Agenda stehen würde. Gehe vielleicht sogar noch einen Schritt zurück und löse dich von einem Businessumfeld. Setze Vergleiche an, die einfach und überzeugend sind, aber eine andere Perspektive zeigen. Hier kannst du auch gut kurze Geschichten erzählen, die verdeutlichen, dass du deine Lösung für ein Problem gefunden hast. Versuche hier bildlich zu sprechen und Fachbegriffe zu vermeiden. Einfache Sprache, die direkt und gezielt wirkt, ist am effektivsten.

Sei persönlich und nutze Emotionen

Persönliche Bezüge herzustellen ist keine schlechte Idee. Nutze also das Wissen aus deiner Recherche und setze es ein. Je mehr sich dein Gegenüber angesprochen fühlt, desto eher ist er oder sie bereit wirklich zuzuhören. Dann kreuzen sich vielleicht berufliche und private Interessen, die du dir zunutze machen kannst. Setze hier also ganz klar auch auf Emotionen.

Fazit: Elevator Pitch richtig vorbereiten

Ein Elevator Pitch kann dir dabei helfen, deine Idee so kurz zu fassen, dass du diese innerhalb von 60 Sekunden präzise präsentieren kannst. Diese Methode kann dich dabei unterstützen, das eigene Konzept nochmal aus einer ganz anderen Perspektive zu betrachten und den Kernnutzen sichtbar zu machen. Damit dir der Vortrag auch wirklich gelingt, solltest du diesen vorher üben, ihn vielleicht anderen Personen vortragen und letzte Fehler vor der wichtigen Präsentation beheben. Stoppe beim Vortragen die Zeit, damit du ein Gefühl dafür bekommst, wie schnell 60 Sekunden vorbei sind. Hast du es ein paar Mal geübt, sollte dem perfekten Elevator Pitch nichts mehr im Weg stehen.

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Über den Autor

Autorenprofil: Lisa Goldner

Lisa Goldner

Nach ihrem Abitur 2013 entschied sich Lisa für ein Studium des Journalismus als auch der Unternehmenskommunikation und konnte durch den nahen Praxisbezug ein breit gefächertes Repertoire an Kenntnissen beider Branchen sammeln. Während des Studiums arbeitete sie als Assistenz der Öffentlichkeitsarbeit in einem öffentlich-rechtlichen Kulturbetrieb und erlernte somit auch essenzielle Aufgaben des Eventmanagements. Im Anschluss begann sie in Kiel den Masterstudiengang ”Angewandte Kommunikationswissenschaft“, in dem sie ihre Erfahrungen durch Projekte und wissenschaftliche Arbeiten besonders in den Bereichen Journalismus und Marketing ausbauen konnte. 2021 absolvierte Lisa ihr Volontariat in der Online-Redaktion von Gründer.de und arbeitet seitdem als Junior-Online-Redakteurin.

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