Tipps und Tricks, wie du diese großen Fehler verhindern kannst

Vermeide diese 8 Todsünden bei einer Gründung

Theoretisch lässt sich eine Firma innerhalb weniger Tage gründen, bei zahlreichen Rechtsformen ist auch nur ein geringes Startkapital nötig. Doch die große Herausforderung dabei ist es, langfristig erfolgreich zu bleiben. Denn oftmals gehen schon bei der Gründung einige wichtige Dinge schief, die sich dann negativ auf die gesamte Karriere auswirken. Deshalb erfährst du im folgenden Artikel die acht schlimmsten Todsünden bei einer Gründung. Hinzu kommen jedoch auch zahlreiche Tipps, wie du diese Fehler ganz leicht vermeiden kannst.

Mit dem Begriff Todsünde werden besonders schwerwiegende Arten der Sünde bezeichnet. Ganz so dramatisch läuft es bei einer Gründung natürlich nicht ab, denn kleine Probleme sind unvermeidbar und lassen sich schnell beheben. Trotzdem existieren einige grobe Fehler, die jede Gründung gefährden oder zukünftige außergewöhnliche Erfolge verhindern können. Die folgende Liste führt diese acht sogenannten Todsünden bei einer Gründung auf:

Todsünde #1: Improvisation als Business-Strategie

Natürlich lässt sich nicht alles vorhersagen, denn gerade im Kundenkontakt entwickeln sich schnell unvorhergesehene Probleme. Auch in der Produktion sind plötzliche Störungen an der Tagesordnung. Doch trotzdem sollte Improvisation nicht als Business-Strategie gelten, um sich erstmal möglichst viele Probleme vom Hals zu halten. Denn früher oder später holen einen diese Probleme wieder ein und müssen eines Tages dann doch gelöst werden.

Diese Todsünde bei einer Gründung vermeiden

Für jeden Schritt bei einer Gründung gibt es Ratgeber und Vorbilder, auch eine Gründungsberatung ist möglich. Wer nicht ausreichend plant und alles dem Zufall überlässt, gerät schnell in einen Teufelskreis aus Zeitnot und neuen Herausforderungen, die den weiteren Unternehmensaufbau gefährden können.

Todsünde #2: Komplette Selbstüberschätzung

Wer glaubt, alles alleine machen zu können, wird scheitern. Denn besonders Gründer neigen dazu, sich zu sehr in ihr Produkt zu verlieben und einen regelrechten Tunnelblick zu entwickeln. Alle Risiken werden in diesem Moment ausgeblendet, Ratschläge ignoriert und dann entwickelt sich diese Tatsache zur Todsünde bei einer Gründung.

Diese Todsünde bei einer Gründung vermeiden

Deshalb ist es besser, dass du dich so gut wie möglich vorbereitest und eine exakte Marktanalyse durchführst. Zusätzlich kann es auch helfen, das eigene Team zu erweitern. Denn passende Mitgründer helfen nicht nur dabei, die Realität nicht aus den Augen zu verlieren, sondern auch die eigenen Fähigkeiten besser einzuschätzen.

Todsünde #3: Peinliche formale Fehler

Egal ob beim Businessplan oder bei Anträgen für die Bank: Es gibt immer eine bestimmte Form, die Dokumente einhalten müssen. In der Gründungsphase kommen allerdings täglich neue Herausforderungen hinzu, weshalb oftmals nur nebenbei auf die Rechtschreibung, Struktur, Tonalität und Gliederung geachtet wird. Doch genau diese formale Fehler können am Ende über Erfolg und Misserfolg entscheiden. Denn ein Businessplan voller Rechtschreibfehler wirkt unprofessionell und sorgt automatisch für ein komisches Gefühl bei Geldgebern.

Diese Todsünde bei einer Gründung vermeiden

Nutze die gängigen Rechtschreibprogramme und lass deine Texte auch von Freunden oder Verwandten gegenlesen. Für die Struktur und Gliederung ist es zudem sinnvoll, sich an bestehenden Beispielen zu orientieren und mehrmals alles vor der Abgabe zu kontrollieren.

Todsünde #4: Katastrophale Finanzpläne

Gründer planen für ihr eigenes Unternehmen ein gewisses Budget ein und diese Kalkulation fällt meistens sehr knapp aus, denn die meisten besitzen kein besonders hohes Startkapital. Doch dann kommen die versteckten Kosten hinzu, zum Beispiel durch bestimmte Versicherungen oder hohe Mieten, und das Geld ist plötzlich aufgebraucht. Dann liegt der tägliche Fokus plötzlich nicht mehr auf den Geschäftsabläufen, denn alle Gedanken konzentrieren sich nur noch auf die Finanzen.

Diese Todsünde bei einer Gründung vermeiden

Es macht es Sinn, dass du vorher einen möglichst genauen Finanzplan erstellst, der die Umsätze, Gewinne und Investments beinhaltet. Erst dann sollten Banken kontaktiert oder weitere Finanzierungsformen in Betracht gezogen werden. Baue dir auch zusätzlich noch einen Puffer ein, der zur Not noch für ein paar Wochen genügend Kapitel bereithält. Nur so bleibt der Fokus auf den Geschäftsabläufen und du verschwendest nicht zu viele Gedanken an die Finanzen.

Todsünde #5: Alle Geldgeber akzeptieren

Jeder Gründer braucht Kapital und das kommt in den meisten Fällen durch externe Geldgeber und Investoren. Dabei gilt dann oft die Strategie: Wer zuerst zusagt, den nehmen wir, damit es möglichst schnell vorangeht und sich das Startup aufbauen lässt. Doch diese Entscheidung wirkt sich langfristig nicht immer positiv aus. Denn wenn die gemeinsamen Ziel sich beispielsweise stark unterscheiden oder die Erwartungen nicht identisch sind, kommt bald das böse Erwachen. Zudem ist es kaum möglich, ein Investment rückgängig zu machen.

Diese Todsünde bei einer Gründung vermeiden

Um diese Todsünde bei einer Gründung zu vermeiden, sind ausführliche Gespräche sehr wichtig. Zudem lohnen sich auch detaillierte Pläne, damit deine Ziele und Erwartungen exakt feststehen. Falls möglich, sollte es zudem eine vorherige Zusammenarbeit mit den möglichen Geldgebern geben. Denn bestehende Geschäftspartner, die die Firmenstruktur deines Startups verstehen und sich in der Branche auskennen, besitzen den größten Mehrwert für deine Gründung.

Todsünde #6: Schlechte Marketingmaßnahmen

Dein Produkt kann das innovativste und hochwertigste auf dem Markt sein. Doch wenn dieses Produkt niemand kennt, dann wird es sich auch nicht verkaufen. Aussagen wie „Ach, die Leute kommen schon zu mir und erkennen die Qualität“ führen nicht zum Ziel, sondern behindern den Kaufprozess. Somit entwickelt sich diese Einstellung letztendlich zur Todsünde bei einer Gründung.

Diese Todsünde bei einer Gründung vermeiden

Deshalb macht es mehr Sinn, immer wieder die aktuellen Marketingmaßnahmen zu überprüfen und die Zielgruppe exakt zu definieren. Dafür braucht es nicht immer ein großes Budget. Denn manchmal reichen schon kleine Maßnahmen, wie zum Beispiel ein ansprechendes Social-Media-Profil. Auch eine passende Website lässt sich mittlerweile kostengünstig und schnell erstellen.

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Todsünde #7: Ignorierte Steuerzahlungen

Die allgemeinen Steuerabgaben sind für viele Gründer ein kompliziertes Thema, dass sie am liebsten ganz weit wegschieben möchten. Besonders dann, wenn es sehr gut läuft und hohe Umsätze generiert werden. Denn dadurch entstehen oftmals schnelle Investitionen, hohe Ausgaben für weitere Waren und große Pläne für noch höhere Umsätze. Doch genau an diesem Zeitpunkt kommt oftmals der Tag der Steuernachforderung und die Gründer fallen aus allen Wolken.

Diese Todsünde bei einer Gründung vermeiden

Es lohnt es sich also umso mehr, dass du dich mit dem Thema Steuern beschäftigst und die Höhe der Abgaben prüfst. Natürlich musst du das nicht komplett alleine bewältigen, sondern kannst dich auch von einem Steuerberater oder einem Steuerexperten unterstützen lassen. Trotzdem ist es wichtig, die verschiedenen Steuern zu kennen, um zum Beispiel eine Umsatzsteuer Voranmeldung durchzuführen.

Todsünde #8: Zu schnell aufgeben

Wenn fast alles schief geht und du dich bei deiner Gründung komplett verzettelst, denkst du vielleicht direkt ans Aufgeben. Dann kommen plötzlich Zweifel am eigenen Business-Konzept auf, zusätzlich zeigen sich die Kunden nicht so begeistert wie gedacht und deine Geschäftspartner finden ständig neue Möglichkeiten für Kritik. Hinzu kommen die vielen Unsicherheiten und weitere tagtägliche Probleme.

Diese Todsünde bei einer Gründung vermeiden

In so einem Moment musst du dich fragen, warum du angefangen hast und diese Gründung unbedingt durchziehen wolltest. Außerdem solltest du unbedingt mehr Struktur in deinen Alltag bringen, um auch die kleinen Erfolge mehr zu schätzen wissen. Lasse dich dabei auch zu neuen Ideen inspirieren. Vielleicht lohnt sich zum Beispiel die Teilnahme an einem der zahlreichen Gründerwettbewerbe für weitere Finanzmittel oder eine Beratung in einem Gründerzentrum. Erst wenn alle Möglichkeiten ausgeschöpft sind, darfst du überhaupt ans Aufgeben denken.

Fazit

Zusammenfassend wird klar: gute Organisation ist alles. Wer sich auf jede Situation und jeden Schritt bestmöglich vorbereitet, kann die Todsünden bei einer Gründung oftmals vermeiden oder direkt gegensteuern. Trotzdem solltest du keine Angst haben, auch eigene Fehler zu akzeptieren und insgesamt niemals nach Perfektion streben. Denn jedes Problem und erfolgreiche Lösungen sorgen wiederum für neue Erfahrungen, die dich persönlich und auch innerhalb deines Startups weiterbringen.

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Über den Autor

Autorenprofil: Insa Schoppe

Insa Schoppe

Direkt nach dem Abitur entschied sich Insa für ein „Multimedia Production“-Studium in Kiel, danach folgten praktische Erfahrungen in einer Fernsehproduktionsfirma. Anschließend startete sie ein Volontariat in der Redaktion eines Radiounternehmens und wurde als Redakteurin übernommen. Zu ihren Aufgaben gehörten neben der Recherche und Texterstellung auch tägliche Nachrichten sowie die Verantwortung für mehrere Magazine. Im März 2020 wechselte Insa von der Radio-Redaktion in die Online-Redaktion von Gründer.de und unterstützt seitdem das Team als Junior-Online-Redakteurin.