Der Trend im Bereich Einkaufen geht eindeutig in Richtung Onlineshop. Immer mehr Menschen suchen gewünschte Produkte nicht mehr in einem Ladengeschäft, sondern nutzen direkt die Dienste von Suchmaschinen im Internet. In den meisten Fällen werden als Ergebnis Onlineshops angezeigt, in denen der Suchende die gewünschte Ware erhält.

Deshalb ist es eine gute Idee, wenn du einen eigenen Onlineshop betreiben möchtest. Damit dieser Shop auch wirklich erfolgreich ist, musst du allerdings schon beim Entwurf deines eigenen Shops bestimmte Dinge beachten. Im folgenden Artikel zeigen wir dir, was du alles beachten solltest, wenn du dir einen Onlineshop selbst bauen möchtest.

Die Auswahl der besten Shop-Software

Wenn du dich entschlossen hast, im Internet mit einem Onlineshop tätig zu werden, stehst du zunächst vor der wichtigen Entscheidung, mit welcher Shopsoftware du deinen eignen Onlineshop bauen sollst. Das Internet ist voll mit Anbietern und es ist gar nicht so einfach, die Software zu finden, die von deinen Anforderungen her am besten zu dir passt. Du kannst aus verschiedenen Varianten auswählen.

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Der gemietete Onlineshop

Du mietest einen Onlineshop (z. B. Jimdo, Domainfactory, Strato, Weebly) und überlässt einen Großteil der Arbeit dem gewählten Anbieter. Bei den bekanntesten wird dir ein vollständiges, funktionsfähiges Shopsystem bereitgestellt. Du kannst zwischen unterschiedlichsten Designvorlagen wählen und das System liefert dir die Schnittstellen zu den größten Verkaufsplattformen wie Amazon oder eBay gleich mit. Du musst dich bei einem gemieteten Onlineshop nicht um das Hosting kümmern und benötigst zum Einrichten deines eigenen Shops auch nicht die Hilfe einer Agentur. Dies spart Kosten. Allerdings zahlst du für den bereitgestellten Service in der Regel eine monatliche Gebühr, die sich in der Regel zwischen 10 und 200 Euro bewegt.

Vor- und Nachteile von Baukastensystemen für Onlineshops

Solche Baukästen erleichtern dir als Einsteiger natürlich die Arbeit sehr. Gerade, wenn du dich mit den technischen Anforderungen nicht gut auskennst. Die Vorteile von solchen Baukastensystemen liegen auf der Hand:

  • keine Programmierkenntnisse
  • schneller Beginn des Business möglich
  • Investitionskosten halten sich in Grenzen (niedriges finanzielles Risiko)
  • Hosting wird übernommen (Webspace wird bereitgestellt, Onlineshop wird auf dem Server eines Internet-Providers platziert)

Wo Licht ist, ist auch Schatten. Die Nachteile, die du bei der Nutzung eines Baukastensystems in Kauf nehmen musst, sollten zumindest mit bedacht werden:

  • weniger Auswahlmöglichkeiten beim Design
  • ein Shop „von der Stange“
  • begrenzte Fähigkeit zum Hinzufügen von Ressourcen (Hardware)
  • geringe Flexibilität durch technische Grenzen
  • SEO-Fähigkeit ist oft begrenzt
  • vom Softwareanbieter abhängig (z. B. durch Mindestvertragslaufzeiten)

Für wen eignen sich gemietete Onlineshops?

Aufgrund der eingeschränkten Möglichkeiten von Onlineshops im Baukastensystem sind sie vor allem für Existenzgründer im Bereich eCommerce sowie kleinere und vielleicht noch mittelständische Unternehmen geeignet. Reicht dir ein Standardshop mit den klassischen Funktionen aus, bieten dir die SaaS-Anbieter (Software As A Service) alles, was du brauchst. Benötigst du allerdings Zusatzfunktionen, müssen viele der Anbieter bereits passen. Nutze unbedingt die meist kostenfreien Demoshops der Anbieter und die kostenlosen Testphasen. So bekommst du einen ersten Einblick in das, was das System zu bieten hat. Zudem ist es sinnvoll, die langfristige Planung mit einzubeziehen, also beispielsweise zu überlegen, welche Anforderungen eventuell noch dazu kommen oder wie schnell der Shop wachsen soll.

Onlineshop mit Open-Source-Lösungen

Du kannst auch eine sogenannte Open-Source-Lösung (z. B. Oxid Esales, SUPR, XTC, Magento, Orocommerce) verwenden und mit dieser deinen eigenen Onlineshop bauen. Open-Source-Systeme sind professionelle Shopsysteme, für deren Einrichtung du selbst gute Kenntnisse im Bereich Programmierung benötigst oder aber Geld in die Hand nehmen musst. Sobald du eine Agentur, einen Webdesigner oder Programmierer mit der Erstellung beauftragst, solltest du mit Kosten ab etwa 5000 Euro rechnen. Die Summe ist vor allem abhängig davon, welche Anforderungen du an deinen Onlineshop stellst. Je komplexer das Shopsystem, desto teurer wird normalerweise die Erstellung.

Vor- und Nachteile von Online-Shops mit Open-Source-Lösungen

Gegenüber den gemieteten Baukastensystemen bieten diese Art von Onlineshop-Systemen deutlich mehr Spielräume für die eigenen Wünsche. Open-Source-Lösungen für Onlineshops leben hauptsächlich von ihrer großen Flexibilität, denn sie sind fast unbegrenzt erweiterbar. Auch hier sollten die wichtigsten Vor- und Nachteile aufgelistet werden, damit du auf Basis dieser Informationen das für dich passende System findest, mit dem du deinen eigenen Onlineshop bauen kannst. Als Vorteile gelten bei Experten folgende:

  • unbegrenzte, technische Möglichkeiten für die Shoperstellung
  • individuelle Lösungen für den Shop
  • hohe Flexibilität und Skalierbarkeit
  • Ausbau der eigenen Marke durch individuelle Shop-Lösungen
  • professionell geführter Shop aufgrund von System-Flexibilität

Diesen Vorteilen stehen auch einige Nachteile gegenüber, die nicht unerwähnt bleiben dürfen. Vor allem, weil Open-Source-Lösungen technisch ausgereift sind, bringen sie Nachteile mit sich:

  • notwendige Programmierkenntnisse oder externer Hilfe
  • verzögerter Start des Onlineshops aufgrund der Anforderungen (bis zu 6 Monaten)
  • hohe Investitionskosten aufgrund externer Dienstleister

Wer sollte Open-Source-Lösungen nutzen?

Da für die Nutzung solcher professionellen Shopsysteme relativ hohe Investitionen notwendig sind, sollten diese vor allem von Existenzgründern genutzt werden, die bereit sind, Zeit und Geld in ihren Onlineshop zu investieren und die an langfristigen Erfolg interessiert sind. Für alle, die mit steigenden Anforderungen wie zusätzlichen Schnittstellen zu Onlinehandelsplätzen oder einer stetig wachsenden Produktpalette rechnen, Filterfunktionen einbauen oder Systeme für Warenwirtschaft oder Buchhaltung einbinden möchten, sind mit einer Open-Source-Lösung auf dem richtigen Weg.

Onlineshop als Eigenentwicklung

Die dritte und komplexeste Variante, mit der du einen Onlineshop selbst bauen kannst, ist die einer Eigenentwicklung. Große Onlinehandelsplätze haben sich ihren Onlineshop von routinierten Programmieren maßschneidern lassen. Wenn du einen solchen, zu 100 Prozent individuell auf deine Bedürfnisse zugeschnittenen Shop möchtest, dann solltest du entweder selbst umfassende Programmierkenntnisse besitzen (eventuell aufgrund einer entsprechenden Ausbildung) oder aber über entsprechende finanzielle Mittel verfügen, um die benötigten Experten zu engagieren. Nicht selten sind sechsstellige Beträge nötig, um die Eigenentwicklung eines Onlineshops zu finanzieren.

Vor- und Nachteile von Eigenentwicklungen

Gerade bei einem Onlineshop, der als Eigenentwicklung erstellt werden soll, müssen alle Vorteile und auch Risiken mit bedacht werden. Und es gibt tatsächlich einiges zu berücksichtigen. Hier die wichtigsten Vorteile von Eigenentwicklungen:

  • keine Abhängigkeit von einem Shopsystemanbieter
  • volle Gestaltungsfreiheit
  • hohe Anpassungsfähigkeit an neue Anforderungen
  • Vorteile gegenüber Wettbewerbern durch individuell veränderbare und erweiterbare Funktionen

Als die größten Nachteile bei einem als Eigenentwicklung erstellten Onlineshop gelten unter Fachleuten vor allem die folgenden:

  • sehr hohe Investitionskosten
  • Zeitverlust durch lange Entwicklungszeit (bis zu 1,5 Jahren)
  • Qualitätsprobleme aufgrund von Programmierfehlern in der Software („Kinderkrankheiten“)
  • Abhängigkeit von den Entwicklern der Shopsoftware (z. B. bei Wartung, notwendigen Updates)
  • nicht vorhandenes Fachwissen zu Beginn des Projektes
  • rascher Wandel im Bereich der IT-Technologien
  • Vernachlässigung wichtiger Unternehmensschwerpunkte (z. B. Marketing, Personal, Produkte)

Für wen ist die Eigenentwicklung eines Onlineshops geeignet?

Diese Form der Onlineshoperstellung ist tatsächlich vor allem für die geeignet, die auf ihr eigenes Fachwissen im Bereich Programmierung zurückgreifen können oder über immense finanzielle Mittel verfügen. Dadurch können diese Onlineshop-Betreiber sich von Fachleuten wie Webdesignern oder Programmierern einen vollkommen individuellen Onlineshop erstellen zu lassen. Wer als Existenzgründer allerdings nur einen kleinen Onlineshop mit einer sehr begrenzten Anzahl an Produkten anstrebt, für den ist eine Eigenentwicklung vermutlich ein zu großes Projekt.

Fazit zur Auswahl der Shopsoftware

Bei der Auswahl der Shopsoftware kommt es vor allem auf deine eigenen Fähigkeiten, die zur Verfügung stehende Zeit, das Budget und auch die geplante Gesamtgröße deines Projektes an. Nicht jede Onlineshop-Software ist aufgrund ihrer Spezifikationen oder auch Kosten für jede Shopgröße geeignet.

Welche Funktionen solltest du in deinen Onlineshop einbauen?

Kunden wünschen sich einen Onlineshop, in dem sie alle Produkte schnell und unkompliziert finden, die wichtigsten Informationen dazu erhalten und einen Kauf möglichst rasch und reibungslos durchführen können. Entsprechend sollte deine Website mit bestimmten Funktionen ausgestattet sein, die diese Vorgänge erleichtern. Dies wird vor allem durch die folgenden Funktionen unterstützt:

  • Produktsuchfunktion (inklusive detailliertem Filter)
  • Produktoptionen (Größe, Farbe)
  • Kategoriefunktion (die Produkte sind in Kategorien unterteilt, wodurch sie sich schneller finden lassen)
  • Produktdetailseiten (mit informativer, korrekter Produktbeschreibung, Netto- und Bruttopreis – inklusive oder zuzüglich Mehrwertsteuer)
  • Bilderfunktion (Einbindung von Produktfotos auf der Detailseite)
  • Warenkorbfunktion mit rechtssicherer Beschriftung (kostenpflichtig kaufen, zahlungspflichtig bestellen)
  • Sales-, Angebots- oder Aktionsfunktion (Banner weisen auf besondere Aktionen hin)
  • Checkboxfunktion (zur Bestätigung des Widerrufsrechts sowie der AGB durch den Kunden)
  • Bezahlarten (PayPal, Kreditkarte, Sofortüberweisung, Rechnungskauf, Lastschrift)
  • Kundensupport (E-Mail, Telefon oder Post)

Komplexe Funktionen, die den Einkauf unterstützen, könnten folgenden sein. Sie werden allerdings nicht von allen Anbietern für Shopsoftware angeboten:

  • Warenkorbvorlage (erleichtert die regelmäßige Bestellung von bestimmten Produkten)
  • Wiederbestellfunktion
  • Quickbestellung (durch Eingabe der Artikelnummer)
  • Schnittstellenfunktionen (z. B. zwischen Shop- und Warenwirtschaftssoftware) beziehungsweise zu Onlinehandelsplätzen wie Amazon)
  • Optimierung für mobile Endgeräte (damit der Onlineshop auf jedem Endgerät korrekt und einladend angezeigt wird)
  • Bezahldienste in Form von mobilen Apps (z. B. Apple Pay oder PayPal)
  • Instant Payment (Service von Banken für sekundenschnelle Überweisung)

Du siehst, es gibt viele verschiedene Funktionen, mit denen du deinen Kunden den Weg von der Startseite deines Shops bis zur Bestellbestätigung erleichtern kannst. Im Idealfall sind die einzelnen Funktionen so angeordnet, dass sich der Kunde wie an einem roten Faden an ihnen durch deinen Onlineshop bewegt.

Die richtige Struktur für deinen Onlineshop

Wodurch du Kunden deines Onlineshops am meisten abschreckst, ist eine schlecht durchdachte Struktur. Wenn jemand im Internet shoppen geht, dann möchte er nicht lange suchen, sondern erwartet, dass er durch die Navigationsstruktur in deinem Onlineshop schnellstmöglich zu dem Produkt geleitet wird, das er kaufen möchte. Aus diesem Grund ist die Struktur ein wichtiges Kriterium, das du beachten musst, wenn du deinen Onlineshop selbst bauen möchtest. Von Beginn an solltest du dir überlegen, wie dein Onlineshop aufgebaut sein muss, damit ein potenzieller Käufer das gesuchte Produkt schnell findet. Eine schlechte Struktur ist meist die Folge einer stetig wachsenden Seite, das heißt, der Onlineshop wird ständig erweitert, Produkte, Kategorien und Unterebenen werden ohne einen Blick auf bisherige Struktur hinzugefügt. Dadurch ergeben sich unter anderem Doppelungen bei Kategorien oder zu viele Unterseiten, durch die sich der Besucher dann erst mühsam hindurchklicken muss.

Woran du eine schlechte Shop-Struktur erkennst

Je länger der Kunde braucht, um ein von ihm gesuchtes Produkt zu finden, desto eher wird er deinen Onlineshop verlassen ohne etwas zu kaufen. Damit dir dies nicht passiert, ist es wichtig, die Schwachstellen in deiner Onlineshop-Struktur zu entdecken und zu optimieren. Für eine durchdachte Navigationsstruktur störend ist also vor allem Folgendes:

  • zu viele Unterseiten
  • doppelte Kategorien
  • fehlendes Megamenü
  • zu viele Menüoptionen

Eine gute Methode, die richtige Struktur für deinen Onlineshop zu finden, ist der Besuch von anderen Onlineshops mit einem ähnlichen Produktportfolio. Stell dir einfach vor, du bist ein Kunde und suchst ein bestimmtes Produkt. Nun kannst du in den besuchten Onlineshops schauen, wie lange du benötigst, um fündig zu werden. Der Shop, in dem du am wenigsten Zeit brauchst, hat vermutlich die beste Struktur. Die gewonnenen Erkenntnisse kannst du anschließend nutzen, um die Struktur deines Onlineshops zu überarbeiten.

SEO und Backlinks als Grundlagen des Erfolgs von Onlineshops

Weil die meisten Existenzgründer vor allem ganz zu Beginn – nach dem Aufbau des eigenen Onlineshops – keine finanziellen Mittel für Werbung ausgeben können, hat die sogenannte SEO-Optimierung eine sehr große Bedeutung. SEO (Search Engine Optimization) bedeutet Suchmaschinenoptimierung, womit gemeint ist, dass dein Onlineshop mit Keywords als Suchbegriffe ausgestattet sein muss, damit der Shop als Ganzes und die einzelnen Produkte von potenziellen Käufern gefunden werden. Auch ein Backlink, also ein Link, der von einer anderen Seite aus auf deine eigene Website verweist, kann gemeinsam mit einer guten SEO-Optimierung zu sehr viel mehr Traffic in deinem Onlineshop führen. Die meisten Besucher generierst du durch das Ranking deines Shops in Suchmaschinen wie Google, Bing oder Ask.com. Damit du in diesen Suchmaschinen möglichst weit oben landest, brauchst du eben viel gesuchte Keywords und Backlinks.

Was bringt einem Onlineshop nachhaltiges SEO?

Wer im Internet etwas sucht, der nutzt in der Regel eine der vorhandenen Suchmaschinen. Dort gibt er ganz spezifische Suchbegriffe (Keywords) ein, um das zu finden, was er kaufen möchte. Wird ihm das Suchergebnis angezeigt, schaut er nicht nur nach dem Ranking, sondern auch danach, ob folgende Dinge übereinstimmen:

  • Suchbegriff
  • Darstellung des Suchergebnisses
  • Relevanz bezüglich der Suche

Findet der User, dass diese drei Aspekte beim angezeigten Suchergebnis zusammenpassen, dann hat SEO seine Arbeit getan und einen Reiz zum Anklicken gesetzt. Mit der 6-R-Regel überprüfst du deinen Onlineshop bezüglich der SEO-Optimierung: Relevance (Wichtigkeit), Reach (Reichweite), Rankings (Platzierung), Response (Antwort-Zeiten), Reaction (Reaktion) und Results (Ergebnisse). Es gibt verschiedene Tools, mit denen du deine eigene Website auf SEO hin analysieren kannst.

Warum braucht dein Onlineshop Backlinks?

Backlinks zeigen an, wie gut oder nützlich andere User im Internet deinen Onlineshop finden. Solche Backlinks werden nur dann geteilt oder in anderen Websites platziert, wenn die Teilenden oder Verlinkenden eine Website als gelungen und gut finden, aber auch, wenn ihnen negative Dinge auffallen. Je mehr Backlinks es also zu deinem Onlineshop gibt, desto empfehlenswerter ist er. Darauf reagieren nicht nur Internetnutzer, sondern vor allem die Suchmaschinen. Sie stufen einen Onlineshop umso höher ein, desto häufiger er empfohlen wird. Früher waren Linkkauf, Linktausch und sogenannten Linkfarmen beliebt, heute solltest du unbedingt auf die Richtlinien von Google und Co. achten, damit du nicht abgestraft wirst. Sobald Verlinkungen auf irrelevanten Seiten auftauchen oder in hohen Maßen, kann es zu Abstrafungen kommen. Darum ist ein natürlicher Linkaufbau besser als ein gekaufter.

Auf die Rechtsvorschriften für deinen Onlineshop achten

Viele Existenzgründer gehen mit sehr viel Engagement an den Aufbau ihres Onlineshops, stecken viel Energie in die Suche nach der passenden Shopsoftware, ins Design, die Struktur und die SEO-Optimierung. Das ist alles gut und richtig, dennoch darfst du die rechtlichen Vorgaben nicht vergessen, wenn du deinen eigenen Onlineshop bauen möchtest.

Was der Gesetzgeber verlangt

Jeder, der in der Bundesrepublik Deutschland als Verkäufer selbstständig ist, muss sich an bestimmte Rechtsvorschriften halten, die der Gesetzgeber zum Schutz des Gewerbetreibenden und auch der Kunden erlassen hat. Diese Vorschriften reichen von der Rechtsform bis zu Gebühren, von rechtssicheren Formulierungen bis zu steuerrechtlichen Vorgaben. Hier die wichtigsten Gesetzesvorgaben im Überblick.

Die korrekte Rechtsform

Zu den Dingen, mit denen du dich schon vor dem Start deines Business im Bereich eCommerce beschäftigen solltest, ist zum Beispiel die Wahl der richtigen Rechtsform für deinen Onlineshop. Wenn du im Internet Produkte oder Dienstleistungen verkaufst, bist du für den Gesetzgeber ein sogenannter selbstständiger Gewerbetreibender und musst dich für eine Rechtsform entscheiden. Hier kannst du wählen zwischen:

  • Einzelkaufmann
  • GmbH (Gesellschaft mit beschränkter Haftung)
  • Ltd. (englisch: Limited = Kapitalgesellschaft)
  • Mini GmbH (günstig und schnell zu errichten, kann in eine klassische GmbH umgewandelt werden)

Notwendige Angaben in deinem Onlineshop

Neben der Rechtsform gibt es auch Vorgaben, welche Informationen der Kunde in deinem Onlineshop vorfinden muss und worüber du ihn unbedingt zu informieren hast. Die unterlassene Bereitstellung der eigentlich notwendigen Angaben und Informationen kann dir als Shopbetreiber großen Ärger einbringen und Strafen nach sich ziehen. Auch Mitbewerber schauen sich deinen Onlineshop ganz genau an. Wenn sie etwas finden, was nicht korrekt ist, sind es nicht selten sie, die dich anzeigen.

Beispielsweise benötigt dein Onlineshop ein Impressum, aus dem klar hervorgeht, wer du bist (Name, Anschrift, Rechtsform, Angaben zur schnellen Kontaktaufnahme). Es muss sichergestellt sein, dass ein Kunde oder eine Behörde dich kontaktieren kann.

Wenn du deinen eigenen Onlineshop bauen möchtest, achte darauf, dass du sowohl einen Text zum Widerspruchsrecht, als auch zu den Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) mit integrierst. Diese beiden Texte muss der Käufer aktiv vor der Bestellung bestätigen (Checkbox), damit ein rechtsgültiger Kaufvertrag zustandekommt.

Der Warenkorb-Button war früher mit Texten wie „jetzt bestellen“, „sofort bestellen“ oder „kaufen“ beschriftet. Dies ist heute nicht mehr ausreichend. Der Kunde muss aufgrund der Beschriftung des Buttons ganz klar erkennen, dass er ein rechtsverbindliches Geschäft tätigt, sobald er den Button drückt. Aus diesem Grund gelten nur Formulierungen als rechtssicher, in denen Begriffe wie „zahlungspflichtig“, „zu diesem Preis“, „verbindlich“, „bindend“ oder „kostenpflichtig“ vorkommen. Es muss eindeutig sein, dass der Kunde eine Zahlungsverpflichtung eingeht.

Seit 2018 gilt laut Gesetzgeber ein Verbot für Gebührenerhebung bei bestimmten Zahlarten. So darfst du als Betreiber eines Onlineshops keine Gebühren verlangen, wenn der Kunde per Lastschrift, Überweisung, MasterCard oder VISA zahlen will. Experten diskutieren noch, ob die Bezahlung mithilfe des Bezahldienstes PayPal ebenfalls unter das neue Verbot fällt. Die Bestellung per Nachnahme bleibt von der neuen Regelung unberührt.

Die Urheberrechte Dritter musst du in deinem Onlineshop ebenfalls beachten. Sie gelten sowohl für Texte, als auch für Fotos. Da ein Verstoß gegen das Urheberrecht zu empfindlichen Strafen führen kann, erkundige dich immer, ob du Fotos oder Texte, die von anderen produziert wurden, kostenfrei nutzen darfst oder ob du eine Nutzungsgebühr an den Urheber oder eine ihn vertretende Agentur zahlen musst. Wenn du kreativ bist, erstelle dir die Produktbeschreibungen und entsprechende Fotos einfach selbst, so kannst du unter Umständen viel Geld sparen.

Wie du dir den etwas anderen Onlineshop baust

Der Onlinehandel nimmt immer mehr Fahrt auf. Es entstehen täglich unzählige, neue Onlineshops. Damit du in diesem Wettbewerb bestehen kannst, muss dein Shop vor allem eines sein, etwas anders als die anderen. Bevor du dein Onlinebusiness startest, schau dir deine Mitbewerber genauer an, informiere dich, was sie in ihrem Shop an besonderen Dienstleistungen anbieten. Hast du etwas entdeckt, was kein anderer Onlineshop bietet? Dann biete du es an! Solche speziellen, vielleicht in deinem Segment nicht üblichen Dienstleistungen könnten sein:

  • Platzieren des Onlineshops auf ungewöhnlichen Kanälen (z. B. Aktivität in kundenspezifischen Chatforen und Blogs, Erstellung von Produktanwendungsvideos bei YouTube)
  • kostenfreie Lieferung auch bei niedrigem Produktpreis
  • Beratung durch dich als Chef
  • Produktbeschreibungen auf höchstem Niveau
  • Ratgebertexte zur besseren Information der Kunden

Hier heißt es nun, die Lücke zu finden, in der sich noch keiner deiner Mitbewerber niedergelassen hat. Solche „Extras“ kommen bei den meisten Kunden gut an. Ihre Zufriedenheit ist die Grundvoraussetzung für deinen Erfolg. Wenn sie zufrieden sind, werden sie dich und dein Angebot weiterempfehlen, sodass du mehr Traffic in deinem Onlineshop generierst und letztlich mehr Produkte oder Dienstleistungen verkaufst.

Fazit: So gelingt dir der eigene Onlineshop

Du hast ein Produkt, von dem du absolut überzeugt bist und möchtest es mithilfe deines eigenen Onlineshops verkaufen? Dann versuche es. Obwohl es heute schon eine nicht zu überblickende Anzahl von Shops im Internet gibt, kannst du immer noch deinen eigenen Onlineshop bauen und damit erfolgreich sein. Selbst, wenn du keine vertieften Kenntnisse von den technischen Gegebenheiten hast, kannst du mithilfe von Experten dennoch zum Ziel kommen und deinen eigenen Onlineshop bauen, es wird nur etwas teurer. Du brauchst vor allem zu Beginn viel Ausdauer, Kreativität, ein Gespür für das, was Kunden von einem guten Onlineshop erwarten und letztlich ein gewisses Startkapital, je nachdem, wie dein Onlineshop aussehen soll. Hast du deinen eigenen Shop an den Start gebracht, heißt es für dich, aufmerksam zu bleiben, deinen Onlineshop immer wieder zu analysieren, ihn aktuell zu halten, notwendige Optimierungen vorzunehmen und auf diese Weise die Kunden zufriedenzustellen.

Onlineshop erstellen – Mit diesem Ratgeber gelingt der Start
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