Darauf sollten Selbstständige bei der Unternehmenssteuer achten

Körperschaftsteuer erklärt: Definition und Infos

Das Steuersystem in Deutschland unterscheidet grundsätzlich zwischen natürlichen und juristischen Personen. Eine juristische Person ist eine Körperschaft und muss anstatt der Einkommenssteuer eine Körperschaftsteuer zahlen. Wie bei der Gewerbesteuer handelt es sich auch bei der Körperschaftsteuer um eine Unternehmenssteuer. Doch was ist die Körperschaftsteuer nun und wie kann man sie berechnen? Das wollen wir dir im folgenden erklären.

Definition Körperschaftsteuer

Die Körperschaftsteuer, abgekürzt KSt, wird auf das Einkommen oder den Gewinn von juristischen Personen erhoben. Die bildet damit das Gegenstück zur Einkommenssteuer für natürliche Personen. Ebenso wie die Gewerbesteuer handelt es sich bei der Körperschaftsteuer um eine Unternehmenssteuer. Sie wird zudem auch als Gemeinschaftsteuer bezeichnet, da sie sowohl Bund als auch Ländern zusteht.

Alle juristischen Personen müssen ihr Einkommen versteuern. Die Grundlage bildet hier das Körperschaftsteuergesetz (KStG). Die Steuer errechnet sich aus dem zu versteuernden Einkommen. Sprich, dem Gewinn abzüglich von Sonderausgaben und außergewöhnlichen Belastungen.

https://www.gruender.de/gewerbesteuer/

Wer muss die Körperschaftsteuer zahlen?

Die Körperschaftsteuer zahlen juristischen Personen, die ihre Geschäftsleitung oder ihren Sitz in Deutschland haben. Zu den juristischen Personen gehören beispielsweise:

  • Kapitalgesellschaften (GmbH, AG)
  • Vereine
  • Genossenschaften
  • Stiftungen

Es gibt zudem verschiedene Ausnahmen, die nur beschränkt steuerpflichtig sind. Wenn sich beispielsweise weder die Geschäftsleitung eines Unternehmen noch der Hauptsitz der juristischen Person in Deutschland befinden, werden die Einkünfte nur beschränkt mit einem ermäßigten Abgeltungssteuersatz besteuert.

Es gibt zudem einige Unternehmen, die von der Körperschaftsteuer befreit sind. Zu diesen zählen:

  • Unternehmen des Bundes
  • Staatsbanken
  • politische Parteien
  • Körperschaften, die einem gemeinnützigem oder kirchlichen Zweck dienen
  • öffentlich-rechtliche Versicherungs- und Vorsorgungseinrichtungen
  • Berufsverbände
  • soziale Kassen

Wie wird die Körperschaftsteuer berechnet?

Um die Körperschaftsteuer zu berechnen, wird das Körperschaftsteuergesetz als Grundlage genommen. Die Körperschaftsteuer berechnet sich dann auf der Basis des zu versteuernden Einkommens. Das Einkommen wird wiederum durch ein bestimmtes Rechenschema und verschiedene vom Steuergesetz vorgegebene Korrekturen ermittelt. Zudem werden vom Jahresüberschuss des Unternehmens einige Positionen abgezogen. Zu diesen gehören beispielsweise verdeckte Einlagen, Zuwendungen und Freibeträge. Außerdem werden weitere Positionen, wie verdeckte Gewinnausschüttungen und nicht abziehbare Aufwendungen hinzuaddiert. Wenn du also keinen Gewinn machst, brauchst du auch keine Körperschaftsteuer zu zahlen.

Aktuell beträgt der Steuersatz in Deutschland 15 Prozent. Hinzu kommt dabei noch der Solidaritätszuschlag, sodass sich die Gesamtbelastung auf insgesamt 15,825 Prozent beläuft. Dadurch ergibt sich folgende Formel, die du so auch selbst berechnen kannst:

Zu versteuerndes Einkommen x 15,825 % = Körperschaftsteuer inklusive Soli

https://www.gruender.de/kleinunternehmer-steuern-sparen/

Welche Freibeträge gibt es?

Juristische Personen, die keine Gewinnausschüttungen durchführen, steht ein Freibetrag von 5.000 Euro zu. Bestimmte Genossenschaften und Vereine, die hauptsächlich im Bereich Forst- und Landwirtschaft tätig sind, haben einen Freibetrag von 15.000 Euro.

Der entsprechende Freibetrag wird von dem zu versteuerndem Einkommen abgezogen, was die Höhe der anfallenden Körperschaftsteuer verringert. Der Abzug des Freibetrages darf jedoch nicht zu einem Verlust führen, wodurch er nicht höher als das zu versteuernde Einkommen sein darf. Ist das jedoch der Fall, fällt keine Steuer an.

Wie wird die Körperschaftsteuer abgeführt?

Die Körperschaftsteuer muss jedes Quartal, das heißt am 10. März, 10. Juni, 10. September und 10. Dezember, an das Finanzamt vorausgezahlt werden. Diese Vorauszahlungen verrechnen sich am Ende des Geschäftsjahres mit der Steuerschuld. Hier musst du beachten, dass du stets über genügend Liquidität verfügst. Läuft das Geschäftsjahr besser als erwartet, solltest du also bereits während des Jahres Geld für Steuernachzahlungen und höhere Vorauszahlungen zurücklegen.

Die Körperschaftsteuererklärung: Was steht drin?

Nachdem du den Jahresabschluss bzw. die Bilanz erstellt hast, muss du die Körperschafterklärung ausgefüllt an das zuständige Finanzamt schicken. Diese Abgabe muss elektronisch auf den amtlichen Vordrucken erfolgen. Zudem musst du zusammen mit der Körperschaftsteuererklärung den handelsrechtlichen Jahresabschluss einreichen. Das Finanzamt prüft dann die Steuererklärung und setzt die Körperschaftsteuer und den Solidaritätszuschlag fest.

In dem Körperschaftsteuerbescheid steht dann, wie hoch die Körperschaftsteuer für das Steuerjahr ist. Hast du zu hohe Steuern gezahlt, erstattet dir das Finanzamt diese. Wenn du zu wenig gezahlt hast, musst du entsprechend nachzahlen. Wie hoch die Erstattung oder die Nachzahlung ausfallen, ist im Körperschaftsteuerbescheid festgehalten. Wichtig ist zudem, dass du die Körperschaftsteuererklärung eines Steuerjahres immer bis zum 31. Juli des Folgejahres einreichst.

Fazit

Bei der Körperschaftsteuer ist es also wichtig zu wissen, dass alle juristischen Personen dazu verpflichtet sind, diese auf ihren Ertrag zu zahlen. Diese beträgt 15 Prozent und wird zudem mit dem Solidaritätszuschlag zusammengerechnet. Die Steuer wird immer quartalsweise ans Finanzamt gezahlt. Wichtig ist zudem für Unternehmer zu schauen, ob es für sie nicht bestimmte Freibeträge gibt, welche die Steuerlast mindern.

https://www.gruender.de/umsatzsteuer/

Jetzt weiterlesen ...

Themenseiten

Über den Autor

Autorenprofil: Leoni Schmidt

Leoni Schmidt

Nach ihrem Abitur studierte Leoni an der Fachhochschule des Mittelstands in Köln Medienkommunikation & Journalismus. In diesem Studium sammelte sie durch Praktika bei der Rheinischen Post und bei Antenne Düsseldorf viele praktische, journalistische Erfahrung. Neben ihres Studiums arbeitete sie als Werkstudentin bei einem Online-Magazin. Bei diesem wurde sie nach ihrem Studium übernommen und arbeitete dort in der Online-Redaktion. Im Mai 2019 wechselte sie dann zu Digital Beat und Gründer.de und arbeitet seitdem dort als Junior-Online-Redakteurin.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.