Worauf man als Selbstständiger achten sollte

Produkte importieren: Mittels Onlineshop Artikel verkaufen

Dass heutzutage immer mehr Geschäfte über das Internet abgewickelt werden, lässt erkennen, dass sich dort enormes Potenzial für Gründer und Selbstständige verbirgt. Onlineshops mit importieren Produkten gibt es bereits viele, die Nachfrage ist groß und wächst stetig an. Daher lohnt es sich darüber nachzudenken, sich in diesem Bereich selbstständig zu machen. Doch beim Import von Produkten gibt es einiges zu beachten. Welche Voraussetzungen müssen erfüllt sein? Wie läuft ein Import ab? Wie finde ich Produzenten im Ausland? Diese Fragen wollen wir dir in diesem Artikel beantworten.

Die richtigen Produkte finden

Um Produkte zu importieren und über einen Onlineshop zu verkaufen, solltest du dir zuerst einmal überlegen, welche Produkte du verkaufen möchtest. Hier gibt es zahlreiche Möglichkeiten, in welche Richtung du dich orientieren kannst. Eine Möglichkeit ist sicherlich herauszufinden, welche Produktgruppen die Umsatzstärksten sind. Zum anderen kannst du dir auch Studienergebnisse ansehen, die Daten über das Zurücksenden von Produkten offenbaren. Warum schicken Käufer Produkte wieder zurück an den Händler? Warum entsprach das Produkt nicht den Erwartungen der Kunden? Hast du dazu Antworten, wäre eine Möglichkeit, genau diese Art von Produkten vielleicht nicht anzubieten. Denn das Ziel jedes Onlineshop-Besitzers ist: die Vermeidung von Rücksendungen.

Grundsätzliche gibt es folgende Produktgruppen, die in Onlineshops angeboten werden:

  • Elektronik
  • Fashion-Produkte
  • Medien und Bücher
  • Computer und Zubehör
  • Spielzeug
  • Sport- und Freizeitartikel
  • Haushaltswaren
  • Uhren und Schmuck
  • Möbel und Dekorationsartikel

Eine komplett andere Herangehensweise ist zu schauen, ob es bestimmte ausländische Produkte hier in Deutschland gibt und auch, ob hier ein Markt dafür vorhanden ist. Denn eine Nische auf dem Markt zu entdecken, kann zu ungemeinem Erfolg führen. Sei der oder die Erste, bei dem es dieses Produkt im Onlineshop gibt und verschaffe dir dadurch einen Wettbewerbsvorteil.

Produkte importieren: Qualität steht im Vordergrund

Damit du Retouren vermeiden kannst, solltest du auch qualitativ hochwertige Produkte anbieten. Denn mangelnde Qualität ist einer der Hauptgründe, warum Kunden ihren Einkauf zurückschicken. Auch fälschliche oder täuschende Produktbeschreibungen führen häufig dazu, dass die Käufer von den Produkten enttäuscht sind und ihr Geld wiederhaben wollen. Daher achte immer darauf, dass deine Artikelbeschreibung auch das verspricht, was der Kunde tatsächlich bekommt. Egal ob falsche Größe bei Kleidungsstücken, beschädigte Originalverpackung oder eine etwas anders wirkende Farbe eines Kissenbezugs – die Liste der üblichen Mängel ist lang. Deshalb ist eine perfekte und originalgetreue Darstellung der Artikel im Shop sehr wichtig.

Seriöse Produzenten im Ausland finden

Hast du dich für eine oder auch mehrere Produktgruppen entschieden, musst du nur noch den richtigen Produzenten deiner Artikel finden. Die Suche nach einem seriösen Partner ist nicht immer ein leichtes Unterfangen. Denn die Produzenten beeinflussen maßgeblich deinen Erfolg. Es gibt im Internet diverse Portale, Plattformen und Anbieter, die eine Vermittlung ermöglichen. Du kannst aber auch auf Eigenrecherche gehen, schau dafür wie lange der Händler dabei ist, werfe ein Blick auf die Bewertungen und vergleiche die Preise. Obwohl der Kontaktaufbau zum Produzenten auf den ersten Blick der wohl einfachste Punkt zu sein scheint, darfst du die Korrespondenz nicht unterschätzen. Denn oftmals scheitern Zusammenarbeiten bereits an der Kommunikation. Fehlgeschlagene Händlerkontakte kosten nicht nur viele Nerven, sondern auch extrem viel Zeit.

Produkte importieren: Voraussetzungen und Formalitäten

Wenn du Waren nach Deutschland einführen möchtest, spielt es eine entscheidende Rolle, aus welchem Land die Waren kommen. Während Importe aus der EU praktisch wie Inlandslieferungen behandelt werden, verhält sich das bei Produkten aus Nicht-EU-Ländern anders. Denn hier gelten spezielle Zollregelungen und Beschränkungen, die sich je nach Land, Warenart und Exporteur unterscheiden können. Sondergenehmigungen oder Maximalmengen gehören zu diesen Regelungen und Beschränkungen. Das bedeutet, dass du dich diesbezüglich vorher informieren solltest, ob bestimmte Beschränkungen beim Import auch auf deine Produkte zutreffen.

Doch es gibt einige Voraussetzungen, du du erfüllen musst, wenn du Produkte importieren möchtest. Zuerst solltest du ein Gewerbe anmelden. Je nachdem wie groß dein Unternehmen ist und welche Rechtsform du wählst, kann auch eine Eintragung ins Handelsregister notwendig sein. Zudem brauchst du die sogenannte EORI-Nummer, wenn du Produkte aus Nicht-EU-Ländern gewerblich importierst. Diese Nummer dient zur Registrierung und Identifizierung von Wirtschaftsbeteiligten gegenüber dem Zoll. Neben der EORI-Nummer ist auch die Zolltarifnummer wichtig. Denn diese ist für das systematisch aufgebaute Warenverzeichnis bedeutend, in dem alle Produkte bzw. Handelsgüter, die Grenzen überschreiten, darin aufgeführt werden. Diese Codenummer hilft dann eine leichte Zuordnung zu ermöglichen. Darüber hinaus geben diese Nummer Hinweise darauf, ob bestimmte Produkte Beschränkungen aufweisen oder spezielle Genehmigungen erfordern.

Gewerbe anmelden in 3 Schritten

Schritt 1: Gewerbeanmeldung ausfüllen

Die Gewerbeanmeldung kannst du dir aus dem Internet herunterladen und vor dem Besuch des Gewerbeamtes ausfüllen. Zu den wichtigsten Daten in diesem Formular gehören die Angaben zum Betriebsinhaber und zum Betrieb sowie Angaben zu dir persönlich. Nachdem du auch die Anschrift deines Betriebs eingetragen und die genaue Tätigkeit formuliert hast, fehlt nur noch die Zugabe, ob dein Gewerbe eine spezifische Erlaubnis braucht. Dies wäre beispielsweise bei einer Schankgenehmigung für ein Lokal der Fall.

Schritt 2: Alle notwendigen Formalitäten beachten

Neben dem Formular der Gewerbeanmeldung, musst du weitere Unterlagen für deinen Termin beim Gewerbeamt dabei haben. Zum einen benötigst du deinen Personalausweis oder Reisepass, damit du deine Identität nachweisen kannst. Zum anderen solltest du alle notwendigen Erlaubnisse und Genehmigungen mit dir führen, wie beispielsweise die Handwerkskarte, die Gewerbekarte oder einen Handelsregisterauszug.

Schritt 3: Termin beim Amt

Nun kannst du mit allen erforderlichen Dokumenten einen Termin beim zuständigen Amt ausmachen. Dieses prüft deine Daten und stellt im Anschluss einen Gewerbeschein aus. Nebenbei darfst du aber nicht vergessen, dass du dein Gewerbe auch der Krankenkasse melden musst. Hier kommen dann nochmals erneut Formulare zum Ausfüllen auf dich zu. Ansonsten gibt das Gewerbeamt automatisch deine Informationen zum Gewerbe an alle weiteren Ämtern und Institutionen weiter, so wie dem Finanzamt, der Handelskammer und auch der Handwerkskammer.

Um dann alles reibungslos abzuwickeln, benötigst du noch folgende Dokumente:

  • Handelsrechnung
  • Einfuhranmeldung/Zollanmeldung
  • summarische Eingangsanmeldung
  • Zollwertanmeldung
  • Ursprungszeugnisse/-erklärungen
  • evtl. (internationale) Einfuhrgenehmigungen, Präferenznachweise

Steuern und Kosten beim Import

Der Handel innerhalb der EU ist zollfrei, aber auch hier gibt es je nach Ware Ausnahmen. Bei Gütern außerhalb der EU fallen meistens Zollgebühren an, sowie zusätzlich Verbrauchsteuern und die Einfuhrumsatzsteuer. Die Höhe der Zollkosten kann dabei ganz unterschiedlich sein und richtet sich nach Dauer der Amtshandlung oder auch nach dem speziellen Gebührentarif.

Fazit: Produkte importieren birgt auch Risiken

Besonders wichtig ist, dass du die Ware vorab prüfst. Bitte also vorher um Muster-Artikel und überzeuge dich nicht nur von der Qualität, sondern auch von den rechtlich einwandfreien Geschäftsbedingungen. Achte auch auf Themen wie bspw. das Markenrecht. Besitzt du erst einmal die importierte Ware, kannst du sie nur sehr schwierig oder gar nicht zurückschicken. Nutze also vorher die Zeit, dich über alles bestens zu informieren, sodass am Ende keine Strafzölle oder sonstige Kosten anfallen, weil bestimmte Genehmigungen nicht vorhanden sind.

Häufige Fragen (FAQ) zu Produkte importieren

Wie finde ich die richtigen Produkte?

Eine Möglichkeit ist sicherlich herauszufinden, welche Produktgruppen die Umsatzstärksten sind. Zum anderen kannst du dir auch Studienergebnisse ansehen, die Daten über das Zurücksenden von Produkten offenbaren. Eine komplett andere Herangehensweise ist zu gucken, ob es eine Nische auf dem Markt gibt.

Welche Produktgruppen werden in Onlineshops angeboten?

– Elektronik
– Fashion-Produkte
– Medien und Bücher
– Computer und Zubehör
– Spielzeug
– Sport- und Freizeitartikel
– Haushaltswaren
– Uhren und Schmuck
– Möbel und Dekorationsartikel

Was sind die Risiken beim Importieren von Produkten?

Vor allem Retouren können ein Risiko sein. Damit du Retouren vermeiden kannst, solltest du auch qualitativ hochwertige Produkte anbieten. Dafür ist die Suche nach einem seriösen Produzenten im Ausland besonders wichtig.

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Über den Autor

Autorenprofil: Lisa Goldner

Lisa Goldner

Nach ihrem Abitur 2013 entschied sich Lisa für ein Studium des Journalismus als auch der Unternehmenskommunikation und konnte durch den nahen Praxisbezug ein breit gefächertes Repertoire an Kenntnissen beider Branchen sammeln. Während des Studiums arbeitete sie als Assistenz der Öffentlichkeitsarbeit in einem öffentlich-rechtlichen Kulturbetrieb und erlernte somit auch essenzielle Aufgaben des Eventmanagements. Im Anschluss begann sie in Kiel den Masterstudiengang ”Angewandte Kommunikationswissenschaft“, in dem sie ihre Erfahrungen durch Projekte und wissenschaftliche Arbeiten besonders in den Bereichen Journalismus und Marketing ausbauen konnte. 2021 absolvierte Lisa ihr Volontariat in der Online-Redaktion von Gründer.de und arbeitet seitdem als Junior-Online-Redakteurin.

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