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Die Geschäftsidee ist genial, das Gewerbe angemeldet, die Büroräume bezogen. Und der Erfolg ist sogar groß genug, um ein paar Mitarbeiter einzustellen. Aber: Die Arbeitsatmosphäre ist nicht die beste. Stattdessen ist der Smalltalk in der Büroküche eher einsilbig und aufs Nötigste beschränkt, von den Persönlichkeiten der Angestellten weiß man nichts. Warum ein schlechtes Betriebsklima negative Auswirkungen für alle Beteiligten haben kann und wie man dem entgegensteuert, erklärt dieser Beitrag.

Warum Wert auf die Arbeitsatmosphäre legen?

Zuerst kann man sich ja durchaus die Frage stellen, wozu man überhaupt Geld, Zeit und Mühe in eine positive Arbeitsatmosphäre investieren sollte. Schließlich werden die Mitarbeiter ja für ihre Arbeit bezahlt – und sich per Vertrag an den Chef gebunden. Aber: Natürlich sind Mitarbeiter vertraglich gebunden. Die Arbeitsatmosphäre ist aber maßgeblich für die Qualität, die Mitarbeiter liefern. Denn Mitarbeiter, die sich nicht wohlfühlen, werden keinesfalls hundert Prozent geben – da Unzufriedenheit ihre Energie förmlich auffrisst.

Unzufriedene Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter werden sich auch bei Zeiten nach einem anderen Job umsehen. Denn welchen Grund hätten sie, lange zu bleiben? Eine hohe Fluktuation sorgt indes für das Problem, neue Mitarbeiter immer einarbeiten zu müssen. Gleichzeitig wird so niemals eine Arbeitsatmosphäre entstehen – man kennt sich ja kaum, und ein gewisses, über das rein förmlich höfliche Verhältnis hinausgehendes Vertrauen muss sich erst im Laufe der Zeit entwickeln.

Mal abgesehen von rein betrieblichen Aspekten ist eine solch negative Atmosphäre auch gesundheitlich für alle Betroffenen schlecht, egal ob für den Chef oder die Angestellten. Denn die daraus resultierenden psychischen Belastungen können zu regelrechten Krankheitserscheinungen führen. Dazu gehören neben Burnouts oder Nervenzusammenbrüchen auch physische Auswirkungen – psychosomatische Erkrankung ist hier das Stichwort.

Leute, die sich im Betrieb nicht angekommen fühlen, werden über kurz oder lang auch mit Externen über die Firma unterhalten – insofern sorgen sie gleich noch für eine schlechte Mund-zu-Mund-Propaganda und somit für ein negatives Image. Es lohnt sich auf jeden Fall, sich mit den negativen Folgen eines schlechten Betriebsklimas zu befassen – und dann sofort dagegen zu steuern.

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Ohne Selbstreflexion keine Verbesserung

Als Gründer eines Unternehmens ist man nicht im Einzelfall, sondern immer für den Betrieb verantwortlich. Also hat man auch eine Verantwortung für das Arbeitsklima. Niemand erwartet einen Clown, der sich ständig bei den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern anbiedert. Aber ein kollegiales, freundliches und offenes Miteinander ist für alle Beteiligten von Vorteil.
Um diesen Umgang zu erreichen, muss man erst einmal in die Selbstreflexion gehen. Typische Ursachen für ein schlechtes Arbeitsklima sind etwa nicht eingehaltene Abmachungen, mangelnde Transparenz, unklare oder unrealistische Erwartungen und der Mangel an sozialer Kompetenz seitens des Chefs. Insofern muss man als Gründer die Bereitschaft mitbringen, Persönlichkeitsentwicklung zu betreiben.

Gesprächsbereitschaft zeigen

Der erste Schritt zur Verbesserung des Betriebsklimas geht über die eigene Gesprächsbereitschaft. Das heißt nicht, dass jede Mitarbeiterin oder jeder Mitarbeiter unbedingt persönlich Stellung nehmen muss – denn die Aufforderung dazu kann Angst erzeugen. Im Zweifelsfall kann man auch anonymisiert fragen, damit man einerseits ehrliche Antworten generiert und andererseits keinen Druck auf die Mitarbeiter ausübt.

Das Büro verschönern

In tristen, hässlichen und grauen Räumen lässt es sich arbeiten – aber nicht gut. Also ist hier der erste Ansatzpunkt, um eine wesentliche Verbesserung zu schaffen. Verbessern lässt sich der Look des Büros schon durch etwas Farbe an den Wänden – eine Beschäftigung mit der Farbenpsychologie lohnt sich also, um im Büro für eine etwas angenehmere Stimmung zu sorgen.

Ansonsten: Für Pflanzen in den Räumlichkeiten sorgen kann sich lohnen! Die graue Atmosphäre wird so verbessert, und nicht nur das: Der zusätzliche Sauerstoff, den die Pflanzen produzieren, optimiert die Luft. Natürlich müssen sie mit Wasser versorgt werden, sonst sorgen sie für zusätzliche Tristesse – wer will schon vertrocknete Zimmerpflanzen direkt am Arbeitsplatz haben?

Klare Strukturen

Zu einer guten Firma gehören klare Strukturen und auch klare Hierarchien. Es ist zwar modern, auf flache Hierarchien zu setzen, aber es muss dennoch klar sein, wer welche Verantwortungen hat. Entsteht ein Kompetenzgerangel, ist dies tödlich, denn so kann sowohl zwischen den Kollegen als auch mit dem Chef jede Menge Streit entstehen.

Feedback und Meetings

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Wer seinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ein qualitativ hochwertiges Feedback geben kann, kann auch mit einer besseren Leistung rechnen. Gutes Feedback ist nie nur negativ, sondern hat auch immer konstruktive, positive Botschaften. Es sollte trotzdem konkret sein, damit die Kollegen klare Vorstellungen haben, was sie besser machen können. Im besten Fall bringt man ihnen ein konkretes Beispiel und zeigt ihnen, wo die Fehler liegen.

Regelmäßige Meetings, deren Termine auch eingehalten werden, zeigen nicht nur Wertschätzung für die Meinung der Mitarbeiter, sondern auch eine Teamwork-orientierte Einstellung. Übrigens sollte genau aus dieser Attitüde heraus das Meeting auch nicht zur Monolog-Show des Gründers werden. Ansonsten haben die Mitarbeiter schnell den Eindruck, dass sie Gast bei einer Rede sind, ohne selbst aktiv mitgestalten zu können.

Offene Informationspolitik

Geheimniskrämerei ist in Unternehmen keine wirklich gute Idee. Denn wenn die linke Hand nicht weiß, was die rechte tut, kann die Zusammenarbeit auch nicht gelingen. Wenn bestimmte Dinge geheim bleiben sollen, so sollte man auch keine Teilinformationen herausgeben. Für alles andere gilt es, eine hohe Transparenz zu wahren. Nur so kann man sicherstellen, dass die Mitarbeiter verstehen, warum manche Vorgänge bestimmte Prioritäten haben und warum anderen diese nicht haben.

Kollegen nicht über- oder unterfordern

Sowohl Über- als auch Unterforderung können schnell für Frust bei den Kollegen sorgen. Ein Beispiel: Die Auftragslage ist schon recht üppig. Da aber keine Mitarbeiter mehr frei sind, bekommt der Sachbearbeiter, der die meisten Aufträge zu bearbeiten hat, auch noch Zusatzaufgaben – eine Überforderung. Sind alle Mitarbeiter stark ausgelastet, die Zusatzarbeit aber unumgänglich, sollte man sie gleichmäßig auf alle verteilen.

Dabei ist es zusätzlich wichtig, darauf zu achten, dass die Mitarbeiter, die auch bei höherer Arbeitsbelastung nicht unter Stresssymptomen leiden, besonders einzubeziehen.
Gerade in solchen Situationen ist es aber wichtig, den Kollegen eine gewisse Aufmerksamkeit zukommen zu lassen.

Aufmerksamkeiten für die Mitarbeiter

Anerkennung ist immer schön – und insofern kann sie schon rein verbal eine Aufmerksamkeit für die Mitarbeiter sorgen. Das zeigt, dass der Chef gute Leistungen registriert und honoriert.
Allerdings muss Aufmerksamkeit nicht unbedingt an starke Erfolge gekoppelt sein – sonst kommen sich die Mitarbeiter schnell wie Fünftklässler vor, die für eine gute Note ein Eis bekommen. Stattdessen sind anlassgebundene, kleine Geschenke eine gute Idee – so wirken entsprechende Gadgets erfrischend bei heißen Sommertagen im Büro, gut gewählte Kaffeebecher, USB-Sticks, Mini-Klimaanlagen oder eine Lunchbox mit Kühl-Akkus, um nur einige aufzuzählen. Dabei geht es nicht in erster Linie um die hohe Wertigkeit von solchen Produkten, sondern eher um einen kleinen Gag, der zeigt, dass man die Bedürfnisse der Kollegen wichtig findet und sich ihrer bewusst ist.

Genauso bringt es definitiv Sympathiepunkte, ab und an mal einen Kuchen mitzubringen. Kulinarische Gesten kommen immer gut, so auch eine gute, qualitativ hochwertige Kaffeemaschine.

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Gemeinsame Unternehmungen

Gemeinsame Unternehmungen sind definitiv eine gute Gelegenheit, um abseits des Alltagsstresses mal mit den Kollegen in den Kontakt zu kommen. Vorab sollte man aber in einem Meeting oder per Umfrage abklären, was überhaupt gemacht wird – bevor der Freizeittrip nur auf die Bedürfnisse des Chefs abgestimmt ist. Grundsätzlich stehen natürlich viele Möglichkeiten zur Verfügung, ob es sich dabei nun um Bowling, ein gemeinsames Essen, einen Barbesuch oder andere Aktivitäten handelt.
Gemeinsamer Sport kann etwa im Betrieb echte Wunder bewirken – besonders dann, wenn es sich um Teamsportarten handelt. Auf diese Weise kann die Zusammenarbeit innerhalb des Teams spielerisch verbessert werden. Es geht nicht zwangsweise um sportliche Höchstleistungen, sondern eher darum, gemeinsam aktiv zu sein.

Fazit

Insgesamt ist es also mit verhältnismäßig kleinen Mitteln finanzieller Natur durchaus möglich, das Betriebsklima signifikant zu verbessern. Notwendig und größer hingegen ist der Aufwand an Zeit und Energie, den man investieren muss.

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