Ziele, Grundsätze und Instrumente strategischer Personalführung

Personalpolitik: So steigern qualifizierte Mitarbeiter den Erfolg

Wer kennt sie nicht: die vier P’s des Marketing-Mix. Doch mittlerweile haben sich zu der Produktpolitik, Preispolitik, Distributionspolitik und der Kommunikationspolitik noch drei weitere P’s dazugesellt. Um eine wirklich umfassende Marketing-Strategie zu planen und umzusetzen, sollten Marketer auch die Personalpolitik, die Ausstattungspolitik und die Prozesspolitik nicht aus den Augen verlieren. Worum es beim fünften P, der Personalpolitik, geht, was hier die Ziele und Maßnahmen sind, wollen wir dir in diesem Artikel näher bringen.

Personalpolitik: Definition

Die Personalpolitik umfasst alle Grundsätze, Handlungen, Maßnahmen und Entscheidungen innerhalb eines Unternehmens in Bezug auf das Personal. Dabei beinhaltet die Personalpolitik sowohl die wechselseitigen Beziehungen der Mitarbeiter untereinander als auch die Beziehungen zwischen Mitarbeitern und Vorgesetzten. Besonders wichtig ist hier, dass es eine direkte Verbindung zwischen der Personalwirtschaft und der Unternehmensleitung gibt und das Treffen von strategischen, personalrelevanten Entscheidungen sich daher direkt auf den wirtschaftlichen Erfolg des Unternehmens auswirkt. Da die Personalpolitik also unweigerlich mit den Unternehmenszielen verbunden ist, gehört sie als fünftes P („People“) zum erweiterten Marketing-Mix.

Die Ziele und Bedeutung der Personalpolitik

Grundsätzlich zielt die Personalpolitik durch systematische und strategische Maßnahmen auf den wirtschaftlichen Erfolg des Unternehmens ab. Es geht darum, dass Arbeitgeber bzw. Vorgesetzte ihre Mitarbeiter so führen, dass sie die Ziele der allgemeinen Unternehmensstrategie erreichen. Um diese auch wirklich zu erreichen, lassen sich innerhalb der Personalpolitik nochmals gesonderte Ziele formulieren:

  • Leistungsfähigkeit der Mitarbeiter steigern (Personalentwicklung wie Weiterbildungsmöglichkeiten, Workshops, Aufstiegschancen, Perspektiven etc.)
  • Leistungsbereitschaft der Mitarbeiter steigern (Personalführung wie Anreizsysteme, Aufgaben und Anforderungen, intrinsische und extrinsische Motivation entfachen etc.)
  • Leistungsmöglichkeit der Mitarbeiter steigern (Arbeitsplatzgestaltung wie Arbeitsmittel, Arbeitsinhalte, Arbeitsumgebung, Arbeitsorganisation etc.)

Sicherlich wird sich der ein oder andere fragen, wieso Personalentscheidungen zu einer umfassenden und ganzheitlichen Marketingstrategie gehören, anstatt zur Abteilung Human Resources. Doch während die Personalabteilung in einem Unternehmen überwiegend mit der Personalverwaltung beschäftigt ist, zielt die strategische Personalpolitik auch und vor allem auf vorher definierte Marketingziele ab. Denn Mitarbeiter sind nicht nur intern ein Erfolgsgarant, sondern stellen auch ein direktes Verbindungsglied nach außen hin zu (potenziellen) Kunden dar. Daher spielen sie in dieser Position eine zentrale Schlüsselrolle und sind aufgrund ihrer Kommunikation oftmals der entscheidende Grund, dass Interessenten zu Kunden werden.

Grundsatz- und Einzelentscheidungen

In der Personalpolitik unterscheidet man in Bezug auf die Aufgaben und Entscheidungen generell zwischen Grundsatzentscheidungen und Einzelentscheidungen.

  • Grundsatzentscheidungen betreffen Leitlinien innerhalb der Personalpolitik, die richtungsweisend auf die Werte und Ziele des Unternehmens einzahlen. Diese Entscheidungen trifft die Unternehmensleitung.
  • Einzelentscheidungen, sind Individualentscheidungen der Vorgesetzten in den verschiedenen Unternehmensbereichen, die auf den Grundsatzentscheidungen des gesamten Unternehmens basieren.

Doch was kann man sich unter diesen Grundsatz- und Einzelentscheidungen vorstellen? Im Prinzip gibt es verschiedene Möglichkeiten Regelungen auf Grundsatz- bzw. Individualebene umzusetzen. Beispiele hierfür sind die Festsetzung und Formulierung von Unternehmenssatzungen, Geschäftsordnungen oder Betriebsordnungen. 

 

8 Instrumente und Maßnahmen

Um die Ziele der Personalpolitik als auch der übergeordneten Unternehmensziele zu erreichen, gibt es unterschiedliche Instrumente innerhalb der Personalpolitik – auch Teilpolitiken genannt. Auf diese Teilpolitiken wollen wir nun näher eingehen.

Arbeitszeitpolitik

Als Arbeitgeber und Unternehmen ist es wichtig, attraktive und damit oftmals auch flexible Arbeitszeiten anzubieten. Besonders im Hinblick auf die Work-Life-Balance ist es vielen Mitarbeitern wichtig sowohl den Arbeitsalltag als auch die Freizeit so in den Tagesrhythmus zu integrieren, dass sie das meiste aus ihren produktiven Stunden herausholen und damit alle To-Do’s erledigen können. Arbeitgeber müssen deshalb Entscheidungen über gesetzliche oder tarifliche Vorgaben, über Gleit- oder Teilzeit-Modelle und über feste Überstundenregelungen treffen.

Arbeitsplatzpolitik

Auch bei der Arbeitsplatzgestaltung geht es vor allem darum, dass sich Mitarbeiter mit den Regelungen im Büro oder auch zuhause im Homeoffice wohl fühlen. Zum einen gehört es dazu, den Arbeitsplatz im Büro so auszustatten, dass Mitarbeiter produktiv, effizient und effektiv arbeiten können. Zum anderen gehören aber auch Wohlfühlfaktoren dazu, wie die Sicherheit am Arbeitsplatz, die physische und psychische Gesundheit (Büromöbel, Lärmreduzierung etc.) als auch Möglichkeiten zum kreativen Ausleben und zur Inspirationssuche (Lounges, Brainstorm-Ecken, Gruppenräume etc.)

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Entgeltpolitik

Die Entgeltpolitik ist für die Mitarbeiter einer der wichtigsten Teilpolitiken innerhalb der Personalpolitik. Denn hier bestimmt der Arbeitgeber, wie lukrativ das Vergütungssystem gestaltet wird. Die Kunst des Arbeitgebers besteht vor allem darin, das Entgelt sowohl fair als auch wettbewerbsfähig auszurichten. Dabei kann das jeweilige System ganz unterschiedlich aussehen. Ob leistungsbasierte, variable Vergütungen, die Möglichkeit Boni zu erhalten oder die Aussicht auf Anreize wie einen Dienstwagen – gewisse Maßnahmen in der Entgeltpolitik können Mitarbeiter neben ihrem festen Gehalt lukrative Möglichkeiten bieten und Arbeitgeber mögliche Wettbewerbsvorteile sichern.

Einsatzpolitik/Performance Management

Innerhalb der Einsatzpolitik kann der Arbeitgeber Entwicklungsfelder und -potenziale der Mitarbeiter aufdecken und dadurch bestehende Leistungen dokumentieren und beurteilen. Auch Talente können hier entdeckt werden. Dafür gibt es die Möglichkeit bestimmte Entwicklungsfelder, wie „Kundenumgang“, „Problemlösungsorientierung“ oder „Ideenfindung“ in die Dokumentation jedes Einzelnen aufzunehmen und diese diese zu beobachten und zu bewerten. Durch ein organisiertes und regelmäßiges Performance Management kann die Personaleinsatzpolitik optimal ausgeführt werden.

Beschaffungspolitik

Wie der Name es schon sagt, geht es in der Beschaffungspolitik darum, notwendige personelle Ressourcen zu beschaffen. Daher spielen hier die Personalplanung und das Recruiting elementare Rollen. Denn grundsätzlich kann gesagt werden: Jedes Unternehmen braucht für die offenen Stellen die passenden Mitarbeiter mit den richtigen Kompetenzen. Dafür gibt es zum einen die Möglichkeit, extern nach geeignetem Personal zu suchen oder aber zum anderen auch intern. Womöglich sitzt ein Mitarbeiter schon im Unternehmen, der perfekt für einen andere bzw. offene Stelle ist und dafür umgesetzt werden müsste. Oftmals tendieren Unternehmen auch dazu, die Arbeit einer offenen Stelle auf bereits bestehendes Personal abzuwälzen, sodass Mitarbeiter Vakanzen durch Mehrarbeit abdecken. Dies kann jedoch über kurz oder lang zu erhöhter Mitarbeiterunzufriedenheit führen.

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Entwicklungspolitik

Ein besonders wichtiges Instrument der Personalpolitik ist die Entwicklungspolitik. Denn hier geht es um die Förderung der Mitarbeiter und um das Vorantreiben ihrer persönlichen Entwicklung. Wer als Unternehmen und Arbeitgeber das generelle Know-how, die tiefer, fachliche Expertise und auch die persönlichen Stärken seine Mitarbeiter stärkt, investiert nicht nur in den einzelnen Mitarbeiter, sondern auch in das Unternehmen. Grundsätzlich eignen sich dafür Aus- und Weiterbildungen, Workshops, Förderprogramme, Coachings oder auch Umschulungen.

Leitlinien zur Führung

Festgelegte Leitlinien und Werte ermöglichen den Vorgesetzten ihr Team nach gewissen Prinzipien zu führen. Bei dieser Teilpolitik geht es daher um die Beziehung zwischen Vorgesetzten und Mitarbeitern und gehört somit auch zu den wichtigsten Teilbereichen der Personalpolitik. Um eine grundlegende und harmonische Zusammenarbeit zu ermöglichen, müssen Werte wie Respekt, Fairness, Arbeitsmoral, Vertrauen, Loyalität, Kritikfähigkeit und Ehrlichkeit besprochen und ein gemeinsamer Tenor ausgearbeitet werden. Denn auf Basis dieser Leitlinien kann gearbeitet und dann auch Erfolge gefeiert werden.

Sozialpolitik

Für viele Arbeitnehmer wird die Sozialpolitik in einem Unternehmen immer wichtiger. Denn Themen wie Gesundheit, Altersvorsorge, Sicherheit und Familie sind mitunter Gründe, warum sich Mitarbeiter für ein bestimmtes Unternehmen entscheiden. Deshalb sollten Unternehmen und Arbeitgeber über Sozialleistungen wie eine betriebliche Altersvorsorge, Kinderbetreuung in der Firma oder auch sonstige Sonderzahlungen nachdenken.

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Fazit: Kluge Arbeitgeber investieren in ihre Mitarbeiter

Personalpolitik ist eben nicht nur im Bereich HR angesiedelt, sondern sollte vielmehr ganzheitlich auf Unternehmensebene betrachtet werden. Vor allem dadurch, dass sich qualifiziertes und zufriedenes Personal positiv auf den Unternehmenserfolg auswirkt bzw. maßgeblich darauf einzahlt. Grundsätzlich zeichnet sich gute Personalpolitik durch Gleichberechtigung, Chancengleichheit, Fairness, kompetentes Führungsverhalten und der Zufriedenheit der Mitarbeiter aus. Eine angenehme Arbeitsatmosphäre und angemessene Arbeitsbedingungen sind das A und O für eine gelungene Personalpolitik und die Basis für die Erreichung der Unternehmensziele.

Häufige Fragen (FAQ) zu Personalpolitik

Was ist Personalpolitik?

Die Personalpolitik umfasst alle Grundsätze, Handlungen, Maßnahmen und Entscheidungen innerhalb eines Unternehmens in Bezug auf das Personal. Da die Personalpolitik unweigerlich mit den Unternehmenszielen verbunden ist, gehört sie als fünftes P („People“) zum erweiterten Marketing-Mix.

Was sind die Ziele der Personalpolitik?

Die Ziele der Personalpolitik sind vor allem die Steigerung der Leistungsfähigkeit der Mitarbeiter, die Steigerung der Leistungsbereitschaft der Mitarbeiter als auch die Steigerung der Leistungsmöglichkeit der Mitarbeiter.

Welche Instrumente gibt es in der Personalpolitik?

Es gibt folgende Instrumente bzw. Maßnahmen innerhalb der Personalpolitik, um die festgelegten Ziele zu erreichen:
1. Arbeitszeitpolitik
2. Arbeitsplatzpolitik
3. Entgeltpolitik
4. Einsatzpolitik/Performance Management
5. Beschaffungspolitik
6. Entwicklungspolitik
7. Leitlinien zur Führung
8. Sozialpolitik

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Über den Autor

Autorenprofil: Lisa Goldner

Lisa Goldner

Nach ihrem Abitur 2013 entschied sich Lisa für ein Studium des Journalismus als auch der Unternehmenskommunikation und konnte durch den nahen Praxisbezug ein breit gefächertes Repertoire an Kenntnissen beider Branchen sammeln. Während des Studiums arbeitete sie als Assistenz der Öffentlichkeitsarbeit in einem öffentlich-rechtlichen Kulturbetrieb und erlernte somit auch essenzielle Aufgaben des Eventmanagements. Im Anschluss begann sie in Kiel den Masterstudiengang ”Angewandte Kommunikationswissenschaft“, in dem sie ihre Erfahrungen durch Projekte und wissenschaftliche Arbeiten besonders in den Bereichen Journalismus und Marketing ausbauen konnte. 2021 absolvierte Lisa ihr Volontariat in der Online-Redaktion von Gründer.de und arbeitet seitdem als Junior-Online-Redakteurin.

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