Wichtige steuerrechtliche Voraussetzungen für das Dropshipping

Dropshipping-Steuern: Das gibt es zu beachten

Dropshipping ist ein beliebtes Geschäftsmodell, mit dem man ohne eigene Produkte oder ohne eigenes Lager Produkte in seinem eigenen Onlineshop verkaufen kann. Damit macht man sich also selbstständig. Und wie bei jeder Selbstständigkeit, sind auch beim Dropshipping Steuern ein wichtiges Thema. Wie sieht es also bei diesem Geschäftsmodell mit den Steuern aus? Welche muss man hierbei genau zahlen?

Steuerrechtlich gesehen ist der Fall des Dropshipping kein besonders leichtes Thema. Gerade da viele Dropshipping-Händler ihre Ware in China bestellen, sind sich sogar viele Steuerberater nicht sicher, wie man mit dem Thema Steuern beim Dropshipping umgehen soll. Wie sieht es nun also mit den Dropshipping-Steuern aus?

Dropshipping-Steuern und Zollgebühren in der EU

Grundsätzlich gilt: Als Händler und Unternehmen mit Sitz in Deutschland bist du hierzulande steuerpflichtig. Das gilt also auch für das Dropshipping. Wer als Einzelunternehmer tätig ist, für den spielen vor allem die Umsatzsteuer und die Einkommenssteuer eine Rolle.

Die Umsatzsteuer beträgt meistens 19 Prozent, außer in Ausnahmefällen wir der Corona-Krise, in der sie auf 16 Prozent gesenkt wurde. Diese muss man auf jedes Produkt aufschlagen und muss in monatlichen Abständen an das Finanzamt abführen. Zudem kann man die bereits durch den Einkauf gezahlte Umsatzsteuer in Abzug bringen. Die Einkommenssteuer wird dann auf den erwirtschafteten Gewinn fällig. Diese muss einmal im Jahr gegenüber dem Finanzamt erklärt und gezahlt werden.

Wenn du als Dropshipping Händler Produkte anbietest, die du selbst im EU-Ausland beworben hast, fallen dafür zusätzlich die Einfuhrumsatzsteuer und Zollgebühren an. Die Einfuhrumsatzsteuer entspricht dabei unserer allgemeinen Umsatzsteuer. Zollgebühren fallen meistens erst bei höherpreisigen Produkten an. Die Höhe hängt hierbei von den beteiligten Ländern und der Produktkategorie ab.

Umsatzsteuerbefreiung durch die Kleinunternehmerregelung

Um kleine und mittelständische Unternehmen und Selbstständige zu unterstützen, gibt es in Deutschland die sogenannte Kleinunternehmerregelung. Diese kommt natürlich auch bei einem Dropshipping-Business zum Einsatz. Sobald dein jährlicher Umsatz unter einer bestimmten Obergrenze liegt, kannst du dich von der Umsatzsteuerpflicht befreien lassen. Seit dem 1. Januar 2020 liegt die Grenze bei einem jährlichen Einkommen von 22.000 Euro.

Dropshipping Umsatzsteuer in den USA und im EU-Ausland

Wenn du vorhast einen internationalen, beziehungsweise einen amerikanischen Onlineshop aufzubauen, hast du den Vorteil, dass du keine Umsatzsteuer bezahlen musst. Umsatzsteuern werden bei den meisten Onlineshops, wie beispielsweise Shopify, nur in Ländern wie der EU, der Schweiz, in Japan, in Norwegen und in Südafrika fällig.

Aktuelle Dropshipping-Steuer-Regeln

Um sich die aktuellen Regelungen merken zu können, rät der internationale Steuerberater Jürgen Bächle und Inhaber der Steuerkanzlei „artax“ zu einem praktischen Vergleich. „Steuerlich wird Dropshipping behandelt wie ein Ladengeschäft in der Fußgängerzone. Weil man die Ware aber nicht einfach mit nach Hause nimmt, sondern sie zugestellt wird, unterliegt der Verkauf der Umsatzsteuer im Land des Empfängers der Ware.“ Das bedeutet somit, dass in jedem Land eine USt-Erklärung abgegeben werden muss. Außerdem weist Jürgen Bächle darauf hin, dass ab 1. Juli 2021 eine einheitliche Lieferschwelle in Höhe von 10.000 Euro Gesamtumsatz gilt. Die Grenze für Kleinunternehmer in Deutschland gilt daher beim internationalen Online-Handel nicht. Generell rät Jürgen Bächle deshalb dazu, sich beim Dropshipping im Ausland immer rechtlich abzusichern und einen Experten bei den Planungen mit einzubeziehen.

Fazit

Ganz einfach ist das Thema Dropshipping-Steuern nicht. Für einen Dropshipping-Händler, deinen seinen Job in der EU eröffnet, werden die ganz normalen Steuern fällig, wie bei jedem anderen Händler auch, also beispielsweise Umsatzsteuer oder Einkommenssteuer. Solltest du dir bei einigen Punkten nicht sicher sein, empfiehlt es sich immer, sich einen Steuerberater an die Seite zu holen. Dieser kann dir genau erklären, wann in welchem Fall Steuern anfallen und wie hoch diese sind. So bist du auf der sicheren Seite und kannst in Ruhe an deinem Dropshipping-Business arbeiten.

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Über den Autor

Autorenprofil: Leoni Schmidt

Leoni Schmidt

Nach ihrem Abitur studierte Leoni an der Fachhochschule des Mittelstands in Köln Medienkommunikation & Journalismus. In diesem Studium sammelte sie durch Praktika bei der Rheinischen Post und bei Antenne Düsseldorf viele praktische, journalistische Erfahrung. Neben ihres Studiums arbeitete sie als Werkstudentin bei einem Online-Magazin. Bei diesem wurde sie nach ihrem Studium übernommen und arbeitete dort in der Online-Redaktion. Im Mai 2019 wechselte sie dann zu Digital Beat und Gründer.de und arbeitet seitdem dort als Junior-Online-Redakteurin.

Eine Antwort

  1. Guten Tag,

    ich habe eine Frage zu diesem Thema (Steuern im Dropshipping). Ich wohne in der Schweiz (somit Nicht-EU Land) und bin Fotograf. Ich möchte mit meinen Fotos bedruckte Produkte via Dropshipping an Endkunden in die EU verschicken.

    – Gedruckt werden die Produkte in Lettland und Spanien (somit in der EU)
    – Diese Supplier berechnen mir bereits Mehrwersteuer
    – In der Schweiz gelte ich als „Kleinunternehmer“ (muss keine Umsatzsteuer zahlen, lediglich muss ich den Gewinn als privates Einkommen in meiner Steuererklärung angeben)
    – Ich erwarte zu Anfang minimalen Verkauf (ich gehe von maximal 1000 EUR im Jahr aus)

    Muss ich bei Versand bspw. nach Deutschland Mehrwertsteuer/Umsatzsteuer bezahlen?

    Ich möchte ungern in Deutschland ein Kleingewerbe anmelden, der Aufwand (mit Steuererklärung) liegt in keinem Verhältnis zum erwarteten Umsatz. Gleiches gilt für die Anmeldung zu Umsatzsteuer in Deutschland – bei so geringem Umsatz macht das keinen Sinn.

    Ich hoffe, es gibt eine Freigrenze bis zu der ich nicht versteuern muss?

    Besten Dank und viele Grüsse,

    Florian Schomburg

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