Der überraschend einfache Weg zum absoluten Traumjob

Berufsbild Makler: Erfolgreich selbstständig mit Immobilien

Traumberuf Immobilienmakler? In TV-Vorabend-Sendungen wie „Mieten, Kaufen, Wohnen“ ist das Berufsleben von Maklern, die mit ihren Kunden von Objekt zu Objekt ziehen, ausführlich dargestellt. Es erscheint abwechslungsreich, voller interessanter Immobilien und Menschen und je nach Preissegment auch äußerst lukrativ, als Makler zu arbeiten. Was sind die Voraussetzungen für diesen Beruf und wie sehen die Ausbildung und Qualifizierung aus?

Die Immobilienbranche, das unbekannte Wesen

Auch wenn viele in der Immobilienbranche sehr positiv vom Maklerberuf reden, hat die große Mehrheit der potentiellen Nachwuchskräfte kein wirkliches Bild davon. Laut einer Studentenumfrage unter BWL-, Architektur- und Bauprojektmanagement-Studenten aus dem Jahr 2016 konnten die allermeisten der Befragten weder Immobilienunternehmen namentlich benennen und wussten auch nicht die verschiedenen Berufsbilder der Branche zu beschreiben.

Das unternehmerische Risiko als Gründer auf sich zu nehmen scheint jedoch nicht unattraktiv bei den Technik-Studenten zu sein: Ein gutes Drittel konnte sich vorstellen, als Unternehmensgründer oder Freiberufler zu starten. Dabei hat die Branche durchaus einige Berufe zu bieten: Projektentwickler, Portfoliomanager, Property Manager, Fondsberater, Immobilienbewerter oder Hausverwalter. Der Immobilienmakler ist noch der bekannteste unter ihnen. Aufklärungsarbeit tut not, denn Bedarf und Berufschancen sind immer noch genügend vorhanden. Der Handel mit Immobilien findet gerade in wirtschaftlich unsicheren Zeiten vermehrt statt.

Aufgaben und Herausforderungen des Berufs Immobilienmakler

Ein Immobilienmakler hat die Aufgabe, freistehende Immobilienobjekte an geeignete potentielle Käufer oder Mieter zu vermitteln. Dabei kann es sich um Häuser, Gewerbeflächen oder Wohnungen, aber auch um Hausboote oder Yachten handeln. In der Regel vermittelt er zwischen den Immobilienbesitzern, die ein Objekt veräußern wollen und Käufern oder Mietern, die ihrerseits ein passendes Objekt für den Eigenbedarf oder ihr Unternehmen suchen.

Viele Kaufinteressenten suchen professionelle Gewerbemakler über die großen Online-Portale. So können sie bereits nach Regionen und Präferenzen gefiltert eine Auswahl treffen. Für Immobilienmakler selbst sind solche Plattformen neben einem eigenen Internetauftritt (im Idealfall international kompatibel) eine gute Möglichkeit, sich den interessierten Kunden zu präsentieren.

Ein professionelles und kompetentes Auftreten ist für einen Immobilienmakler unabdingbar. Interessenten kompetent beraten, zwischen den Parteien vermitteln und das Objekt verwalten – Makler haben eine ganze Palette an Aufgaben zu erledigen. Kaufmännisches Geschick ist hierbei ebenso gefragt wie Einfühlungsvermögen. Zu einem erfolgreichen Verkaufsabschluss gehört, dass alle Seiten zufrieden gestellt worden sind. Die wichtigsten sozialen Attribute dieses Berufes:

  • Ausgezeichnete Kommunikationsfähigkeit
  • Verkaufstalent
  • Empathie und Einsatzbereitschaft
  • Ständige Lernbereitschaft
  • Verantwortungsbewusstsein

Maklererlaubnis und Gewerbeanmeldung

Um Immobilienmakler zu werden, gibt es keinen geregelten Ausbildungsweg oder einen bestimmten Schulabschluss. Absolute Grundvoraussetzung, um als Immobilienmakler arbeiten zu können, ist allerdings die behördliche Erlaubnis nach Paragraph 34 c der Gewerbeordnung, die sogenannte Maklererlaubnis. Hier wird dem Makleranwärter bescheinigt, dass er in den vergangenen fünf Jahren in keine gesetzeswidrigen oder betrügerischen Prozesse verwickelt war. Auch unsichere Vermögensverhältnisse und Insolvenzverfahren sind mit einer erteilten Maklererlaubnis ausgeschlossen.

Die exakten Gebühren für die Erteilung einer Maklererlaubnis variieren je nach Stadt, die die Bescheinigung ausstellt. Insgesamt kann ein Antragsteller mit einer mittleren dreistelligen Summe rechnen.

Wer vorhat, sich als Immobilienmakler selbstständig zu machen oder ein eigenes Gewerbe anzumelden, sollte sich beim Gewerbeamt im Vorfeld genau über die Voraussetzungen informieren. Für einen Makler reichen eine einfache Gewerbeanmeldung nämlich nicht aus. Es handelt sich hier um ein erlaubnispflichtiges Gewerbe, weil der Gesetzgeber dieses Arbeitsfeld als ein besonders sensibles einstuft. Für alle Immobilienmakler besteht diese Gewerbepflicht, es handelt sich hier nicht um einen freien Beruf.

Fachwissen und Ausbildungswege

Ein Makler braucht neben den persönlichen Qualifikationen eine Menge Fachwissen. So können auch Quereinsteiger mit entsprechendem Willen in diesem Beruf erfolgreich sein. Jeder Anwärter sollte sich ausgiebiges Wissen aus der Branche aneignen. Ein entsprechendes Studium wie Immobilienwirtschaft oder Immobilienmanagement sind eine gute Vorbereitung, ebenso eine berufliche Ausbildung als Immobilienkaufmann oder -frau. Auch andere betriebswirtschaftliche Studiengänge oder kaufmännische Ausbildungen kommen in Frage.

Das Fachwissen eines professionellen Immobilienmaklers ist umfangreich. So sind für eine ausreichende Bewertung eines Immobilienobjekts bautechnische Kenntnisse ebenso hilfreich wie gute Kenntnisse der regionalen Bedingungen, in denen der Makler agiert. So kann er unter anderem bessere Beratung zu den aktuellen Marktpreisen anbieten. Rechtliche Aspekte des Baurechts oder versicherungstechnische Fragen sollten für einen Makler auch keine unbekannten Gefilde darstellen. Bei einem Grundstücksverkauf spielt das Thema Baufinanzierung eine große Rolle.

Bei der Breite des möglichen Fachwissens ist es für jeden Makler empfehlenswert, sich zu spezialisieren, das kann auf einen bestimmten Typ Immobilie sein, auf gewerbliche Objekte oder auf eine bestimmte Region. Auch die Festlegung auf eine bestimmte Zielgruppe kann das Klientel auf Dauer sichern.

Selbstständig erfolgreich werden

Die meisten Immobilienmakler sind selbstständig tätig. Wichtig ist, zunächst in den Beruf einzusteigen. Viele Immobilienmakler sind als Selbstständige innerhalb eines Franchise-Unternehmens tätig. Hier gilt, die eigene Expertise und das Fachgebiet offen darzustellen. Hochprofessionelle Internetinserate einzustellen und in verschiedenen Netzwerken vertreten zu sein, ist Bestandteil des Jobs. Ein eigenes Büro ist ab einer gewissen Größenordnung auch unabdingbar.

Verdienstmöglichkeiten und Perspektiven

Ein Immobilienmakler wird grundsätzlich von dem bezahlt, der ihn mit dem Verkauf oder der Vermittlung beauftragt hat. Ein festgeschriebenes Gehalt ist in der Branche eher selten, wenngleich nicht unmöglich. Die Attraktivität der Provisionen gibt genug Motivation, sein Bestes zu geben. Eine übliche Provision liegt bei drei bis fünf Prozent vom erzielten Verkaufswert. Bei Vermietungen liegt dieser bei zwei Kaltmieten. Je nach Region sind diese Werte allerdings höchst unterschiedlich. Hier gilt, was der Makler mit dem Auftraggeber, meist dem Verkäufer, vereinbart hat.

Die Courtage ist gerade bei teuren Immobilien schnell ein beträchtlicher Betrag. Bei guten Objekten erzielt ein Makler nach Abschluss nicht selten 10.000 Euro – in einem verhältnismäßig kurzen Zeitraum. Wer sich auf Luxus-Immobilien spezialisiert, kann selbst perspektivisch zu den Wohlhabenden aufsteigen. Doch so lukrativ das Geschäft als Makler dann auch erscheinen mag, kommt der Erfolg nicht über Nacht. Eine gehörige Portion Ausdauer, Geduld sowie ein dickes Fell sind absolut notwendig, um hier Fuß zu fassen. Eine hohe Einsatzbereitschaft und viel Engagement können sich jedoch auf lange Sicht unbedingt auszahlen.

Bild 1: unsplash.com Tom Rumble

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Über den Autor

Benedikt Voigt

12 Antworten

  1. Superbetrag zum Weg zum Immobilienmakler. Mein Sohn überlegt auch in dieser Branche zu arbeiten. Es ist sehr gut zu wissen, dass man sich spezialisieren sollte. Für ihn wäre eine Spezialisation auf Familienhäuser eine Idee.

  2. Ich habe einen Freund, der schon lange ein Immobilienmakler ist und er ist wirklich sehr gut. Genau wie Sie sagt er immer, dass es besser ist, sich auf einen speziellen Bereich der Immobilien zu spezialisieren. Er spezialisierte sich auf die Vermietung.

  3. Wir haben unseren Immobilienmakler auf einer spezialisierten Website gefunden. Er ist derjenige, der unser Haus verkauft hat. Er kümmerte sich um den gesamten Verkaufsprozess, einschließlich der Suche nach einem Käufer. Es hat uns wirklich geholfen, den Verkauf komplett an ihn zu delegieren.

  4. Mein Neffe arbeitet in der Immobilienbranche und es stimmt, dass es anfangs nicht einfach für ihn war. Ich denke, nicht jeder ist für diesen Job geeignet. Und wie bei jedem Job muss man Geduld haben, man lernt alles. Auf jeden Fall funktioniert es für ihn jetzt sehr gut, er hat wirklich den Job gefunden, der zu ihm passt.

  5. Vielen Dank für diesen Überblick zum Berufsweg eines Maklers. Seit ich in meinem letzten Job auch viel Objektmanagement machen musste, habe ich gemerkt, dass Gewerbemakler eine natürlichere Beschäftigung für mich wäre. Die beschriebenen Herausforderungen wie Onlineportale könnte ich mit meinem bestehenden Kundenstamm dann auch schnell ausmerzen hoffe ich.

  6. Vielen Dank dafür, dass Sie in diesem Artikel auch bereits darauf eingehen, was die Herausforderungen als Makler sein könnten. Ich habe mir den Beruf recht romantisiert in Anblick der steigenden Mieten in Leipzig die letzten Jahre. An die benötigte ständige Lernbereitschaft hatte ich dabei allerdings nicht gedacht.

  7. Ich überlege mir schon seit Längerem die Möglichkeit, als Makler zu arbeiten. Gut zu wissen, dass man dafür eine Maklererlaubnis braucht. Ich kenne mich ein bisschen im Hausbau aus, daher soll es mit der Bewertung der Objekte keine Probleme geben. Vielen Dank für die Tipps!

  8. Ich habe ja schon lange überlegt, ob ich mich beruflich umorientieren möchte. Immobilienmakler mag vielleicht auf den ersten Blick nicht nach einem Traumjob aussehen, aber mit den von Ihnen erwähnten TV-Programmen ist er in meinen Fokus gerückt. Es klingt auf jeden Fall spannend, eine so abweckslungsreiche, selbstständige Tätigkeit auszuüben.

  9. Ich hatte wirklich nicht erwartet, dass der Beruf des Immobilienmaklers so oft mit unternehmerischem Risiko einhergeht. Tatsächlich habe ich auch schon oft darüber nachgedacht, dass das ein sehr attraktiver und auch unterhaltsamer Beruf ist. Je nach Marktlage, kann ich mir daher besser oder schlechter vorstellen, selbst mal eine Immobilienmaklerin zu werden.

  10. Bald Leerstand, bald Vermieten – Verlust und Profit – Geld wird ja von jedem erwartet, wer über eine Immobilie verfügt. Eine gute Mietflächenvermarktung steht in der sehr engen Verbindung zu den Charakteristiken der Immobilie. Falls die bereit zum Einzug ist, spart es doch die Kosten für die Sanierungsarbeiten. Ein sehr nachgefragter Beruf heute, danke für di Tipps für meinen Neffen!

  11. Sehr interessant, dass man als Immobilienmakler eine Erlaubnis braucht. Ich informiere mich gerade über unterschiedliche Berufe und die Voraussetzungen sie auszuüben. Immobilienmakler zu werden hat mich schon immer interessiert. Aber es kommt für mich nur infrage, wenn die Hürden nicht zu hoch ist.

  12. Ich finde es sehr interessant, dass man als Immobiilenmakler einen Nachweis erbringen muss, dass man in den vergangenen 5 Jahren nicht in gesetzeswidrige oder betrügerische Prozesse verwickelt war. Dies ist natürlich ein Mindestmaß an Sicherheit, das hier gewährleistet werden soll, aber ein Ersatz für eine geregelten Ausbildungsberuf sollte das nicht sein. Anstelle dessen sind die meisten Makler meiner Erfahrung nach in ihrem Bereich einsame spitze, was sie sich durch Jahre langes Training und die gewonnenen Erfahrungen antrainieren konnten.

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