Dreimonatige Atempause für Händler, Restaurants und Selbstständige

Immobilienwirtschaft will Betriebe mit Mietstundungen entlasten

Die Krise um das Coronavirus hält an und stürzt viele Kleinunternehmer und Selbstständige in einen finanziellen Notstand. Weil Kreditprogramme der KfW und auch staatliche Beihilfen erst verzögert eingesetzt werden, steht vielen Betrieben das Wasser bis zum Hals. Um dem entgegen zu wirken, will der Zentrale Immobilien Ausschuss (ZIA) Unternehmern unter die Arme greifen und Mietzahlungen bis zu drei Monate stunden.

Zu dieser Maßnahme entschieden sich die 37.000 deutschen Immobilienunternehmen des ZIA, um Kleinunternehmer und Selbstständige in der Corona-Krise zu entlasten. Diese sind momentan sehr geschwächt, da angeordnete Schließungen der Geschäfte finanzielle Einbußen für die Betriebe bedeuten. So will die Immobilienwirtschaft mit anderen Verbänden gemeinsam mit dem DIHK über eine befristete Anpassung von Mietverträgen verhandeln. Denn momentan scheint das Thema „Gewerbemieten“ in den Unterstützungsmaßnahmen der Bundespolitik hinsichtlich des Coronavirus nur eine untergeordnete Rolle zu spielen.

Corona-Krise: Hilfspakete wirken nicht entlastend

Die Mietstundungen sind ein erster Schritt in die richtige Richtung. Doch die vom Staat entwickelten Hilfspakete setzen die Kleinunternehmer unter enormen Druck. Denn darin ist vorgesehen, dass der Staat zwar für die gestundete Mietzahlungen bürgt, diese jedoch innerhalb von zwei Jahren zurück gezahlt müssen. Die Immobilienunternehmen und Verbände sind sich hier einig, dass eine derart schnelle Rückzahlung die geschwächten Betriebe zusätzlich belasten würde. Denn umgerechnet gleicht die Rückzahlung einer Mieterhöhung von etwa 25 Prozent, die auf eine Frist von fünf Jahren, besonders für Kleinunternehmer, deutlich entlastender wirken würde. Dass speziell kleinere Betriebe Probleme aufweisen neben Mietkosten auch Unterhalt-Zahlungen der geschlossenen Räume und Personalkosten zu stemmen, scheint in den Hilfspaketen nicht berücksichtigt worden zu sein.

Immobilienwirtschaft: Angst und Mitgefühl

Die Hilfsbereitschaft der Immobilienunternehmen in der Krise um das Coronavirus beruht jedoch nicht nur auf dem Mitgefühl für die Mieter, sondern liegt in der Angst um die eigene Existenz begründet. So fallen insolvente Firmen als Gewerbemieter aus. Aufgrund des finanziellen Notstands vieler Unternehmen, werden alsbald auch keine Nachfolger als Mieter in Sicht sein. Im Gegenteil: Die Corona-Krise könnte in naher Zukunft für reihenweise leerstehende Mietobjekte verantwortlich sein und so das Kreditrating der Immobilienunternehmen deutlich verschlechtern.

https://www.gruender.de/kfw-notkredite/

Quelle: manager-magazin.de

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Über den Autor

Autorenprofil: Lisa Goldner

Lisa Goldner

Nach ihrem Abitur 2013 entschied sich Lisa für ein Studium des Journalismus als auch der Unternehmenskommunikation und konnte durch den nahen Praxisbezug ein breit gefächertes Repertoire an Kenntnissen beider Branchen sammeln. Während des Studiums arbeitete sie als Assistenz der Öffentlichkeitsarbeit in einem öffentlich-rechtlichen Kulturbetrieb und erlernte somit auch essenzielle Aufgaben des Eventmanagements. Im Anschluss begann sie in Kiel den Masterstudiengang ”Angewandte Kommunikationswissenschaft“, in dem sie ihre Erfahrungen durch Projekte und wissenschaftliche Arbeiten besonders in den Bereichen Journalismus und Marketing ausbauen konnte. Seit Januar 2020 ist Lisa Volontärin in der Online-Redaktion von Gründer.de.

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