Was ist eine Provision und wie lassen sich darüber Kunden akquirieren?

Provisionsmodelle: Neue Kunden gewinnen durch eine Vermittlungsprovision

Wer neue Kunden akquirieren möchte, setzt besonders gerne auf Empfehlungsmarketing, bei dem begeisterte Geschäftspartner das eigene Unternehmen weiterempfehlen. Um diese Empfehlungen finanziell lukrativ zu gestalten, kannst du zudem die sogenannte Vermittlungsprovision nutzen. Allerdings solltest du bestimmte Vorgaben beachten, um diese Strategie der Kundenvermittlung bestmöglich und die Vermittlungsgebühr vor allem rechtssicher zu verwenden. Der folgende Artikel erklärt die Definition einer Provision, die lukrativsten Vermittler für Vermittlungsprovisionen, alles rund um den Vertrag und wichtige Details zu den Steuern bei Vermittlungsprovisionen.

Was ist eine Provision?

Die Definition des Begriffs Provision lässt sich vom lateinischen Begriff providere abgleiten, der „sorgen für“ oder „vorsorgen“ bedeutet. Damit ist die Provision eine Vergütung für geleistete Dienste, die in Prozenten ermittelt wird. Ihre Höhe ist zum Beispiel aus einem erzielten Umsatz, aus einer erbrachten Leistung oder aus einem vermittelten Wert ableitbar. Dabei reicht der Abschluss eines Provisionsvertrags nicht aus. Denn eine Provision ist erst dann fällig, wenn das im Vertrag bezeichnete Geschäft auch tatsächlich erfolgreich in die Tat umgesetzt wurde. Bei der Vermittlungsprovision ist damit beispielsweise die Vermittlungsgebühr für eine erfolgreiche Kundenvermittlung gemeint.

Mittlerweile hat sich diese Provision für eine Vermittlung von Kunden und Aufträgen besonders für die Neukundengewinnung bewährt. Dabei bekommen Geschäftspartner oder weitere Personen eine Vermittlungsprovision für jeden neuen Auftrag, den ein Unternehmen generiert. Allerdings sind dabei auch verschiedene Faktoren der Vermittlungsprovisionen zu beachten, um diese Auftragsvermittlung rechtlich abzusichern.

Diese 4 Vermittler eignen sich für eine Vermittlungsprovision

Prinzipiell kommt für eine Auftragsvermittlung gegen Provision jeder in Betracht. Es ist nichts Sittenwidriges daran, jemanden für die erfolgreiche Kundenakquise mit einer Vermittlungsgebühr zu belohnen. Doch die folgenden Möglichkeiten haben sich bei einer Vermittlungsprovision bewährt:

1. Kunden und Geschäftspartner als Vermittler

Kunden und Geschäftspartner besitzen als Vermittler den Vorteil, dass ihre Empfehlungen für mögliche Neukunden besonders glaubhaft sind, weil sie ja bereits eigene geschäftliche Erfahrungen mit deinem Unternehmen gemacht haben. Ein Anreiz in Form einer Provision für die Vermittlung wird die Empfehlungsbereitschaft verstärken. Dadurch entstehen dir zwar Kosten für eine Vermittlungsprovision, aber die fallen – anders als Werbekosten – nur an, wenn du tatsächlich einen Auftrag bekommst.

2. Gewerbliche Kundenvermittlung für Vermittlungsprovisionen

Du kannst auch gewerbliche Vermittler für eine Kundenvermittlung einsetzen. Das reicht von der Auftragsvergabe an ein Callcenter bis hin zur festen Zusammenarbeit mit einem Handelsvertreter, den du über einen Branchenverband oder deine Handelskammer findest. Achte aber darauf, dass die Kosten für eine solche gewerbliche Auftragsvermittlung nicht zu hoch werden. Ungünstig ist es zudem, wenn außer der Vermittlungsprovision auch noch Fixkosten anfallen, die du im Voraus zahlen musst, auch wenn dir kein einziger Kunde vermittelt wird.

3. Internet-Börsen für eine Auftragsvermittlung

Eine Unterform der gewerblichen Provision für eine Vermittlung sind sogenannte umgekehrte Dienstleisterauktionen im Internet, wie zum Beispiel MyHammer. Dort bieten Kunden ihren Auftrag zum Ersteigern an. Den Zuschlag erhält in der Regel das Unternehmen, dass den günstigsten Preis verspricht und dieses zahlt dann der Handelsplattform eine Vermittlungsprovision. Die dort ersteigerten Aufträge sind oft wenig lukrativ – aber vielleicht besser als nichts, wenn du gerade nichts zu tun hast. Bei Teilnahme an Auktionen solltest du allerdings nur Angebote einer Vermittlungsgebühr für Aufträge von Kunden aus deiner Region abgeben. So kannst du zumindest versuchen, diese auch noch als Stammkunden zu gewinnen, womit sich dein Engagement langfristig wieder lohnt.

3. Verwandten- und Freundeskreis für eine Vermittlungsprovision

Letztendlich kannst du auch deinen Verwandten- und Freundeskreis um Mundpropaganda bitten und mit einer Vermittlungsprovision belohnen. Beachte allerdings, dass gerade in diesem Bereich missglückte Geschäfte – etwa wenn der vermittelte Kunde mit deiner Leistung unzufrieden ist – nicht nur dein Unternehmen, sondern auch deine privaten Beziehungen belastet. Überlege deshalb gut, ob du das für eine Provision riskieren möchtest.

Der Vertrag für eine Vermittlungsprovision

Wer sich dafür entscheidet, eine Vermittlungsprovision an Kunden oder weitere Partner zu bezahlen, sollte immer einen offiziellen Vertrag dafür aufsetzen. Denn damit bestimmst du, wer für dich Akquise betreiben soll und die Provision für eine Vermittlung bekommt. Das weist auf zielgerichtetes unternehmerisches Handeln bei der Vermittlungsgebühr hin und hinterlässt einen professionellen Eindruck. Den dafür benötigten Maklervertrag kennst du vielleicht bisher nur aus dem Versicherungs- und Immobilienbereich. Doch dieser ist für eine Auftragsvermittlung und Vermittlungsprovisionen ebenfalls der richtige Vertragstyp. Damit verpflichtest du dich als Auftraggeber gegenüber einem Partner, diesen für die erfolgreiche Vermittlung eines Vertrags einen vereinbarten Betrag zu zahlen.

Eine solche Vereinbarung für eine Vermittlungsprovision bietet die folgenden Vorteile:

Nur bei Erfolg wird eine Vermittlungsgebühr bezahlt

Du bist als Auftraggeber nur dann zur Zahlung des Maklerlohns verpflichtet, wenn der Vertrag mit dem vermittelten Neukunden wirklich zustande kommt, sich das Geschäft für dich also tatsächlich lohnt. Dazu kommt, dass ein Geschäftspartner als Makler keinen Anspruch auf Ersatz seiner Aufwendungen hat, wenn du das nicht vereinbarst. Er bekommt nur die Vermittlungsprovision – und auch die nur bei Erfolg. Du trägst also bei der Auftragsvermittlung für Vermittlungsprovisionen kein Spesenrisiko.

Keine Pflicht zur Vermittlung

Auf der anderen Seite vereinbarst du, dass dein Geschäftspartner bzw. Makler nicht verpflichtet ist, für dich tätig zu werden. Du kannst die Vermittlung also nicht einfordern. Denn dein Kunde kann dich empfehlen – oder er tut es nicht und bekommt keine Provision für eine Vermittlung. So fühlt er sich bei der Vermittlungsprovision nicht unter Druck gesetzt.

Einen Maklervertrag aufsetzen für eine Vermittlungsprovision

Wenn du dich für den Abschluss eines Maklervertrags mit deinem Vermittler entscheidest, kannst du einen Vertrag nach dem folgenden Muster schließen. Diesen Vertrag für die Vermittlungsprovision müssen dein Geschäftspartner und du dann unterschreiben:

Formfreier Vertrag für eine Vermittlungsprovision

Manch ein Kunde wird vielleicht wenig begeistert sein, wenn du ihn bittest, ein solches Vertragsmuster zu unterschreiben. Du kannst deshalb auch von Anfang an anders vorgehen und den Umstand für dich ausnutzen, dass ein Maklervertrag formfrei abgeschlossen werden kann. Der Vertrag für eine Vermittlungsprovision kommt nämlich auch dadurch zustande, dass

  • du dem Vermittler die wesentlichen Bedingungen, also den Auftrag, die Provision und die Vertragsdauer mitteilst (aus Beweisgründen am besten schriftlich, zum Beispiel in Form eines Briefs)
  • der Vermittler durch „schlüssiges Verhalten“ innerhalb einer bestimmten Frist seine Annahme des Vertrags erklärt (das wäre zum Beispiel durch die Vermittlung eines Neukunden).

Steuern bei Vermittlungsprovisionen

Wenn dein Geschäftspartner regelmäßig Kundenvermittlungen übernimmt und dafür Vermittlungsprovisionen einstreicht, muss er ein Gewerbe anmelden. Gelegentliche Vermittlungen mit einer Vermittlungsgebühr müssen hingegen nicht angemeldet werden. Generell spielt die Höhe der Provision keine Rolle für eine Gewerbeanmeldung. Wenn du dir jedoch unsicher bist, ob du deinen Vermittler bei der Auftragsvermittlung auf ein Gewerbe hinweisen solltest, lohnt sich eine Nachfrage beim zuständigen Gewerbeamt.

Unabhängig von einer Gewerbeanmeldung muss dein Vermittler in jedem Fall die Vermittlungsprovision bei seiner Einkommensteuererklärung angeben, da es sich bei der Kundenvermittlung um ein Einkommen handelt. Du kannst diese Ausgaben für eine Vermittlungsgebühr hingegen als Betriebsausgaben angeben, solltest sie jedoch genau dokumentieren.

Besonderheiten bei der Umsatzsteuer für eine Vermittlungsprovision

Ob eine Umsatzsteuer für die Vermittlungsprovision fällig wird, hängt immer vom Vermittler der Vermittlungsgebühr ab. Denn er ist derjenige, der die Leistung erbringt. Ist er umsatzsteuerpflichtig, muss er aus der erhaltenen Provision für die Vermittlung die Umsatzsteuer abführen. Da du über Provisionen in der Praxis meist per Gutschrift abrechnest, musst du somit erfragen, ob der Vermittler umsatzsteuerpflichtig ist.

  • Wenn ja, gehört in deine Gutschrift – neben allen anderen Pflichtangaben wie etwa der Steuernummer des Vermittlers – die ordentlich ausgewiesene Umsatzsteuer von derzeit 19 Prozent. Bist du selbst zum Abzug von Vorsteuer berechtigt, holst du dir diesen Betrag vom Finanzamt zurück.
  • Wenn nicht, darfst du die Umsatzsteuer in der Gutschrift für die Vermittlungsprovision nicht ausweisen – auch dann nicht, wenn du selbst umsatzsteuerpflichtig bist. Tust du es dennoch, hast du trotzdem keinen Anspruch auf Erstattung der Vorsteuer.

Fazit für Vermittlungsprovisionen

Eine Vermittlungsprovision bietet dir eine unkomplizierte Möglichkeit der Neukundengewinnung. Trotzdem solltest du die verschiedenen rechtlichen Grundlagen zu den Steuern und Verträgen beachten, um am Ende keine Probleme bei der Abrechnung zu bekommen. Außerdem lohnt es sich, jeden angeblich seriösen Vermittler für eine Vermittlungsgebühr genau zu überprüfen, zum Beispiel durch eine Google-Suche. Denn oftmals befinden sich auch unseriöse Angebote für Vermittlungsprovisionen darunter, die dir statt Neukunden langfristig nur hohe Kosten einbringen.

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Über den Autor

Alec Ospanow

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