Abmahnung bei kostenlosen GrafikenHast du Websites genutzt, auf denen Grafiken, Icons oder Logos zur Verfügung gestellt wurden? Hoffentlich hast du alle Nutzungshinweise gelesen! Sei vorsichtig, denn es kann sonst schnell teuer für dich werden, wenn du bestimmte Richtlinien nicht beachtest und oberflächlich kostenlos erscheinende Grafiken, Logos oder Dateien falsch verwendest. Grund dafür ist, dass es einen Bedeutungsunterschied zwischen bestimmten Bezeichnungen gibt, bei denen du zunächst annimmst, sie würden dir völlig freie Hand bei der Verwendung von heruntergeladenen Werken lassen. Zu diesen Begriffen gehören:

  • kostenlos
  • lizenzfrei
  • gemeinfrei
  • frei lizenziert

Nur wenn du genau weißt, welche rechtlichen Vorgaben zur Nutzung mit diesen Begriffen verbunden sind und was du tun musst, kannst du Grafiken, Logos oder Icons ohne Risiko oder Abmahnung durch den Urheber verwenden. Das Problem der unterschiedlichen Rechte wird schon seit langer Zeit unter Fachleuten diskutiert. Deutlich wird die unübersichtliche Lage beispielsweise an den Bezeichnungen „frei“ und „kostenlos“. So sind kostenlose Grafiken nicht unbedingt zu 100 Prozent frei von Nutzungsbeschränkungen, an die sich derjenige selbstverständlich halten muss, der eine solche Grafik verwendet.

Sei auch bei „lizenzfrei“ vorsichtig: Zwar bieten verschiedene Websites kostenloses Grafiken und Vektordateien an, die auch als „lizenzfrei“ gekennzeichnet sind. Über deine Zustimmung zu ihren eigenen Nutzungsbedingungen gehst du auf einem Umweg dennoch einen Lizenzvertrag mit bestimmten Auflagen ein. Schau dir also unbedingt vorher die Richtlinien zur jeweiligen Nutzung und Lizenz der Website oder des Urhebers an.

Tust du dies nicht und verwendest die Werke auf deiner Homepage oder dem Blog nicht vereinbarungsgemäß, können zum Teil hohe Strafen drohen. Schließlich gibt es noch die „gemeinfrei“ angebotenen Logos, Grafiken, Bilder oder Icons. Dies besagt, dass an dem jeweiligen Werk keinerlei Urheberrechte mehr bestehen, zum Beispiel, wenn diese abgelaufen sind. In bestimmten Fällen kann es sich als sinnvoll erweisen, solche gemeinfreien oder als Werke mit einer CC0-Freigabe („Creative Commons Zero“) extra als solche zu kennzeichnen.

Bleibt noch die Nutzung von Dateien, die „frei lizenziert“ sind. Diese Lizenzen werden auch als „Creative-Commons-Lizenzen“ bezeichnet und werden meist durch den Urheber selbst genehmigt. Dieser gibt vor, unter welchen Bedingungen sein Werk von anderen Personen als ihm selbst verwendet werden darf.

Vorsicht – Urheberrechtsverletzungen können teuer werden

Kläre vor der Nutzung von kostenlosem Grafiken, Foto und Vektordateien aus dem Internet ab, ob oder was du tun musst, um nicht gegen das Urheberrecht bei Bildmaterial zu verstoßen. Zu beachten ist hier vor allem der Unterschied zwischen privater und kommerzieller Verwendung. Privat nutzt du eine Grafik, Vektordatei, Zeichnung oder ein Bild, wenn du beispielsweise damit eine Einladungskarte zu deiner Silvester- oder Geburtstagsparty verzierst und an deinen Freundeskreis sendest.

Kommerziell hingegen ist der Gebrauch, wenn du eine Grafik oder ein Logo für deinen Blog, einen Katalog oder Flyer sowie ein Plakat verwendest. Dies ist in der Regel gestattet. Die von den Fotoagenturen genannten Einschränkungen musst du aber unbedingt beachten. Es gibt inzwischen unzählige Anwaltskanzleien, die sich auf Urheberrechtsverletzungen spezialisiert haben und fast ausschließlich damit beschäftigt sind, Websites zu kontrollieren und herauszufinden, ob du zu denen gehörst, die gegen geltendes Recht verstoßen.

Diese sogenannten Fachanwälte für Urheberrecht handeln entweder im eigenen Namen oder werden von Künstlern und Fotoagenturen beauftragt, Zuwiderhandlungen zu verfolgen. Lies also vor der Veröffentlichung von Grafiken, Bildern, Logos oder anderen Dateien alle auf den Websites der Agenturen zu findenden Hinweise zum Nutzungsrecht durch und achte darauf, ob das bereitgestellte Bildmaterial mit folgenden Fachbegriffen gekennzeichnet ist:

  • Creative Commons Zero oder Public Domain Dedication
  • Creative-Commons-Lizenzen
  • Open Content (Beschreibung für freizügige und restriktive Lizenzen)
  • Royalty-free (Freiheit von Nutzungsgebühren oder Tantiemen)

 

Es geistern viele unterschiedliche Begriffe durch die Weiten des Internets, die zum Teil ähnliche Vorgaben beschreiben, sich aber bezüglich ihrer Bedeutung deutlich voneinander unterscheiden. Frei muss nicht kostenlos heißen; eine CC0-Freigabe bedeutet nicht, dass du mit der Grafik oder dem Bild machen kannst, was du möchtest. Die Regelungen zum Urheber- beziehungsweise Nutzungsrecht sind komplex und du hast die berühmte Bringschuld, das heißt, du musst wissen, was erlaubt ist und was nicht.

Falsch verwendete Fotos – was geht und was nicht?

Tatsächlich gibt es Fotografen, die versuchen, mit falsch verwendeten Fotos Geld zu verdienen, indem sie Abmahnungen verschicken, weil ein sogenannter Lizenzverstoß vorliegt. Ein solcher kommt zustande, wenn der Nutzer eines kostenlosen Fotos dieses nicht korrekt kennzeichnet. Bei Pixelio beispielsweise ist in den Lizenzvereinbarungen festgehalten, dass der Name des Urhebers direkt am Bild oder zumindest am Ende der Seite, auf welcher das Bild zu sehen ist, genannt wird. Zudem muss ein Link zu Pixelio deutlich sichtbar gesetzt werden – im Dealfall ebenfalls in der Nähe des Bildes. Eine falsche Nutzung hingegen liegt vor, wenn der Urhebername an folgenden Stellen auftaucht:

  • HTML-Quellcode (in Form eines Kommentars)
  • Title-Tag
  • ALT-HTML-Tag

Andere Websites wie etwa Aboutpixel legen fest, dass die Namensnennung am Bild selbst oder im Impressum gestattet ist, aber nicht am Seitenende. Zudem spielt es bei vielen Websites eine Rolle, in welcher Form Urhebername und Website genannt werden. Eine allgemein anerkannte Form ist hier beispielsweise Bildnachweis: Urhebername/Website. Heißt der Fotograf Max Muster und hat sein Foto bei pixelio eingestellt, dann müsste es heißen Bildnachweis: Max Muster/pixelio.de oder je nach den entsprechenden Angaben.

Durch die nicht lizenzgerechte Verwendung kannst du dir schnell Abmahnungen in Höhe von mehreren hundert oder gar tausend Euro einhandeln. Bevor du einen Rechtsstreit riskierst, nenne einfach direkt unter dem benutzen Bild den Namen des Urhebers sowie der Website, von der du das Foto für deine Zwecke heruntergeladen hast. So gehst du sämtlichen Streitigkeiten aus dem Weg und kannst sicher sein, dass du alle rechtlichen Vorgaben beachtet hast.

Alternative zu kostenlosen Fotos ist der Kauf

Wenn du absolut sicher gehen möchtest, nichts falsch zu machen, hast du natürlich auch die Möglichkeit, ein Foto beziehungsweise die Nutzungsrechte an einem Bild käuflich zu erwerben. Auch solche Fotos findest du auf Websites für kostenlose Stockfotos. Dort werden sie für relativ geringe Beträge angeboten und können nach dem Kauf privat und auch gewerblich genutzt werden. Da viele allerdings lieber auf kostenlose Fotos zurückgreifen, heißt die Devise: suchen und die Lizenzvereinbarungen lesen.

Kostenlose Fotos richtig verwenden – So vermeidest du Abmahnungen
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