Das Streben nach Vollkommenheit kann deinen Erfolg mindern

Perfektionismus ablegen: 6 Tipps gegen den Zwang

Du wiederholst deine Aufgaben immer so lange, bis alles perfekt ist? Ohne zwei bis drei Korrekturschleißen geht bei dir nichts? Du erkennst Fehler bei anderen und musst sie direkt darauf hinweisen? Ohne ausgeklügelten Plan und strikte Organisation fängst du nicht an? Und auch in Entscheidungsprozessen musst du jede Eventualität bedenken? Dann scheint es ganz so, als ob du perfektionistisch veranlagt bist. Obwohl es an einem perfekten Ergebnis nichts zu beanstanden gibt, kann Perfektionismus für dich und deine berufliche Situation gefährlich werden. Warum und wie du dagegen vorgehen kannst, wollen wir dir in diesem Artikel erklären.

Was ist Perfektionismus?

Es gibt keine allgemeingültige Definition von Perfektionismus, auf die sich Wissenschaftler einigen konnten. Doch in einem sind sich alle Experten einig – dass perfektionistisch veranlagte Personen vor allem zwei fundamentale Ausprägungen vorweisen. Zum einen zeichnet Perfektionismus ein Streben nach Vollkommenheit aus. Perfektionisten haben demnach hohe Erwartungen und hohe persönliche Standards an sich selbst und an alles, an dem sie arbeiten. Zum anderen haben Perfektionisten den ausgeprägten Drang Fehler unbedingt vermeiden zu wollen. Die Sorge aufgrund von Fehlern den Erwartungen anderer nicht zu erfüllen, verursacht Leistungszweifel, ein mangelndes Selbstwertgefühl und die Angst vor schlechten Bewertungen. Weist also jemand beide Ausprägungen stark auf, leidet er unter „krankhaftem“ Perfektionismus.

Natürlich bedeutet Perfektionismus nicht gleich, dass man eine krankhafte Zwangsstörung aufweist. Denn Perfektionismus führt auch dazu, dass wir eine hohe Qualität anstreben, uns immer weiterentwickeln wollen und stetig besser werden. Daher kommt es – wie bei so vielem – auf die Dosis an. Eine gewisse Anforderung an sich selbst ist gut, artet sie jedoch darin aus, dass wir durch diesen Drang gelähmt sind und nichts fertig stellen können, weil es eben nie perfekt sein kann, dann sollte man gegen seinen Perfektionismus aktiv ankämpfen.

Was sind die Ursachen?

Wie entwickeln Menschen einen stark ausgeprägten Perfektionismus? Während einige meinen, dass eine gewisse Neigung zum Perfektionismus angeboren sein kann, gehen andere davon aus, dass Perfektionismus im Laufe des Lebens durch bestimmte Umwelteinflüsse entsteht. Daher liegt die Ursache oftmals schon in der Kindheit. Wenn wir in unserer Kindheit und Jugend die Erfahrung gemacht haben, Anerkennung und Wertschätzung nur über herausragende Leistung zu erlangen, ist die Gefahr groß in einen stark ausgeprägten Perfektionismus zu rutschen. Auch Fehler, die uns unterlaufen, beziehen wir sofort auf fehlendes Wissen oder mangelndes Können. Dieses Verhalten kann sowohl durch die Erziehung der Eltern ausgelöst werden als auch durch Beziehungen mit Gleichaltrigen.

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Die Folgen von zu perfektionistischem Verhalten

Ein perfektionistisches Verhalten kann sich negativ auf privater und auch beruflicher Ebene auswirken. So oder so entsteht ein völlig falsches Selbstbild. Durch den ständigen Druck, den sich Perfektionisten selbst aussetzen, sind körperliche Anspannungen, Stress, Unzufriedenheit, fehlende Freude und Spaß als auch Versagensängste und Minderwertigkeitskomplexe logische Folgen. Im schlimmsten Fall können auch Depressionen, Burnout oder andere psychische Krankheitsbilder entstehen.

Auch und vor allem für den beruflichen Erfolg kann Perfektionismus hinderlich sein. Denn die gesetzten Ziele und Anforderungen an sich selbst und das Team sind meist so hoch, dass sie entweder nicht erreicht werden können oder eben nur annähernd. Wird jedoch nicht das Optimum aus jeder Situation herausgeholt, stellt sich auch nie das Gefühl ein, erfolgreich zu sein. Doch genau diese Erfolge sind wichtig, um Motivation und Tatendrang für weitere Projekte aufzubringen. Besonders für Projekte mit straffem Zeitplan und festgesetzten Deadlines, ist ein perfektionistisches Arbeiten gefährlich, da unfertige oder optimierungsbedürftige Ergebnisse keine Option sind. Auch das enge Arbeiten mit Kollegen kann problematisch werden, wenn die eigenen Vorstellungen nicht erfüllt werden. Daher kommt es nicht selten vor, dass Perfektionisten zu unflexibel für Teamarbeiten sind und Kritik schlecht annehmen können.

Der Selbsttest: Bist du perfektionistisch?

Da Perfektionisten ein verzerrtes Selbstbild von sich haben, erkennen sie meist nicht, dass sie perfektionistisch veranlagt sind. Genau deshalb gibt es eine Handvoll Fragen, anhand derer sich ein perfektionistischen Verhalten erkennen lässt:

  • Musst du alles doppelt und dreifach überprüfen? Auch dann, wenn es die Arbeit von anderen ist?
  • Bist du jemand, der alles wiederholt bis es perfekt ist?
  • Muss bei dir alles vorher geplant und organisiert sein? Fertigst du To-Do-Listen an, auch wenn es nur kleine Aufgaben sind und du wenig Zeit hast?
  • Zögerst du das Abschließen von Projekten und Arbeiten hinaus?
  • Verlierst du dich manchmal in Aufgaben, auch wenn sie eigentlich keine hohe Priorität haben?
  • Gibst du Aufgaben ungern an andere weiter?
  • Wenn du Fehler findest, musst du diese sofort korrigieren?
  • Sind dir Details sehr wichtig? Hast du das Gefühl, noch immer etwas besser machen zu können?
  • Machst du häufig Überstunden?
  • Vergleichst du dich und deine Leistungen oft mit anderen?
  • Wirft dich negative Kritik aus der Bahn?

Kannst du die meisten Antworten mit „Ja“ beantworten, scheinst du einen Hang zum Perfektionismus aufzuweisen. An dieser Stelle ist nun interessant zu wissen, wie man diese Neigung unterbinden kann.

Perfektionismus ablegen: 6 Tipps

Perfektionismus ist ein Verhaltensmuster, aus dem du ausbrechen kannst. Dafür gibt es bestimmte Methoden und Tricks. Eine bekannte Methode ist das Pareto-Prinzip – auch 80-20-Regel genannt – bei der sich mit nur 20 Prozent Einsatz in vielen Fällen ein 80-prozentiges Ergebnis erreichen lässt. Dieses Prinzip soll dir also zeigen, dass du mit relativ wenig Aufwand ein bereits erfolgversprechendes Ergebnis erzielen kannst. Darüber hinaus haben wir weitere Tipps aufgelistet, mit denen du deinen Perfektionismus langsam ablegst und hin zu produktiverem Arbeiten kommst.

Tipp 1: Hör auf dich mit anderen zu vergleichen

Du musst lernen damit aufzuhören, dich ständig mit anderen zu vergleichen. Ein ständiger Konkurrenzkampf tut dir und deiner Arbeit nicht gut. Darüber hinaus hat jeder Mensch unterschiedliche Talente und Stärken, wodurch sich ein erfolgreiches Team auszeichnet – nämlich durch das Zusammenspiel verschiedener Fähigkeiten der einzelnen Mitglieder. Niemand kann alles und niemand kann alles perfekt machen. Also konzentriere dich auf dich selbst, auf deine Stärken und deine Interessen.

Tipp 2: Setze dir realistische Ziele

Verabschiede dich von dem Gedanken, alles perfekt bis ins kleinste Detail auszuarbeiten. Denn das ist völlig unmöglich, weil es immer irgendetwas zum Verbessern gibt. Oftmals reichen 80 Prozent schon völlig aus, damit die Aufgabe erfüllt ist. Alles darüber hinaus kannst du umsetzen, wenn sich dafür Zeit ergibt. Wenn der Zeitplan jedoch straff ist, ist es manchmal notwendig, anstatt eines perfekten Ergebnisses, ein gutes Ergebnis zu liefern. Realistische Ziele sind daher alles andere als perfekt. An dieser Stelle kann möglicherweise eine Kosten-Nutzen-Analyse helfen. Lohnt es sich wirklich noch die letzten 20 Prozent zu gehen, wenn ich dadurch nicht wesentlich profitiere?

Tipp 3: Lerne mit Fehlern umzugehen

Fehler macht jeder und Fehler können sich überall einschleichen – egal ob man Anfänger oder Profi ist. Versuche daher aus deinen Fehlern zu lernen und sie zu akzeptieren. Denn Hindernisse und Rückschläge lassen unsere Fähigkeiten, unsere Persönlichkeit und unsere Expertise wachsen und ermöglichen uns auch mehr zu lernen, als aus unseren Erfolgen. Deshalb gehört es dazu, Fehler nochmals genau zu analysieren und sie als Chance wahrzunehmen.

Tipp 4: Behalte den Überblick

Wer sich in Details verliert und alles bis ins Kleinste ausarbeitet, der verliert zudem früher oder später den Blick für das große Ganze. Wichtig ist hier, dass du dich während des Prozesses immer wieder auf die Kernaufgabe fokussierst und einschätzen kannst, wann man eventuell zurückzurudern muss. Ein guter Tipp an dieser Stelle ist die konkrete Ausformulierung des Ziels. Hast du dieses Ziel bereits erreicht, läufst du nicht Gefahr deinem Perfektionismus zu erliegen und zu keinem Abschluss zu kommen.

Tipp 5: Versuche Kritik anzunehmen

Kritik ist besonders bei der Arbeit in einem Team wichtig. Versuche daher Kritik nicht als persönliche Ablehnung zu werten, sondern vielmehr als konstruktive Würdigung. Denn sowohl als Team als auch als Einzelperson möchte man noch besser werden und über sich hinauswachsen. Doch dies gelingt nur, wenn man offen aufeinander zu geht, Kritik übt und an sich selbst arbeiten will. Wer sich von vorhinein gegen Kritik wehrt, schadet sich selbst und seiner Persönlichkeitsentwicklung maßgeblich.

Tipp 6: Akzeptiere dich so wie du bist

Ein wichtiger Schritt, um den Perfektionismus abzulegen, ist die Selbstakzeptanz. Erlaube dir selbst, nicht perfekt zu sein und gestehe dir ein, dass Fehler menschlich sind. Vertraue auf deine Stärken und versuche diese gezielt einzusetzen. Feiere Erfolge, egal wie „klein“ sie sein mögen. Erfolge helfen uns persönlich zu wachsen, neue Motivation zu erlangen und auch mal mutig über den Tellerrand zu schauen.

Fazit: Perfektionismus ablegen erfordert starken Willen

Auch wenn die Tipps einfach und logisch erscheinen, ist die Umsetzung für Perfektionisten schwieriger. Denn bevor man in die Umsetzung geht, muss man sich selbst eingestehen, dass der eigene Drang alles perfekt machen zu wollen, negative Auswirkungen haben kann. Vor allem deshalb, weil an Ehrgeiz, Disziplin und Durchhaltevermögen per se erst einmal nichts auszusetzen ist. Doch manchmal gilt es nicht nur die Qualität zu beurteilen, sondern auch, ob der Aufwand in Relation zum Ergebnis steht. Tut er dies nicht, behindert Perfektionismus vielmehr, als dass sich dadurch wirklich Vorteile ergeben.

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Häufige Fragen (FAQ) zu Perfektionismus

Was ist Perfektionismus?

Perfektionisten weisen zwei fundamentale Ausprägungen vor. Zum einen zeichnet Perfektionismus ein Streben nach Vollkommenheit aus. Zum anderen haben Perfektionisten den ausgeprägten Drang Fehler unbedingt vermeiden zu wollen.

Was sind die Ursachen von Perfektionismus?

Während einige meinen, dass eine gewisse Neigung zum Perfektionismus angeboren sein kann, gehen andere davon aus, dass Perfektionismus im Laufe des Lebens durch bestimmte Umwelteinflüsse entsteht. Daher liegt die Ursache oftmals schon in der Kindheit.

Wie kann ich Perfektionismus ablegen?

Tipp 1: Hör auf dich mit anderen zu vergleichen
Tipp 2: Setze dir realistische Ziele
Tipp 3: Lerne mit Fehlern umzugehen
Tipp 4: Behalte den Überblick
Tipp 5: Versuche Kritik anzunehmen
Tipp 6: Akzeptiere dich so wie du bist

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Über den Autor

Autorenprofil: Lisa Goldner

Lisa Goldner

Nach ihrem Abitur 2013 entschied sich Lisa für ein Studium des Journalismus als auch der Unternehmenskommunikation und konnte durch den nahen Praxisbezug ein breit gefächertes Repertoire an Kenntnissen beider Branchen sammeln. Während des Studiums arbeitete sie als Assistenz der Öffentlichkeitsarbeit in einem öffentlich-rechtlichen Kulturbetrieb und erlernte somit auch essenzielle Aufgaben des Eventmanagements. Im Anschluss begann sie in Kiel den Masterstudiengang ”Angewandte Kommunikationswissenschaft“, in dem sie ihre Erfahrungen durch Projekte und wissenschaftliche Arbeiten besonders in den Bereichen Journalismus und Marketing ausbauen konnte. 2021 absolvierte Lisa ihr Volontariat in der Online-Redaktion von Gründer.de und arbeitet seitdem als Junior-Online-Redakteurin.

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