Ein Interview mit dem Gründer Wolfgang Bachmann

wachstumsstark. Award 2022: Der Preisträger Jofodo verrät seine Erfolgsfaktoren

Ohne ausreichend medizinisches Personal, steht unser Gesundheitssystem vor erheblichen Problemen – das haben die letzten Monate bewiesen. Allerdings bleiben viele Stellenangebote für Ärzte auch nur deshalb unbesetzt, da sich die Jobsuche schwierig gestaltet und erheblich von den klassischen Abläufen unterscheidet. Dieses Problem erkannte Wolfgang Bachmann und entwickelte seine Plattform Jofodo. Mit seiner besonderen Strategie generiert er seitdem stetig steigende Umsätze und sicherte sich jetzt den begehrten wachstumsstark. Award 2022. Im Interview verrät uns der Gründer alle Details zu seiner Erfolgsgeschichte.

Ärzte wollen sich nicht bewerben, sondern gefunden werden – von dieser Tatsache ist Wolfgang Bachmann überzeugt. Deshalb entwickelte er 2017 nach exakt diesem Prinzip seine außergewöhnliche Recruiting-Plattform Jofodo – Jobs for Doctors. Dort können sich Kliniken ausführlich vorstellen, anstatt einfache Stellanzeigen zu veröffentlichen. Zudem finden regelmäßige Online-Live-Events mit Vorstellungsrunden statt. Dabei stellen die Ärzte dann anonym Fragen, wie beispielsweise zum Arbeitsalltag und den konkreten Überstunden-Statistiken einer Klinik. Zusätzlich ermöglicht Jofodo aber auch digitale Fortbildungen, die in der aktuellen Corona-Situation zahlreiche Abläufe vereinfachen und gleichzeitig eine unterhaltsame Alternative zu bestehenden Angeboten bieten. Dieses Gesamtkonzept kommt bei der Zielgruppe gut an.

Denn in nur fünf Jahren ist es Wolfgang Bachmann und seinen aktuell 14 Mitarbeitern gelungen, die Plattform zu etablieren und immer wieder neue Besucherrekorde zu erreichen. Im Jahr 2019 konnte er das Wachstum seines Unternehmen verfünffachen und auch in diesem Jahr wird Jofodo voraussichtlich um mehr als 200 Prozent wachsen. Dafür sorgen viele tausend Website-Besucher, Kursteilnehmer und knapp zwei Millionen Euro Umsatz pro Jahr. Deshalb erhielt das Startup völlig verdient den wachsstumsstark. Award 2022, der junge und erfolgreiche Firmen auf Erfolgskurs auszeichnet. Aber wie genau konnte Wolfgang Bachmann dieses enorme Wachstum erreichen? Und welche Hürden musste er dabei überwinden? Im Interview verrät er seine Erfolgsstrategien und wertvolle Startup-Tipps.

Herr Bachmann, wodurch ist die Idee zu Jofodo entstanden?

Die ersten Schritte waren eigentlich sehr konventionell. Denn wir schauten uns an, worin die Engpässe begründet liegen, die Ärzte betreffen oder betroffen machen. Und dabei stellte sich alles rund um das Personalmanagement als einer der zentralen Engpässe heraus. Denn viele Abläufe sind in diesem Bereich nicht so wie sie sein könnten. Deshalb bestand unser Ziel darin, mit Jofodo exakt dort anzusetzen und bewusst aus der Sicht der Ärzte die gängigen Abläufe zu verändern und damit die aktuelle Situation zu verbessern.

Wie kam es zu dem Gedanken, eine digitale Plattform aufzubauen?

Damals bemerkte ich, dass in der Zeitschrift „Deutsches Ärzteblatt“ pro Woche über 250 Stellenanzeigen auftauchten und das war die einzige Möglichkeit, eine Stellenanzeige wirksam zu positionieren. Schließlich handelt es sich dabei um die mit Abstand auflagenstärkste Medizinzeitschrift Deutschlands. Doch warum sollte es diese Stellenanzeigen nicht auch digital geben, um gleichzeitig viele weitere Recruiting-Vorteile nutzen zu können? Diese Frage ließ mich nicht mehr los und so entwarf ich 2017 erste Pläne für die Umsetzung von Jofodo.

Warum lassen sich diese Bedürfnisse nicht auf anderen Portalen abdecken?

Im Gesundheitswesen reicht es nicht aus, bloß eine Stelle für einen Arzt auszuschreiben, denn es gibt unzählige Differenzierungsmöglichkeiten, wie zum Beispiel die Fachrichtung oder besondere Kenntnisse. Diese Differenzierungen können die gängigen und größten Job-Portale nicht abdecken. Mit Jofodo sollte also eine Plattform von Ärzten für Ärzte entstehen, die dabei alle verschiedenen Fachbereiche der Medizin abdeckt und das klassische Bewerbungsverfahren ablöst.

Welche Kriterien müssen Arbeitgeber im Gesundheitsbereich erfüllen?

Durch den Ärztemangel müssen Kliniken und andere Arbeitgeber im Gesundheitsbereich verstehen, dass es nicht mehr ausreicht, als Benefit zum Beispiel Essensgutscheine für die Kantine in Aussicht zu stellen. Vielmehr müssen sich Arbeitgeber heutzutage den werdenden Ärzten anpassen und zum Beispiel die Vereinbarkeit von Familie und Beruf ermöglichen. Dafür nutze ich bei Jofodo gerne den Begriff „Employer Authentic Program“, denn anders als beim Employer Branding müssen Arbeitgeber keine starke Marke erschaffen. Sondern authentisch und ehrlich sein sowie die Wünsche der Arbeitnehmer erkennen.

Wie hat es Jofodo geschafft, so enorme Wachstumsraten zu erreichen?

Grundsätzlich glaube ich, dass wir nicht nur die Bedürfnisse der Zielgruppe erkennen, sondern Jofodo auch stetig weiterentwickeln und deshalb erfolgreich bleiben. Deshalb bieten wir nicht nur ein Jobportal und Online-Fragerunden an, sondern auch zum Beispiel die Möglichkeit zur digitalen Fortbildung von Ärzten. Diese Idee entstand durch die Tatsache, dass sich Ärzte laut Gesetzgeber regelmäßig weiterbilden müssen und damit bisher an klassischen Fortbildungen teilnahmen. Allerdings waren diese reale Treffen in der Corona-Situation nicht möglich und die digitale Umsetzung der Anbieter lief katastrophal ab. Weshalb unser neues Konzept für digitale Fortbildungen entstand.

Was ist an den digitalen Fortbildungen von Jofodo so besonders?

Unser Ziel war es von Beginn an, nicht einfach bloß jemanden vor eine Kamera zu stellen, der dann einen Text vorliest. Sondern bei Jofodo die digitalen Fortbildungen wie ein eigenes TV-Format aufzubauen und damit auch den unterhaltsamen Charakter zu übernehmen. Damit wird Education mit Entertainment verknüpft und wir besitzen sogar ein eigenes Studio, in dem wir die Fortbildungen für mehr als 1.000 Teilnehmer pro Event produzieren.

Wie gehen Sie als Gründer generell mit Herausforderungen um?

Mein Grundsatz lautet: Wer nicht an Grenzen stößt, der hat auch noch nie wirklich an der Überwindung einer Grenze gearbeitet. Denn natürlich entwickelten sich auch bei mir Momente, in denen ich als Gründer vor großen Herausforderungen stand, die unüberwindbar schienen. Doch dann fokussierte ich mich auf meine Vision und die vorhandenen Ressourcen, um diese Hürden bei Jofodo zu meistern. Nur so ist Wachstum überhaupt möglich, denn der Alltag eines Gründers besteht aus vielen kleinen Grenzen, die sich überwinden lassen.

Welche Fehleinschätzungen sind Ihnen rückblickend unterlaufen?

Eigentlich passierte die erste Fehleinschätzung direkt im ersten Jahr, denn dort arbeiteten wir mit einem Partner zusammen, der uns immer wieder Lösungen für alle technischen Anforderungen bei Jofodo versprach. Erst nach einem Jahr bemerkten wir, dass diese Lösungen wahrscheinlich auch in den nächsten Jahren noch nicht auftauchen und trennten uns von diesem Partner. Dadurch verloren wir wertvolle Zeit, weshalb mein Rat lautet, dass die Auswahl der Geschäftspartner gerade am Anfang besonders sorgfältig ablaufen sollte.

Was bedeutet es Ihnen, beim wachstumsstark. Award 2022 dabei zu sein?

Für mich bedeutet es sehr viel, beim wachstumsstark. Award dabei zu sein, da ich so eine Anerkennung meiner bisherigen Leistungen erhalte. Dadurch kann ich Jofodo auch noch einmal ganz anders präsentieren. Gleichzeitig hoffe ich natürlich auch, dass durch den Award noch mehr Menschen von meiner Plattform erfahren und den Mehrwert erkennen. Oder durch den Award vielleicht sogar Investoren auf uns zukommen, denn wir suchen aktuell nach neuen Geschäftspartnern, um unser Konzept weiter auszubauen. Deshalb platziert Jofodo in diesem Jahr auch 75.000 Aktien aus einer Kapitalerhöhung. Das ist die Chance für Investoren, die sich über diesen Weg bis zu einem Drittel der Anteile an diesem wachstumsstarken Unternehmen sichern können.

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Wie wird sich das Gesundheitswesen in den nächsten Jahren verändern?

Ich bin mir sicher, dass wir in den nächsten Jahren die verschiedenen Prinzipien der Verantwortung im Gesundheitswesen wieder lernen müssen. Denn obwohl Ärzte und Pflegende eine extrem hohe Eigenverantwortung besitzen und auch ausführen möchten, wird diese durch Gesetze und Verordnungen verhindert. Deshalb habe ich mich auch für den Claim „new work in healthcare“ bei Jofodo entschieden, denn wir müssen die Eigenverantwortung der Ärzte und Pflegenden stärken.

Welche Pläne besitzen Sie für die Zukunft?

Unser Ziel ist es, neben Jofodo alle sogenannten Health Care Professionals in ihrer Jobsuche zu unterstützen. Deshalb steht unsere neue Plattform MedicalJobWorld kurz vor dem Start, die alle Stellenbereiche des Gesundheitssystems abdeckt und hoffentlich viele Jobsuchende auf ihrem Weg unterstützt. Dazu gehören zum Beispiel auch Apotheken, denn nahezu 90 Prozent der Apotheken sind auf der Suche nach Personal, doch der Stellenmarkt lässt sich schwer überblicken. Wir möchten eine Schnittstelle für Arbeitgeber und Arbeitnehmer aus der Health Care-Branche sein, die für beiden Seiten wertvolle Schritte einleitet.

Welche Tipps können Sie angehenden Gründern geben?

Wer nicht weiß, für wen er etwas tut, wird im Leben auch nicht erfolgreich sein. Deshalb ist es entscheidend zu wissen, was deine Zielgruppe braucht, damit du diese Bedürfnisse erfüllst. Generell besitze ich dabei vier Grundsätze für Jofodo. Zum einen ist es wichtig, Klarheit über die eigene Vision zu besitzen und zweitens die aktuellen Gegebenheiten mit den gewünschten Verbesserungen zu analysieren. Hinzu kommt noch die Tatsache, dass du als Gründer alleine verantwortlich bist für dein Handeln, nicht die Konkurrenz oder der Markt. Und als vierter Punkt müssen es Gründer schaffen, auch einen Kampf aufzugeben. Also nicht bewusst Reibung zu provozieren, nur um die eigene Idee durchzusetzen, sondern sich anzupassen und offen für Kompromisse zu bleiben.

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Über den Autor

Autorenprofil: Insa Schoppe

Insa Schoppe

Direkt nach dem Abitur entschied sich Insa für ein „Multimedia Production“-Studium in Kiel, danach folgten praktische Erfahrungen in einer Fernsehproduktionsfirma. Anschließend startete sie ein Volontariat in der Redaktion eines Radiounternehmens und wurde als Redakteurin übernommen. Zu ihren Aufgaben gehörten neben der Recherche und Texterstellung auch tägliche Nachrichten sowie die Verantwortung für mehrere Magazine. Im März 2020 wechselte Insa von der Radio-Redaktion in die Online-Redaktion von Gründer.de. Seit März 2022 verantwortet sie als Projektmanagerin die Kongress-Awards, moderiert unsere Online-Kongresse und schreibt weiterhin hin und wieder für das Magazin von Gründer.de.

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