Mögliche Kosten und wertvolle Tipps zur Umsetzung

Imagefilm erstellen: Warum die emotionale Botschaft den Erfolg bestimmt

Egal ob für die eigene Website oder die Social Media-Kanäle, immer mehr Unternehmen setzen auf die Produktion eines Imagefilms. Doch dabei reicht es nicht aus, mal eben kurz ein paar Szenen zu drehen und danach aneinander zu reihen. Denn zahlreiche Faktoren und die korrekte Umsetzung entscheiden am Ende über die positive Auswirkungen für die eigene Firma. Der folgende Artikel erklärt diese wichtigen Faktoren, beschreit die wichtigsten Merkmale beim Storytelling, mögliche Kosten, Argumente für und gegen eine eigene Produktion sowie Tipps zur Umsetzung.

Definition Imagefilm

Ein Imagefilm, auch Corporate Movie oder Corporate Video genannt, hebt das Image eines Unternehmens besonders hervor und ist im Normalfall zwischen zwei und sieben Minuten lang. Dieses kurze, prägnante Film-Portrait einer Firma, einer Marke oder eines Produktes soll mit audiovisuellen Mitteln ein positives Gesamtbild erschaffen oder es verbessern. Dabei kommt besonderes Storytelling für eine emotionale Darstellung zum Einsatz und durch das positive Image steigert der Film auch die Markenbildung bzw. Markenbindung. Diese Werbemaßnahme lässt sich auf Messen, im Rahmen der PR-Arbeit, zur internen Kommunikation mit Kunden oder über Social Media-Kanäle einsetzen.

Unterschied zwischen Imagefilm und Werbespot

Da sich ein Imagefilm und ein Werbespot als Werbemaßnahme nutzen lassen, sind diese auch nicht komplett voneinander zu unterscheiden. Allerdings erfüllt ein Imagefilm die folgenden Merkmale und grenzt sich damit zu einem klassischen TV-Spot ab:

  • echte Mitarbeiter und Kunden: Ein Imagefilm setzt auf Authentizität und muss deshalb nicht zwangsläufig professionelle Schauspieler enthalten.
  • Transparenz: Oftmals sind reale Arbeitsplätze und Firmengeschichten zu sehen, die einen Blick hinter die Kulissen erlauben und keine Perfektion verlangen.
  • anderer Fokus: Der TV-Spot dient dazu ein Produkt bekannter zu machen, der Imagefilm hingegen setzt auf Emotionen und ein positives Gesamtbild.
  • Länge: Die Länge ist beim Imagefilm nicht vorgeschrieben, generell ist er aber immer länger als ein regulärer TV-Spot, der eine Maximallänge von 30 Sekunden aufweist.

Storytelling beim Imagefilm

Emotionen entstehen durch Storytelling. Deshalb ist zunächst wichtig, was mit dem Begriff Story (zu Deutsch: Geschichte) gemeint ist. Denn diese besteht aus drei Teilen: dem Anfang, der Mitte und dem Ende. Oder aber aus der Ausgangssituation, der Komplikation und der Auflösung. Gute Storys wirken auf einer emotionalen Ebene und genau deshalb sollte ein Imagefilm auch eine gute Story besitzen.

Bevor also die Umsetzung eines Imagefilms beginnt, muss das Unternehmen eine Story finden und die Merkmale festlegen, die der Film erreichen soll. Die folgenden Fragen helfen bei der Ideensammlung:

  1. Welches Ziel soll der Imagefilm erreichen?
  2. Wie lautet die Kernbotschaft?
  3. Was kann das Produkt oder die Dienstleistung?
  4. Was ist das Alleinstellungsmerkmal?

Wer diese Punkte beantwortet und eine gute Möglichkeit für Storytelling entdeckt, erschafft damit einen emotionalen Imagefilm. Das folgende Beispiel zeigt eine mögliche Umsetzung:

Die Marke Nike steht bei diesem Imagefilm nicht im Fokus und wird nur zwischendurch eingeblendet. Vielmehr erzählt dieser Film die Geschichte des Tennis-Superstars Serena Williams und erschafft somit eine emotionale Bindung.

Kosten für einen Imagefilm

Die exakten Kosten für einen Imagefilm hängen von verschiedenen Faktoren an, die zur Steigerung und Reduktion beitragen. Je nach Anbieter oder eigenem Aufwand, können sich diese Ausgaben stark unterscheiden.

Insgesamt werden die Kosten von den folgenden Merkmalen bzw. Fragen beeinflusst:

  • Qualität: Ist für das Imagevideo ein klassischer Kamera-Look oder eine Kino-Optik geplant?
  • Technik: Welche Ausrüstungsgegenstände, zum Beispiel Kamera und Stative, werden für die Produktion benötigt?
  • Drehtage: Wie viele Tage werden für die Aufnahme benötigt? Darunter fallen auch Interviews, die evtl. mehrere Stunden Anreise benötigen.
  • Drehorte: Wie viele Orte werden für die Umsetzung angefahren?
  • Darsteller: Wer sind die Protagonisten? Es kann sich dabei um Schauspieler, Mitarbeiter oder die Geschäftsführung handeln.
  • Postproduktion: Wie aufwändig ist die Nachbearbeitung? Sind zum Beispiel bestimmte Effekte gewünscht?
  • Lizenzen und Genehmigungen: Welche Genehmigungen sind nötig? Auch bezüglich der Ausstrahlung.

Aus diesen verschiedenen Faktoren ergeben sich dann die Gesamtkosten. Ein professioneller Imagefilm ist dabei ab ca. 10.000 Euro zu realisieren. Dieser Preis beinhaltet eine einfache Drehbucherstellung, einen Drehtag vor Ort mit einem kleinen Filmteam sowie die Postproduktion und das Sounddesign. Wer mehrere Drehtage und ein größeres Team benötigt, sollte bis zu 80.000 Euro einkalkulieren.

Imagefilm selbst erstellen oder produzieren lassen?

Auch aufgrund der Kosten, entsteht automatisch die Frage, ob sich ein Imagefilm auch selbst produzieren lässt oder dies Aufgabe besser ein professionelles Filmteam übernimmt. Die folgenden Argumente können bei dieser Entscheidung helfen:

Argumente für die eigene Produktion

Die folgenden Argumente sprechen für die eigene Produktion eines Imagefilms:

  1. die eigene Produktion kann günstiger sein, da keine externen Angestellten bezahlt werden müssen
  2. alle Entscheidungen bleiben im Unternehmen
  3. keine Konflikte, die bei Abstimmungen mit einem Filmteam entstehen
  4. eigene Zeitplanung, Abstimmung nur mit dem Verleih-Anbietern der Technik

Argumente für ein professionelles Filmteam

Diesen Argumenten stehen jedoch die folgenden Argumente für ein professionelles Filmteam gegenüber:

  1. eine erfahrene Agentur oder Videoproduktionsfirma steht beratend zur Seite, steigert die Qualität
  2. Zeitersparnis, da sich der Auftraggeber auf sein Hauptgeschäft konzentrieren kann
  3. bessere Planbarkeit, durch einen festen Ablauf und erfahrene Produzenten
  4. professioneller Video-Look, der Seriosität und Kompetenz ausstrahlt

Wer sich nicht entscheiden kann, sollte die eigenen Voraussetzungen überprüfen und kann sich von Agenturen bzw. Produktionsfirmen auch ein unverbindliches Angebot schicken lassen.

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Tipps für den eigenen Imagefilm

Nachdem die Entscheidung für die eigene Produktion oder ein professionelles Team gefallen ist, sind noch weitere Merkmale wichtig. Diese können den Erfolg des Imagefilms beeinflussen und sollten deshalb beachtet werden:

Vorher die Story testen!

Sobald die erste Idee oder sogar ein Drehbuch vorhanden sind, lohnt es sich, die Story bei der vorhandenen Zielgruppe und auch bei potenziellen Kunden vorzustellen. Somit lassen sich schon Verbesserungen vornehmen, wenn die Story zu kompliziert erscheint oder komplett missverstanden wird.

Je kürzer der Imagefilm ist, desto besser!

Jede Sekunde des Imagefilms sollte nur Bilder enthalten, die interessant und für die Zielgruppe relevant sind. Denn jede weitere Sekunde kostet Geld und zieht den Film unnötig in die Länge.

Keine Wunder erwarten!

Wer einen Unternehmensfilm produzieren lässt, wird nicht zwei Tage später Rekord-Umsätze generieren oder direkt weltberühmt. Denn der Film ist Teil der Marketingstrategie und sorgt nur im Zusammenspiel mit weiteren Maßnahmen zu hohen Umsätzen.

Alternative Finanzierungsquellen ausprobieren!

Für Startups fehlt zu Beginn oftmals das Budget für einen professionellen Imagefilm, weshalb sich die Teilnahme bei einem der zahlreichen Gründerwettbewerbe anbietet. Wer dort die ersten Plätze erreicht, bekommt einen Gutschein für einen hochwertig produzierten Imagefilm als Preis überreicht.

Fazit

Einen Imagefilm zu erstellen, ist keine Pflichtaufgabe für Unternehmen und Startups. Denn vorher muss klar sein, ob sich die Investition und die hohen Kosten lohnen. Allerdings kann ein emotionaler und gut platzierter Film die eigene Zielgruppe stärker an die eigene Marke binden und sich auch langfristig positiv positionieren. Deshalb sind eine gute Vorbereitung und genaue Analyse der Ausgangslage nötig. Zudem sollten verschiedene Angebote verglichen werden, um letztendlich das bestmögliche Ergebnis für die eigene Firma zu erreichen.

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Über den Autor

Autorenprofil: Insa Schoppe

Insa Schoppe

Direkt nach dem Abitur entschied sich Insa für ein „Multimedia Production“-Studium in Kiel, danach folgten praktische Erfahrungen in einer Fernsehproduktionsfirma. Anschließend startete sie ein Volontariat in der Redaktion eines Radiounternehmens und wurde als Redakteurin übernommen. Zu ihren Aufgaben gehörten neben der Recherche und Texterstellung auch tägliche Nachrichten sowie die Verantwortung für mehrere Magazine. Im März 2020 wechselte Insa von der Radio-Redaktion in die Online-Redaktion von Gründer.de und unterstützt seitdem das Team als Junior-Online-Redakteurin.