So verlief die einzigartige Karriere des Ferrari-Erfinders

Ferrari-Gründer: Enzo Ferraris Aufstieg vom Schlosser zum Autosport-Giganten

Wer absolut kein Formel-1-Fan ist oder noch nicht einmal Interesse für teure Autos besitzt, kennt trotzdem den Namen Ferrari und das dazugehörige Logo mit dem steigenden Pferd. Denn dieses Markenzeichen konnte sich weltweit durchsetzen, sorgte für Rennsport-Rekorde und einen Kultstatus in der Automobilindustrie. Auch heute generiert das Unternehmen noch immer jährliche Umsätze von knapp vier Milliarden Euro. Doch bis zur Ferrari-Gründung und diesem weltweiten Erfolg war es ein weiter Weg, auf dem Enzo Ferrari zahlreiche Hürden beseitigen musste. Der folgende Artikel verrät, wie die Geschäftsidee des Ferrari-Erfinders und das Logo mit dem Pferd entstanden sowie alles zur Karriere des Ferrari-Gründers.

 

Enzo Ferrari
Steckbrief Ferrari-GründerQuelle: Wikimedia
Geburtstag
18.02.1898
Geburtsort
Modena, Italien
Abschlüsse
Metallbauer
Beruf
Kraftfahrzeugschlosser
Unternehmen

Ferrari

Website

Wie ist der Ferrari-Gründer Enzo Ferrari aufgewachsen?

Seine spätere Karriere in der Automobilindustrie wurde dem Ferrari-Gründer Enzo Ferrari tatsächlich schon in die Wiege gelegt, als er am 18. Februar 1898 im italienischen Modena auf die Welt kam. Denn sein Vater besaß einige Schlossereibetriebe und Autowerkstätten rund um den Heimatort. Und in diesen Betrieben spielte Enzo Ferrari als kleines Kind zwischen den verschiedenen Autos und Maschinen, wodurch er sehr schnell ein erstes Interesse für die Technik entwickelte und den Grundstein für die Ferrari-Gründung legte.

Deshalb löste Enzo Ferraris Entscheidung auch keine große Überraschung aus, dass er im Anschluss an seine Schulzeit 1914 im väterlichen Betrieb eine Ausbildung als Kraftfahrzeugschlosser absolvierten wollte. Dabei interessierte ihn besonders die neu aufkommende Technik der Verbrennungsmotoren. Deshalb nutzte er seine Ausbildung, um sein technisches Wissen zu erweitern. So reparierte er zunächst Motoren und fing später an, erste Prototypen selbst zu bauen, die ihm als Ferrari-Erfinder noch nützen sollten.

Wann stieg der Ferrari-Gründer in den Automobilrennsport ein?

Durch seine Ausbildung als Kraftfahrzeugschlosser und dem Interesse an Motoren, entstand parallel zu seiner Arbeit eine immer größer werdende Leidenschaft für den Automobilrennsport. Und eigentlich plante Enzo Ferrari schon 1918 seinen Einstieg als Werksfahrer beim Automobilhersteller Fiat, doch die Bewerbung des Ferrari-Erfinders scheiterte. Deshalb tüftelte der Ferrari-Gründer nur ein Jahr später an einem eigenen Fahrzeug, dass er durch Spenden und Ersparnisse finanzierte und seine Ferrari-Gründung vorbereitete.

Tatsächlich schaffte er es mit seinem eigenen Fahrzeug direkt einige Rennen zu gewinnen. Zudem erreichte er eine Anstellung als Werksfahrer bei der Firma Costruzioni Meccaniche Nazionali (CMN). Doch sein bisher größter Erfolg stand ihm noch bevor: Nach einem vierten Platz beim Bergrennen Parma–Poggio di Berceto, konnte er die Aufmerksamkeit des renommierten Rennstalls Alfa Romeo auf sich ziehen. Danach holte Enzo Ferrari in 47 Rennen zahlreiche Siege für Alfa-Romeo. Und war damit auch ohne die Ferrari-Gründung der erfolgreichste Fahrer Italiens.

Wo wurde der Ferrari erfunden?

Obwohl Enzo Ferrari als Fahrer bei Alfa Romeo innerhalb kürzester Zeit viel erreichte, plante er schon die nächsten Schritte und damit ein eigenes Unternehmen. Dieser eigene Rennstall ging 1929 unter dem Namen Scuderia Ferrari, übersetzt Rennstall Ferrari, an den Start. Allerdings dauerte es nach der Ferrari-Gründung und damit bis zu seinem ersten Modell des bis heute berühmten Ferrari 18 weitere Jahre, da ihm zuvor noch Vertragsstreitigkeiten mit Alfa Romeo an der Entwicklung hinderten. Zudem wurde die Werkstatt des Ferrari-Erfinders im zweiten Weltkrieg fast komplett zerstört und neu aufgebaut.

Doch 1946 war es dann soweit, Enzo Ferrari präsentierte seinen ersten eigenen Rennwagen in seiner Heimatstadt Modena. Nur ein Jahr später gewann der Ferrari schon sein erstes Rennen. Damit begann die beeindruckende Erfolgsgeschichte des Ferrari-Gründers bis zur Formel 1, wo die Scuderia bis heute mit 15 Fahrer- und 16 Konstrukteursweltmeisterschaften den Titel als erfolgreichstes Formel-1-Team der Geschichte hält. Gleichzeitig begann 1946 jedoch auch schon die Produktion von leistungsstarken und teuren Straßenfahrzeugen. Diese stellten schon direkt nach der Ferrari-Gründung ein beliebtes Statussymbol dar.

Warum ist ein Pferd auf dem Ferrari?

Eigentlich stammt das Pferd vom Ferrari-Logo gar nicht aus dem Bereich Autorennsport und damit nicht vom Ferrari-Erfinder selbst. Sondern wurde ursprünglich für das Kampfflugzeug des berühmten Fliegers Francesco Baracca entworfen. Dieser hatte sich das sogenannte Cavallino Rampante, übersetzt „sich aufbäumendes Pferd“, auf sein Flugzeug malen lassen. Doch nach seinem Tod sicherte sich Enzo Ferrari das Symbol offiziell von seinen Angehörigen und damit für seine Ferrari-Gründung. Zusätzlich ließ der Ferrari-Gründer Enzo Ferrari noch den gelben Hintergrund vom Wappen aus Modena ergänzen. Hinzu kamen zudem die italienischen Landesfarben grün, weiß und rot.

Logo Ferrari-GründerQuelle: Aisyaqilumar - stock.adobe.com
Das typische Ferrari-Logo hat sich weltweit zum Markenzeichen entwickelt.

Wer besitzt Ferrari heute?

Obwohl Ferrari schon direkt nach der Ferrari-Gründung hohe Umsätze generierte, geriet das Unternehmen finanziell auch öfters mal in Schwierigkeiten. Das lag vor allem daran, dass Enzo Ferrari stets mit seiner Konkurrenz mithalten wollte und immer wieder neue Ferrari-Modelle entwickeln ließ. Um diese Finanzprobleme des Ferrari-Erfinders endgültig zu beseitigen, stimmte der Ferrari-Gründer im Jahr 1985 einer Mehrheitsbeteiligung des Automobilherstellers Fiat Chrysler Automobiles zu. Das Unternehmen erwarb sogar 90 Prozent von Ferrari.

Drei Jahre später, am 14. August 1988, starb Enzo Ferrari schließlich in seinem Heimatort Modena. Erst 2016 gab Fiat Chrysler Automobiles knapp zehn Prozent des Unternehmens wieder ab, um einen Börsengang von Ferrari zu ermöglichen. Die verbleibenden 10 Prozent von Ferrari besitzt übrigens Enzos Sohn Piero Ferrari. Dieser ist heute noch immer als Vizepräsident des Unternehmens aktiv.

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Über den Autor

Autorenprofil: Insa Schoppe

Insa Schoppe

Direkt nach dem Abitur entschied sich Insa für ein „Multimedia Production“-Studium in Kiel, danach folgten praktische Erfahrungen in einer Fernsehproduktionsfirma. Anschließend startete sie ein Volontariat in der Redaktion eines Radiounternehmens und wurde als Redakteurin übernommen. Zu ihren Aufgaben gehörten neben der Recherche und Texterstellung auch tägliche Nachrichten sowie die Verantwortung für mehrere Magazine. Im März 2020 wechselte Insa von der Radio-Redaktion in die Online-Redaktion von Gründer.de und unterstützt seitdem das Team als Junior-Online-Redakteurin.

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