Alle Leistungen und Tipps zur Inkubator-Suche im Überblick

Inkubator: Ein perfekter Investor und Berater für Startups?

Wer bei einer Gründung schnell Kapital und gleichzeitig kompetente Beratung benötigt, kann sich an einen Inkubator wenden. Diese Finanzierungsform wird bei Startups immer beliebter und konnte schon zahlreichen Unternehmen beim Markteinstieg helfen. Allerdings passt diese Form der Unterstützung nicht zu jedem Gründer, zudem sollten die Hintergründe dieses Angebots bekannt sein. Der folgende Artikel beschreibt deshalb detailliert die Definition, Leistungen sowie Vor- und Nachteile eines Inkubators. Hinzu kommen praktische Tipps zur Suche, um bei Bedarf auch schnell die passende Unterstützung zu bekommen.

Definition

Als Inkubator wird eine Einrichtung bezeichnet, die Startups bei der Gründung und beim Unternehmensaufbau finanziell und beratend unterstützt. Dabei kommt die Bezeichnung ursprünglich aus der Medizin, denn so wird dort eine Art Brutkasten für Frühgeborene bezeichnet. Dieser schafft eine optimale Umgebung, in dem die Neugeborenen heranwachsen können. Im übertragenen Sinne versuchen auch Inkubatoren diese Bedingungen für Startups zu schaffen, damit der Start ins Geschäftsleben gelingt. In den meisten Fällen werden diese Einrichtungen oder Institutionen dabei aus Steuergeldern bzw. von privaten Unternehmen finanziert und vereinen in einem sogenannten Gründerzentrum alle Bereiche ihrer Unterstützung.

Leistungen eines Inkubators

Bei einem Inkubator um eine Einrichtung oder Institution, die Gründer in allen Gründungsphasen unterstützen kann. Oftmals sind das dann Venture Capital Unternehmen, die nicht nur über finanzielle Mittel verfügen, sondern auch ein Expertenteam bereitstellen. Dabei sind die folgenden Leistungen abgedeckt:

  • Coaching durch individuelle Seminare
  • Kapital in Höhe von 20.000 bis 1 Mio. Euro in der ersten Finanzierungsrunde
  • Unterstützung und Ergänzung des Gründerteams
  • Mitglieder des Inkubators übernehmen organisatorische Aufgaben des Startups
  • Hilfe bei der Erstellung eines Businessplans inklusive Marktanalyse
  • Strategie- und Produktentwicklung
  • Hilfe bei der Suche nach passenden Marketingstrategien
  • Bereitstellung von günstigen oder kostenlosen Büroräumen
  • Suche nach Geschäftspartnern und weiteren Kapitalgebern

Die meisten Leiter der Inkubatoren haben schon selbst Unternehmen gegründet und erfolgreich etabliert. Damit können Gründer auch vom großen Netzwerk der Investoren profitieren.

Die Suche nach einem passenden Inkubator

Für Startups ist es gar nicht so einfach, einen passenden Inkubator zu finden. Denn dafür muss zunächst das Angebot analysiert werden und dann auch die zwischenmenschliche Ebene stimmen. Deshalb ist es wichtig, sich zunächst einen Überblick zu verschaffen:

Bekannte Inkubatoren in Deutschland

Mittlerweile existieren zahlreiche Anbieter in Deutschland, weshalb die Chancen für eine Unterstützung steigen. Die folgenden Auswahl an Gründerzentren hat sich auf ihre Tätigkeit als Inkubator spezialisiert:

  • Project A aus Berlin
  • YOU IS NOW aus Berlin
  • Rheingau Founders aus Berlin
  • hub:raum aus Berlin
  • MAS Angel Fund Berlin
  • Hanse Ventures aus Hamburg
  • 1stMover aus Düsseldorf
  • NABRU Ventures aus Mettingen (Osnabrück)
  • Media Lab Bayern aus München
  • Crossventures aus Köln
  • NetStart Venture aus Köln

Außerdem bieten auch Hochschulen spezielle Beratungsprogramme an. Ein Beispiel hierfür ist der Goethe-Unibator, ein Inkubator der Goethe-Universität Frankfurt.

Persönliche Kriterien

Um den passenden Inkubator zu finden, müssen auch die Ziele bzw. Vorstellungen der Startups und die der Inkubatoren zusammenpassen. Die folgenden Fragen helfen bei der Entscheidung sowie der Einschätzung eines Inkubators:

  • Welche Branchen und Geschäftsmodelle hat der Inkubator bereits unterstützt?
  • Wie hoch ist die Summe der Finanzierung in der ersten Finanzierungsrunde?
  • Welche Leistungen bietet der Inkubator konkret an?
  • Welches Team steht dahinter?
  • Passen die Grundprinzipien des Gründerzentrums zu den eigenen Vorstellungen?

Bei der Suche kann es auch hilfreich sein, mit Startups zu sprechen, die schon vom ausgewählten Inkubator unterstützt worden sind. Somit lassen sich wertvolle Erfahrungswerte anderer Unternehmen mit einbeziehen.

Vorteile eines Inkubators

Wer sich für einen Inkubator entscheidet, kann insgesamt von den folgenden Vorteilen profitieren:

Frühe Unterstützung

Da ein Inkubator alle Gründungsphasen begleitet, steigt er schon sehr früh ein und begleitet Startups damit auch schon vor der offiziellen Gründung. Damit unterscheiden sie sich in diesem Punkt von den Business Angels, die erst danach einsteigen.

Mehr Kapital

Viele Inkubatoren investieren nicht nur ihr eigenes Kapital, sondern sammeln auch weitere Gelder innerhalb ihres Netzwerks ein. Somit beteiligen sich dann auch klassische Venture Capital Firmen, vermögende Familienunternehmen oder Konzerne. Die beteiligten Unternehmen senken dadurch ihr eigenes Risiko und können gleichzeitig auf das Gesamtkonzepts des Inkubators vertrauen.

Höhere Erfolgschancen

Insgesamt sind die Erfolgsaussichten durch die umfassende Unterstützung höher als bei einem klassischen Kapitalgeber. Denn während andere Investoren nur bestimmte Bereiche abdecken und kurzfristig für Unterstützung sorgen, profitieren Startups bei einem Inkubator von einer langfristigen Beratung, finanziellen Unterstützung und der täglichen Begleitung bei allen Aufgaben.

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Nachteile eines Inkubators

Neben diesen Vorteilen bringt ein Inkubator allerdings auch die folgenden Nachteile mit sich:

Teamarbeit vorausgesetzt

Gründer, die ihr Startup eigentlich bewusst mit einem kleinen Team aufbauen wollten, müssen sich auf ein größeres Team und damit verbundene Kompromisse einstellen. Denn innerhalb eines Gründerzentrums werden Aufgaben nicht von einer Person, sondern von verschiedenen Mitgliedern der Einrichtung übernommen.

Mehr Firmenanteile gehen verloren

Bei einem Inkubator müssen Startups im Vergleich zu anderen Investoren mehr Firmenanteile abgeben, da sie auch umfassender betreut werden. Diese Tatsache kann zu Problemen führen, wenn schon andere Unternehmen beteiligt sind oder das Gründerteam bereits aus mehreren Personen besteht.

Großer Erfolgsdruck

Inkubatoren sind keine gemeinnützigen Organisationen, denn sie verfolgen mit der Unterstützung der Startups bestimmte Ziele. Dabei geht es nicht nur darum, ein erfolgreiches Unternehmen aufzubauen und somit die Investitionen gewinnbringend anzulegen. Teilweise planen die Investoren auch die Übernahme dieser Startups, weshalb sie schnelle Erfolge und hohe Gewinne verlangen.

Fazit

Ein Inkubator kann für Gründer ohne Eigenkapital, Netzwerk und Erfahrung eine große Hilfe sein. Denn durch das durchdachte Gesamtkonzept steigen die Erfolgsaussichten, was für viele Startups ein entscheidendes Argument darstellt. Allerdings ist es wichtig, die Absichten dieser Gründerzentren vorher genau zu durchleuchten. Dazu bieten sich persönliche Gespräche und ein ausführliches Kennenlernen an. Wenn dann die gleichen Ziele und Vorstellungen vorliegen, steht einer erfolgreichen Zusammenarbeit nichts mehr im Weg.

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Über den Autor

Autorenprofil: Insa Schoppe

Insa Schoppe

Direkt nach dem Abitur entschied sich Insa für ein „Multimedia Production“-Studium in Kiel, danach folgten praktische Erfahrungen in einer Fernsehproduktionsfirma. Anschließend startete sie ein Volontariat in der Redaktion eines Radiounternehmens und wurde als Redakteurin übernommen. Zu ihren Aufgaben gehörten neben der Recherche und Texterstellung auch tägliche Nachrichten sowie die Verantwortung für mehrere Magazine. Im März 2020 wechselte Insa von der Radio-Redaktion in die Online-Redaktion von Gründer.de und unterstützt seitdem das Team als Junior-Online-Redakteurin.